Schlieren

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Schlieren
Wappen von Schlieren
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ZürichKanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Dietikon
BFS-Nr.: 0247i1f3f4
Postleitzahl: 8952
UN/LOCODE: CH SHR
Koordinaten: 676043 / 250321Koordinaten: 47° 23′ 58″ N, 8° 26′ 45″ O; CH1903: 676043 / 250321
Höhe: 393 m ü. M.
Höhenbereich: 386–586 m ü. M.
Fläche: 6,59 km²
Einwohner: i18'736 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 2843 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
45,9 % (31. Dezember 2018)[2]
Stadtpräsident: Markus Bärtschiger (SP)
Website: www.schlieren.ch
Ansicht vom Käferberg in Zürich

Ansicht vom Käferberg in Zürich

Lage der Gemeinde
Kanton AargauBezirk MeilenZürichseeBezirk AffolternBezirk DielsdorfBezirk HorgenBezirk ZürichKanton AargauAesch ZHBirmensdorf ZHDietikonGeroldswilOberengstringenOetwil an der LimmatSchlierenUitikonUnterengstringenUrdorfWeiningen ZHKarte von Schlieren
Über dieses Bild
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Schlieren ist eine Stadt und politische Gemeinde im Bezirk Dietikon des Kantons Zürich in der Schweiz. Ihre Einwohner werden Schlieremer genannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Schlieren liegt im Limmattal südlich der Limmat, unmittelbar westlich an die Stadt Zürich angrenzend.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DC-2 HB-ITO über Schlieren und Limmattal, historisches Luftbild vom 8. Juni 1935, aufgenommen von Walter Mittelholzer
Schweizerische Wagons- und Aufzugfabrik AG, historisches Luftbild vom 8. August 1932, aufgenommen von Walter Mittelholzer

Schlieren wurde 828 erstmals urkundlich erwähnt.[3] Schlieren war bis 1415 in habsburgischem Besitz. Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen war es Bestandteil der Grafschaft Baden. 1803 wurde es dem Kanton Zürich zugeteilt. 1777 gründete hier der Pfarrer Heinrich Keller, als er zwei taube Knaben in sein Pfarrhaus aufnahm, die erste Taubstummenschule in der Schweiz.

Ende des 19. Jahrhunderts begann im Zuge der Industrialisierung der allmähliche Wandel Schlierens von einer bäuerlichen Landgemeinde hin zur urbanen Kleinstadt. In Schlieren war von 1899 bis zu ihrer Schliessung 1985 die Schweizerische Wagons- & Aufzügefabrik AG (SWS) beheimatet.[4]

Wegen der Nähe zur Stadt Zürich und der guten Verkehrsverbindungen (bis 1956 Tram, heute Trolleybus Zürich und S-Bahn) setzte ein Bevölkerungswachstum ein. 1960 überschritt die Einwohnerzahl 10'000. Im Jahr 2008 wurde Schlieren das Label Energiestadt für beschlossene und realisierte energiepolitische Massnahmen verliehen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Blau eine goldene Lilie.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Per 31. Dezember 2018 wohnten 18'736 Menschen in Schlieren. Der Ausländeranteil (gemeldete Bevölkerung ohne Schweizer Bürgerrecht) betrug am Stichtag 45,9 Prozent und stellt den höchsten Wert aller Gemeinden des Kantons Zürich dar.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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4
2
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8
Insgesamt 36 Sitze

Die Exekutive wird durch den siebenköpfigen Stadtrat gebildet. Er setzt sich wie folgt zusammen: 2 FDP, 2 SP, 1 CVP, 1 glp und 1 SVP.[6]

Die Legislative der Stadt ist das Gemeindeparlament mit 36 Sitzen. Die Grafik rechts zeigt die Sitzverteilung nach der Wahl vom 3. März 2018.[7]

Bei den Nationalratswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Schlieren: SVP 28,0 %, SP 20,9 %, glp 13,5 %, Grüne 11,1 %, FDP 11,1 %, CVP 7,3 %, EVP 2,7 %, BDP 1,6 %, AL 1,2 %, EDU 1,0 %.[8]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2011 gehörten 38,4 Prozent der Bevölkerung zur römisch-katholischen Kirche und 17,7 Prozent zur evangelisch-reformierten Kirche.[9]

Die römisch-katholische Kirche St. Josef aus dem Jahr 1960 befindet sich an der Ecke Uitikonerstrasse/Dammweg und wurde vom bekannten Kirchenarchitekten Karl Higi errichtet. Am Kirchplatz befinden sich die Alte und die Neue reformierte Kirche.

In der regionalen Sektion[10] der Evangelischen Allianz sind die Chrischona-Gemeinde[11] und die Evangelische Täufergemeinde ETG[12] mit dabei.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Schlieren liegt an der Bahnstrecke Zürich–Baden und wird von der S 11 AarauLenzburgDietikonZürich HBStettbachWinterthurSeuzach/Sennhof-Kyburg (– Wila) und der S 12 BruggAltstettenZürich HBStadelhofenWinterthurSchaffhausen/Wil der S-Bahn Zürich bedient.

Ab Schlieren, Bahnhof, Schlieren, Zentrum/Bahnhof oder Schlieren, Bahnhof Nord verkehren mehrere Buslinien:

201 Schlieren, Rütistrasse — Schlieren, Bahnhof — Uitikon, Dorf — Uitikon Waldegg, Bahnhof

302 Oberurdorf — Schlieren, Bahnhof — Unterengstringen — Weiningen ZH — Geroldswil — Fahrweid — Dietikon

303 Schlieren, Zentrum/Bahnhof — Urdorf — Dietikon — Spreitenbach — Killwangen

307 Schlieren, Meuchwies — Schlieren, Bahnhof Nord — Zürich Altstetten

308 Urdorf Weihermatt — Urdorf — Schlieren, Bahnhof — Unterengstringen — Oberengstringen — Zürich Altstetten

Seit September 2019 ist Schlieren an das Tramnetz der VBZ angeschlossen:

2 Schlieren, Geissweid — Schlieren, Zentrum/Bahnhof — Zürich, Farbhof — Paradeplatz — Bellevue — Zürich Tiefenbrunnen

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlieren wandelt sich von der Industriestadt zur Stadt mit Dienstleistungs- und Hightech-Unternehmen. Auf dem Areal der ehemaligen SWS haben verschiedene Firmen neue Arbeitsplätze geschaffen, unter anderem die Druckerei der Neuen Zürcher Zeitung, der Fernsehsender Star TV oder die API Invest und Finanz AG. Zudem hat sich hier ein Biotech-Cluster mit verschiedenen Startup-Unternehmen aus dieser Branche entwickelt. Zu den traditionellen Firmen zählen Geistlich und Schlatter. In Schlieren befindet sich auch der Hauptsitz der Mercedes-Benz Schweiz AG, der Strabag AG Schweiz sowie von Sony Schweiz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemaliges Gaswerk und Gasometer Schlieren
  • WAGI Museum Schlieren
  • Ortsmuseum Schlieren
  • Stadtpark

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das letzte verbliebene von ursprünglich drei Gasometern in Schlieren, Schweiz. Abhängig vom Speichervolumen konnte der «Deckel» des Gasometers hoch- oder heruntergefahren werden.

Das in der Schweiz bekannte Cabaret Rotstift wurde 1954 von Schlieremer Lehrern gegründet. Die gleichen Lehrer gründeten 1957 den Kinderchor Schlieremer Chind, heute der bekannteste Schweizer Kinderchor.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2005 findet in Schlieren der Neujahrsmarathon Zürich statt. Start und Ziel dieses weltweit ersten Marathonlaufs des Jahres befinden sich in der Schlieremer Sporthalle Unterrohr. Gestartet wird um 00:00 Uhr, also exakt zum Jahreswechsel. Neben der Marathondistanz (42,195 km) werden auch ein Halbmarathon (21,0975 km), ein Viertelmarathon (10,54875 km), ein Team Run (2–4 Läufer/innen teilen sich die 42,195 km) und ein kostenloser Kids Run (750 m) angeboten.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Medien sind in Schlieren an der Wagistrasse angesiedelt. Neben den Fernsehsendern Schweiz 5 (in den Räumen des ehemaligen Senders TV3), Star TV, VIVA und 3+ werden bei der Firma Primetime die Sendungen Swiss Date, FUTURA.TV, KOCHEN.TV, ganzprivat sowie wohntraumTV aufgezeichnet. In der Nähe befinden sich ebenfalls die ehemalige NZZ-Druckerei sowie die Werbeagentur Publiartis.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Grunder: Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 9: Der Bezirk Dietikon. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1997 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 88). ISBN 3-909164-57-9. S. 188–264.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schlieren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. StiASG, Urk. II 93. Online auf e-chartae, abgerufen am 25. Juni 2020.
  4. Dorothee Vögeli: Schlieren: Ein Dorf stellt sich quer In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. August 2017
  5. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  6. Protokoll der Wahlergebnisse. (PDF) Stadt Schlieren, 4. März 2018, abgerufen am 29. März 2018.
  7. Erneuerungswahl Parlament. (PDF) Stadt Schlieren, 4. März 2018, abgerufen am 29. März 2018.
  8. Wahlen 2019. Abgerufen am 1. August 2020.
  9. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  10. http://www.each.ch/ea-schlieren.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  11. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 21. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chrischona-schlieren.ch (abgerufen am 27. Februar 2012).
  12. http://www.etg-schlieren.ch/ (abgerufen am 27. Februar 2012).
  13. Markus Bürgi: Ezio Canonica. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 28. August 2003, abgerufen am 3. Februar 2020.