Scottie Pippen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basketballspieler
Scottie Pippen
Pippen and wife.jpg
Spielerinformationen
Spitzname Pip
Geburtstag 25. September 1965
Geburtsort Hamburg, Vereinigte Staaten
Größe 201 cm
Position Small Forward
College Central Arkansas
NBA Draft 1987, 5. Pick, Seattle SuperSonics
Trikotnummer 33
Vereine als Aktiver
1987–1998 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chicago Bulls
1998–1999 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Houston Rockets
1999–2003 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Portland Trail Blazers
2003–2004 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chicago Bulls
Nationalmannschaft
1992–1996 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Scottie Maurice Pippen (* 25. September 1965 in Hamburg, Arkansas) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Basketballspieler. Pippen ist 2,01 Meter groß und spielte die Position des Small Forward. Zwischen 1987 und 2004 spielte er in der US-Profiliga NBA bei den Chicago Bulls, Houston Rockets und Portland Trailblazers. Von 1991 bis 1998 war er als Partner von Michael Jordan entscheidend am sechsfachen Titelgewinn der Bulls beteiligt. An seiner Seite war er bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona auch Mitglied des Dream Teams. Darüber hinaus war er auch Teil des Teams, das die Goldmedaille 1996 in Atlanta gewann. Er galt jahrelang als einer der besten Allrounder und Verteidiger der NBA. Am 5. April 2010 wurde Pippen in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.

College[Bearbeiten]

In seinem letzten Jahr an der High School spielte Pippen in der Startformation des Schulteams, maß aber lediglich 1,83 Meter. Er wurde für nicht groß genug gehalten, um in einem College-Team zu spielen. Angebote von Talentsichtern blieben aus, bis schließlich sein damaliger Trainer die University of Central Arkansas überzeugte, Pippen eine Stelle als Aushilfe im Universitätsteam anzubieten. Pippen selbst bezeichnet sich rückblickend selbst als „Wasserträger“ in seinem ersten Collegejahr.[1] Innerhalb seiner vier Jahre im Team von Central Arkansas wuchs Pippen schließlich bis auf 2,01 Meter und wurde Leistungsträger seiner Mannschaft. Mit Saisonwerten von 23,6 Punkten und 10,0 Rebounds pro Spiel zog Pippen in seinem Abschlussjahr am College das Interesse der Talentsucher der NBA auf sich.

NBA[Bearbeiten]

Im NBA Draft von 1987 wurde Pippen an fünfter Stelle von den Seattle Supersonics gedraftet, letztendlich aber im Tausch gegen Olden Polynice zu den Chicago Bulls geschickt. In seinem ersten Profijahr war Pippen Bankspieler und wurde in der Regel für den Small Forward Brad Sellers eingewechselt. Im letzten Spiel der ersten Playoff-Runde 1987 rutschte Pippen allerdings für Sellers in die Startformation der Bulls. Seinen Startplatz behielt Pippen anschließend auch in der nächsten Runde der Playoffs, in der die Bulls ausschieden.

Eine Verletzung während der Vorbereitung auf die Saison 1988/89 warf Pippen zu Beginn der Spielzeit zurück. Er kam erneut von der Bank, spielte sich schließlich aber in 56 der letzten 57 Spiele in die Startformation. Die folgende Spielzeit 1989-90 bedeutete für Pippen den Durchbruch als Leistungsträger neben Michael Jordan. Er startete alle 82 Spiele der regulären Saison und wurde erstmals in das All-Star Team der NBA berufen. Gemeinsam mit Forward Horace Grant und Jordan bildete Pippen ein starkes Trio, das von Trainer Phil Jackson trainiert wurde. Dieses gewann im Jahr darauf den ersten von drei Meistertiteln in Folge.

Nachdem Michael Jordan 1993 seinen ersten Rücktritt erklärte, wurde Pippen der neue Star des Teams. Obwohl Pippen Karrierebestwerte in allen Kategorien erzielte, konnten die Bulls in dieser Zeit nicht das NBA-Finale erreichen. Es kam zu Unstimmigkeiten zwischen Pippen und Trainer Jackson, so dass Transfergerüchte laut wurden, die Pippen bei den Seattle Supersonics für Shawn Kemp sahen. Jedoch erklärte Jordan 1995 seine Rückkehr in die NBA und Pippen verblieb in Chicago.

Mit den Bulls gewann er zwischen 1996 und 1998 nochmal drei Titel, ehe Jordan seinen zweiten Rücktritt verkündete und das Meisterschaftsteam der Bulls auseinanderfiel. Pippen wurde in einem Sign-And-Trade zu den Houston Rockets transferiert. Bei den Rockets wollte Pippen an der Seite von Charles Barkley und Hakeem Olajuwon seinen siebten Titel gewinnen. Nach nur einem Jahr forderte Pippen jedoch einen Transfer und wurde im Oktober 1999 zu den Portland Trail Blazers geschickt.

Bei den Blazers spielte Pippen vier Jahre als startender Small Forward. Sein größter Erfolg war das Erreichen des Western Conference Finale 2000, in dem man den Los Angeles Lakers unterlag.

Im Sommer 2003 kehrte Pippen zu den Bulls zurück und unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Er spielte nur ein Jahr für die Bulls, ehe er im Oktober 2004 von den Bulls entlassen wurde und danach seinen Rücktritt verkündete.[2]

Auszeichnungen und Erfolge[Bearbeiten]

Pippen gewann in seiner Karriere sechs Mal die NBA-Meisterschaft mit den Chicago Bulls (1991–1993 und 1996–1998). Im Lauf seiner Karriere wurde Pippen drei Mal in das All-NBA First Team (1994–1996) und acht Mal in das All-Defensive First Team gewählt (1992–1999). Zudem wurde er sieben Mal für das NBA All-Star Game (1990, 1992–1997) nominiert und 1994 zum NBA All-Star MVP gewählt. Pippen hat nur in der letzten seiner siebzehn NBA-Saisons die Play-offs verpasst und nach Robert Horry, der 244 Playoff-Spiele absolvierte und Kareem Abdul-Jabbar, der 237 Playoff-Spiele bestritt, mit 208 die drittmeisten Playoff-Spiele aller NBA-Spieler aufzuweisen. Er war zudem Mitglied des Dream Teams von 1992, das bei den olympischen Spielen in Barcelona die Goldmedaille gewann. 1996 holte er mit der Nationalmannschaft bei den olympuischen Spielen in Atlanta ebenfalls die Goldmedaille. Pippens Trikotnummer #33 wird sowohl von seiner Universität, der University of Central Arkansas, wie auch von den Chicago Bulls nicht mehr vergeben.

Spielerprofil[Bearbeiten]

Scottie Pippen 1995 im Trikot der Chicago Bulls

Scottie Pippen zeichnete sich durch Vielseitigkeit und Athletik aus. Er war als bedingungsloser Teamplayer bekannt. Für negatives Aufsehen sorgte Pippen jedoch im dritten Spiel der zweiten Playoff-Runde gegen New York im Jahr nach Michael Jordans erstem Rücktritt. Die Bulls lagen damals knapp zwei Sekunden vor Spielende mit einem Punkt zurück. In der Auszeit gab Bulls-Trainer Phil Jackson einen Spielzug vor, bei dem Pippen den Köder spielen und Toni Kukoč den entscheidenden Wurf bekommen sollte. Pippen war beleidigt und weigerte sich aufs Feld zu gehen.

Insbesondere in Michael Jordans erster Karrierepause konnte Pippen aus dessen Schatten heraustreten und baute seine Führungsqualitäten aus. Diese Anerkennung verlor er auch nach Jordans Rückkehr nicht mehr.

Sonstiges[Bearbeiten]

1997 veröffentlichte Scottie Pippen ein Kinderbuch mit dem Titel Reach Higher. Pippen ist ein Mitglied im Bund der Freimaurer, seine Loge in Chicago ist unter der Prince Hall Großloge konstituiert.[3]

Im Januar 2008 kehrte Pippen für kurze Zeit zum professionellen Basketballsport zurück und spielte für den finnischen Erstligisten Torpan Pojat und für den schwedischen Verein Sundsvall Dragons.[4]

Im Juli 2013 geriet Pippen in die Schlagzeilen, da ihn ein Fan wegen eines angeblichen Übergriffs auf 4 Millionen US-Dollar verklagte.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Scottie Pippen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Mark Vancil:NBA Basketball, BLV 1995, S. 124
  2. Pippen won six NBA rings with Jordan
  3. Pippen Freemason, Auf der Homepage der Grand Lodge of British Columbia and Yukon (Abgerufen am 6. Februar 2013)
  4. Pippen puts his game on display in Scandinavia
  5. Klage gegen Basketballstar Scottie Pippen: Vier Millionen Dollar für kein Autogramm, spiegel.de. Abgerufen am 12. Juli 2013.