ARD Digital

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo von ARD Digital
Präsentation von ARD Digital auf der Internationalen Funkausstellung

ARD Digital ist der Name des digitalen Fernsehprogramm-Bouquets der ARD. Das Motto lautet: „ARD Digital – Mehr vom Fernsehen.“.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird deutschlandweit über Kabel (DVB-C), den Satelliten Astra (DVB-S) und IPTV ausgestrahlt. Einige Programme aus dem Angebot sind außerdem über Terrestrisches Fernsehen per Antenne (DVB-T) zu empfangen.

Derzeit werden inkl. der Regionalversionen 33 Fernseh- und 63 Hörfunkprogramme im DVB-Standard via ARD Digital übertragen. Die Gemeinschaftsprogramme 3sat und KiKA sowie die Programme des Deutschlandradios werden durch das ZDF verbreitet.

Das Play-Out-Center (POC) für diese Programme befindet sich in Potsdam beim RBB, hier ist ebenfalls die ARD-digital-Koordination angesiedelt. Weiterhin wird der zusammengestellte Datenstrom des POC aus Potsdam zu den Astra Satelliten übertragen, von wo aus er auch in die Kabelnetze eingespeist wird. Andere Standorte sind Frankfurt am Main und Langenberg. Hier wird ein anderer Teil der Programme zusammengestellt (Multiplexverfahren) und zum Satelliten übertragen (Uplink).

Sofern der Fernseher keinen integrierten digitalen Tuner hat, ist zum Empfang ein geeigneter Digitalfernsehempfänger (Set-Top-Box) nach dem DVB-Standard notwendig. Da die Sender Free-to-Air (FTA), also unverschlüsselt, ausgestrahlt werden, fallen keine Zusatzkosten für den Empfang an.

Zum 19. März 2008 hat die ARD im Rahmen der ARD-Qualitätsoffensive die Satelliten-Transponder von ARD Digital gewechselt, um die Programme über Kabel und Satellit mit einer höheren Bandbreite zu übertragen. Des Weiteren werden alle Regionalprogramme in die Kabelnetze eingespeist, so wie weitere Hörfunkprogramme und das Bayerische Fernsehen wird zukünftig als Bayerisches Fernsehen Nord und Bayerisches Fernsehen Süd über Kabel und Satellit ausgestrahlt. Bis zum 2. Juni 2008 wurden die Sender EinsExtra, EinsFestival, EinsPlus, Arte, Phoenix und Radio Bremen TV simultan auf dem alten und dem neuen Transponder gesendet; ARD-alpha bis Mitte 2009[1]. Die Programme werden seitdem über Transponder 51 auf Astra 1KR, 19,2° Ost bei 10,74375 GHz und 22,000 MSym/s Symbolrate übertragen.[2]

In Nordrhein-Westfalen wird über DVB-C seit 12. April 2011 zusätzlich zur landesweit verbreiteten Lokalzeit Köln auch die jeweils örtlich zuständige Lokalzeit sowie eine benachbarte Version eingespeist (im Raum Köln zwei benachbarte Versionen, um auf insgesamt drei Versionen zu kommen).

Programmangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ARD Digital strahlt mit Ausnahme der Deutschen Welle über Satellit grundsätzlich alle Fernsehprogramme der ARD aus, in den Kabelnetzen kann das Angebot jedoch variieren. Über DVB-T und DVB-T2 wird ein eingeschränktes Angebot übertragen. 3sat und Kika werden über die Kapazitäten des ZDF verbreitet.

Bis auf ARD-Alpha, Radio Bremen TV und den Lokalfenstern des WDR Fernsehens werden alle Fernsehprogramme auch hochauflösend (HD) ausgestrahlt. Beim WDR Fernsehen wird nur das Lokalfenster für Köln in HD übertragen.

Regionalprogramme:

  • BR Fernsehen mit den Lokalfenstern Süd (Altbayern und Schwaben) und Nord (Franken)
  • hr-fernsehen
  • MDR Fernsehen mit Lokalfenstern für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • NDR Fernsehen mit Lokalfenstern für Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
  • Radio Bremen TV
  • rbb Fernsehen mit Lokalfenstern für Berlin und Brandenburg
  • SR Fernsehen
  • SWR Fernsehen mit Lokalfenstern für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
  • WDR Fernsehen mit Lokalfenstern für Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Köln, Münster, Siegen und Wuppertal

Multiplexe für DVB-T[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der ARD zusammengeschlossenen Sender entscheiden selbst, welche Programme aus dem digitalen ARD-Bouquet sie über DVB-T ausstrahlen. Hierzu betreiben sie in der Regel zwei Multiplexe (in Mecklenburg-Vorpommern bis zur Einführung von DVB-T2 nur einen), teilweise in Kooperation. Daneben betreibt das ZDF einen bundesweit identischen Multiplex, der auch die ARD-Beteiligungen 3sat und KiKA enthält. Im Gegenzug strahlen die ARD-Multiplexe Phoenix und ARTE mit Beteiligung des ZDF aus. Die ARD-Anstalten senden folgende Programme über ihre DVB-T-Multiplexe:

  • Das Erste in der jeweiligen Regionalversion
  • Das eigene regionale 3. Fernsehprogramm in der jeweiligen Regionalversion
  • ARTE und Phoenix (über DVB-T nicht in Mecklenburg-Vorpommern / über DVB-T2 auch dort)
  • fremde dritte Fernsehprogramme der sieben großen Anstalten, teilweise unterbrochen durch Regionalfenster benachbarter Regionen
  • eines der beiden Digitalprogramme von ARD Digital (über DVB-T weder in Mecklenburg-Vorpommern noch im Saarland, sowie in Bremen nur über NDR-Multiplex / in Südbayern und über DVB-T2 beide Digitalprogramme)
  • ARD-alpha (nur in Bayern)

Obwohl technisch möglich, gibt es derzeit keine konkrete Planung, auch ARD-Radioprogramme über DVB-T zu verbreiten. Der WDR hat die Ausstrahlung einzelner Programme in Berlin über DVB-T inzwischen wieder eingestellt. ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust wird jedoch diesbezüglich zitiert, „man werde intern beraten, ob und in welcher Form ein neuer Antrag bei der KEF gestellt wird“.[3]

Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Radioprogramme sind per Astra 19,2° Ost auf der Frequenz 12,265 GHz (Hörfunktransponder) empfangbar:

Bayerischer Rundfunk:

Hessischer Rundfunk:

Mitteldeutscher Rundfunk:

Norddeutscher Rundfunk:

Radio Bremen:

Rundfunk Berlin-Brandenburg:

Saarländischer Rundfunk:

Südwestrundfunk:

Westdeutscher Rundfunk Köln:

Deutschlandradio:

Die Programme des Deutschlandradios (Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk Nova und Dokumente und Debatten) werden über ZDFvision verbreitet.

Zusatzdienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des ARD Onlinekanals

Mit der Digitalisierung und dem Start des Bouquets startete man auch interaktive Zusatzangebote. Dabei setzte man anfangs auf den mhp-Standard.

Mittels eines mhp-fähigen Decoders und einer Fernbedienung konnte sich der Zuschauer im ARD-Portal, im ARD Onlinekanal und im Ticker über Sendungen und Sendungsinhalte informieren, aktiv an den Sendungen teilnehmen, etwa bei Umfragen und Ratespielen abstimmen und im Ticker sich aktuell über Sportereignisse- und Ergebnisse informieren. Die Redaktionen von ARD Digital gestalteten diese Dienste immer wieder neu und hielten sie aktuell. Mhp stand nicht über DVB-T zur Verfügung. Mittlerweile wurde die Verbreitung aufgrund zu geringer Nutzung eingestellt.

Im Jahre 2010 wurde jedoch das neue HbbTV in Betrieb genommen, welches in Europa als Standard für die Verschmelzung von Internet und Fernsehen gilt. Dieser ermöglicht neben der Bereitstellung eines EPGs, auch die Ausstrahlung eines digitalen Videotexts, digitalen Untertiteln und die Nutzung der Mediatheken am Fernseher, und somit zeitversetztes Fernsehen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DWDL.de: ARD digital bald mit besserer Bildqualität
  2. ard.de:@1@2Vorlage:Toter Link/www.ard.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Die ARD-Qualitätsoffensive - Frequenztabelle und ID-Liste (PDF; 312 kB).
  3. Michael Fuhr: ARD plant Radio über DVB-T vom 28. Juli 2009