Sicario (2015)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Sicario
Originaltitel Sicario
Sicario (2015) Logo.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch,
Spanisch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 121 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 16[2]
Stab
Regie Denis Villeneuve
Drehbuch Taylor Sheridan
Produktion Basil Iwanyk,
Thad Luckinbill,
Trent Luckinbill,
Edward McDonnell,
Molly Smith
Musik Jóhann Jóhannsson
Kamera Roger Deakins
Schnitt Joe Walker
Besetzung
Synchronisation

Sicario ist ein US-amerikanischer Krimi-Thriller des Regisseurs Denis Villeneuve aus dem Jahr 2015. Das Drehbuch schrieb Taylor Sheridan. Die Hauptrollen des Films übernahmen Emily Blunt, Benicio del Toro und Josh Brolin.

Der Film, veröffentlicht am 19. Mai 2015, wurde für die Goldene Palme auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2015 nominiert, musste sich jedoch dem Flüchtlingsdrama Dämonen und Wunder (2015) geschlagen geben. Der deutsche Kinostart war am 1. Oktober 2015.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auswirkungen eines endlosen Drogenkrieges beherrschen seit Jahrzehnten den Grenzstreifen zwischen dem US-Bundesstaat Arizona und Mexiko. Im Zentrum der Handlung steht die idealistische FBI-SWAT-Agentin Kate Macer, die mit ihrem Team bei der Erstürmung eines Einfamilienhauses an der Grenze zu Mexiko dutzende Leichen entdeckt, die hinter den Gipskartonwänden des Gebäudes verborgen waren. Durch eine Sprengfalle in einem Schuppen kommen zwei Leute ihres Teams ums Leben. Es sind die Opfer des stetig eskalierenden Drogenkriegs, in den der Regierungsbeauftragte Matt Graver nun mit einer neugegründeten Spezialeinheit der CIA eingreifen will. Hinter dem Anschlag steckt der Boss des mexikanischen Drogenkartells, Manuel Diaz.

Mit dem Versprechen, die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft zu ziehen, rekrutiert Graver Kate für seine Taskforce. Ihr erster Auftrag führt Kate in die mexikanische Grenzstadt Juarez. Dort soll ein Gefangener abgeholt werden, der, zunächst mit Decke unkenntlich gemacht, sich später als Diaz’ Bruder Guillermo herausstellt. Die US-Amerikaner werden dabei von bewaffneten Pickups der mexikanischen Bundespolizei begleitet. Bei der Rückfahrt in die USA versuchen mehrere Mitglieder der örtlichen Drogenmafia einen Verkehrsstau vor der Grenze zu nutzen, um den Gefangenen in ihre Hände zu bekommen. Das aus Elitesoldaten der Delta Force, Texas Rangern und CIA-Soldaten bestehende Begleitkommando vereitelt die Aktion durch massiven Schusswaffengebrauch. Nicht zuletzt durch den Einsatz des kampferprobten und undurchsichtigen Söldners Alejandro können die US-Amerikaner unverletzt entkommen.

Bei der Rückkehr verhören Alejandro und Matt einige mexikanische Migranten, die sich am Grenzstreifen auskennen. Dadurch, und auch durch die Folterung von Guillermo Diaz durch Alejandro, erfahren die Ermittler von einem geheimen Tunnel, welchen das Kartell nutzt, um Drogen in die USA zu schmuggeln. Da Alejandros und Matts Vorgehensweise für Kate undurchsichtig bleibt, stellt sie beide zur Rede. Matt erklärt ihr schließlich, dass man durch die Einsätze versucht, Diaz’ Drogengeschäft so zu beeinträchtigen, damit dieser zu seinem Boss, dem Drogenbaron Fausto Alarcón, gerufen wird, um so dessen Aufenthaltsort ausfindig zu machen.

Im nächsten Einsatz verfolgen sie die Geldwäsche von Diaz zu einer Bank und frieren nach der Festnahme eines Geldkuriers seine Konten ein. Diaz kann Geldwäsche jedoch nicht nachgewiesen werden, da über mehrere Jahre nie mehr als 9.000 US-Dollar täglich bar eingezahlt wurden. Kate will Diaz anhand dieser Beweislage dennoch von den Strafbehörden verfolgen lassen, woraufhin Matt dieses Vorgehen aber zurückweist. Auch Kates Intervention bei ihren Vorgesetzten hilft nichts. Diese erklären ihr, dass sich die Situation trotz der erfolgreichen Drogenrazzien und -beschlagnahmungen der letzten Jahre nicht verbessert hat und deshalb die Entscheidungen in diesem Fall von einer übergeordneten Instanz kommen, welche gleichzeitig die Vorgehensweise in diesem Fall legitimiert.

Frustriert von der Art und Weise, wie Alejandro und Matt arbeiten, besuchen Kate und ihr Partner Reggie abends eine Country-Kneipe. Reggies ehemaliger Polizeikollege Ted versteht sich gut mit Kate. Die beiden tanzen ausgelassen und verlassen schließlich zusammen die Kneipe. Als sie in Kates Wohnung kurz davor sind Sex zu haben, bemerkt sie, dass Ted das gleiche Gummiband in der Tasche hat wie jenes, welches bei der Festnahme des Geldkuriers gefunden wurde. Kate wird misstrauisch und versucht, zu ihrer Waffe zu gelangen, woran Ted sie hindert. Im anschließenden Kampf gewinnt Ted die Überhand und würgt Kate. Ihr Tod kann nur im letzten Moment vom plötzlich erscheinenden Alejandro verhindert werden. Ted wird anschließend von Alejandro zusammengeschlagen und Graver droht Ted damit, ihn in den mexikanischen Trakt eines Gefängnisses verlegen zu lassen (was dessen Tod zur Folge hätte) und den Aufenthaltsort von Teds Ex-Frau und Kindern an das Kartell weiterzuleiten (was ihre brutale Tötung zur Folge hätte). Daraufhin bricht Ted zusammen. Bei Teds Verhör stellt sich heraus, dass er für das Kartell arbeitet und etwas über die Ermittlungen herausfinden sollte.

Am nächsten Tag bereiten Matt und Alejandro ihre Spezialeinheit auf die Erstürmung des Schmuggeltunnels vor. Diaz, der bereits von einer Drohne der US-Amerikaner überwacht wird, wird zu seinem Boss Fausto Alarcón zitiert. Kate erfährt von Matt, dass auch sie an dem Einsatz teilnehmen soll, weil die CIA ohne die Beteiligung einer inländischen Behörde keine Operation innerhalb der USA durchführen darf. In der Nacht beginnt die Spezialeinheit den Angriff auf den Tunnel. Während der Operation sieht Kate, wie Alejandro auf der mexikanischen Seite einen Drogenhändler erschießt und einen korrupten mexikanischen Polizisten, der als Drogenkurier fungiert, als Geisel nimmt. Als Kate Alejandro stellt, schießt er zweimal auf ihre beschusshemmende Weste und sie geht zu Boden. Alejandro kann mit dem Polizisten und dem Polizeifahrzeug entkommen.

Wieder zurück auf der US-Seite erfährt Kate von Matt, dass der Einsatz als Ablenkung diente, damit Alejandro durch den Tunnel unbemerkt nach Mexiko kommt, um Diaz’ Verfolgung aufzunehmen. Alejandros Ziel, die Ermordung des mexikanischen Drogenbarons Fausto Alarcón, solle die Vorherrschaft des kolumbianischen Medellín-Kartells wiederherstellen. Dadurch erhoffen sich die Behörden wieder ein gewisses Maß an Ordnung, sobald ein einziges Kartell den Drogenhandel kontrolliert. Ebenso erfährt Kate, dass Alarcón für den Mord an Alejandros Frau und Tochter verantwortlich ist.

In Mexiko zwingt Alejandro den mexikanischen Polizisten, den schwarzen Mercedes von Diaz zu stoppen. Nachdem Diaz ausgestiegen ist, schießt Alejandro ihm ins Bein und erschießt den Polizisten. Anschließend fährt er mit Diaz zur Villa von Fausto Alarcón. Dort erschießt er die Wachen, tötet Diaz und begibt sich in das Haus, in dem Drogenboss Alarcón mit seiner Familie beim Abendessen sitzt. Nachdem Alejandro am Tisch Platz genommen hat, erzählt er ihm, aus welchem Grund Alarcón heute Abend sterben wird. Alejandro nimmt Rache für die Ermordung seiner Familie und erschießt die beiden Söhne und die Frau sowie zuletzt Alarcón selbst.

Am nächsten Morgen taucht Alejandro noch einmal bei Kate auf und fordert ihre Unterschrift unter einen Bericht, der die vorschriftsgemäße Durchführung der Operation bestätigt. Nachdem sich Kate weigert, hält Alejandro ihr eine Pistole an den Kopf, woraufhin Kate widerwillig unterschreibt. Abschließend empfiehlt Alejandro ihr in eine Kleinstadt zu ziehen, in der noch Recht und Ordnung herrsche. Dann zerlegt er Kates Pistole, mit der er sie zuvor bedroht hat, um ungehindert das Haus verlassen zu können. Kate setzt sie wieder zusammen, läuft auf den Balkon um so eine letzte Chance zu bekommen Alejandro zu erschießen. Er wendet sich ihr zu, sie lässt die Waffe aber sinken und Alejandro geht davon.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Dezember 2013 wurde bestätigt, dass Denis Villeneuve ein Drama über die mexikanische Grenze mit dem Titel Sicario herausbringen würde. Im April 2014 unterschrieb Emily Blunt für die Rolle als Kate Macer, kurz darauf folgte Benicio del Toro und im Mai selben Jahres Josh Brolin und Victor Garber. Ebenfalls im Mai 2014 erwarb Lions Gate Entertainment die Filmrechte.[3] Im August 2014 wurde bestätigt, dass Jóhann Jóhannsson die Musik für den Film komponieren würde.[4]

Am 30. Juni 2014 begannen die Dreharbeiten in Albuquerque, New Mexico.[5] Produziert wurde der Film von Black Label Media und Thunder Road Pictures, weltweit vertrieben von Lions Gate Entertainment.[6]

Der Film wurde nach seiner Premiere am 19. Mai 2015 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2015 in sechs Kinos in den USA am 18. September 2015 eingeschränkt veröffentlicht.[7] Am 1. Oktober 2015 kam Sicario in die deutschen Kinos, am 2. Oktober wurde er landesweit in den USA gezeigt.[8]

Sicario ist spanisch und bedeutet Auftragskiller. In der Antike galten solche Auftragskiller als Sicarii, die in der Provinz Judäa römische Besatzungssoldaten ermorden sollten. Diese Information wird auch zu Beginn des Filmes eingeblendet. Heutzutage ist Sicario die gängige Bezeichnung für die Fußsoldaten der Kartelle.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation des Films entstand nach dem Dialogbuch von Alexander Löwe und unter Dialogregie von Joachim Tennstedt im Auftrag der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH, Berlin.[9]

Schauspieler Rolle Synchronsprecher
Emily Blunt Kate Macer Bianca Krahl
Benicio del Toro Alejandro Gillick Torsten Michaelis
Josh Brolin Matt Graver Klaus-Dieter Klebsch
Victor Garber Dave Jennings Reinhard Kuhnert
Jon Bernthal Ted Martin Kautz
Daniel Kaluuya Reggie Wayne Marcel Collé
Jeffrey Donovan Steve Forsing Nicolas Böll
Raoul Trujillo Rafael
Julio Cedillo Fausto Alarcón Ronald Nitschke
Hank Rogerson Phil Coopers Johannes Berenz
Bernardo Saracino Manuel Diaz
Maximiliano Hernández Silvio

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt von Kritikern überwiegend positive Kritiken. So hält er bei Rotten Tomatoes eine Durchschnittswertung von 93 %, basierend auf 153 Kritiken und schmückt sich mit dem „Certified Fresh“-Siegel der Seite.[10] Bei Metacritic liegt die Durchschnittswertung bei 82 %, basierend auf 30 Kritiken.[11]

„Denis Villeneuves knallhart-packendem Drogen-Reißer ‚Sicario‘ können auch einige Genreklischees kaum etwas anhaben.“

„In Sicario beobachten wir den Krieg gegen die mexikanischen Drogenkartelle. Dabei agiert Protagonistin Kate Macer (Emily Blunt) etwas zu passiv und wird von ihren Kollegen immer wieder zur Seite geschoben. So ist der Thriller mehr interessant als spannend. Atemberaubend sind die Bilder von Roger Deakins und der Score von Jóhann Jóhannsson. Ein Film für Fans von Filmen wie Traffic und Zero Dark Thirty.“

outnow.ch[13]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sicario hat bei Produktionskosten von 30 Millionen Dollar weltweit 80 Millionen Dollar eingespielt. Davon entfielen 46,5 Mio auf den heimischen Markt und 32,5 Mio auf die ausländischen Märkte.[14] In Deutschland wurde der Film von Studiocanal, in Österreich von Constantin vertrieben und spielte etwa 2,4 Mio bzw. 0,3 Mio Dollar ein.

Fortsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. September 2015, noch vor Kinostart in Deutschland, wurde wegen guter Kritiken bereits die Arbeit an einer Fortsetzung bekannt gegeben. In diesem soll das Leben von Alejandro Gillick (gespielt von Benicio del Toro) näher ausgeleuchtet werden. Ein erneutes Engagement von Emily Blunt (als Kate Macer) ist nicht vorgesehen. Drehbuchautor soll wie beim ersten Teil Taylor Sheridan sein.[15][16] Die Veröffentlichung von Soldado ist für 2018 vorgesehen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2015

Oscarverleihung 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Sicario. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, September 2015 (PDF; Prüf­nummer: 154 325 K).
  2. Alterskennzeichnung für Sicario. Jugendmedien­kommission.
  3. Pamela McClintock: Cannes: Lionsgate Snaps Up U.S. Rights to 'Sicario' (englisch). In: The Hollywood Reporter, 6. Mai 2014 v. Chr.. Abgerufen am 6. Juli 2014. 
  4. Jóhann Jóhannsson to Score Denis Villeneuve’s ‘Sicario’ (englisch). 27. August 2014. Abgerufen am 31. August 2014. 
  5. Dan Mayfield: 'Sicario' starts filming in ABQ at end of June (englisch) bizjournals.com. 18. Juni 2014. Abgerufen am 5. Juli 2014.
  6. Denis Villeneuve returns to morality’s shifting line with 'Sicario (englisch) Abgerufen am 11. September 2015.
  7. Sicario 2: Sequel soll Benicio del Toro in den Fokus rücken auf kino.de. Abgerufen am 29. September 2015
  8. ‘Sicario’ Gets Fall Release Date; Emily Blunt, Benicio Del Toro, Josh Brolin Star (englisch). 23. Februar 2014. Abgerufen am 24. Februar 2015. 
  9. Sicario. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 1. Oktober 2015.
  10. Sicario bei Rotten Tomatoes (englisch)
  11. Sicario bei Metacritic (englisch)
  12. Kritik der filmstarts.de-Redaktion, abgerufen am 29. September 2015.
  13. Kritik der outnow.ch-Redaktion, abgerufen am 29. September 2015.
  14. Sicario (2015) - Box Office Mojo. In: www.boxofficemojo.com. Abgerufen am 22. Dezember 2015 (englisch).
  15. Scott Mendelson: 'Sicario' Sequel Could Kick Emily Blunt Out Of Her Own Franchise. In: Forbes. Abgerufen am 22. Dezember 2015 (englisch).
  16. Sicario 2 - Schon jetzt Sequel zum Actionthriller geplant. In: moviepilot.de. Abgerufen am 22. Dezember 2015.