St. Peter in der Au

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St. Peter in der Au
Wappen von St. Peter in der Au
St. Peter in der Au (Österreich)
St. Peter in der Au
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Amstetten
Kfz-Kennzeichen: AM
Hauptort: St. Peter in der Au-Markt
Fläche: 59,81 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 14° 37′ O48.04514.624722222222348Koordinaten: 48° 2′ 42″ N, 14° 37′ 29″ O
Höhe: 348 m ü. A.
Einwohner: 5.033 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 84 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3350, 3352, 4442, 4443
Vorwahl: 07477
Gemeindekennziffer: 3 05 30
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hofgasse 6
3352 St. Peter in der Au
Website: www.stpeterau.at
Politik
Bürgermeister: Franz Bittner (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
21
4
21 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde St. Peter in der Au im Bezirk Amstetten
Amstetten Ardagger Aschbach-Markt Behamberg Biberbach Ennsdorf Ernsthofen Ertl Euratsfeld Ferschnitz Haag Haidershofen Hollenstein an der Ybbs Kematen an der Ybbs Neuhofen an der Ybbs Neustadtl an der Donau Oed-Oehling Opponitz Seitenstetten Sonntagberg St. Georgen am Reith St. Georgen am Ybbsfelde St. Pantaleon-Erla St. Peter in der Au St. Valentin Strengberg Viehdorf Wallsee-Sindelburg Weistrach Winklarn Wolfsbach Ybbsitz Zeillern Allhartsberg NiederösterreichLage der Gemeinde St. Peter in der Au im Bezirk Amstetten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Gemeindeamt im Schloss St. Peter in der Au
Gemeindeamt im Schloss St. Peter in der Au
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

St. Peter in der Au[1] (auch Sankt Peter in der Au) ist eine Marktgemeinde mit 5033 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) im Bezirk Amstetten in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

St. Peter in der Au liegt geografisch gesehen im westlichen Teil des Mostviertels im politischen Bezirk Amstetten.

Das Areal der Großgemeinde St. Peter in der Au umfasst seit der großen Gemeindereform am 1. Jänner 1971 eine Fläche von 59,88 km² mit 4.837 Einwohnern und 1.071 Häusern (Volkszählung 2001). 21,48 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Behamberg, Haidershofen Weistrach, Haag Wolfsbach
St. Ulrich bei Steyr Nachbargemeinden Seitenstetten
Maria Neustift Ertl

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. St. Peter wurde von Egino von Owe im 12. Jahrhundert gegründet. Die Gemeinde war ehemals Sitz eines ausgedehnten Herrschaftsgebietes und ist seit rund 750 Jahren Markt. Sie zählt zu den Herz des Mostviertels-Gemeinden.

In der Nacht vom 24. zum 25. Oktober 1947 wurden in einem Bauernhaus in St. Peter elf Menschen aus zwei Familien ermordet,[2] die Täter wurden nie gefasst. Laut Gemeindechronik gilt die Tat als Österreichs größter ungeklärter Mordfall.

Religion[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend römisch-katholisch. Die Pfarre St. Peter in der Au umfasst Markt und Dorf.

Kultur[Bearbeiten]

St. Peter in der Au ist der Geburtsort des Komponisten Carl Zeller, der mit seiner Operette Der Vogelhändler in den 1890er Jahren im deutschsprachigen Raum Ruhm erlangte. Musiktradition wird auch heute gepflegt, mit regelmäßigen Veranstaltungen in der Carl-Zeller-Halle und im Schloss. Im Juli 2005 wurde das 130-jährige Jubiläum des Musikvereins gefeiert.

2007 fand – gemeinsam mit Waidhofen an der Ybbs sowie Ybbs – in St. Peter in der Au die niederösterreichische Landesausstellung Feuer & Erde statt.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 4.837 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 4.491 Einwohner, 1981 4.288 und im Jahr 1971 4.267 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
82,89 %
(+1,50 %p)
17,11 %
(-1,50 %p)
2005

2010


Der Gemeinderat hat 25 Sitze, Bürgermeister der Marktgemeinde ist Franz Bittner (ÖVP)[4], Amtsleiter ist Josef Maderthaner.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP 21 und die SPÖ 4 Mandate. Bei der Gemeinderatswahl 2010 änderte sich die Sitzverteilung nicht.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein aufrechter silberner Schlüssel mit linksgewendetem Bart und viereckigem Griff.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Peter in der Au

Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr, Sport[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 160, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 286. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2.192. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,65 Prozent. Arbeitslose gab es am Ort im Jahresdurchschnitt 2003 23.

1918 bestand durch die Initiative des Bürgermeisters von Steyr der Plan für den Bau einer normalspurigen Bahn St. Peter–Steyr–Bad Hall, jedoch wurde vom k.k. Eisenbahnministerium der Antrag auf eine Vorkonzession abschlägig beschieden.[6]

UFC St. Peter/Au
Voller Name Union Fußballclub möbelpolt St. Peter an der Au
Ort St. Peter an der Au
Gegründet 1946
Vereinsfarben grün-weiß
Stadion Sportanlage St. Peter
Plätze ca. 250
Präsident Herbert Stöger
Trainer Andreas Singer
Homepage http://www.ufc-stpeter.at/
Liga Landesliga Niederösterreich
2012/13 6
Heim
Auswärts

Der UFC St. Peter/Au wurde 1946 gegründet. Der Fußballclub belegte in der Saison 2012/13 den beachtlichen 6. Platz, verbunden mit einem Cupplatz.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Franz Oberleitner (* 26. April 1829; † 12. Februar 1897 in Ort bei Gmunden), Pfarrer, Botaniker und Archäologe
  • Carl Zeller (* 19. Juni 1842; † 17. August 1898 in Baden bei Wien), Operettenkomponist und Ministerialrat im k.k. Ministerium für Cultus und Unterricht
  • Leo Schwingenschuß (* 23. Februar 1878; † 25. Februar 1954 in Wien), Lepidopterologe
  • Kunibert Zinner (* 3. Juni 1906 in Kirchberg am Wechsel; † 24. Dezember 1990), Akademischer Bildhauer und Komponist
  • Friedrich Platzer (7. Mai 1928; † 27. Juni 1975), Politiker
  • Lois Lammerhuber (* 1952 in St. Peter), Fotograf und Verleger, verantwortlich für die österreichische Ausgabe von Geo

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Wohlfahrt: Gerichtsbezirk St. Peter in der Au. Die im Bauparzellenprotokoll des Franziszeischen Katasters angegebenen Häuser und ihre grundherrschaftliche Zuordnung. (Manuskript). Amstetten 2001, OBV.
  • Susanne Slattery, Johannes Zinner (Fotogr.): Ein Führer durch die Marktgemeinde St. Peter in der Au, St. Michael am Bruckbach, St. Johann in Engstetten und Kürnberg. Marktgemeinde St. Peter in der Au, St. Peter in der Au 2010, OBV.


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Peter in der Au – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011 und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Ein Massenmord bei Amstetten. Elf Menschen in einem Bauernhaus umgebracht. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 26. Oktober 1947, S. 4.,
    Von Tag zu Tag. (…) Der elffache Raubmord bei Amstetten. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 28. Oktober 1947, S. 3.
  3. Birgit Trinker (Red.): Feuer & Erde. NÖ Landesausstellung 2007, Waidhofen, Ybbs und St. Peter in der Au. Katalog zur Niederösterreichischen Landesausstellung (…) in Waidhofen an der Ybbs und St. Peter in der Au, 28. April bis 4. November 2007. Schallaburg Kulturbetriebsgesellschaft, Schollach 2007, ISBN 978-3-9502343-1-2.
  4. Der Gemeinderat
  5. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010
  6. Eisenbahn-Baunachrichten. Geplanter Bahnbau in Steyr. In: Der Bauinteressent, Jahrgang 1918, Nr. 6/1918 (XXXV. Jahrgang), S. 44, unten links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wbz.