Allhartsberg

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Marktgemeinde
Allhartsberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Allhartsberg
Allhartsberg (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Amstetten
Kfz-Kennzeichen: AM
Fläche: 21,33 km²
Koordinaten: 48° 2′ N, 14° 47′ OKoordinaten: 48° 1′ 37″ N, 14° 47′ 30″ O
Höhe: 394 m ü. A.
Einwohner: 2.186 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 102 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3365
Vorwahl: 07448
Gemeindekennziffer: 3 05 01
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Markt 47
3365 Allhartsberg
Website: www.allhartsberg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Anton Kasser (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(21 Mitglieder)
17
4
17 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Allhartsberg im Bezirk Amstetten
AmstettenArdaggerAschbach-MarktBehambergBiberbachEnnsdorfErnsthofenErtlEuratsfeldFerschnitzHaagHaidershofenHollenstein an der YbbsKematen an der YbbsNeuhofen an der YbbsNeustadtl an der DonauOed-OehlingOpponitzSeitenstettenSonntagbergSt. Georgen am ReithSt. Georgen am YbbsfeldeSt. Pantaleon-ErlaSt. Peter in der AuSt. ValentinStrengbergViehdorfWallsee-SindelburgWeistrachWinklarnWolfsbachYbbsitzZeillernAllhartsbergNiederösterreichLage der Gemeinde Allhartsberg im Bezirk Amstetten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Allhartsberg ist eine Marktgemeinde mit 2186 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk Amstetten im österreichischen Bundesland Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allhartsberg liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Marktgemeinde liegt am rechten Ufer der Ybbs und erstreckt sich auf 21,4 km² am Fuße des Sonntagbergs. Der Hauptort mit der Pfarrkirche, dem Gemeindeamt und den Schulen liegt auf einer Seehöhe von 395 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katastralgemeinden sind: Allhartsberg (17,06 km², 1452 Ew.) und Kröllendorf (4,29 km², 306 Ew.).

Seit 2020 ist Allhartsberg die einzige Ortschaft in der Gemeinde. Davor bestanden die Ortschaften Allhartsberg (inkl. Doppelgraben, Dorf, Ödel, Burgstall), Angerholz (inkl. Haag, Hofstetten), Kühberg (inkl. Hiesbach, Zauch), Maierhofen (inkl. Aiden, Bichl), Kröllendorf (inkl. Fohra), Brandstetten und Wallmersdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind Neuhofen an der Ybbs, St. Leonhard am Wald, Kematen an der Ybbs, Amstetten, Sonntagberg

Kematen an der Ybbs Amstetten
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Neuhofen an der Ybbs
Sonntagberg St. Leonhard am Wald (Waidhofen/Ybbs)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Volksmund „Türkenhügel“ bezeichnete Erdwall auf einem Plateau zwischen den steilen Abfällen zum Kalkofengraben und zur Ybbs ist der Rest einer eine bronzezeitliche Abschnittsbefestigung. Bei Grabungen im Jahr 1854 wurden Keramiken aus der Frühbronzezeit sowie der Urnenfelderkultur gefunden.[1]

Die erste urkundliche Erwähnung Adelhartesperge stammt aus dem Jahr 1116, als Bischof Ulrich von Passau dem Kloster Seitenstetten die Pfarre Aschbach mit ihren Tochterkirchen, darunter auch Allhartsberg, übergab. Der erste überlieferte Name ist ein Engilbolt de Adelhardesberger. Der Beiname „von Allhartsberg“ scheint danach öfter auf, der Standort der damaligen Burg ist jedoch unbekannt. Ab 1256 waren die Preuhaven von Steyr Burgherren, von 1339 bis 1666 waren die Landesfürsten Eigentümer, danach gingen Burg und Ort an die Grafen Lamberg. Im Jahr 1529 wurden Kirche und ein Teil des Ortes von durchziehenden Osmanen niedergebrannt.[2]

Die vermutlich im 11. Jahrhundert erbaute Kirche zur hl. Katharina kam 1116 in den Besitz des Stiftes Seitenstetten. Zur Pfarrkirche erhoben wurde sie voraussichtlich vor 1300. Zu ihr gehörte bis 1783 auch die Wallfahrtskirche auf dem Sonntagberg. Aus dieser stammt auch der frühbarocke Hochaltar der Pfarrkirche, der 1677 übertragen wurde.[2]

Die kleine spätgotische Kirche in Wallmersdorf wurde um 1518 erbaut und dem hl. Sebastian geweiht.[1]

Das Dorf Chrellindorf (Kröllendorf) wurde bereits 1033 erstmals urkundlich erwähnt. Ein alter Herrschaftssitz ist das Schloss Kröllendorf.[3] Der gut erhaltene Bau dürfte einen frühbarocken Kern enthalten, der im vorigen Jahrhundert umgestaltet worden ist. Die Darstellung Vischers aus 1672 zeigt kaum Übereinstimmungen mit dem heutigen Bau. Im Laufe der Geschichte zählten die Adelsgeschlechter der Wasner, Schirmer, Geyer von Osterburg sowie der Freiherr von Stiebar zu den Besitzern des Gutes.

Die Schule wird erstmals 1736 als Pfarrschule erwähnt und war im Haus Allhartsberg Nr. 10 untergebracht. Im Ortsteil Hiesbach wurde im Gebäude der ehemaligen Volksschule 1976 eine Tagesheimstätte für Behinderte eingerichtet.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Allhartsberg vier Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, ein Müller, ein Schmied, zwei Schneider und zwei Schneiderinnen, drei Schuster, zwei Zimmermeister und mehrere Landwirte ansässig. Weiters gab es im Ort ein Sägewerk und den Spar- und Darlehenskassen-Verein Hilm-Kematen und Umgeb. reg.Gen.m.unb.H.[4]

1972 wurde im Zuge der Gemeindezusammenlegung die Gemeinde Kröllendorf mit dem Ort Wallmersdorf der Gemeinde Allhartsberg angeschlossen.[5] Allhartsberg erhielt 1983 das Marktrecht.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Allhartsberg
  • Schloss Kröllendorf
  • Katholische Pfarrkirche Allhartsberg hl. Katharina: Der spätgotische Kirchenbau zeigt sich in dominierender Hochlage. Die Außenpartie ist durch Strebepfeiler und zweiteilige Spitzbogenfenster gegliedert und wird von einem Nordturm mit steilem Walmdach überragt. Die dreischiffige spätgotische Halle stammt aus dem Jahr 1503, der einjochige netzrippengewölbte Chor hingegen wurde schon um 1420 errichtet. Der wertvolle Hochaltar stand bis 1677 als Hochaltar in der Wallfahrtskirche auf dem Sonntagberg. Der barocke Pfarrhof wurde 1751 fertiggestellt.
  • Filialkirche hl. Sebastian in Wallmersdorf
  • Ein Rundwanderweg mit über 20 km Länge führt durch das gesamte Gemeindegebiet. Direkt durch Allhartsberg führt auch der Ostarrichi-Königshufenweg.
  • Musik: Die Singgemeinschaft „Cantores Dei“ ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Sie veranstaltet Chorkonzerte, gestaltet Festmessen und gibt jährlich ein großes Chor-Orchesterkonzert in der Basilika Sonntagberg und der Stiftskirche Seitenstetten. Außerdem gibt es mit der TMK (Trachtenmusikkapelle) Allhartsberg einen weiteren Kulturträger im Ort. Sie spielt bei den verschiedenen Kirchenveranstaltungen und veranstaltet zudem jährlich das schon traditionelle Osterkonzert am Ostersonntag. Durch die regelmäßige Teilnahme an Marschmusik- und Konzertmusikbewertungen sowie Konzertreisen im In- und Ausland konnte die Kapelle ihre Bekanntheit steigern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ybbstaler Fruit Austria (Luftaufnahme von 2014)

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahn: Der Ortsteil Kröllendorf hat einen Bahnhaltepunkt an der Rudolfsbahn.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Allhartsberg gibt eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder (seit 2015).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In einem blauen Schild ein silbernes Rad mit goldener Nabe, das in einem schwarzen Bogen läuft und das überragt wird von einem goldenen, zwei belaubte Äste tragendem Baum, der rechts mit einer ebensolchen Birne, links mit einem Apfel behangen ist.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Pontesegger: Chronik der Marktgemeinde Allhartsberg. Streiflichter aus der Geschichte der Gemeinde und aus dem Leben ihrer Bewohner. Fakten – Geschichten – Dokumente. Marktgemeinde Allhartsberg, Allhartsberg 2004.
  • Anton Pontesegger: Allhartsberg und sein Bezug zur Eisenstraße. Nach dem Buch 2004 und Unterlagen zum Eisenstraßenbezug. Forschungsarbeit, Allhartsberg 2005 (PDF, eisenstrasse.info).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Allhartsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ortsgeschichte. Gemeinde Allhartsberg, abgerufen am 13. Juni 2022.
  2. a b Gedächtnis des Landes - Orte: Allhartsberg. Niederösterreichische Museum BetriebsgesmbH, abgerufen am 13. Juni 2022.
  3. Schloss Kröllendorf. In: NÖ-Burgen online. Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg;
  4. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 186
  5. Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 43. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 8. Juni 2022
  6. Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 124. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 8. Juni 2022
  7. Schulensuche. In: Schulen online. Abgerufen am 3. Oktober 2020.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Allhartsberg. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 15. Oktober 2019.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Allhartsberg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 15. Oktober 2019.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Allhartsberg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 15. Oktober 2019.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Allhartsberg. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 15. Oktober 2019.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Allhartsberg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 15. Oktober 2019.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Allhartsberg. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 29. Januar 2020.
  14. Gemeinderat. Gemeinde Allhartsberg, abgerufen am 10. Oktober 2021.