TSV Hartberg

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TSV Hartberg
Vereinswappen des TSV Hartberg
Voller Name Turn- und Sportverein Hartberg
Ort Hartberg, Österreich
Gegründet 29. April 1946
Vereinsfarben blau-weiß
Stadion Stadion Hartberg
Plätze 4.500
Vorstand Jürgen Rindler
Trainer Christian Ilzer
Homepage tsv-hartberg-fussball.at
Liga Regionalliga Mitte
2014/15 10. Platz (Erste Liga)
Heim
Auswärts

Der Turn- und Sportverein Hartberg ist ein österreichischer Sportverein aus Hartberg in der Steiermark, deren Fußball-Abteilung 2009 Meister in der drittklassigen Regionalliga Mitte wurde und seit der Saison 2009/10 in der zweitklassigen Ersten Liga spielt.

Zu den weiteren Sportarten im Verein zählen Turnen, Judo, Karate, Leichtathletik, Moderne Sportgymnastik, Radsport, Schach, Ski, Squash und Tischtennis.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Mannschaftskader mit Vorstand und Präsidium des TSV Hartberg für die Saison 2009/10
Vereinslogo der Volleyballabteilung

Der Verein wurde am 29. April 1946 gegründet. Nach längerer Zeit in den steirischen Unterklassen schafften die Oststeirer unter dem Teamsponsor „Sparkasse Hartberg“ schließlich 1978 den Aufstieg in die steirische Landesliga.

Aufgrund der immensen Heimstärke galt der TSV Hartberg lange Zeit auch als Cupspezialist, der öfters höher eingeschätzte Mannschaften zum Stolpern brachte und aus dem Cup warf. So in der Saison 1986/1987, als man es bis ins Sechzehntelfinale des ÖFB-Cups schaffte und vorher den Wiener Sport-Club (mit Hans Krankl) mit 1:0 eliminierte. Eine Saison später, 1987/1988 wurde man erstmals Meister in der steirischen Landesliga, belegte in der Relegation gegen den Kärntner Meister Wolfsberger AC (0:6 auswärts und 2:3 daheim) und den oberösterreichischen Meister SV Ried (1:0 daheim und 7:3 auswärts) den 2. Platz, welcher für den Aufstieg nicht berechtigte.

Wiederum eine Saison später, 1988/1989, wurde der TSV Hartberg kurzzeitig österreichweit bekannt, da man als Landesligist sensationell bis ins Viertelfinale des ÖFB-Cups aufstieg. Auf dem Weg dahin bezwang man in der 2. Runde den SV Feldkirchen mit 2:1, im Sechzehntelfinale den Erstdivisionär SK Austria Klagenfurt mit 2:1 und im Achtelfinale den Zweitdivisionär SV Spittal/Drau mit 2:2 und 8:7 im Elfmeterschießen. Im Viertelfinale schied man dann gegen den Erstdivisionär SV Austria Salzburg mit 3:3 - die Hartberger führten bereits 1:0, 2:1 und 3:2 - und 4:5 im Elfmeterschießen aus. In der Saison 1989/1990 wurde TSV Hartberg zum zweiten Mal Meister in der steirischen Landesliga, scheiterte aber erneut in den Aufstiegsspielen gegen den mittlerweile abgestiegenen Wolfsberger AC (0:2 auswärts und 2:2 daheim) und SV Ried (3:4 daheim und 2:3 auswärts). Die Heimniederlage gegen die SV Ried war die erste nach mehr als zwei Jahren.

Nach vier durchschnittlichen Saisonen in der steirischen Landesliga (Endplatzierungen 7.,3.,2. und 5.) wurde Sparkasse Hartberg in der Saison 1994/1995 zum dritten Mal Meister der steirischen Landesliga und somit gelang dem Team der langersehnte Aufstieg in die mittlerweile als dritthöchste Spielklasse Österreichs wiedergegründeten Regionalliga Mitte. Im selben Jahr erreichte die Mannschaft unter Gerald Gamperl sensationell das Halbfinale des ÖFB-Cups, in dem sie dem DSV Leoben knapp mit 0:1 unterlagen. Auch in dieser Cup-Saison warfen die Hartberger höher eingeschätzte Mannschaften raus, unter anderem den 1. Wiener Neustädter SC (2. Division) im Sechzehntelfinale mit 3:2 nach Verlängerung, im Achtelfinale den SK Vorwärts Steyr (1. Division) mit 0:0 und 4:1 im Elfmeterschießen und im Viertelfinale den FavAC (damals Tabellenführer der 2. Division) mit 1:0.

In der darauffolgenden Saison 1995/1996 schafften die Hartberger als Aufsteiger den Meistertitel der Regionalliga Mitte und damit den Durchmarsch und direkten Aufstieg in die 2. Division, stiegen zwei Jahre später aber als Tabellenelfter - aufgrund einer Reform der Liga und obwohl man den Klassenerhalt eigentlich geschafft hätte - wieder ab. In der Saison 1998/1999 wurde man postwendend wieder Meister in der Regionalliga Mitte. Da mittlerweile die 2. Division in Erste Division umbenannt wurde und auf 10 Vereine reduziert wurde, musste man eine Barrage gegen den Meister der Regionalliga West, die WSG Swarovski Wattens, spielen. In diesen Aufstiegsspielen unterlagen die Hartberger mit 0:2 daheim und 2:3 auswärts und blieben so der Regionalliga Mitte erhalten.

In der Saison 2005/06 fixierte die Mannschaft drei Spieltage vor Schluss erneut die Meisterschaft der Regionalliga Mitte und schaffte damit, nachdem diese Liga auf 12 Vereine aufgestockt wird, direkt den Aufstieg in die Erste Liga. Der TSV stieg nach nur einer Saison sofort wieder ab und spielt ab der Saison 2007/08 wieder in der Regionalliga Mitte. Am letzten Spieltag der Saison 2008/09 gelang dem TSV der erneute Aufstieg in die zweitklassige Erste Liga. 2009/10 gelang mit dem neun Platz erstmals der Klassenerhalt. Dieser wurde in der 31. Runde fixiert, als der TSV Hartberg 1:1 gegen den SC Rheindorf Altach spielte und der First Vienna FC 1894 gegen den späteren Meister FC Wacker Innsbruck 1:0 verlor. In der Saison 2010/11 konnte man im ÖFB-Cup, nach Siegen über den SV Seekirchen sowie den SV Sierning, ins Cup-Achtelfinale aufsteigen. Dort bekam man den SK Rapid Wien zugelost. Dieses Spiel verloren die Steirer aber klar mit 0:3 Toren.

In der Saison 2011/2012 kamen die Hartberger unter Trainer Kurt Garger nicht in Schwung und rangierten nur am Tabellenende. Auch ein Trainerwechsel zu Walter Hörmann brachte nicht den gewünschten Erfolg, sodass die Steirer die Meisterschaft als Schlusslicht abschlossen. Dadurch schien der Abstieg in die Regionalliga Mitte besiegelt. Nachdem LASK Linz seitens der Bundesliga die Lizenz verweigert wurde, erhielt Hartberg die Chance, in zwei Relegationsspielen gegen den Grazer AK den Erhalt der Ersten Liga zu sichern. Die Hartberger erreichten auswärts ein 0:0 und führten im Heimspiel bereits mit 3:0, als GAK-Hooligans in der 76. Minute den Platz stürmten.[2] Damit war der Klassenerhalt geschafft.[3][4] Erfolgreicher war der Verein im ÖFB-Cup, wo er im Viertelfinale auswärts den SK Sturm Graz (4:2 n. V.) ausschaltete. Erst im Halbfinale war für die Hartberger gegen den späteren Cupsieger FC Red Bull Salzburg Endstation (0:1).

Der erst im Sommer 2012 engagierte Trainer Andreas Moriggl der Walter Hörmann nachfolgte, wurde am 15. Oktober 2012 durch den langjährigen ÖFB-Nachwuchstrainer Paul Gludovatz ersetzt.[5] Die Hartberger belegten in der Saison 2012/13 den neunten und damit vorletzten Platz, ersparten sich aber die Relegation wegen des Lizenzentzugs des FC Lustenau. Trainer Paul Gludovatz verließ nach Ende der Saison die Hartberger und wechselte in seine burgenländische Heimat.

In der Saison 2013/14 schlossen die Steirer die Meisterschaft mit dem 8. Platz ab und konnten sich somit unter Trainer Bruno Friesenbichler den Klassenerhalt sichern. Die Vorbereitung auf die Saison 2014/15 verlief freilich mehr als turbulent: Nur rund ein Monat war der Bosnier Ivo Istuk im Amt, der am 17. Juni 2014 mit der kuriosen Begründung entlassen wurde, dass er der deutschen Sprache nicht mächtig sei. Ihm folgte sein Vorgänger Bruno Friesenbichler als "neuer" Trainer.[6] Neuer Obmann des Hartberger Fußballklubs wurde Jürgen Rindler. Im Oktober wurde dann der eigentliche Grund für die Rochade bekannt. Der TSV Hartberg hatte einen Sponsoren-Deal eingefädelt, der den Verein in Schwierigkeiten brachte. In den Deal war auch Trainer Ivo Istuk involviert: Anstatt ursprünglich angekündigter Mittel von einem Sponsor aus Aserbaidschan hätte Istuk mittels massiver Spielmanipulationen Gelder einspielen und damit Spieler-Neuverpflichtungen möglich machen sollen. Das Bundeskriminalamt BKS und die österreichische Bundesliga wurden verständigt. Aufgrund des geplatzten Sponsorenabkommens fehlten dem Verein 200.000 Euro in der Kasse, dafür musste die öffentliche Hand Geld vorstrecken. Allerdings muss Hartberg die genannte Summe zurückzahlen, und zwar durch eine Streichung der Landeszuschüsse (statt bisher 100.000 Euro pro Jahr nur mehr 60.000 Euro für die nächsten fünf Jahre).[7]

Erfolge[Bearbeiten]

Vereinsleitung[Bearbeiten]

  • Präsident: Bürgermeister Karl Pack
  • Obmann und Geschäftsführer: Jürgen Rindler
  • Marketing und Sponsoring: Johann Gremsl
  • Spielbetrieb/Organisation: Kurt Riedl

Stadion[Bearbeiten]

Die Heimspiele des TSV Hartberg finden in der 2006 erweiterten Profertil-Arena statt, welches für 4500 Besucher kommissioniert ist.

Hartberger Spieler der Vergangenheit[Bearbeiten]

  • Tor: Josef König, Herbert Oberrisser, Manfred Trost, Walter Saria, Helmut Maurer, Thomas Moser, Jürgen Kirnbauer, Markus Feuerfeil, Ernst Mörth
  • Abwehr: Josef Koch, Horst Oberkofler, Harald Noll, Günter Klampfl, Michael Zisser, Zoltan Ascel, Gerald Archan, Gustav Kofler, Christian Mayer, Wolfgang Schwicker, Franz Bauer, Stojadin Rajkovic, Michael Kofler;
  • Mittelfeld: Istvan Schäffer, Michael Strobl, Franz Fuchs, Martin Mogg, Esad Pirc, József Nagy, Herbert Kirchsteiger, Reinhold Archan, Peter Maierhofer, Martin Gremsl, Daniel Siegl, Hermann Wagner, Franz Ellersdorfer, Gernot Koleznik, Heimo Jani, Wolfgang Luisser, Jürgen Wurzinger, Wolfgang Eder, Markus Krautberger, Gernot Kulis, Daniel Petritsch, Markus Zlatnik;
  • Angriff: Wolfgang Wagenhofer, Franz Grandits, Alois Hödl, Anton Genseberger, Kurt Hirschhofer, Ludwig Tuba, Janos Glemba, Jani Sancho, Jadran Savic, Thomas Wagner;

Sektion Volleyball[Bearbeiten]

Hauptartikel: TSV Hartberg Volleyball

Am 25. Januar 1985 wurde beim TSV Hartberg die Sektion Volleyball gegründet, deren 1. Damen- und Herrenmannschaft in der jeweils höchsten Spielklasse Österreichs spielen. Am 8. Juni 2000 wurde die Sektion per Vorstandsbeschluss in einen eigenen Verein, den TSV Hartberg Volleyball ausgegliedert.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: TSV Hartberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTSV Hartberg (Hrsg.): Die Sektionen. o.J., abgerufen am 4. Oktober 2012.
  2. http://www.liga3.at/mitte/videos/player/284/regionalliga-mitte-1112/spielabbruch-hartberg-gak
  3. http://sport.orf.at/stories/2124679/
  4. http://diepresse.com/home/sport/fussball/764356/Platzsturm_GAK-verliert-Spiel-Aufstieg-und-Gesicht?_vl_backlink=/home/sport/index.do
  5. Gludovatz landet in Hartberg auf derstandard.at, abgerufen am 15. Oktober 2012
  6. http://www.kleinezeitung.at/sport/fussball/3688098/friesenbichler-uebernimmt-wieder.story
  7. Tiroler Tageszeitung vom 21. Oktober 2014, S. 26.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTSV Hartberg Volleyball (Hrsg.): Allgemeines - Geschichte. o.J., abgerufen am 14. April 2012.