SC Austria Lustenau

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Austria Lustenau
Logo
Basisdaten
Name SC Austria Lustenau
Sitz Lustenau, Vorarlberg
Gründung Juni 1914
Farben Grün-Weiß
Präsident Hubert Nagel
Website www.austria-lustenau.at
Erste Mannschaft
Trainer Daniel Ernemann (interim)
Stadion Reichshofstadion
Plätze 8.800
Liga Erste Liga
2016/17 3. Platz
Heim
Auswärts

Der SC Austria Lustenau ist ein österreichischer Fußballverein aus Lustenau in Vorarlberg. Er spielt in der Ersten Liga, war aber von 1997/98 bis 1999/00 in der österreichischen Bundesliga vertreten. Die ehemalige Eishockeysektion des Vereins spaltete sich 1970 als EHC Lustenau vom Stammverein ab und spielt derzeit (2017) in der Alps Hockey League.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FA Turnerbund Lustenau (1914–1936)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1914 als Fußballabteilung des Turnerbundes Lustenau gegründet und nannte sich dementsprechend FA Turnerbund Lustenau. Die Gründung kam auf Antrag des späteren Ehrenpräsidenten Albert Keckeis auf der Hauptversammlung im Juni 1914 im Gasthof „Freihof“ zustande. Erster Vorstand war Oskar Hämmerle, die Gründungsmannschaft setzte sich aus den Spielern Friedrich Fetz, Alois Nagel, Robert Vogel, Albert Keckeis, Hermann Riedmann, Oskar Hämmerle (Biklis), Anton Ziganek, Oskar Hämmerle (Schlossers), Johann Vogel, Gebhard Bösch, Max Hämmerle und Gebhard Sperger zusammen. Gespielt wurde in den Anfangsjahren auf dem sogenannten Löwenplatz im Rheinvorland bei der Oberfahrbrücke. Da es noch keinen Fußballverband in Vorarlberg gab, konnten damals nur Freundschaftsspiele ausgetragen werden. Während des Ersten Weltkriegs musste der Spielbetrieb für vier Jahre eingestellt werden. 1919 wurde der auf einer Hauptversammlung die Reaktivierung des Vereins beschlossen. Am 4. Juni 1920 wurde der Vorarlberger Fußballverband ins Leben gerufen, so dass nun ein geordneter Meisterschaftsbetrieb aufgenommen werden konnte. 1921 übersiedelte die FA Turnerbund Lustenau auf den neuen, Blumenauplatz genannten Sportplatz. 1930 erfolgte mit dem Titelgewinn als Westmeister der erste größere Erfolg. Mit der Teilnahme an den Spielen des Kreises Bodensee-Vorarlberg konnten die Lustenauer sich auch mit deutschen und Schweizer Vereinen aus der Nachbarschaft messen.

Die ersten Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Landesmeister Vorarlbergs war die FA Turnerbund Lustenau im Spieljahr 1929/30 für die Amateurstaatsmeisterschaft startberechtigt. Die Lustenauer trafen in der ersten Runde auf den SK Austria Klagenfurt, den sie auswärts knapp mit 1:0 besiegten, nachdem sie das Heimspiel mit 1:2 verloren hatten. Dies machte ein weiteres Entscheidungsspiel nötig, das die Fußballer des Turnerbundes zu Hause mit 4:2 gewannen. In der zweiten Runde traf man auf den Innsbrucker AC. In Tirol erreichten die Lustenauer nur ein 2:2, doch beim Rückspiel in Lustenau wurde der IAC mit 4:1 abgefertigt. Damit stand Lustenau im Finale und konnte vom ersten Titelgewinn in der Vereinsgeschichte träumen. Der Finalgegner, der Kremser SC, erwies sich in Lustenau jedoch als übermächtig und fertigte die Lustenauer mit 7:2 ab. Nach einer sensationellen Steigerung gewann die FA Turnerbund in Krems mit 3:1, verpasste aber den Meistertitel mit einem Gesamtscore von 5:8. Im Endspiel um den Vorarlberger Landespokal verloren die „Turner“ sowohl 1933 gegen den FC Dornbirn 1913 mit 1:5 als auch 1935 gegen den Ortskonkurrenten FC Lustenau 07 mit 2:4.

Umwandlung in einen eigenständigen Sportclub[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem bereits nach dem Ersten Weltkrieg die Trennung der Fußballabteilung vom Turnerverband angestrebt worden war, wurde dies 1936 Wirklichkeit. Die Fußballabteilung löste sich vom Stammverein ab und wandelte sich als SC Austria Lustenau in einen eigenständigen Sportclub mit mehreren Sektionen. Die Vereinsfarben wurden mit Grün und Weiß bestimmt. 1936 feierte die Austria mit einem 6:2-Erfolg gegen die Garnisons-SpVgg Bregenz den ersten Gewinn des Vorarlberger Landespokals. Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich verfiel der SC Austria Lustenau der behördlichen Auflösung. Nach Kriegsende wurde der Verein mit einem Spiel gegen eine französische Besatzungsauswahl wieder reaktiviert. Die Austria spielte in der Vorarlberger Landesliga, der Arlbergliga, und später in der Regionalliga West. In den Jahren 1949 und 1951 gegen den FC Dornbirn 1913 (3:0) bzw. den FC Blau-Weiß Feldkirch (3:2) waren die Lustenauer zum zweiten und dritten Mal im Vorarlberger Pokalbewerb erfolgreich. Nachdem das Finale von 1952 gegen den FC Dornbirn 1913 verloren gegangen war (0:2), holte sich die Austria den bislang letzten Pokalgewinn 1958 mit einem 1:0-Erfolg über die Dornbirner. Das letzte Finalspiel 1959 ging mit 4:1 wieder an den FC Dornbirn 1913. Austria Lustenau feierte in insgesamt acht Endspielen viermal den Gewinn des Landespokals. Im August 1965 gründete der SC Austria Lustenau mit dem FC Dornbirn 1913 die Spielgemeinschaft SVg Lustenau/Dornbirn. Diese hielt nur eine Saison und spielte 1965/66 in der Regionalliga.

Aufstieg und Profifußball seit 1994[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 1993/94 feierte Austria Lustenau mit dem Meistertitel der Regionalliga West und dem damit verbundenen Aufstieg in die 2. Division der Bundesliga den bis dahin größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft aus Vorarlberg konnte sich auf Anhieb in der zweiten Liga behaupten und holte in der Saison 1996/97 den Meistertitel. Damit war Austria Lustenau, als vierter Verein aus Vorarlberg, erstmals in der Vereinsgeschichte erstklassig. Austria Lustenau beendete die erste wie auch die zweite Saison in der damaligen Bundesliga an vorletzten Stelle. In der Saison 1999/2000 stieg die Austria mit nur 19 Punkten aus 36 Spielen wieder aus der Bundesliga ab.

Aufgrund einer neuen Ausländerregelung in der Ersten Liga musste dann die Mannschaft komplett umgebaut werden und belegte 2000/01 nur den fünften Rang. In der Saison 2001/02 verpasste der SC Austria Lustenau durch eine 1:2-Niederlage im letzten Saisonspiel gegen den SC Untersiebenbrunn den Aufstieg in die Bundesliga nur um zwei Punkte und belegte hinter dem SV Pasching den zweiten Rang.

Auch in den folgenden Spielzeiten konnte sich die Austria im vorderen Tabellendrittel behaupten, wobei sie unter Trainer Andreas Heraf mit einer Serie von 42 Heimspielen ohne Niederlage einen Rekord in der Ersten Liga aufstellte.

Im Frühjahr 2009 übernahm Edmund Stöhr in seiner dritten Ära die Mannschaft auf dem 12. Tabellenplatz. In den letzten zehn Saisonspielen und einer Serie von sieben Siegen und drei Unentschieden steigerte sich die Austria auf den vierten Schlussrang. In der Saison 2009/10 belegte der SC Austria Lustenau den fünften, das Jahr darauf den dritten und in der Saison 2011/12 den vierten Endrang in der Ersten Liga.

ÖFB-Cup 2010/2011 – als erster Club aus Vorarlberg im Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem 4:0-Auswärtssieg beim FK Austria Wien im Viertelfinale und einem 2:1-Auswärtssieg beim Bundesligisten Kapfenberger SV gelang dem SC Austria Lustenau unter Trainer Edmund Stöhr der Einzug ins ÖFB-Cup-Finale 2010/2011. Austria Lustenau erreichte damit als erster Verein aus Vorarlberg das Cup-Finale. Das Endspiel gegen die SV Ried ging dann mit 0:2 verloren.

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fans von Austria Lustenau beim Cupfinale 2011

Mit dem Aufstieg in den Profifußball entstand eine neue, sehr aktive Fanszene in Lustenau. 1997 wurde der erste offizielle Fanclub „Wir Vorarlberger“ gegründet. Im Jahr 1998 kam die Fangruppe „Commando Fanatics 98“ dazu. 2002 entstand die Gruppe „BEST of WEST“, die sich 2005 in „Grün Weisse Garde '05“ umbenannte. 2004 entstand eine weitere Fangruppe mit dem Namen „Green Nation Lustenau 04“. Seit der Saison 2006/07 sind die drei jüngeren Fanclubs - „Fanatics“, „Grün Weiße Garde“ und „Green Nation“ - unter dem Namen „UNION NORD '06“ vereint. Die Austria-Fanclubs „Wir Vorarlberger“, „UNION NORD '06“ ANTI HEROS und „LUSTENAU DEVILS 06“ sowie „NORDFRONT“ unterstützen ihren Verein mit zahlreichen Aktionen, Fanstammtischen, Fanfahrten, „Pyro“ und „Choreographien“.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimstätte der Austria Lustenau, das Reichshofstadion, wurde 1951 offiziell eröffnet und 1952/53 mit der ersten Sitzplatztribüne erweitert. Nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga 1997 wurde das Reichshofstadion saniert und erweitert, im Jahr 2000 kam eine Rasenheizung hinzu. Das Stadion bietet 10.500 Zuschauern Platz, wobei 2.300 überdachte Stehplätze und 2.200 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Auf dem Stadiongelände befindet sich auch das „Austria-Dorf“, das den Marketingpreis der österreichischen Fußball-Bundesliga erhielt. Seit längerem geplant ist ein weiterer Sitzplatz-Bereich auf der Ostseite des Stadions, der aber voraussichtlich erst nach einem Wiederaufstieg in die Bundesliga realisiert wird.

Besonderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlosung des Hauptsponsors[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da nach der Saison 2008/2009 der damalige Hauptsponsor (ein Internet-Wettanbieter) sein Engagement beim SC Austria Lustenau einstellte, musste sich der Verein nach neuen Geldgebern umsehen, was sich insbesondere aufgrund der Wirtschaftskrise schwierig gestaltete. Daher entschloss sich der Verein, neue Wege zu gehen. Am 12. Juni 2009 wurde bekannt gegeben, dass insgesamt 555 Werbegutscheine zu je 1000 Euro aufgelegt werden. Aus diesen Gutscheinen, die dem Käufer ein beliebiges Sponsoring im Gegenwert von 1000 Euro garantieren, wird ein Gewinner gezogen, der während der Saison als offizieller Hauptsponsor des SC Austria Lustenau geführt wird. Damit verbunden ist die Platzierung seines Logos auf dem Trikot, auf der Interviewwand und auf Werbeflächen im Stadion. Diese Aktion wurde 2010 und 2011 wiederholt. Bei der Ermittlung des Hauptsponsors gingen bisher als Gewinner hervor: Tischler Rohstoff, Hohenems und Holzbau Stephan Muxel, Au. Aktueller Hauptsponsor der Austria ist die Mohrenbrauerei August Huber in Dornbirn.

Die Aktion fand im gesamten deutschen Sprachraum Beachtung in den Medien. Neben den österreichischen Print- und Onlinemedien sowie dem ORF berichteten unter anderem deutsche Webportale wie Spiegel Online und Bild.de über die Verlosung.

Kampfmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainerteam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 22. September 2017[1]

Funktion Name Geburtsdatum Nationalität beim Verein
seit
letzter Verein
Trainer Daniel Ernemann 18.02.1976 DeutschlandDeutschland 07/2017 Trainer SC Austria Lustenau II
Torwarttrainer Mathias Nesler 06.01.1988 OsterreichÖsterreich

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 1. September 2017[1]

Rücken-
nummer
Name Geburtsdatum Nationalität beim Verein
seit
letzter Verein
Torhüter
01 Alexander Sebald 27.07.1996 DeutschlandDeutschland 07/2017 Kickers Offenbach
22 Nicolas Mohr 01.05.1996 OsterreichÖsterreich 07/2013 FC Lustenau 07
Abwehr
05 Willian Rodrigues 09.09.1993 BrasilienBrasilien 07/2017 CA Metropolitano
13 Christoph Kobleder 03.03.1990 OsterreichÖsterreich 07/2017 FC Wacker Innsbruck
14 Alexander Joppich 19.01.1995 OsterreichÖsterreich 07/2016 FC Liefering
15 Martin Grasegger 10.01.1989 OsterreichÖsterreich 07/2017 SKN St. Pölten
19 Bojan Avramović 17.09.1997 SerbienSerbien 07/2017 SCR Altach II
23 Michael Lang 04.07.1998 OsterreichÖsterreich 07/2017 USV Allerheiligen
25 Firat Tuncer 25.02.1995 TurkeiTürkei 01/2017 vereinslos (zuvor 1. FC Köln II)
Mittelfeld
04 Majeed Ashimeru 10.10.1997 GhanaGhana 08/2017 FC Red Bull Salzburg (Leihe)
06 Francesco Lovrić 05.10.1995 OsterreichÖsterreich 07/2017 SV Mattersburg
07 Paulo Victor 22.03.1996 BrasilienBrasilien 07/2017 CA Metropolitano
08 Timo Friedrich 16.01.1998 OsterreichÖsterreich 07/2017 FC Rot-Weiß Erfurt U-19
10 Sandro Djuric 15.02.1994 OsterreichÖsterreich 07/2017 SC Wiener Neustadt
17 Daniel Sobkova 17.07.1985 OsterreichÖsterreich 08/2014 FC Pasching
18 Kürsat Güclü 13.05.1994 OsterreichÖsterreich 07/2017 First Vienna FC
20 Jodel Dossou 17.03.1992 BeninBenin 07/2015 vereinslos (zuvor FC Liefering)
27 Marco Krainz 17.05.1997 OsterreichÖsterreich 08/2015 FK Austria Wien II
28 Marcel Canadi 27.10.1997 OsterreichÖsterreich 08/2017 Borussia Mönchengladbach II
42 Nicolai Bösch 19.05.1998 OsterreichÖsterreich 05/2017 SC Austria Lustenau II
77 Christopher Drazan 02.10.1990 OsterreichÖsterreich 07/2017 SKN St. Pölten
Angriff
09 Ronivaldo 24.03.1989 BrasilienBrasilien 07/2017 FK Austria Wien II
12 Lucas Barbosa 01.04.1996 BrasilienBrasilien 03/2017 SC Austria Lustenau II
16 Pius Dorn 24.09.1996 DeutschlandDeutschland 07/2017 SC Freiburg II
21 Petar Pavlovic 28.07.1997 OsterreichÖsterreich 07/2017 FC St. Gallen II
33 Daniel Tiefenbach 10.08.1999 UngarnUngarn 03/2017 SC Austria Lustenau II
96 João Pedro 25.04.1996 BrasilienBrasilien 01/2017 Coimbra EC

Transfers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 1. September 2017[2]

Zugänge: Abgänge:
Sommer 2017

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel und Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fanfreundschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Austria Lustenau pflegt eine Fanfreundschaft mit dem FC Augsburg.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b SC Austria Lustenau: Kader Profis (abgerufen am 19. Juli 2016)
  2. Transfermarkt.at: Transfers 2017/18 (abgerufen am 1. Juli 2017)
  3. ORF Sport: Schlägerei nach Austria Lustenau - LASK