Tischtennis-Europameisterschaft 2002

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Die 23. Tischtennis-Europameisterschaft fand vom 30. März bis 7. April 2002 in Zagreb statt. Spielort war die Sporthalle Dom športova. Das war erste Europameisterschaft wo Satzlänge nicht 21, sondern 11 Punkte betragen hat[1].

Deutschland gewann vier Medaillen. Timo Boll wurde erstmals Europameister im Einzel, er besiegte im Endspiel den Griechen Kalinikos Kreanga. Auch im Doppel mit Zoltan Fejer-Konnerth holte er den Titel. Zudem hatte er maßgeblichen Anteil am Gewinn der Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb, in dem auch die deutschen Damen bis ins Endspiel gegen Rumänien kamen.

Die Luxemburgerin Ni Xialian wurde zum zweiten mal nach 1998 Europameisterin im Einzel, zudem siegte sie im Mixed mit Lucjan Błaszczyk aus Polen. Das Damendoppel gewann das kroatisch-rumänische Paar Tamara Boroš/Mihaela Șteff.

Austragungsmodus Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es traten 45 Herren- und 37 Damenteams an.

Der Spielmodus wurde komplett umgestellt. Zugrunde gelegt wurde die Platzierung der Europaliga-Saison 2000/2002. Die ersten 16 Mannschaften wurden in die Super-Division eingereiht. Diese spielten im KO-System die Plätze 1 bis 16 aus, wobei die ersten vier Teams aus der Europaliga erst in der zweiten Runde, dem Viertelfinale, antreten mussten. Der Teams auf den Plätzen 17 bis 32 der Europaliga bildeten die Division I, die restlichen Nationen die Division II.

Ein Mannschaftskampf wurde nach dem WM-System durchgeführt, das heißt, es wurden maximal fünf Einzel mit drei Gewinnsätzen (best of five), jedoch kein Doppel ausgetragen.

Abschneiden der Deutschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cheftrainer war Dirk Schimmelpfennig. Istvan Korpa betreute die Herren, Richard Prause trainierte die Damen.

Herrenmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Mannschaft wurde in der Saison 2000/2002 in der Europaliga Erster. Somit kam sie direkt ins Viertelfinale, wo sie Jugoslawien mit 3:0 gewann. Nach dem 3:2-Halbfinalsieg gegen Frankreich stand sie im Endspiel, in dem sie Schweden mit 2:3 unterlag. Beide Punkte im Finale holte Timo Boll.

Jörg Roßkopf blieb der Europameisterschaft wegen einer Verletzung fern.

Damenmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die deutschen Damen gelangten als Sieger der Europaligasieger direkt ins Viertelfinale. Hier besiegten sie Jugoslawien und im Halbfinale Schweden jeweils mit 3:1. Das Endspiel gegen Rumänien ging mit 2:3 verloren.

Herreneinzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer Timo Boll erreichte kein Deutscher das Achtelfinale.

Dameneinzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei deutsche Damen erreichten das Achtelfinale.

Herrendoppel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damendoppel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elke Wosik/Nicole Struse: Sieg gegen Catherine Davies/Siwan Davies (Wales), Sandra Johansson/Susanne Jonsson (Schweden), Niederlage gegen Agathe Costes/Anne-Claire Palut (Frankreich)
  • Tanja Hain-Hofmann/Laura Stumper: kampfloser Sieg gegen Spela Burgar/Bethan Deborah Daunton (Slowenien/Wales), Niederlage gegen Janne Jensen/Mie Skov (Dänemark)
  • Jessica Göbel/Natalia Tsygankova (Weißrussland): Niederlage gegen Muge Atakan/Nevin Mutlu (Türkei)

Mixed[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ITTF-Meeting[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zu den Wettkämpfen trat das Annual General Meeting (AGM) des Weltverbandes ITTF zusammen. Es beschloss eine Änderung der Aufschlagregel dahingehend, dass der Ball ab dem Moment, in dem er die Hand verlässt, für den Gegner sichtbar sein muss. Vor dieser Änderung musste der Ball erst ab dem Zeitpunkt sichtbar sein, wenn er den Schläger des Aufschlägers berührt. Mit dieser Regeländerung wird erreicht, dass der Aufschläger den Ball in der Aufschlagphase nicht mehr mit der freien Hand verdecken darf. Ein weiterer Beschluss betraf die Auslosung der Doppel bei den Olympischen Spielen. Sind zwei Doppel eines Landes qualifiziert, dann müssen diese in die gleiche Hälfte des Austragungssheets gelost werden. Damit stehen im Endspiel immer Doppel aus verschiedenen Nationen.

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettbewerb Rang Sieger
Mannschaft Herren 1. Schweden (Jan-Ove Waldner, Peter Karlsson, Fredrik Hakansson, Jens Lundqvist)
2. Deutschland (Timo Boll, Torben Wosik, Lars Hielscher, Bastian Steger)
3. Österreich (Werner Schlager, Robert Gardos, Chen Weixing, Qianli Qian)
4. Frankreich (Damien Éloi, Patrick Chila, Christophe Legoût, Eric Varin)
31. Schweiz (Marc Schreiber, Raphael Keller, Michael Christe, Nicola Mohler)
Mannschaft Damen 1. Rumänien (Mihaela Șteff, Adriana Nastase, Ana Gogorita)
2. Deutschland (Nicole Struse, Jessica Göbel, Tanja Hain-Hofmann, Elke Wosik)
3. Schweden (Åsa Svensson, Sandra Johansson, Susanne Jonsson)
4. Ungarn (Csilla Bátorfi, Krisztina Tóth, Petra Lovas, Mária Fazekas)
13. Österreich (Liu Jia, Judith Herczig, Martina Petzner)
31. Schweiz (Tini Schmid, Gabriela Wüst, Melanie Eggel)
Herren Einzel 1. Timo Boll (GER)
2. Kalinikos Kreanga (GRE)
3-4. Zoran Primorac (CRO)
3-4. Werner Schlager (AUT)
Damen Einzel 1. Ni Xialian (LUX)
2. Krisztina Tóth (HUN)
3-4. Csilla Bátorfi (HUN)
3-4. Tamara Boroš (CRO)
Herren Doppel 1. Timo Boll/Zoltan Fejer-Konnerth (GER)
2. Lucjan Błaszczyk/Tomasz Krzeszewski (POL)
3-4. Damien Éloi/Patrick Chila (FRA)
3-4. Danny Heister/Trinko Keen (NED)
Damen Doppel 1. Tamara Boroš/Mihaela Șteff (CRO/ROM)
2. Viktoria Pavlovich/Tatsiana Kostromina (BLR)
3-4. Swetlana Ganina/Irina Palina (RUS)
3-4. Rūta Garkauskaite/Jolanta Prūsienė (LIT)
Mixed 1. Lucjan Błaszczyk/Ni Xialian (POL/LUX)
2. Aleksandar Karakašević/Rūta Garkauskaite (YUG/LIT)
3-4. Chen Weixing/Viktoria Pavlovich (AUT/BLR)
3-4. Werner Schlager/Liu Jia (AUT)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zählweise (Tischtennis)
  2. Zeitschrift tischtennis, 2002/4 S.27

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausführlicher Bericht in DTS – Zeitschrift DTS, 2002/4 S.12–27 + 37–49
  • Vorschau in DTS – Zeitschrift DTS, 2002/3 S.20–28
  • Bericht aus österreichischer Sicht in ÖTTZ (österreichische Tischtenniszeitung) Mai/Juni 2002, Heft 46

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]