Ulrike Stürzbecher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ulrike Stürzbecher (* 9. März 1965 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin, Synchron- und Hörspielsprecherin. Einem breiten Publikum ist sie vor allem als deutsche Stimme von Kate Winslet, Jennifer Aniston, Ellen Pompeo und Patricia Arquette bekannt. Für ihre Synchronisation von Winslet als Rose Dewitt Bukater in Titanic erhielt sie 1998 die Ehrennadel der Goldenen Leinwand.[1] 2010 wurde sie für ihre Interpretation der Rolle Hanna Schmitz in Der Vorleser in der Kategorie „herausragende weibliche Synchronarbeit“ mit dem Deutschen Preis für Synchron sowie dem Zuhörerpreis Die Silhouette ausgezeichnet.[2]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Die Tochter eines Apothekers und einer Autorin wurde als jüngstes von zwei Kindern geboren. Ab 1978 erhielt sie Unterricht in Ballett und Jazz, ab 1981 in Gesang. Entdeckt wurde sie von der Mutter des Hörspielsprechers Oliver Rohrbeck, die in Berlin eine Kinderagentur leitete. Unter der Regie von Hartmut Griesmayr übernahm Stürzbecher im Alter von 17 Jahren ihre erste Filmrolle an der Seite von Brigitte Mira in Leben im Winter (1982). Nach ihrem Abitur an der Wald–Oberschule im Jahr 1983 absolvierte sie bis 1985 eine private Schauspielausbildung bei Prof. Erika Dannhoff. Während dieser Zeit gehörte sie zum Ensemble der ZDF–Familienserie Eine Klasse für sich (1984), in der sie die Rolle der Melanie verkörperte. Von 1986 bis 1989 belegte Stürzbecher ein dreijähriges Studium in Schauspiel, Gesang und Tanz an der Hochschule der Künste Berlin.

1986 war sie erstmals am Berliner Hebbeltheater in Maximilian Böttchers Krach im Hinterhaus zu sehen. Von 1991 bis 1993 agierte sie am Altstadttheater Spandau in klassischen Inszenierungen, darunter als Effi Briest in der Monologsammlung Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen, als Claire in Jean Genets Die Zofen, als Madame De Sade in dem gleichnamigen Stück von Yukio Mishima und als Hermia in William Shakespeares Komödie Ein Sommernachtstraum unter der Regie von Nikolaus Timm. Im Friedrichstadtpalast war sie von 1992 bis 1993 in der Hauptrolle der Katarina Teil der Kinder–Revue Wohin mit dem Gespenst, 1994 trat sie neben Inge Meysel und Brigitte Grothum in Jean Bochards Drei–Frauen–Stück Teures Glück in der Komödie am Kurfürstendamm auf.

Synchronisation[Bearbeiten]

Nach mehreren Gast- und Nebenrollen in der Synchronisation von Filmen und Serien übernahm Stürzbecher ihre erste große Synchronrolle als deutsche Stimme von Patricia Arquette in True Romance (1993), die sie seitdem wiederkehrend spricht.

Seit Cafe Blue Eyes – Schlafloses Verlangen (1996) wird Stürzbecher zudem regelmäßig auf Jennifer Aniston besetzt, seit Sinn und Sinnlichkeit (1995) bis auf einzelne Ausnahmen auch auf Kate Winslet, darunter in Titanic (1997) und Zeiten des Aufruhrs (2007). Serienhauptrollen übernahm sie unter anderem für Bénédicte Delmas als Laure Olivier in St. Tropez (1999), Ellen Pompeo als Dr. Meredith Grey in Grey’s Anatomy (seit 2006), Vanessa Marcil als Samantha Marquez in Las Vegas (2006), Leisha Hailey als Alice Pieszecki in The L Word – Wenn Frauen Frauen lieben (2006), Patricia Arquette als Allison DuBois in Medium – Nichts bleibt verborgen (seit 2006), Paget Brewster als Emily Prentiss in Criminal Minds (2007-2012), Gabrielle Anwar als Fiona Glenanne in Burn Notice (seit 2009) und Erika Christensen als Julia Braverman-Graham in Parenthood (seit 2010). Außerdem war sie als deutsche Synchronstimme für Farah in Prince of Persia: The Sands of Time tätig (2003).

Hörspiele[Bearbeiten]

Parallel zu ihrer Tätigkeit im Synchronatelier wirkt Ulrike Stürzbecher an der Vertonung von Hörspielen mit, darunter als Mia Bergmann in Oliver Rohrbecks Hörspiel–Soap … und nebenbei Liebe (seit 2007), als Mutter in Die Playmos (seit 2007), als Königin Konstanzia in der Neuauflage von Hui Buh (seit 2008) und als Barbara Bunner in der Hörspielserie Team Undercover (2009). Gastrollen übernahm sie unter anderem in Geisterjäger John Sinclair, Gabriel Burns, Jack Slaughter, Psycho Cop und Rettungskreuzer Ikarus.

2012 - Die drei Fragezeichen (158)

Musik[Bearbeiten]

Seit 1989 ist Ulrike Stürzbecher Mitglied der Swing–Formation Die Heck-Mecks,[3] die unter der Mitwirkung von Adam Benzwi gegründet wurde. Ihr Repertoire umfasst eigene Arrangements im Satzgesang deutscher sowie ins Deutsche übertragener Swing–Jazzklassiker. Das Trio trat unter der Regie von Max Raabe in der Revue Hollywood Music Hall im TIPI am Kanzleramt auf, darüber hinaus absolviert es wiederkehrend Gastauftritte an wechselnden Veranstaltungsorten, darunter in der Bar jeder Vernunft.

Ulrike Stürzbecher lebt in Berlin.

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1998 Goldene Leinwand Ehrennadel für die Synchronisation von Kate Winslet in Titanic
  • 2010 Deutscher Preis für Synchron in der Kategorie „herausragende weibliche Synchronarbeit“ als Stimme von Kate Winslet in Der Vorleser
  • 2010 Die Silhouette in der Kategorie „Synchronschauspielerin Film“ als Stimme von Kate Winslet in Der Vorleser

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Goldene Leinwand Ehrennadel für Ulrike Stürzbecher in Titanic filmecho.de, aufgerufen am 10. Februar 2011
  2. Deutscher Preis für Synchron: Preisträger 2010
  3. Webseite der Heck Mecks