BoJack Horseman

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Seriendaten
Deutscher Titel BoJack Horseman
Originaltitel BoJack Horseman
BoJack Horseman Logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) seit 2014
Produktions-
unternehmen
Tornante Co,
ShadowMachine
Länge 25 Minuten
Episoden 37 in 3+ Staffeln (Liste)
Genre Animationsserie, Sitcom
Idee Raphael Bob-Waksberg
Erstausstrahlung 22. August 2014 (USA) auf Netflix
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
16. September 2014 auf Netflix
Synchronisation

BoJack Horseman ist die erste Erwachsenen-Animationsserie des US-amerikanischen Video-on-Demand-Anbieters Netflix. Die 2014 angelaufene Serie erzählt die Geschichte eines ehemaligen Serienstars, der den Höhepunkt seiner Karriere überschritten hat und nun ernsthaft klären muss, wie sein Leben weitergehen soll. In der Originalversion spricht Will Arnett die titelgebende Hauptrolle des anthropomorphen Pferdes BoJack Horseman. Weitere Sprecher sind Alison Brie, Amy Sedaris, Aaron Paul und Paul F. Tompkins. Trotz gemischter Kritiken wurde die Serie vom Publikum von Beginn an positiv aufgenommen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Los Angeles, in dem Menschen und anthropomorphe Tiermenschen koexistieren, lebt BoJack Horseman, der, wie sein Name suggeriert, halb Pferd, halb Mensch ist. In den 90er Jahren war er der Star der beliebten Sitcom Ich glaub mich tritt ein Pferd (im Original Horsin’ Around), heute lebt BoJack gemeinsam mit dem Junggesellen Todd in einer Villa über Hollywood, schwimmt im Reichtum, ist jedoch unglücklich und trauert der alten Zeit nach. Um seine Karriere wieder zu beleben, möchte er eine Autobiografie schreiben. Da ihm die Motivation fehlt, engagiert ihm seine Agentin Princess Carolyn, eine Katze, mit der er eine On-Off-Beziehung hat, die Ghostwriterin Diane Nguyen. Diese ist in einer Beziehung mit BoJacks Frenemy Mr. Peanutbutter, einem Hund und Schauspieler, der in einer Fernsehserie mitspielte, die BoJacks Serie praktisch kopierte. BoJack fühlt sich zu Diane hingezogen, diese heiratet jedoch Mr. Peanutbutter, obgleich BoJack versucht, die Hochzeit aufzuhalten. Diane beendet schließlich das Buch über BoJack, das sein wahres Ich ungeschönt aufzeigt. Das Buch belebt wie erhofft BoJacks Karriere, verschafft ihm einen Golden Globe sowie die Filmrolle des Rennpferdes Secretariat, die er sein Leben lang erstrebte. Diane, die zuvor ein Buch über Secretariat geschrieben hatte, wird in dem Film als Rollenberaterin arbeiten.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wurde im Auftrag von Netflix ins Französische, Spanische, brasilianische Portugiesisch und Deutsche übersetzt. In Deutschland übernahm die Berliner Synchron die Synchronisation. Dialogregie führte Mario von Jascheroff, der auch das Dialogbuch verfasst hat.

Rolle Originalsprecher Deutsche Sprecher
BoJack Horseman Will Arnett Tobias Kluckert
Todd Aaron Paul Constantin von Jascheroff
Diane Nguyen Alison Brie Ulrike Stürzbecher
Princess Carolyn Amy Sedaris Ghadah Al-Akel
Mr. Peanutbutter Paul F. Tompkins Bernhard Völger

Produktion und Ausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wurde von Raphael Bob-Waksberg entwickelt. BoJack Horseman wurde von der Künstlerin Lisa Hanawalt designt, die Animation übernahm die in Los Angeles ansässige Produktionsfirma ShadowMachine. Michael Eisners Tornante Company produziert die Serie.[1]

Die erste Staffel der Serie wurde in allen Ländern mit Netflix am 22. August 2014 veröffentlicht. Wenige Tage später wurde die Produktion einer zweiten Staffel für 2015 bekanntgegeben.[2] In Deutschland erfolgte die Veröffentlichung mit dem Deutschlandstart von Netflix am 16. September 2014.

Am 19. Dezember 2014 wurde ohne vorherige Ankündigung das BoJack Horseman Christmas Special: Sabrina’s Christmas Wish veröffentlicht, das Raphael Bob-Waksberg geschrieben hat. Joel Moser führte die Regie.

Die zweite Staffel der Serie wurde am 17. Juli 2015 veröffentlicht. Die dritte Staffel der Serie lief ab dem 22. Juli 2016 exklusiv auf Netflix. Eine vierte Staffel wurde bereits von Netflix bestellt und auf dem offiziellen Twitter-Kanal der Serie angekündigt.[3] Im Juli 2017 gab Netflix bekannt, dass sie am 8. September 2017 erscheinen wird.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiken zur ersten Staffel von BoJack Horseman waren gemischt, bei Rotten Tomatoes fielen 53 % der 15 Kritiken positiv aus. Metacritic gab der Serie eine Durchschnittsbewertung von 59/100, basierend auf 13 Kritiken. Die zweite Staffel wurde deutlich besser aufgenommen, so erreichte sie auf Metacritic eine Durchschnittswertung von 90/100 und auf Rotten Tomatoes 100 %. Auch die dritte Staffel wurde sehr positiv bewertet mit einer Durchschnittswertung von 89/100 auf Metacritic und 100 % auf Rotten Tomatoes.

Die Zuschauer nahmen die Serie seit der ersten Staffel positiv auf. In der IMDb erhielt die Serie von 9.500 Benutzern im Durchschnitt 8,2 von 10 Sternen. Jüngere Zuschauer bewerteten die Serie besser als ältere.[5] Bei Netflix hat die Serie von über 800.000 Zuschauern im Durchschnitt 3,8 von 5 Sternen erhalten.

Englischsprachige Kritiken

Vulture titelte, BoJack Horseman sei „die lustigste Show aller Zeiten über Depression“. Die Serie übe soziale Kritik an der Unterhaltungsindustrie, sei jedoch vor allem ein präzises und aggressives Porträt der Depression. BoJack Horseman sei dadurch radikal traurig, biete aber auch genügend Humor.[6]

Die Washington Post äußert sich positiv über BoJack Horseman, die Serie sei nicht nur ein weiterer abgegriffener Kommentar auf die Leere Hollywoods, sondern biete vor allem durch die Vermischung der Menschen- und Tierwelt Witz.[7]

Im San Francisco Chronicle wird bemängelt, dass die Serie weder das Potential der Prämisse, noch das Potential der „grandiosen Sprecherbesetzung“ nutze. Die Serie biete interessante Ausgangsszenarien, sei jedoch schlecht geschrieben, darüber helfe auch die anthropomorphe Welt nicht hinweg.[8]

Matthew Gilbert schreibt im Boston Globe, die Serie sei „schonungslos mittelmäßig“. Er kritisiert die Besetzung der Sprecher: Arnett bediene wieder einmal seinen Stereotypen des selbstsüchtigen Charakters, Paul F. Tompkins sei weder witzig noch markant und Aaron Pauls Sprachtalent werde an das Sitcom-Klischee des schmarotzenden Mitbewohners verschwendet. Zudem seien die Witze über schlechte Sitcoms und Hollywood uninspiriert.[9]

Mary McNamara von der LA Times meint, die Parodie auf das Leben Prominenter treffe nur vereinzelt den richtigen Ton. Während einzelne Handlungsstränge düster und lustig seien, bediene der Großteil der Serie nur das Klischee eines narzisstischen, selbstzerstörerischen Schauspielers.[10]

Ben Travers vom Indiewire meint BoJack Horseman biete wenig Tiefe, der einzige Twist sei die anthropomorphe Welt. Durch die gute Sprecher-Besetzung sei die Serie dennoch sympathisch, wenngleich sie qualitativ nicht mit anderen Netflix-Produktionen mithalten könne. Travers merkt jedoch an, die Serie finde in den letzten beiden der sechs Folgen die den Kritikern zugänglich waren, langsam ihren Ton.[11] Sein Kollege Zack Sharf schreibt einen Monat später, die Serie werde in der zweiten Hälfte, die den Kritikern nicht im Voraus zugänglich war, wesentlich stärker. BoJack Horseman sei klar für Netflix produziert und orientiere sich daher am Binge Watching, die erste Hälfte der Serie bilde somit die Exposition der Serie in der verschiedene Charaktere eingeführt werden, die sich erst im weiteren Verlauf der Staffel auszahle.[12]

Deutschsprachige Kritiken

Eike Kühl von Zeit Online ist begeistert von BoJack Horseman und sieht darin „eine beißende Satire der Medien- und Unterhaltungsbranche.“ Die vielschichtige Serie habe in der ersten Staffel eine durchgehende Geschichte, die das Binge Watching zur Pflicht mache. Trotz zahlreicher Gags habe die Serie einen ernsthaften Kern.[13]

Lena Rittmeyer zeigt sich im Tages-Anzeiger angetan von der Trickfilmserie BoJack Horseman, die sie als „kluge Gesellschaftsstudie“ bezeichnet. Die Serie sei gespickt mit Gags und „ebenso eine Studie über die skurrilen bis tragischen Auswüchse sozialer Vereinzelung“.[14]

Felix Böhme vom Serienportal Serienjunkies.de meint, die erste Folge der Serie mache einen soliden Eindruck und habe „einige nette Lacher, besonders außergewöhnlich oder originell ist sie aber nicht.“ Die Folge biete nicht viel Neues und die pessimistische Satire auf das Unterhaltungsgeschäft Hollywood gehe in der Auftaktepisode nur teilweise auf.[15]

Josa Mania-Schlegel von Süddeutsche.de fand: „Wer Cartoons sonst eher doof findet, sollte der zweiten Staffel ’BoJack Horseman’ eine Chance geben.“ Die Serie sei eine „informierte Branchenanalyse“ und „erfrischend, weil untypisch für die bunte Trickfilm-Welt, in der oft nur Gag auf Gag folgt.“ Die Hauptfigur BoJack beschreibt der Autor als „Protagonist mit Tiefe“, das „BoJack-Gefühl“ gleiche einer „wilden Nacht, deren verrückten Verlauf einem niemand abnimmt.“[16]

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung: BoJack Is Back And Only On Netflix! In: pr.netflix.com. Netflix, 11. Dezember 2013, abgerufen am 29. September 2014 (englisch).
  2. Lesley Goldberg: Netflix Renews Will Arnett's 'BoJack Horseman' (Exclusive). In: hollywoodreporter.com. The Hollywood Reporter, 26. August 2014, abgerufen am 24. September 2014 (englisch).
  3. BoJack Horseman on Twitter. Abgerufen am 26. Juli 2016.
  4. BoJack Horseman - Auf die 4. Staffel müsst ihr noch etwas warten. In: moviepilot.de. 11. Juli 2017 (moviepilot.de [abgerufen am 11. Juli 2017]).
  5. "BoJack Horseman" (2014) – User ratings. In: imdb.com. IMDb, 2014, abgerufen am 21. Mai 2015 (englisch).
  6. Margaret Lyons: BoJack Horseman Is the Funniest Show About Depression Ever. In: Vulture. New York, 11. September 2014, abgerufen am 24. September 2014 (englisch).
  7. Hank Stuever: ‘BoJack Horseman’: The equine ennui of a Hollywood stud. In: washingtonpost.com. The Washington Post, 21. August 2014, abgerufen am 24. September 2014 (englisch).
  8. David Wiegand: 'BoJack Horseman' review: Saddled with mediocre writing. In: SFGate. San Francisco Chronicle, 19. August 2014, abgerufen am 24. September 2014 (englisch).
  9. Matthew Gilbert: Netflix’s ‘BoJack’ is one lame horse. In: bostonglobe.com. The Boston Globe, 21. August 2014, abgerufen am 24. September 2014 (englisch).
  10. Mary McNamara: Review: 'BoJack Horseman' canters through familiar satirical terrain. In: latimes.com. LA Times, 22. August 2014, abgerufen am 24. September 2014 (englisch).
  11. Ben Travers: Review: Will Arnett & Aaron Paul Carry the Self-Aware 'BoJack Horseman' Out of the Glue Factory, But Not Much Further. In: indiewire.com. Indiewire, 20. August 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014 (englisch).
  12. Zack Sharf: Why 'BoJack Horseman' Makes Netflix Matter in the Online Television Age. In: indiewire.com. Indiewire, 24. September 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014 (englisch).
  13. Eike Kühl: “BoJack Horseman”: Erzähl mir was vom Pferd. In: Zeit Online. Die Zeit, 22. Oktober 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  14. Lena Rittmeyer: Jeder ist sein eigenes Tier. In: tagesanzeiger.ch. Tages-Anzeiger, 8. Oktober 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  15. Felix Böhme: Review BoJack Horseman 1x01: The BoJack Horseman Story, Chapter One. In: Serienjunkies.de. 27. August 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  16. Josa Mania-Schlegel: Pferd mit Hundeleben. In: Sueddeutsche.de. 21. Juli 2015, abgerufen am 21. Juli 2015.