Uniqa Insurance Group

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Uniqa Versicherungen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Uniqa Insurance Group AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000821103
Gründung 1922/1999
Sitz Wien, Österreich
Leitung Andreas Brandstetter (Vorstandsvorsitzender)[1]
Mitarbeiter 14.113 (2015)[2]
Umsatz 6,33 Mrd. Euro (Prämien 2015)[2]
Branche Versicherungen
Website www.uniqagroup.com

Die Uniqa Insurance Group AG (kurz: Uniqa; vormals Uniqa Versicherungen AG; offizielle Schreibweise: UNIQA Insurance Group AG) ist die Dachgesellschaft eines der größten österreichischen Versicherungskonzerne, der Uniqa Group (offizielle Schreibweise: UNIQA Group). Die Gesellschaft betreibt als Verwaltungs- und Vertriebsorganisation das indirekte Geschäft für die operativen Versicherungsgesellschaften des Konzerns und ist zentraler Rückversicherer. Die Konzernzentrale befindet sich im Uniqa Tower in Wien.

Die Uniqa-Gruppe ist mit rund 40 operativen Versicherungsgesellschaften in 19 europäischen Ländern als Versicherer tätig und hat mehr als 10 Millionen Kunden (Stand April 2014).[3] Im Geschäftsjahr 2015 beschäftigte die Uniqa Group durchschnittlich 14.113 Mitarbeiter und wies ein Aufkommen von 6,33 Milliarden Euro an Versicherungsprämien auf.[2] Per 31. Dezember 2015 betrug die Bilanzsumme des Konzerns 33,08 Milliarden Euro.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1922 wird mit der Gründung der Versicherungsanstalt der österreichischen Bundesländer (Bundesländer-Versicherung) der Grundstein für die heutige UNIQA Insurance Group gelegt.

1975 übernimmt die Bundesländer-Versicherung die 1811 gegründete Salzburger Landes-Versicherung. Diese wird bis heute als 100-prozentige Tochtergesellschaft geführt.

1993 erfolgt eine Verschränkung der Bundesländer-Versicherung mit der Raiffeisen Versicherung, eine heute 100-prozentige Tochter der UNIQA Insurance Group.

1997 bis 1999 bilden Bundesländer-Versicherung und Austria-Collegialität die BARC Versicherungs-Holding AG. Die Austria-Collegialität Österreichische Versicherung AG war ein von 1991 bis 1997 bestehendes Versicherungsunternehmen, entstanden aus der Fusion von Austria (mit Vorläufern bis 1860 zurückreichend) und Collegialität (gegründet 1899).

1999 wird die heutige UNIQA Insurance Group AG gegründet. Sie ist die Dachgesellschaft für die 100%igen Töchter UNIQA Österreich Versicherungen AG, UNIQA International AG und Raiffeisen Versicherung AG der Versicherungsgruppe und agiert als zentraler Rückversicherer.

In den Jahren 2000 bis 2013 übernimmt bzw. erwirbt die UNIQA Insurance Group sukzessive weitere Versicherungsgesellschaften in Italien, Polen, Österreich, Ungarn, Liechtenstein, Slowakei, Rumänien, Bosnien & Herzegowina, Bulgarien, Ukraine, Serbien, Mazedonien, Kosovo, Albanien, Montenegro, Russland und Kroatien.[4][5][6]

In einem Ranking des Forbes Magazine der weltweit größten Aktiengesellschaften aus dem Jahre 2013 liegt die Uniqa Versicherung auf Platz 1372.[7]

Im Oktober 2013 wurde das Serbien- und Kroatiengeschäft der Bâloise für € 75 Millionen übernommen, womit das bestehende Geschäft der Uniqa in diesen Ländern gestärkt wird.[8][9]

Kapitalerhöhung 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2013 führte die Uniqa Group eine Kapitalerhöhung durch. Es wurden 88 Mio. junge Aktien zuzüglich 6,65 Mio. Mehrzuteilungsaktien ausgegeben, die 757 Millionen Euro Bruttoerlös einbrachten. Der Streubesitz stieg von zuvor 6,9 auf 35,4 Prozent.[10]

Unternehmensleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konzernzentrale: Uniqa Tower.

Vom 1. Jänner 2002 bis zum 30. Juni 2011 war Konstantin Klien Generaldirektor. Seit 1. Juli 2011 fungiert Andreas Brandstetter als Vorstandsvorsitzender.[11]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die börsennotierte Holding UNIQA Insurance Group AG hat drei hundertprozentige Tochterunternehmen: UNIQA International AG, UNIQA Österreich Versicherungen AG und Raiffeisen Versicherung AG. Die UNIQA Österreich Versicherungen AG besitzt 100 Prozent des Kapitals der Salzburger Landes-Versicherung AG sowie 50 Prozent der Finance Life Lebensversicherung AG. Die restlichen 50 Prozent der Finance Life Lebensversicherung AG hält die Raiffeisen Versicherung AG.[12]

Uniqa Tower[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Uniqa Tower

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktionärsstruktur der Uniqa Insurance Group AG:[13]

Grundkapital 309,0 Mio. Euro[14]
Aktien 309,0 Mio. Stück[15]
Aktionäre Anteil
Raiffeisen Zentralbank (Gruppe) 31,4 %
Uniqa Versicherungsverein Privatstiftung (Gruppe) 30,6 %
Collegialität Versicherungsverein Privatstiftung 2,3 %
Streubesitz 35,4 %
Eigene Aktien 0,3 %

Stand: 26. Juli 2016

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versicherungsgruppe wurde 2015 im Rahmen des „World Finance Global Insurance Awards 2015“ als „Best General Insurance Company 2015“ in Österreich ausgezeichnet. Weiters errang UNIQA auch in Polen den ersten Platz unter den lokalen Versicherungen.[16] Schließlich erhielt die UNIQA Insurance Group AG 2015 die Auszeichnung „National Champion 2015“ bei den „European Business Awards“.[17]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 wurde Uniqa ein Big Brother Award in der Kategorie Business und Finanzen verliehen, da beim Abschluss einer Krankenzusatzversicherung eine sehr weitgehende „Zustimmung zur Ermittlung, Übermittlung und Verwendung von Daten“ abverlangt wird. Die Versicherung kann die Daten bei Ärzten, Krankenhäusern, Sozialversicherungsträgern, Behörden und sonstigen Einrichtungen, die über den Gesundheitszustand des Versicherten etwas wissen könnten, ermitteln.[18][19][20][21]

2015 erhielt Uniqa erneut einen Big Brother Award in der Kategorie Business und Finanzen, für das Produkt Uniqa Safeline und fahrprofilabhängige Versicherungstarife unter Nutzung von Telematikdaten.[22]

Der Einsatz von Telematik bei Fahrzeugen hat sehr positive Aspekte, wie beispielsweise das Notrufsystem. Mit diesem sollen ab 2018 alle fabrikneuen Autos verpflichtend ausgestattet sein. Das Signal leitet bei einem Autounfall GPS-Positionsdaten und weitere wichtige Informationen an eine zentrale Notrufstelle weiter. Die Nutzung von Telematik-Daten erfolgt bei UNIQA derzeit nur, um die Fahrzeugnutzung anzuzeigen und im Sinne des Umweltgedankens Wenig-Fahrer durch Prämienreduktionen zu belohnen.[23][24]

Engagement im Radsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2001 an unterstützte der Konzern das österreichische Radrennen Wien-Rabenstein-Gresten-Wien, das bis 2005, als es zum letzten Mal ausgetragen wurde, Uniqa Classic hieß.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorstand Holding. Website Uniqa Group. Abgerufen am 24. Juli 2013.
  2. a b c d Konzernbericht 2015 (HTML). Uniqa Group, abgerufen am 23. Mai 2016.
  3. uniqagroup.com: Unternehmensportrait. Website Uniqa Group. Abgerufen am 23. März 2014.
  4. uniqagroup.com: Uniqa im Jahr 2003 mit deutlichem Wachstums- und Ergebnisschub. 17. Februar 2004.
  5. NZZ, Bâloise verkauft Geschäft in Kroatien und Serbien, abgerufen am 22. Oktober 2013
  6. Der Standard, Uniqa kauft in Kroatien und Serbien zu, abgerufen am 22. Oktober 2013
  7. Elf Firmen unter den weltweit größten. In: oesterreich.orf.at. 18. April 2013, abgerufen am 18. April 2013: „Österreich ist mit elf Unternehmen in der am Mittwoch veröffentlichten Rangliste des US-Magazins „Forbes“ der weltweit größten 2.000 Firmen vertreten. […] die Uniqa-Versicherung (Platz 1.372), […] Unter den 2.000 Firmen befinden sich ausschließlich Aktiengesellschaften, weshalb beispielsweise Red Bull nicht vorkommt. […] Zur Erstellung der Rangliste wurden folgende Kennzahlen verwendet: Umsatz, Gewinn, Vermögenswert und Marktkapitalisierung.“
  8. NZZ, Bâloise verkauft Geschäft in Kroatien und Serbien, abgerufen am 22. Oktober 2013
  9. Der Standard, Uniqa kauft in Kroatien und Serbien zu, abgerufen am 22. Oktober 2013
  10. UNIQA: Kapitalerhöhung bringt 757 Millionen Euro. Kurier.at, 9. Oktober 2013. Abgerufen am 9. Dezember 2013.
  11. Strukturelle und personelle Neuordnung der Uniqa-Gruppe ab 1. Juli 2011 auf der Website der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, abgefragt am 7. Juli 2011.
  12. Unternehmensstruktur uniqagroup.com. Abgerufen am 18. April 2015.
  13. Aktionärsstruktur. Website Uniqa Group, abgerufen am 26. Juli 2016.
  14. Veröffentlichung der Gesamtzahl der Stimmrechte gemäß § 93 BörseG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung. Website Uniqa Group, 31. Oktober 2013. Abgerufen am 23. November 2013.
  15. Listing. Website Uniqa Group, abgerufen am 23. November 2013.
  16. http://www.worldfinance.com/awards/global-insurance-awards-2015
  17. http://www.businessawardseurope.com/national-champion/co/Austria/2015
  18. Satelliten-Tracking der Uniqa-Versicherung bei BigBrother Award 2005
  19. Holger Bruns: „Datenkraken“ in Österreich. In: Heise online, 26. Oktober 2002.
  20. Bericht über die neue Überwachungsbox der Uniqa
  21. Big Brother für Uniqa und Bildungsministerium
  22. derStandard.at - Big Brother Awards gehen an Mikl-Leitner und Facebook. Artikel 25. Oktober 2015, abgerufen am 25. Oktober 2015.
  23. http://www.uniqagroup.com/gruppe/versicherung/press/press_release/archive/Telematik.html
  24. http://futurezone.at/produkte/fahrverhalten-ueberwachen-fuer-eine-guenstigere-versicherung/126.756.174