Veltheim (Winterthur)

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Wappen von Veltheim (Kreis 5)
Wappen von Winterthur
Veltheim (Kreis 5)
Stadtkreis von Winterthur
Karte von Veltheim
Koordinaten 696289 / 263386Koordinaten: 47° 30′ 51″ N, 8° 43′ 1″ O; CH1903: 696289 / 263386
Fläche 2,29 km²
Einwohner 10'010 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte 4371 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1922
BFS-Nr. 230-500
Postleitzahl 8400
Gliederung
Quartiere
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1922

Veltheim ist ein Stadtkreis der Stadt Winterthur in der Schweiz. Die ehemals selbständige Gemeinde Veltheim wurde 1922 eingemeindet und bildet den heutigen Kreis 5.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Rot über einer gestürzten silbernen Pflugschar pfahlweise ein silbernes Rebmesser mit goldenem Griff

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veltheim liegt nördlich der Winterthurer Altstadt, zwischen Altstadt und Wülflingen. Der Stadtteil besteht aus den Quartieren Rosenberg nördlich und Blumenau südlich der Rheinfallbahnlinie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früheste menschliche Spuren fanden sich in Veltheim aus der Jungsteinzeit, aus welcher Funde eines Steinbeils und einer Steinaxt zeugen. Aus der Bronzezeit existieren Keramikfunde, die auf eine Besiedlung bereits zu dieser Zeit hindeuten könnten. Ein Fund von 1878 der unter anderem Bronzebeile und einen Gusskuchen enthielt, wurde auf 900 v. Chr. datiert, jedoch wurde ein Teil des Fundes im Kunsthandel verkauft.

Zu römischer Zeit bestand am Fusse des Wolfensberg ein Gutshof, wie durch eine Grabung bei der Kirche Veltheim nachgewiesen werden konnte. Ob dieser jedoch nahtlos in das heutige Dorf überging lässt sich nicht belegen.[1]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Veltheim 774 als Feldhaim. Die Kirche Veltheim entstand um 800 und unterstand bis zur Reformation 1525 dem Bistum Konstanz. Weitere Gebäude aus früher Zeit dürften das Turmhaus und der Kehlhof sein, wobei letzteres wohl der Sitz eines Grundherrn war. Graf Hartmann IV. von Kyburg erwarb das Dorf 1230. Am 15. Februar 1244 wurde mit «Heinrich von Veltheim» erstmals ein niederadliges Ministerialengeschlecht der Grafen von Kyburg erwähnt.

Mit dem Aussterben der Kyburger ging das Dorf 1264 an die Habsburger über. 1452 übernahm die Stadt Zürich die Grafschaft Kyburg von den Habsburgern. Kurz vor dem Ende des Ancien Régime baute sich die nun 443 Einwohner umfassende Gemeinde 1799 ihr erstes Schulhaus.[2]

1816/1817 wurde von Teuerung und Hungersnot berichtet. Im Jahr 1827 wurde ein zweites Schulhaus erbaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verwuchs das Dorf zusehends mit der Stadt, zuerst entlang der Feldstrasse, später auch durchs Feld.[2] Im Jahre 1922 erfolgte nach vorgegangener Abstimmung die Eingemeindung Veltheims die Stadt Winterthur mit den anderen bis dahin selbstständigen Gemeinden Oberwinterthur, Seen, Töss und Wülflingen.

Veltheim: Gesamtansicht Blick vom Gallispitz 1877

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der lokale Fussballklub, SC Veltheim, spielte bis 1930 in der höchsten Fussballliga der Schweiz. Heute ist der Club in den Amateurligen unterwegs.

Bis zur Fusion mit dem EHC Winterthur 1963 existierte auch der 1933 gegründete Eishockeyverein EHC Veltheim, ein einst erfolgreicher 1. Liga-Verein (dritthöchste Liga der Schweiz) der bis zu 1'200 Zuschauer an den Schützenweiher lockte.[3]

Neben einigen erfolgreichen Turnern wie August Güttinger hatte der TV Veltheim auch eine Handballsektion, die früher in der Nationalliga B spielte. Auch der zweifache Schwingerkönig Karl Meli begann seine Karriere beim TV Veltheim.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner Nähe zu Winterthur Hauptbahnhof hat Veltheim beim Bau der Eisenbahn keine eigene Bahnstation erhalten[2], obwohl der Stadtkreis von der Rheinfallbahn durchfahren wird. Erschlossen durch den öffentlichen Nahverkehr wird der Stadtteil hauptsächlich durch zwei Trolleybuslinien von Stadtbus Winterthur: Die Linie 2 nach Wülflingen, die Veltheim entlang der Wülflingerstrasse durchfährt und durch die Linie 3 nach Rosenberg. Der nächste Autobahnanschluss an die A1/A4 ist Winterthur-Ohringen nördlich des Rosenbergs unmittelbar an der Stadtkreisgrenze.

Söhne und Töchter Veltheims[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Ziegler: Veltheim. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur. Winterthur 1981.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeitung «Tag des Denkmals 2003» (PDF; 4,6 MB), Artikel von Renata Windler: Spuren von Menschen in Veltheim von der Jungsteinzeit bis ins Frühmittelalter. Herausgegeben vom Amt für Städtebau der Stadt Winterthur.
  2. a b c Zeitung «Tag des Denkmals 2003» (PDF; 4,6 MB), Artikel von Peter Albertin: Veltheim – vom frühmittelalterlichen Dorf zum Winterthurer Vorort. Herausgegeben vom Amt für Städtebau der Stadt Winterthur.
  3. Roger Tacheron: Eiszeiten. In: Der Landbote vom 28. November 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Veltheim (Winterthur) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien