Vieste

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Vieste
Wappen
Vieste (Italien)
Vieste
Staat: Italien
Region: Apulien
Provinz: Foggia (FG)
Koordinaten: 41° 53′ N, 16° 10′ OKoordinaten: 41° 53′ 0″ N, 16° 10′ 0″ O
Höhe: 43 m s.l.m.
Fläche: 167 km²
Einwohner: 13.975 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einw./km²
Postleitzahl: 71019
Vorwahl: 0884
ISTAT-Nummer: 071060
Volksbezeichnung: Viestani
Schutzpatron: Santa Maria di Merino, San Giorgio
Website: Vieste
Vieste

Vieste ist eine Kommune an der italienischen Adriaküste. Sie liegt in der Region Apulien und gehört zur Provinz Foggia. Der kleine Ort mit 13.975 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) war einmal ein Fischerort und ist nun stark geprägt vom Tourismus.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vieste ist auf der Landkarte am "Sporn" des "italienischen Stiefels" zu finden. Das Städtchen, das auf einem felsigen Vorgebirge am äußersten Ostrand des Gargano gelegen ist, besteht aus einem auf der Felsspitze San Francesco gelegenen alten Ortskern, der typisch mittelalterlich ist und einem modernen Teil, der sich entlang der Küstenlinie zwischen den Stränden von San Lorenzo im Nordwesten und Castello im Süden entwickelt hat.

Geologisch ist die Küste der Umgebung Viestes besonders interessant. Die Erosion hat den Kalkstein stark umgeformt. So sind heute an verschiedenen Orten merkwürdig geformte Felsen, Grotten und Bögen zu sehen.

Die nächstgrößere Stadt ist die Provinzhauptstadt Foggia in etwa einundeinhalb Autostunden (99 km) Entfernung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der zu Vieste gehörenden Fraktion Molinella, etwa drei Kilometer außerhalb der Stadt, wurden auf einem kleinen Hügel Reste einer Wehrmauer und einer an sie angebauten Hütte einer bronzezeitlichen Siedlung entdeckt.[2] Ein Fragment mykenischer Keramik aus dem Späthelladikum II B, das in der Hütte gefunden wurde, datiert diese ins 15. Jahrhundert v. Chr. Unweit von der Siedlung befanden sich Gräber, darunter Reste eines Felskammergrabs, aus der mittleren bis späten italischen Bronzezeit.

Eine erste Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Vieste hat in der Periode zwischen dem 10. und dem 6. Jahrhundert vor Christus stattgefunden; ungewiß ist die Herkunft seines Namens, den einige von dem Vorhandensein eines der Vesta geweihten Temples, andere vom Namen Apeneste ableiten, den es in römischer Epoche gehabt haben soll.

Im 16. und 17. Jahrhundert müssen einige Plünderungen durch die türkischen Korsaren stattgefunden haben, von denen die tragischste die von 1554 war, als 7000 Einwohner verschleppt und Hunderte auf einem Fels geköpft wurden, der noch heute im Stadtzentrum zu sehen ist. Zeugnis dieser blutigen Periode sind die verschiedenen an der Küste verstreuten Wachtürme und das Castello auf dem Gipfel des Städtchens, das von Friedrich II. (1240) gebaut wurde, und dann wegen der durch die Türken bestehenden Gefahr im 15. Jahrhundert mit Mauereinfriedung wiederaufgebaut worden ist.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Windsurfer ist Vieste ein geeigneter Ort. Auf Grund der exponierten Lage herrscht dort fast täglich ein surf- und segeltauglicher Wind. Es gibt mehrere Surfschulen und Sandstrände. In der Region findet man viele Campingplätze.

Bekannt ist der an jedem 2. Montag stattfindende Markt. Zwischen Oktober und Juni stagniert die lokale Wirtschaft des touristischen Ortes weitgehend.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Museo Civico werden archäologische Funde aus der vorrömischen Zeit aufbewahrt. Darunter Fragmente einer Stele, mit einer mit messapischen Buchstaben eingeschnittenen epigraphischen Inschrift, die als "das hervorragendste linguistische Dokument alter Daunia" bezeichnet wird.
  • Kathedrale
  • Kastell
  • Pizzomunno, Kalkfelsen
  • Grotten
  • Altstadt
  • Kirche St. Maria Merino
  • La Salata, frühchristliche Begräbnisstätten
  • Sfinalicchio, steinzeitliche Graffiti

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vieste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Zusammenfassend zu den bronzezeiltlichen Funden von Molinella: Marco Bettelli, Italia meridionale e mondo miceneo. Ricerche su dinamiche di acculturazione e aspetti archeologici, con particolare riferimento ai versanti adriatico e ionico della penisola italiana. Florenz 2002, S. 20 (mit weiterführender Literatur).