Zum Inhalt springen

Foggia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Foggia
Foggia (Italien)
Foggia (Italien)
Staat Italien
Region Apulien
Provinz Foggia (FG)
Koordinaten 41° 28′ N, 15° 33′ OKoordinaten: 41° 27′ 51″ N, 15° 32′ 46″ O
Höhe 76 m s.l.m.
Fläche 507 km²
Einwohner 145.447 (31. Dez. 2024)[1]
Postleitzahl 71121/71122
Vorwahl 0881
ISTAT-Nummer 071024
Bezeichnung der Bewohner Foggiani
Schutzpatron Madonna dei sette veli
Website Foggia

Foggia [ˈfɔddʒa] ist die Hauptstadt der gleichnamigen italienischen Provinz Foggia, in der Region Apulien. Die 145.447 Einwohner (Stand 31. Dezember 2024) zählende Stadt ist Zentrum der landwirtschaftlich geprägten Ebene von Foggia.

Kathedrale Santa Maria Icona Vetere

Im Zweiten Punischen Krieg wurde Foggia (damals Herdonia) von römischer und karthagischer Seite bei der ersten und Zweiten Schlacht von Herdonia umkämpft. Es wurde später Teil des römischen Reichs.

1222 verlegte Kaiser Friedrich II. seine Residenz von Palermo nach Foggia. Sein Kaiserliches Residenzschloss ist nicht mehr erhalten. Lediglich eine Inschrift, ein Portalbogen und das Gefäß eines Brunnens sind noch vorhanden.

Am 20. März 1731[2] wurde die Altstadt von einem Erdbeben weitgehend zerstört, es gab etwa 2000 Tote. Die Kathedrale Santa Maria Icona Vetere ist teilweise in der Folgezeit im Stil des Barock neu errichtet worden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden bei alliierten Luftangriffen 75 Prozent der Wohngebäude zerstört oder schwer beschädigt.[3] Um Foggia befand sich ein großer Flugplatzkomplex, ursprünglich der italienischen Luftstreitkräfte; er wurde von der deutschen Luftwaffe genutzt und fiel im Herbst 1943 in die Hand der Alliierten. Anschließend wurde die Basis primär von der US-amerikanischen Fifteenth Air Force für Angriffe im südeuropäischen Raum sowie die Combined Bomber Offensive gegen Nazi-Deutschland genutzt.

Am 2. Juni 1944 diente Foggia als Ausgangsbasis für den ersten Angriff der Operation Frantic: 130 viermotorige Bomber und 70 Jagdflugzeuge der USAAF starteten in Foggia, um Treibstoffanlagen in Ungarn und Rumänien anzugreifen. Danach landeten sie in Poltawa (Ukraine) und flogen am nächsten Tag zurück, wobei sie unterwegs Flugplätze in Rumänien bombardierten. Derartige Angriffe waren von England aus wegen der begrenzten Reichweite nicht möglich.

Gemeindepartnerschaften

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Foggia ist Partnerstadt von Göppingen; denn im Mittelalter befand sich hier die Lieblingsresidenz von Kaiser Friedrich II., der sich dort häufig aufhielt. Foggias zweite Partnerstadt ist die Kleinstadt Pescasseroli in der italienischen Region Abruzzen.

Die Societa foggiana gehört zur apulischen Mafia-Organisation Sacra Corona Unita. Laut dem Mafia-Experten Roberto Saviano wurde sie lange Zeit von den Medien ignoriert und konnte sich seit den 1980er Jahren ausbreiten. Schätzungen zufolge zahlen rund 80 % der Geschäftsleute in Foggia Schutzgeld an die Mafia.

In einem Prozess 2020 gegen 29 mutmaßliche Mitglieder von Societa foggiana ging es um Erpressungsversuche der Mafia gegen die Genossenschaft Sanita Piu, die ein Altersheim betreibt, sowohl in Richtung Schutzgeldzahlungen als der Einstellung von Mafia-nahen Personen als Mitarbeiter. Am 3. Januar 2020 zerstörte eine Bombe das Auto eines der Leiter der Genossenschaft, der als Kronzeuge gegen die Mafia aussagen sollte. Danach gingen 20.000 Menschen in Foggia aus Protest auf die Straße. Am 16. Januar explodierte eine Bombe vor dem Altersheim, ohne jemanden zu verletzen.[4]

Wirtschaft, Verkehr, Bildung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft von Foggia ist traditionell stark von der Landwirtschaft geprägt und wird oft als die „Kornkammer Italiens“ bezeichnet. Darüber hinaus haben sich in der Stadt verschiedene Industriezweige und der Dienstleistungssektor entwickelt mit Schwerpunkt Papier-, Chemie-, Lebensmittel- und Dieselmotorindustrie.

Foggia ist gut an die italienischen Hauptverkehrsadern angebunden, insbesondere über die Autostrada A14 (Autostrada Adriatica), die die Adriaküste entlangführt und die Stadt mit dem Norden (Bologna, Ancona) und Süden (Bari, Tarent) verbindet. Die Stadt ist auch durch ein Netzwerk von Nationalstraßen (Strade Statali) verbunden, wie die Strada Statale 16 Adriatica, die parallel zur Küste verläuft, und die Strada Statale 89 (SS89) in Richtung Gargano. Der innerstädtische Verkehr in Foggia liegt in einer sogenannten Zona a Traffico Limitato (ZTL), einer verkehrsberuhigten Zone, in die die Zufahrt für Fahrzeuge reglementiert ist.

Der Bahnhof Foggia ist ein zentraler und bedeutender Eisenbahnknotenpunkt in Apulien und bietet wichtige Verbindungen innerhalb Italiens. Vom Hauptbahnhof Foggia aus bestehen regelmäßige Direktverbindungen zu großen italienischen Städten wie Rom, Neapel, Bari, Bologna und Mailand. Die Stadt wird von Hochgeschwindigkeitszügen wie dem Frecciarossa und Intercity-Zügen bedient.

Der Flughafen Foggia „Gino Lisa“ (FOG) liegt nur etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt. Internationale Verbindungen sind am Flughafen Bari „Karol Wojtyła“ (BRI) verfügbar.

Die 1999 gegründete Università degli Studi di Foggia (UniFG) mit circa 12.000 Studenten hat ihren Sitz in Foggia.

In Foggia geborene Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Commons: Foggia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Foggia – Reiseführer

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).
  2. Saverio Russo (Hrsg.): Storia di Foggia in età moderna. Edipuglia, Bari 1992, ISBN 88-7228-098-2, S. 112 (italienisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. Januar 2017]).
  3. Claudia Baldoli, Andrew Knapp: Forgotten Blitzes: France and Italy Under Allied Air Attack, 1940–1945. Bloomsbury, 2012, S. 7
  4. Explosion in von Mafia geplagter Stadt Foggia. In: orf.at. 16. Januar 2020, abgerufen am 17. März 2023.