Wachseldorn
| Wachseldorn | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Verwaltungskreis: | Thun |
| BFS-Nr.: | 0946 |
| Postleitzahl: | 3618 |
| Koordinaten: | 621854 / 185245 |
| Höhe: | 990 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 881–1034 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 3,51 km²[2] |
| Einwohner: | 238 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 68 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 3,8 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Website: | www.wachseldorn.ch |
Wachseldorn mit Ortstafel | |
| Lage der Gemeinde | |
Wachseldorn ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Bern. Sie gehört zum Verwaltungskreis Thun.
Geographie
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Der Ort liegt nordöstlich von Steffisburg an den östlichen Ausläufern des Buchholterbergs. Die zwei grössten Siedlungen sind Wachseldorn-Dorf (992 m ü. M.) im westlichen und Süderen (905 m ü. M.) im östlichen Teil der Gemeinde. Daneben gibt es noch etliche Häusergruppen und Einzelgehöfte. Die bedeutendsten Bäche sind die Rohr und das Weidbächli, welche beide gegen Süden entwässern und in die Rotachen münden. Im Nordwesten findet man das Wachseldornmoos, ein Moor von nationaler Bedeutung. Es liegt allerdings – trotz seinem Namen – fast ganz auf dem Gemeindeboden von Buchholterberg. Gleich nördlich von Wachseldorn-Dorf erhebt sich der Wachseldornhubel, der mit 1034 m ü. M. der höchste Punkt der Gemeinde ist. In der Mitte der Gemeinde liegen von Nord bis Süd grössere Waldgebiete. Vom gesamten Gemeindeareal von 351 ha sind 69,8 % landwirtschaftlich genutzt. Weitere 24,9 % des Gemeindebodens sind von Wald und Gehölz bedeckt, und nur 5,1 % sind Siedlungsfläche (2009).
Wachseldorn grenzt im Westen an Buchholterberg, im Norden und Osten an Röthenbach im Emmental und im Süden an Oberlangenegg.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Wachseldorn hiess in älteren Urkunden stets «Wachseldorn und Güzenschwende», deren Herkunft nicht ohne weiteres klar ist. In den Fontes rerum Bernensium wird es erstmals 1343 als «in Wachseldornen büt» erwähnt. Der Name Gützenschwende stammt wohl des Waldes her.
Ursprünglich Teil der Herrschaft Diessbach, kam Wachseldorn 1356 an das Kloster Interlaken. Ab 1399 teilte Bern das Gebiet gerichtlich dem sogenannten Amt Röthenbach und mit diesem 1529 der Landvogtei Signau im Landgericht Konolfingen (ab 1803 Oberamt) zu. 1864 wurde es dem Amtsbezirk Thun zugeschlagen. Mit einem Teil von Buchholterberg bildete Wachseldorn ab 1712 einen kirchlichen Bezirk und wurde 1860 selbstständige Kirchgemeinde. 1805 schlossen sich Mittelbuchholterberg und Wachseldorn-Gützenschwendi zu einer Gemeinde zusammen. Nach einem Streit trennten sie sich 1823 in die Einwohnergemeinden Wachseldorn und Buchholterberg.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bevölkerung spricht im Alltag eine hochalemannische Mundart, die zu den Dialekten des Berndeutschen gehört. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben alle Bewohner Deutsch als ihre Hauptsprache an.
Religionen – Konfessionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In früheren Zeiten gehörte die gesamte Einwohnerschaft zur Evangelisch-reformierten Landeskirche. Noch gegenwärtig (Stand 2000) sind 90,04 % evangelisch-reformierte, 3,20 % römisch-katholische und 0,36 % freikirchliche Christen. Daneben gibt es 2,85 % Konfessionslose. 3,56 % der Bewohner machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.
Herkunft – Nationalität
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang 2005 waren von den 266 Einwohnern 265 (= 99,62 %) Schweizer Bürger. Bei der letzten Volkszählung waren es gar 100 %.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2023 betrugen: SVP 69,2 % (−7,0 %), EDU 10,8 % (+6,0 %), SP 6,2 % (−0,1 %), EVP 3,5 % (−1,6 %), SD 2,6 % (+2,5 %), Mitte 2,4 % (−1,8 %), GPS 2,2 % (+0,9 %), glp 1,7 % (+0,5 %), FDP 0,4 % (+0,1 %).[5]
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Wachseldorn gibt es seit 1832 eine Schule. Im heutigen Bau von 1957 befinden sich der Kindergarten sowie die 1. und 2. Klasse. Von der 3. bis 6. Klasse besuchen die Kinder der Gemeinde die Schule Badhaus in Buchholterberg, danach die Sekundarschule im Oberstufenzentrum Unterlangenegg. Bis 1995 wurden mit Unterbrüchen auch Mittelschulklassen in Wachseldorn geführt.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort ist durch die Buslinie 42 (Thun–Süderen–Heimenschwand) der STI an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.
Der Ortsteil Süderen liegt an der Schallenbergstrasse von Steffisburg ins Entlebuch, der Ortsteil Wachseldorn-Dorf dagegen an der Strasse Süderen–Bleiken–Oberdiessbach resp. Süderen–Fahrni–Steffisburg. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind Thun-Nord und Kiesen an der A6.
Abwasser
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Reinigung des Abwassers wurde die Gemeinde an die ARA Thunersee in der Uetendorfer Allmend angeschlossen.[6]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Michael Bieri (* 2004), gewann an den Worldskills 2024 in Lyon die Goldmedaille als Zimmermann, an den EuroSkills 2023 die Silbermedaille
- Johannes Itten (1888–1967), Maler und Kunstpädagoge, geboren in Süderen-Linden
- Michael Schüppach (1707–1781), «Wunderdoktor», verbrachte ab ca. 1725 eine zweijährige Lehrzeit beim Wundarzt Daniel Fuhrer in Wachseldorn
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anne-Marie Dubler: Wachseldorn. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Geschichte der Schule von Wachseldorn von K. Gugger
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Nationalratswahlen 2023. Wachseldorn. Bundesamt für Statistik, 22. Oktober 2023, abgerufen am 29. Januar 2025.
- ↑ Das Einzugsgebiet der ARA Thunersee. In: arathunersee.ch. Abgerufen am 16. Juli 2022.


