Seclin

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Seclin
Wappen von Seclin
Seclin (Frankreich)
Seclin
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Nord
Arrondissement Lille
Kanton Chef-lieu der Kantone Seclin-Nord und Seclin-Sud
Koordinaten 50° 33′ N, 3° 2′ O50.5483333333333.029444444444427Koordinaten: 50° 33′ N, 3° 2′ O
Höhe 19–47 m
Fläche 17,42 km²
Einwohner 12.333 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 708 Einw./km²
Postleitzahl 59113
INSEE-Code
Website www.ville-seclin.fr

Seclin ist eine französische Gemeinde im Département Nord in der Region Nord-Pas-de-Calais südlich von Lille. Seclin hat 12.333 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) und ist Verwaltungssitz der Kantone Seclin-Nord und Seclin-Sud.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Umgebung von Seclin und im ganzen Pas-de-Calais gibt es viele Orte, die an den Ersten Weltkrieg erinnern, unter anderem große Soldatenfriedhöfe und Monumente.[1] Bei Seclin gibt es eine gut erhaltene Festung, das Fort de Seclin.

Auf Anraten des Generals und Militäringenieurs Séré de Rivières wurden ab 1871 - nach dem Deutsch-Französischer Krieg, den Frankreich schnell verlor - zwischen Nizza und Dünkirchen 400 Festungen erbaut. Diese neue Verteidigungsstruktur sollte Frankreich als Abschreckung gegen mögliche Angriffsbestrebungen des Deutschen Reiches dienen.

Die Festung von Lille gehörte zusammen mit der Festung von Maubeuge zu den wichtigsten Punkten des Verteidigungssystems an der französisch-belgischen Grenze. Lille und ihre Zitadelle war von sechs Festungen, 13 Verbindungsbauten und zwei Geschützhäusern umgeben. Auch das Fort von Seclin gehörte zu diesem Bollwerk.

88 km [2] südöstlich von Lille liegt die Festung Maubeuge. Die Armee des Deutschen Kaiserreichs - sie war am 4. August 1914 gemäß dem Schlieffen-Plan im neutralen Belgien einmarschiert - erreichte die Festung am 28. August 1914 und begann sofort, sie zu belagern. Am 8. September 1914 kapitulierte Maubeuge. Die Festung bestand aus Mauerwerk; dieses konnte den modernen Artilleriegranaten (Hohlladung, die beim Aufprall explodiert) nicht standhalten:

Um 1890 kamen Brisanzgranaten auf; diese waren mit einem brisanten Sprengstoff gefüllt. Sie hatten erhebliche Auswirkungen auf die Kriegsführung, da klassische Festungsanlagen mit Wällen aus Mauerwerk und Erde den neuen Granaten nicht widerstehen konnten.

Aus diesem Grund erklärten die Franzosen Lille am 1. August 1914 zur offenen Stadt.

„Die französische Armee verzichtete darauf, eine Stadt mit veralteten und seit 1910 deklassierten Festungsanlagen zu verteidigen. Deutsche und französische Soldaten zogen hier nacheinander durch, ohne dass es zu irgendwelchen Kampfhandlungen kam.“

Am 3. Oktober 1914 entschlossen die Franzosen sich dann aber doch zur Verteidigung von Lille. Die Stadt wurde von den Deutschen daraufhin - insbesondere um das Bahnhofsviertel herum - so stark beschossen, dass sie am 13. Oktober kapitulieren musste. Die noch intakten Festungen wie das Fort von Seclin dienten den deutschen Besatzern als Kasernen oder Munitionsdepots.[3]

1996 erwarb eine Familie das Fort, um es zu restaurieren und zu erhalten. Heute beherbergt es ein Artilleriemuseum mit vielen deutschen, britischen und französischen Ausstellungsstücken.[4]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.wegedererinnerung-nordfrankreich.com
  2. Landweg, etwa 80 km Luftlinie
  3. http://www.wegedererinnerung-nordfrankreich.com: Seclin – Das Fort de Seclin
  4. www.fortseclin.com

Weblinks[Bearbeiten]