Zudausques

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Zudausques
Wappen von Zudausques
Zudausques (Frankreich)
Zudausques
Region Hauts-de-France
Département Pas-de-Calais
Arrondissement Saint-Omer
Kanton Lumbres
Gemeindeverband Pays de Lumbres
Koordinaten 50° 45′ N, 2° 9′ OKoordinaten: 50° 45′ N, 2° 9′ O
Höhe 34–128 m
Fläche 7,24 km2
Einwohner 890 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 123 Einw./km2
Postleitzahl 62500
INSEE-Code

Mairie Zudausques

Zudausques (ndl.: "Zuidauzeke"[1]) ist eine französische Gemeinde mit 890 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pas-de-Calais in der Region Hauts-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Saint-Omer und zum Gemeindeverband Pays de Lumbres.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Zudausques liegt am Südwestrand Französisch-Flanderns im äußersten Norden Frankreichs, etwa 30 Kilometer südöstlich von Calais und damit im unmittelbaren Hinterland der Kanalküste. Das flache Gebiet der Gemeinde weist ein leichtes Gefälle von Südwesten nach Nordosten auf (mit 128 m über dem Meer wird in der Südwestecke der Gemeinde der höchste Punkt erreicht). Das plateauartige Gelände wird von bis zu 50 m tiefen Langen Trockentälern unterbrochen, die nach Nordosten auslaufen. Charakteristisch für das 7,24 km² große Gemeindeareal ist das Fehlen jeglicher fließender oder stehender Gewässer, was am porösen Kalksteinuntergrund liegt. Eine dünne Lehmschicht sorgt dennoch für gute landwirtschaftliche Erträge. Das versickerte Niederschlagswasser kommt nordöstlich von Zudausques wieder zutage und mündet in die sumpfige Niederung der Aa. Die völlig waldlose Landschaft wird von Äckern und Wiesen geprägt, deren Grenzen häufig durch Hecken markiert sind. Das Gemeindeareal von Zudausques ist Teil des Regionalen Naturpark Caps et Marais d’Opale (Parc naturel régional des Caps et Marais d’Opale).

Neben dem aufgelockerten Siedlungsbild des Kernortes liegen im Gemeindegebiet von Zudausques die Ortsteile und Weiler Adsoit, Audenthun, Cormette, Leuline, Liheuse und Noircarme.

Nachbargemeinden von Zudausques sind Moringhem (ndl.: Moringem)im Norden, Tilques (ndl.: Tilleke) im Nordosten, Tatinghem (ndl.: Tatingem) im Osten, Leulinghem im Süden sowie Quelmes (ndl.: Kelmes) im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 850 taucht der Ort erstmals in einer schriftlichen Quelle als Elciaco auf. Nach zahlreichen Änderungen der Schreibweise in den folgenden Jahrhunderten ist die heutige Schreibweise Zudausques erst seit 1820 etabliert. Die Vorsilbe Zud stammt wie Zut und Zuyt aus dem Westflämischen und steht für Süd. Das Pendant zu Zudausques ist die zwölf Kilometer nordwestlich gelegene Gemeinde Nordausques.

Die Bewohner waren im 9. und 10. Jahrhundert Untertanen der Herren von Noircarme, an deren Existenz heute noch ein gleichnamiger Ortsteil erinnert. Einer der Nachfahren dieses Herrscherhauses – Alexander Louis Theodore Hypolite von Noircarme – war 1825 der Begründer der Glas- und Kristallmanufaktur im nahegelegenen Arques. Einige Lehen in der Dorfmitte gehörten anderen Familien, zu denen auch die Herren von Dausque bzw. D’Ausque zählten, was maßgeblich für die Entwicklung des Ortsnamens war. Das Dorf Zudausques lag nahe der Römerstraße „Leulène“ von Thérouanne nach Sangatte am Ärmelkanal. In der Gemarkung Longueborne des Ortsteils Leuline zeugt heute noch ein Leugenstein von der Bedeutung dieser Straße. Die Blütezeit der Leulène lag zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert als Teil der Via Francigena und Pilgerweg von Canterbury nach Rom. Nach dem Niedergang des Hafens Sangatte zugunsten der Stadt Calais wurde die Straße verlegt.

Im Ortsteil Liheuse sind die Ruinen einer deutschen V1-Abschussrampe aus dem Jahr 1944 erhalten.

Durch Königlichen Erlass vom 17. April 1822 wurde das Kirchdorf Cormette nach Zudausques eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Audomar
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 380 365 356 423 513 618 763 890

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche St. Audomar (Église Saint-Omer) aus dem 12. Jahrhundert
  • Kirche St. Folquin (Église Saint-Folquin) im Ortsteil Cormette aus dem 16. Jahrhundert
  • Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert
  • Der Bauernhof der alten Burg in Noircarme ist noch erhalten, die Burg selbst wurde während des Hundertjährigen Krieges zerstört

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft spielt mit neun Betrieben nach wie vor eine wichtige Rolle in Zudausques (Getreideanbau, Milchviehhaltung). Daneben gibt es kleinere Dienstleistungsunternehmen inklusive mehrere Restaurants.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autoroute A26 (TroyesReimsCalais) streift den Süden des Gemeindegebietes von Zudausques (die nächste Auffahrtmöglichkeit besteht nahe Wisques). Von Zudausques führen weitere Straßenverbindungen nach Boisdinghem, Moringhem, Leulinghem, Quelmes und Saint-Omer. Der Bahnknotenpunkt Saint-Omer ist etwa zehn Kilometer von Zudausques entfernt.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. De Nederlanden in Frankrijk, Jozef van Overstraeten, 1969

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zudausques – Sammlung von Bildern