Stepanakert

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Stepanakert
Ստեփանակերտ
Xankəndi
Wappen

Wappen

Staat Aserbaidschan / Republik Bergkarabach (de facto)
Koordinaten 39° 49′ N, 46° 45′ O39.81527777777846.751944444444813Koordinaten: 39° 49′ N, 46° 45′ O
Höhe 813 m
Fläche 25,66 km²
Einwohner 49.300 (2005)
Bevölkerungsdichte 1.921,3 Einw./km²
Zeitzone UTC+4
Vorwahl +374 47 (9)
Website http://www.stepanakert.am/
Stepanakert (Aserbaidschan/Republik Bergkarabach)
Stepanakert
Stepanakert
Hauptstraße der Stadt
Straße der Befreier (Prospekt Azatamartikneri)
Armenisches Denkmal „Wir sind unsere Berge

Stepanakert (armenisch Ստեփանակերտ, russisch Степанакерт) oder Xankəndi (aserbaidschanisch, auch Xankändi) ist die Hauptstadt der Republik Bergkarabach, einer zwischen Armenien und Aserbaidschan umstrittenen Region (bis 1991 zur Aserbaidschanischen SSR).

Name[Bearbeiten]

Im Mittelalter hieß die Stadt nach armenischen Quellen Vararakn, 1847 wurde sie in Xankəndi (andere Umschriften Xankändi, Khankendi, Chankendi oder Hankendi) umbenannt. Die aserbaidschanische Bezeichnung Xankəndi setzt sich aus alttürkischen Wortbestandteilen zusammen. In der aserbaidschanischen/türkischen Sprache bedeutet xan „Khan“ und kənd bedeutet „Dorf“. Der Begriff lässt sich somit als „Dorf des Khans“ deuten.[1] 1923, in sowjetischer Zeit, erhielt sie den Namen Stepanakert (nach Stepan Schahumjan).

Geschichte[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert wurde Xankəndi durch den Khan von Karabach gegründet. An Stelle des vorherigen Dorfes Xankəndi wurde nach der Oktoberrevolution eine neue Stadt gegründet, die den Namen Stepanakert erhielt, benannt nach dem armenischen Kommunisten Stepan Schahumjan[1], der 1918 im russischen Bürgerkrieg von britischem Militär in Baku erschossen worden war.

Stepanakert wurde 1923 Hauptstadt des Autonomen Gebietes Bergkarabach, das innerhalb der Aserbaidschanischen SSR gegründet wurde.

Im Zuge des ab 1988 eskalierenden Bergkarabachkonflikts proklamierte der Nationalrat von Bergkarabach im September 1991 die Unabhängigkeit der Republik Bergkarabach mit Stepanakert als Hauptstadt. Am 26. November entzog Aserbaidschan Bergkarabach den Autonomiestatus und begann mit dem Raketenbeschuss Stepanakerts.[2] Durch die Einnahme von Şuşa 1992 wurde der aserbaidschanische Beschuss der Stadt beendet.

Die Unabhängigkeit der Republik Bergkarabach von Aserbaidschan wurde international nicht anerkannt. Die Gebietshauptstadt wird weiterhin als zu Aserbaidschan zugehörig angesehen, welches statt Stepanakert den Namen Xankəndi verwendet.

Stepanakert ist heute Sitz mehrere Universitäten, darunter der Staatlichen Universität Arzach. Der 2011 wiedereröffnete Flughafen Stepanakert befindet sich nahe Chodschali.

Einwohner[Bearbeiten]

Die Stadt hatte 2009 laut aserbaidschanischen Angaben 55.000 Einwohner,[3] nach dem bergkarabachischen Zensus von 2005 waren es 49.300. In der Stadt leben fast ausschließlich Armenier, die Aserbaidschaner sind wegen des Konflikts geflohen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Sersch Sarkissjan, seit 2008 Präsident Armeniens.
  • Robert Kotscharjan, der erste Präsident der Republik Bergkarabach, 1998 bis 2008 Präsident Armeniens.
  • Andre, armenischer Sänger, der Armenien beim Eurovision Song Contest 2006 vertrat

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stepanakert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rau Johannes: Der Berg-Karabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan. Verlag Dr. Köster, 2007, S. 34, ISBN 978-3-89574-629-1.
  2. Eva-Maria Auch: Berg Karabach – Krieg um den „schwarzen Garten“. In: Marie-Carin von Gumppenberg, Udo Steinbach (Hrsg.): Der Kaukasus – Geschichte-Kultur-Politik. Verlag C.H. Beck, München 2010 (2. Auflage).
  3. Aserbaidschanische Statistikbehörde