Aßling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt Aßling in Oberbayern. Weitere Bedeutungen finden sich unter Aßling (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aßling
Aßling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aßling hervorgehoben
47.992512.006111111111489Koordinaten: 48° 0′ N, 12° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Aßling
Höhe: 489 m ü. NHN
Fläche: 31,38 km²
Einwohner: 4302 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 85617,
83565 (Ast)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08092
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 112
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 1
85617 Aßling
Webpräsenz: www.assling.de
Bürgermeister: Hans Fent (Freie Wähler/Grüne/SPD)
Lage der Gemeinde Aßling im Landkreis Ebersberg
Pliening Poing Vaterstetten Zorneding Oberpframmern Egmating Markt Schwaben Forstinning Anzing Anzinger Forst Ebersberger Forst (gemeindefreies Gebiet) Eglhartinger Forst Hohenlinden Steinhöring Frauenneuharting Emmering (Landkreis Ebersberg) Aßling Baiern (Landkreis Ebersberg) Glonn Kirchseeon Ebersberg Grafing bei München Moosach Bruck (Oberbayern) Landkreis Erding Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Rosenheim München München Landkreis München Landkreis RosenheimKarte
Über dieses Bild
Rathaus

Aßling ist eine etwa 4.300 Einwohner zählende Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Ebersberg und gehört zur Region München. Zusammen mit den Gemeinden Emmering und Frauenneuharting bildet sie die etwa 7.300 Einwohner zählende Verwaltungsgemeinschaft Aßling.

Geographie[Bearbeiten]

Aßling liegt im oberbayerischen Voralpenland und wird vom Flüsschen Attel durchflossen. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsbereich der etwa 40 km entfernten Landeshauptstadt München direkt an der Bahnstrecke München–Rosenheim mit eigener Bahnstation. Nach Grafing sind es 7 km, nach Ebersberg 11 km, nach Wasserburg am Inn 23 km und nach Rosenheim 20 km. Allerdings gibt es in der Umgebung von Aßling keine Schnell- oder Bundesstraßen.

Zur Gemarkung Aßling gehören die Orte Aßling, Lorenzenberg, Dorfen und Loitersdorf.

Eine Besonderheit ist, dass sich nördlich von Aßling der 48. nördliche Breitengrad und der 12. östliche Längengrad schneiden. Diese Stelle ist mit einem Findling markiert.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau ein sechsspeichiges silbernes Rad, beiderseits und unten begleitet von je einer silbernen Blume mit goldenem Butzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Aßling wurde am 18. September 778 als Azzalinga erstmals urkundlich erwähnt.

Auf dem Büchsenberg stand eine Burg, von der heute jedoch nur noch der Burgstall erhalten ist.

Hauptartikel: Burg Aßling

Der Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben des Kurfürstentums Bayern. Aßling war Sitz einer Hauptmannschaft. Durch das zweite Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige Gemeinde mit den Ortsteilen Adelpolt, Ametsbichl, Aßling, Ast, Bichl, Haar, Holzen, Längholz, Langkofen, Martermühle, Niclasreuth, Obstädt, Osterwald, Pörsdorf, Pürzelberg, Rammel, Sixtenreit, Sonnenreit, Steinkirchen, Stelzenreit, Tegernau, Thaldorf und Wollwies.

Im 10. Jahrhundert marschierten ungarische und im 17. Jahrhundert schwedische Truppen ins Atteltal nach Aßling ein.

Während des Zweiten Weltkrieges fielen auch in Aßling Bomben. Am 20. und 21. April 1945 wurden der Bahnhof, die Bahnstrecke, sowie Teile des Bahnhofsviertels bombardiert.

Am 2. Mai 1945 marschierten US-Truppen in Aßling ein, ohne jedoch Zerstörung zu hinterlassen.

Am 16. Juli 1945 kam es auf der Bahnstrecke München–Rosenheim bei Aßling zu einem schweren Zugunglück. Auf einen wegen eines Lokschadens auf der Strecke liegen gebliebenen Zug fuhr ein Güterzug auf. Es waren 102-106 Tote zu beklagen.

Hauptartikel: Eisenbahnunfall von Aßling

1978 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die ehemals eigenständige Gemeinde Loitersdorf mit den Ortschaften Dorfen, Hochreit, Lorenzenberg, Loitersdorf, Ober- und Untereichhofen, Pfadendorf, Hainza, Pausmühle, Setzermühle und Siglmühle an die Gemeinde Aßling angegliedert.

Die vollständige Kanalisierung Aßlings wurde Mitte der 1960er Jahre in Angriff genommen. 1976 ging eine vollbiologische Kläranlage in Betrieb.

Am 1. Mai 1979 wurde Aßling zum Kleinzentrum im Sinne des Bayerischen Landesentwicklungsprogramms ernannt.

Von 1964 bis in die 1990er Jahre hinein wurde westlich von Aßling durch die Preussag AG Erdöl gefördert. Am nahe gelegenen Bahnhof Aßling wurde eine Ölverladestation errichtet. Nach der Einstellung der Erdölförderung wurden sowohl die Ölverladestation als auch die Förderanlagen abgerissen. Auf dem ehemaligen Fördergelände wurde ein Gewerbegebiet eingerichtet, welches heute in Anlehnung an die Erdölförderung den Namen Am Ölfeld trägt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1946 1961 1978 1979 [Anm. 1] 1989 1999 2005 2009 2010 2011 2012 2013 [Anm. 2]
Einwohner 744 905 960 1.254 1.260 1.926 2.101 2.440 3.117 3.536 4.031 4.282 4.304 4.299 4.293 4.302 4.316
  1. Der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1978 und 1979 ist auf die Eingemeindung der bis dahin eigenständigen Gemeinde Loitersdorf zurückzuführen.
  2. Stand 30. Juni 2013.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2008[2]
Wahlbeteiligung: 57,0 %
 %
40
30
20
10
0
37,1 %
24,5 %
14,6 %
12,9 %
10,9 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der letzten Gemeinderatswahl am 2. März 2008 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderats folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister war bis zu seinem Tod am 20. Mai 2013 Werner Lampl (CSU). Aufgrund des Ausscheidens seines Amtsvorgängers aus gesundheitlichen Gründen war Lampl im Jahr 2004 ohne gleichzeitige Kommunalwahl gewählt worden. Am 26. September 2010 war Lampl mit 66,77 % der Stimmen erneut zum Bürgermeister gewählt worden. Der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen, der Landesschatzmeister der bayerischen Grünen, Benedikt Mayer, hatte 33,23 % der Stimmen erhalten.[3] Franz Hilger ist zweiter und Ernst Sporer-Fischbacher dritter Bürgermeister. Nach dem Tod Lampls führte der stellvertretende Bürgermeister Franz Hilger (CSU) dessen Amt kommissarisch weiter.[4] Seit dem 22.September 2013 ist Hans Fent (Freie Wähler/Grüne/SPD) erster Bürgermeister von Aßling.[5]

1. Bürgermeister der Gemeinde Aßling seit 1882[Bearbeiten]

  • 1882–1888: Bartholomäus Maier
  • 1888–1899: Friedrich Kappelsberger
  • 1899–1919: Josef Heilmann
  • 1919–1929: Josef Maierbacher
  • 1929–1935: Franz Heilmann
  • 1935–1945: Michael Rottmayr
  • 1945–1948: Leonhard Ampletzer
  • 1948–1960: Gregor Mayr
  • 1960–1972: Michael Rottmayr
  • 1972–1996: Hans Lebmeier
  • 1996–2004: Johann Kastenmüller
  • 2004–2013: Werner Lampl († 20. Mai 2013, CSU)
  • seit 2013: Hans Fent (Freie Wähler/Grüne/SPD)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 11, im produzierenden Gewerbe 182 und im Bereich Handel und Verkehr 122 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 159 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.240. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 9 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 97 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1720 ha. Davon waren 480 ha Ackerfläche und 1240 ha Dauergrünfläche.

Aßling verfügt über zwei Gewerbegebiete. Das Gewerbegebiet Am Schwartlinggraben wurde in den 1980er Jahren eingerichtet. Später dann, in den 1990er Jahren, wurde das Gewerbegebiet Am Ölfeld eingerichtet.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Aßling (Oberbay)

Durch Aßling verläuft die Bahnstrecke München–Rosenheim, an der sich der Bahnhof Aßling (Oberbay) befindet.

Die Hauptstrecke von München über Grafing nach Rosenheim wurde am 15. Oktober 1871 eröffnet, wobei auch in Aßling ein Bahnhof eingerichtet wurde. Ab dem 1. Oktober 1893 war die Strecke von München bis Aßling und am 1. Mai 1894 auch zwischen Aßling und Rosenheim zweigleisig befahrbar. Bis zum 12. April 1927 wurde die Strecke elektrifiziert.[6]

Der Bahnhof Aßling besitzt zwei an Seitenbahnsteigen liegende Bahnsteiggleise sowie ein bahnsteigloses Gleis für die ohne Halt durchfahrenden Züge in Richtung Rosenheim. Heute wird Aßling im Stunden- oder Zweistundentakt von Regional-Express-Zügen zwischen München und Salzburg bedient. In der Hauptverkehrszeit fahren zusätzliche Regionalbahnen zwischen München und Rosenheim oder Kufstein. Das Empfangsgebäude wird von der Deutschen Bahn nicht mehr benutzt und ist nicht mehr zugänglich.

Seit dem 15. Dezember 2013 wird die Bahnstrecke München – Rosenheim – Kufstein, von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) betrieben, welche Züge der Marke Meridian einsetzt. Der Bahnhof von Aßling wird mindestens im Stundentakt und in der Hauptverkehrszeit sogar alle 30 Minuten bedient.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 existierten folgende Einrichtungen:

  • Die Grund- und Hauptschule Aßling mit etwa 30 Lehrern und 500 Schülern.
  • Drei Kindergärten: Der Kindergarten St. Georg (seit 2011 im neuen Gebäude am Mitterweg), der AWO-Kindergarten Villa Kunterbunt und der Kindergarten Berger Spatzennest.
  • Die Musikschule VHS Ebersberg.
  • Die Gemeindebücherei, welche über einen Bestand von ca. 6000 Büchern verfügt.

Religionen[Bearbeiten]

Neben einer katholischen existiert auch eine protestantische Gemeinde.

Die größte katholische Kirche, die St.-Georg-Kirche befindet sich im Zentrum Aßlings. Außerdem existieren in der Gemeinde Aßling noch zwei weitere Filialkirchen des Pfarrverbandes Aßling in Holzen und Niclasreuth.

Ein evangelisches Gemeindehaus befindet sich ebenfalls in Aßling.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Rathaus
  • Pfarrkirche St. Georg
  • Aussichtspunkt auf dem Büchsenberg
  • Findling, welcher die Schnittstelle zwischen dem 48. nördlichen Breitengrad und dem 12. östlichen Längengrad markiert

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Sonnwendfeuer
  • Skapulierfest
  • Gemeindesportfest
  • Bürgerfest
  • Nachtflohmarkt
  • Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Der Schauspieler und Schlagersänger Rex Gildo (1936–1999) wohnte einige Jahre in der Gemeinde Aßling.
  • Der Maler und Architekt Franz Holper (1862–1935) lebte von 1919 bis 1924 in der Gemeinde Aßling.

Fotos[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gottfried Mayr: Ebersberg – Gericht Schwaben (Historischer Atlas von Bayern, Altbayern 48), München, 1989, S. 285–287
  • Hans Lebmeier: Aßling – auf dem Weg ins 20. Jahrhundert, Aßling, 1995, S. 338–351, S. 458–459 und S. 461–464, ISBN 3-89570-069-X
  • Verwaltungsgemeinschaft Aßling: Bürgerinformation – 3. Auflage 2003, Aßling, 2003, S. 8–13
  • Verwaltungsgemeinschaft Aßling: Bürgerinformation – 4. Auflage 2009, Aßling, 2009, S. 11–15 und S. 27

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=175&suchbegriff=1
  3. SPD-Ortsverein Aßling
  4. tz.de: Bürgermeister Werner Lampl ist tot, abgerufen am 27. März 2014
  5. Aßling hat gewählt: Fent neuer Bürgermeister merkur-online
  6.  Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aßling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien