Ebersberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ebersberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ebersberg
Ebersberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ebersberg hervorgehoben
48.08333333333311.966666666667558Koordinaten: 48° 5′ N, 11° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Höhe: 558 m ü. NHN
Fläche: 40,84 km²
Einwohner: 11.469 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 281 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85560
Vorwahl: 08092
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 115
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienplatz 1
85560 Ebersberg
Webpräsenz: www.ebersberg.de
Bürgermeister: Walter Brilmayer (CSU)
Lage der Stadt Ebersberg im Landkreis Ebersberg
Pliening Poing Vaterstetten Zorneding Oberpframmern Egmating Markt Schwaben Forstinning Anzing Anzinger Forst Ebersberger Forst (gemeindefreies Gebiet) Eglhartinger Forst Hohenlinden Steinhöring Frauenneuharting Emmering (Landkreis Ebersberg) Aßling Baiern (Landkreis Ebersberg) Glonn Kirchseeon Ebersberg Grafing bei München Moosach Bruck (Oberbayern) Landkreis Erding Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Rosenheim München München Landkreis München Landkreis RosenheimKarte
Über dieses Bild

Ebersberg ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern. Der nördlich von Ebersberg liegende Ebersberger Forst ist eines der größten zusammenhängenden Waldstücke Deutschlands.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Ebersberg befindet sich am Übergang vom hügeligen Alpenvorland zur Münchner Schotterebene rund 33 km östlich der Landeshauptstadt München, die mit S-Bahn (S4), Regionalbahn und über die B 304 zu erreichen ist. Ebersberg liegt 28 km südlich von Erding, 32 km nördlich von Rosenheim, 20 km westlich von Wasserburg, das mit dem Filzenexpress und auf der B 304 zu erreichen ist, sowie 40 km vom Flughafen München entfernt.

Nachbargemeinden

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemalige Klosterkirche St. Sebastian

Die Geschichte Ebersbergs ist eng mit dem 934 von den Grafen von Sempt-Ebersberg (Burg Ebersberg) gegründeten Benediktiner-Kloster Ebersberg verbunden. Seit dem 14. Jahrhundert übte in Ebersberg die Klosterhofmark die niedere Gerichtsbarkeit aus. 1595 wurde das Benediktinerkloster von Papst Clemens VIII. aufgehoben und die Anlage dem Jesuitenorden übergeben, 1773 übernahm der Malteserorden die Gebäude. Bei der endgültigen Auflösung des Klosters 1808 gingen die Gebäude teils in staatlichen, teils in privaten Besitz über.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Markt Ebersberg einen wirtschaftlichen Aufschwung, dieser war auch durch den schnellen Wiederaufbau, teilweise auch durch Gastarbeiter, nach dem Krieg begründet. Aufgrund des starken Wachstums des Markts in den 1950er Jahren wurde Ebersberg am 12. Juni 1954 zur Stadt erhoben und 1972 an die S-Bahn nach München angeschlossen.[2]

Ebersberg ist die einzige deutsche Stadt, die eine Straße (Valtortagasse) nach einer Kabarettgruppe, der aus Ebersberg stammenden Gruppo di Valtorta, benannte. Die zentrale Ebersberger Kultureinrichtung, das Alte Kino Ebersberg, wird heute von einem Trägerverein betrieben, der seine Wurzeln in ebendieser mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichneten Gruppe hat.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberndorf eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 kamen kleine Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Nettelkofen mit etwa zehn Einwohnern hinzu.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Wahl zum Stadtrat am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 54,38 % zu folgendem Ergebnis:[5]

Partei / Liste Stimmen % Sitze
CSU 43,53 % 10
SPD 19,46 % 5
Grüne 18,78 % 4
Freie Wähler 15,66 % 4
FDP 2,57 % 1
Gegenüber der vorigen Wahl 2008 verlor die CSU einen Sitz, die FDP konnte wieder mit einem Sitz in den Stadtrat einziehen. Weitere Veränderungen in der Zusammensetzung des Gremiums gab es nicht.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold auf grünem Dreiberg am rechten Schildrand aufsteigend ein schwarzer Eber.

Auf der Website der Stadt gibt es eine kurze Zusammenfassung der Geschichte.[6]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Ebersberg

  • Wallfahrtskirche St. Sebastian: Westteil von 1230, Langhaus und Chor stammen aus dem 15. Jahrhundert 1770 bis 1783 wurde die Kirche im Stil des Rokoko umgestaltet. Das Stifterhochgrab aus rotem Salzburger Marmor am Eingang zum Mittelschiff von 1500 stammt aus der Hand von Wolfgang Leb. Weiter erwähnenswert die Sebastianskapelle mit barocken Stuckaturen und das Kopfreliquiar des Heiligen Sebastian von 1450. Der mächtige Turm beherbergt ein für seine Dimensionen verhältnismäßig bescheidenes Geläute in Schlagtonfolge b° - d' - f' - g' - a'.
  • Rathaus: das heutige Rathaus am Marienplatz befindet sich in der einstigen Klostertaverne
  • Die Weiherkette mit dem Egglburger See ist ein beliebtes Ausflugsziel.
  • Der Ebersberger Forst mit seinen vielen Spazierwegen, insbesondere im Wildpark Ebersberg und dessen Wildruhezone.
  • Das Museum Wald und Umwelt auf der Ebersberger Ludwigshöhe mit der angegliederten Umweltstation.[7]


Panorama Ebersberg vom Aussichtsturm oberhalb der Ebersberger Alm auf der Ludwigshöhe

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

In Ebersberg kreuzen sich zwei Hauptverkehrsadern, die in Ost-West-Richtung (München–Ebersberg–Wasserburg–Traunstein–Salzburg) verlaufende B 304 und die regional bedeutsame in Nord-Süd-Richtung verlaufende Staatsstraße 2080 (Erding–Markt Schwaben–Ebersberg–Rosenheim). Die B 304 wird nach jahrzehntelanger Planung und Auseinandersetzung seit 2010 südlich an Ebersberg in einer Ortsumgehung vorbeigeführt. Für den Nord-Süd-Verkehr wird seit 2008 vom Bauamt Rosenheim eine Umgehungsmöglichkeit erarbeitet, um die weiterhin überlasteten, engen Straßen der Ebersberger Innenstadt wirksam zu entlasten. Der Presse war zu entnehmen, dass sowohl eine Ostumfahrung als auch ein rund 800 Meter langer Tunnel in der Stadt als Lösungen in Frage kommen.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Die Stadt Ebersberg liegt an der Bahnstrecke Grafing–Wasserburg, diese wird umgangssprachlich auch Filzenexpress genannt und verläuft südlich des Stadtzentrums. Die Bahnstrecke nach Grafing wurde am 6. November 1899 in Betrieb genommenen, der damalige Endpunkt war Ebersberg. Die Verlängerung nach Wasserburg wurde erst am 27. September 1903 in Betrieb genommen. Im Jahr 1905 wurde der Bahnhof Ebersberg von drei täglichen Zugpaaren bedient. Neben dem Bahnhof Ebersberg lagen die Haltepunkte Oberndorf bei Ebersberg und Neuhausen im Stadtgebiet, heute wurden diese Haltepunkte stillgelegt. Da in den 1960er Jahren beschlossen wurde, die stark nachgefragte Strecke von Grafing nach Ebersberg in das Netz der S-Bahn München aufzunehmen, wurde die Bahnstrecke bis Ebersberg im Jahr 1969 elektrifiziert. Die S-Bahn nahm im Jahr 1972 ihren Betrieb auf, damals fuhren die S-Bahnen im 40-Minutentakt von München über Grafing weiter nach Ebersberg.[8][9][10] Um 2000 wurde der Bahnhof modernisiert, die Bahnsteige wurden auf eine Höhe von 96 Zentimetern für die S-Bahn und auf eine Höhe von 76 Zentimetern für die Regionalbahnen angehoben. Der Bahnhof verfügt heute über zwei Gleise, die an einem Mittelbahnsteig liegen. Gleis 1 ist ein Stumpfgleis in Richtung Grafing, welches nur von den S-Bahn-Zügen genutzt wird. Gleis 2 wird vom Filzen-Express und von den S-Bahnen genutzt. Das Bahnhofsgebäude ist bis heute erhalten geblieben, im Gebäude befindet sich heute ein Service Store der Deutschen Bahn.[11]

Der Bahnhof Ebersberg wird heute im 20/40-Minutentakt von Zügen der S-Bahn-Linie S4 bedient. Diese verbinden Ebersberg mit Grafing, Kirchseeon, Zorneding, Haar, München, Fürstenfeldbruck, Buchenau, Grafrath und Geltendorf. Zusätzlich zum 20 bis 40-Minuten-Takt der S-Bahn verkehrt außerdem der so genannte Filzenexpress im Zweistundentakt zwischen Wasserburg und Grafing. In der Hauptverkehrszeit werden die Züge des Filzen-Express von Ebersberg über Grafing Stadt und München Ost weiter zum Münchner Hauptbahnhof geführt. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) plant nach dem derzeit stattfindenden Ausbau des Filzenexpress mehr Zugleistungen auf der Strecke zu bestellen, sodass ein Stundentakt möglich werden könnte.[12]

Busverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt Ebersberg liegt im Verbundgebiet des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Die Stadt besitzt neben dem Anschluss an das S-Bahn und Regionalverkehrsnetz des Verkehrsverbunds auch einen Anschluss an das Busnetz. Im Stadtgebiet von Ebersberg verkehren derzeit (Stand Februar 2013) sechs Buslinien. Davon gehören fünf Linien zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund und zwei weitere zur Regionalverkehr Oberbayern (RVO), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, diese Busse sind aber auch mit Fahrscheinen des Verkehrsverbunds nutzbar. Im Stadtgebiet von Grafing verkehren derzeit folgende Buslinien:

  • 442: Grafing BahnhofGrafing Stadt – Ebersberg – Kirchseeon – Eglharting – Buch
  • 445: Ebersberg – HohenlindenPaststettenForsternWörthErding
  • 446: Ebersberg – ForstinningAnzingMarkt Schwaben (am Wochenende Rufbus 4460)
  • 449: Ebersberg – Hohenlinden – Forstern – Forstinning – Anzing – Markt Schwaben – Pliening – Poing (Rufbus, nur Montag bis Freitag, am Wochenende Rufbus 4460)
  • 4460: Ebersberg – Hohenlinden – Forstern – Forstinning – Anzing – Markt Schwaben – Pliening – Poing (Rufbus, nur am Wochenende)
  • 9421: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg – Tulling – Forsting – Brandstätt – Reitmehring – Wasserburg (nur bis Tulling im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Ebersberg geboren[Bearbeiten]

Im Ort tätig oder gelebt[Bearbeiten]

  • Ernst von Gagern (1807–1865), einflussreicher katholischer Priester; in den 1830er Jahren als Cooperator in Ebersberg tätig.
  • Josef Wintrich (1891–1958), Jurist, zweiter Präsident des Bundesverfassungsgerichts (1954–1958); war ab 1933 Oberamtsrichter in Ebersberg. 1981 Umbenennung der Ebersberger Realschule in Dr.-Wintrich-Schule.
  • Jürgen Vocke (* 1943), Jurist, Jagdfunktionär, Landespolitiker und Abgeordneter des Bayerischen Landtags (CSU)

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Martin Guggetzer (1872–1950), kath. Pfarrer, wurde 1946 geehrt
  • Manfred Bergmeister (* 1927), Kunstschmied und Gründungsmitglied der Akademie Handwerk München, Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Bayerischen Verdienstordens, geehrt 1997

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Beck: Ebersberg oder das Ende der Wildnis. Eine Landschaftsgeschichte. Beck, München 2003, ISBN 3-406-51000-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ebersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geschichte der Stadt Ebersberg auf der Webseite der Stadt. In: ebersberg.de. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 572.
  5. Ebersberg, Ergebnis Stadtratswahl 2014. 2014. Abgerufen am 10. Juli 2014.
  6. Geschichte der Stadt Ebersberg auf der Website der Stadt. In: ebersberg.de. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  7. Webseite des Museums für Wald und Umwelt. In: museumwaldundumwelt.de. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  8.  David Hruza, Pro Bahn (Hrsg.): 100 Jahre Bahnlinie Wasserburg–Ebersberg. Pro Bahn Verlag und Reisen GmbH, München 2005, ISBN 3-9809568-4-9.
  9.  Stadt Ebersberg, Stadt Grafing (Hrsg.): 100 Jahre Lokalbahn Grafing–Ebersberg 1899–1999. Verlag Lutz Garnies, Neukeferloh 1999, ISBN 3-926163-17-8.
  10.  Martin Geiger, Heimatverein (Historischer Verein) e. V. für Wasserburg und Umgebung (Hrsg.): Dampfroß ohne Feuer – Ein Eisenbahnbau in Oberbayern (Heimat am Inn, Band 3). Die Bücherstube Leonhardt, Wasserburg am Inn 1982, ISBN 3-922310-14-1.
  11.  Reinhard Pospischil, Ernst Rudolph: S-Bahn München. Alba, Düsseldorf 1997, ISBN 3-87094-358-0.
  12. Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft. Zeil: „Attraktiverer Fahrplan für Pendler aus Wasserburg“. In: stmwivt.bayern.de. 2009. Abgerufen am 20. Februar 2013.