Grafing bei München
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Ebersberg | |
| Höhe: | 522 m ü. NN | |
| Fläche: | 29,57 km² | |
| Einwohner: |
12.940 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 438 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 85567 | |
| Vorwahl: | 08092 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EBE | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 75 122 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 28 85567 Grafing |
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| Webpräsenz: | ||
| Erster Bürgermeister: | Rudolf Heiler (FW) | |
| Lage der Stadt Grafing b.München im Landkreis Ebersberg | ||
Grafing bei München (amtlich: Grafing b.München, früher auch: Grafing am Gries) ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Ebersberg. Sie feierte im Jahre 2003 den fünfzigsten Jahrestag der Stadterhebung (1953).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Grafing liegt in der Region München am Zusammenfluss von Urtelbach und Wieshamer Bach zur Attel im Alpenvorland rund 32 km südlich von Erding, 25 km westlich von Wasserburg, 28 km nordwestlich von Rosenheim, 33 km östlich der Landeshauptstadt München und nur 4 km südlich der Kreisstadt Ebersberg. Zum Flughafen München sind es ca. 43 km. Grafing verfügt über einen Anschluss zur S-Bahn, die eine Verbindung mit der Innenstadt Münchens bietet.
Zudem bildet Grafing einen Knotenbahnhof an der Bahnstrecke München–Rosenheim mit Abzweig nach Wasserburg, dem so genannten Filzenexpress, welcher von der Südostbayernbahn bedient wird. Die regelmäßig verkehrenden Regionalzüge zwischen München, Rosenheim und Kufstein bzw. Salzburg halten hier ebenfalls, weshalb Grafing ein beliebter Wohnort von Pendlern ist.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Es existieren folgende Gemarkungen: Elkofen, Grafing b.München, Nettelkofen, Oexing, Straußdorf.
Geschichte [Bearbeiten]
Der 960 als Gisling gegründete Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben des Kurfürstentums Bayern. Unmittelbar benachbart zu Grafing bestand lange Zeit die Gemeinde Oexing, welche am 1. August 1933 nach Grafing eingemeindet wurde.[2] Die Grafinger Pfarrkirche St. Aegidius befand sich auf dem Gemeindegebiet von Oexing. Nach mehreren Abstimmungen übernahm der zusammengewachsene Ort den Namen Grafing.
Ferner besaß Grafing ein Marktgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Von 1923 bis zum 15. Juni 1953 lautete die offizielle Bezeichnung der Gemeinde „Markt Grafing“.[2] Die Stadterhebung erfolgte 1953.
Am 16. Juli 1945 kam es in der Nähe zum Frontalzusammenstoß eines Eisenbahnzuges mit deutschen Kriegsgefangenen mit einem amerikanischen Transportzug mit 50 Panzern. Bei dem Unglück kamen 105 deutsche Kriegsgefangene ums Leben. 95 von ihnen ruhen auf dem Soldatenfriedhof in Oberelkofen.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Elkofen und Straußdorf der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Nettelkofen mit etwas weniger als 1000 Einwohnern eingegliedert.[3]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 9.426, 1987 dann 11.039 und im Jahr 2004 12.493 Einwohner gezählt. 2006 stellte man 12.543 - und 2009 12.761 Einwohner fest. (Stand 31. Dezember)
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister ist Rudolf Heiler (2008 aus der CSU ausgetreten, jetzt Mitglied der Freien Wähler). Der Grafinger Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen: CSU (10 Mitglieder), Grüne (5), SPD (4), Freie Wähler (3), Parteilos (2). Bei der Kommunalwahl 2008 erhielt die CSU 12 Sitze, zwei Stadträte verließen aber später die CSU-Fraktion und sind seitdem parteilos.
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 7.703.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1.654.000 €.
Wappen [Bearbeiten]
Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold ein steigender schwarzer Bär. Der Sage nach soll Kaiser Ludwig der Bayer 1325 Grafing dieses Wappen verliehen haben. Die Grafinger nahmen an der großen Schlacht bei Ampfing zwischen Kaiser Ludwig und dem Herzog Friedrich dem Schönen von Österreich 1322 mit dem Fähnlein auf der Seite des Kaisers teil und kämpften in dieser Schlacht angeblich „wie die Bären“.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
Schulen [Bearbeiten]
- Grundschule Grafing
- Georg-Huber-Mittelschule
- Gymnasium Grafing
- Johann-Comenius-Schule (Sonderpädagogisches Förderzentrum)
- Internat „Landschulheim Elkofen“ in Oberelkofen (ehem. Gymnasium, seit 2009 Realschule)
Weitere Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
- Volkshochschule Grafing
- Musikschule
- Kreisbildungswerk Ebersberg
- Evangelisches Bildungswerk
Verkehr [Bearbeiten]
Straßenverkehr [Bearbeiten]
Die Gemeinde Grafing bei München verfügt über die Münchner Straße beziehungsweise über die Wasserburger Straße einen Anschluss an die Bundesstraße 304. Über diese besteht ein schneller Anschluss in Richtung München beziehungsweise Wasserburg.
Eisenbahn [Bearbeiten]
Durch die Gemeinde Kirchseeon verläuft südlich der Ortsmitte, durch den Ortsteil Grafing Bahnhof, die Bahnstrecke München–Rosenheim. Die Bahnstrecke wurde am 15. Oktober 1871 eröffnet, gleichzeitig ging der Bahnhof Grafing in Betrieb.[5] Aufgrund der wichtigen Bedeutung als Fernverkehrslinie in Richtung Süden und Südosten wurde die Bahnstrecke nach Rosenheim schon 1892 zweigleisig ausgebaut.[6] Zwei Jahre später, am 26. Mai 1894, wurde die Bahnstrecke Grafing–Glonn in Betrieb genommen, diese erschloss aber keine weiteren Ortsteile innerhalb von Grafing. 1897 wurde das östliche Vorortbahnnetz der Stadt München ausgebaut, sodass Grafing bessere Zugverbindungen nach München erhielt. Am 6. November 1899 wurde durch die Bahnstrecke Grafing–Wasserburg eine Eisenbahn zur Ortsmitte von Grafing eingerichtet. Die Strecke wurde allerdings von Ebersberg erst 1903 nach Wasserburg verlängert. Der neu entstandende Bahnhof in der Ortsmitte wurde vorerst Grafing Markt, später Grafing Stadt, genannt.[7] Im Jahr 1927 folgte die Elektrifizierung der Strecke, der Bahnhof Grafing war trotz den zahlreichen Schnellzügen auf der Strecke nur durch einfache Personenzüge sowie durch einige Eilzüge an München und Rosenheim angeschlossen.[8] Seit der Inbetriebnahme des Münchner S-Bahn-Netzes besteht von Grafing Bahnhof aus ein 20-Minutentakt nach München. Der Bahnhof Grafing steht wird bis heute neben den Regionalbahnen auf der Bahnstrecke nach Wasserburg nur von S-Bahnen im 20/40-Minutentakt bedient. In Grafing Bahnhof besteht bis heute durch Regional-Express-Züge eine schnelle Zugverbindung nach München. In Grafing Bahnhof ist zudem noch ein Empfangsgebäude vorhanden. In Grafing Stadt gibt es ein Bahnsteig, in Grafing Bahnhof drei Bahnsteige.[7][9]
Grafing Bahnhof wird heute im 20-Minutentakt von Zügen der S-Bahn-Linie S4, die von Geltendorf über Buchenau, Fürstenfeldbruck, München, Vaterstetten, Zorneding, Kirchseeon, Grafing nach Ebersberg führt (Stand Februar 2013), bedient. Der Haltepunkt Grafing Stadt wird nur im 20/40-Minutentakt bedient, da in Grafing Bahnhof stündlich eine S-Bahn endet. In der Hauptverkehrszeit wird der Takt in Grafing Bahnhof durch einzelne Fahrten der S-Bahn-Linie S6 von Tutzing über Starnberg, München, Zorneding und Kirchseeon nach Grafing Bahnhof verstärkt. Außerdem halten in Grafing Bahnhof stündlich Regional-Express-Züge von Salzburg nach München, diese stellen eine schnellere Verbindung als wie mit den S-Bahnen dar. Die Bahnhöfe Grafing Bahnhof und Grafing Stadt werden zusätzlich noch von der Regionalbahnlinie nach Wasserburg bedient.
Nahverkehr [Bearbeiten]
Die Stadt Grafing liegt im Verbundgebiet des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Die Stadt ist neben den S-Bahn- und Regionalverkehrszügen mit sechs Buslinien an den Verkehrsverbund angeschlossen. Im Stadtgebiet und im Umkreis der Stadt Grafing verkehren fünf Buslinien des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds sowie eine der Regionalverkehr Oberbayern (RVO), eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG. Davon bedienen drei Linien das Stadtzentrum von Grafing. Im Stadtgebiet von Grafing fahren derzeit folgende Buslinien (Stand Februar 2013):
- 440: Grafing Bahnhof – Taglaching – Bruck – Moosach – Glonn (– Piusheim) (nur Montag bis Freitag, an Samstag und Sonntag Buslinie 441)
- 441: Grafing Bahnhof – Taglaching – Bruck – Moosach – Glonn – Piusheim – Glonn – Oberpframmern – Höhenkirchen-Siegertsbrunn (nur Samstag und Sonntag, Montag bis Freitag Buslinie 440)
- 442: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg – Kirchseeon – Eglharting – Buch
- 444: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Aßling – Schalldorf
- 447: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Obererlkofen – Aßling (nur Montag bis Freitag)
- 9421: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg – Tulling – Forsting – Brandstätt – Reitmehring – Wasserburg (nur bis Tulling im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund)
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Rathaus
- Pfarrkirche St. Ägidius
- Marktkirche
- Leonhardikirche
- Wildbräugebäude
- Schloss Elkofen
- Mariensäule
- Heimatmuseum im Rieperdinger-Haus
- Wagner-Haus: Das ältestes Haus, welches den Schwedenkrieg (1633) überstand, befindet sich im Stadtteil Öxing und steht heute unter Denkmalschutz.
- Ehemalige Hammerschmiede
- Soldatenfriedhof in Oberelkofen
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Saint-Marcellin (Isère) (Frankreich) - seit 1993
Sportvereine [Bearbeiten]
Der bekannteste Sportverein der Stadt Grafing ist der EHC Klostersee. Er ist nach dem in der Nachbarstadt Ebersberg gelegenen Klostersee benannt, wo in den 50er Jahren die ersten Eishockeyspiele ausgetragen wurden. Bereits früh übersiedelte der Verein nach Grafing, behielt aber seinen Namen bei. Heute wird in einem halboffenen Kunsteisstadion gespielt. Das Aushängeschild des Vereins ist die erste Herrenmannschaft Eishockey, die in der bundesweiten Oberliga (3. Liga) spielt. Auch in den Sparten Eisschnelllauf und Shorttrack konnte der Verein bereits nationale Titel gewinnen. Shorttrackerin Susanne Rudolph aus Grafing nahm an den Olympischen Winterspielen 2002 und 2006 teil.
Der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt ist der TSV Grafing von 1864. Neben der Fußballabteilung mit 2 Herren-, einer Damen- und zahlreichen Nachwuchsmannschaften gibt es noch zahlreiche kleinere Abteilungen innerhalb des Vereins. Erfolgreich sind hierbei die männlichen Volleyballer, die derzeit in der 2.Bundesliga spielen, sowie das Damen-Judo-Team, das in der Bayernliga erfolgreich ist.
Im Lauf der letzten Jahre konnte sich auch die Handballabteilung durch eine nachhaltige und starke Jugendarbeit, vor allem im weiblichen Bereich, auszeichnen. Die Grafinger Handballerinnen sind regelmäßig in der Landesliga/Bayernliga vertreten. Im männlichem Bereich ist man mit dem Nachbarverein TSV Ebersberg eine Kooperation in der Nachwuchsarbeit eingegangen.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Hans Deuschl (* 21. Juli 1891 in Grafing bei München; † 27. April 1953 in Starnberg), deutscher Mediziner, SS-Führer und Ärztefunktionär
- Josef Schuster (* 13. Dezember 1906 in Oberölkofen, Grafing bei München; † 1996), deutscher Gewichtheber
- Fritz Hintermayer (* 28. Oktober 1911, † 29. Mai 1946 (hingerichtet). SS-Obersturmbannführer, Lagerarzt im KZ Dachau
- Otto Weiß (* 1934 in Ulm), deutscher Historiker
- Stefanie Kühn (* 27. April 1973). Autorin, Finanzexpertin, Honorarberaterin
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]
- Josef Vogl (* 22. Juni 1848 in Emmering; † 22. Juni 1886 in Baiernrain), gilt als einer der Väter der Trachtenbewegung in Bayern
- Hans Schnetzer (* 28. April 1894 in Ludwigshafen am Rhein, weitere Lebensdaten unbekannt), deutscher Architekt und Baubeamter der Postbauschule
- Leo Scheffczyk (* 21. Februar 1920 in Beuthen, Oberschlesien; † 8. Dezember 2005 in München), römisch-katholischer Kardinal, deutscher Theologe und Professor für Dogmatik
- Franz Wörle (* 1952 in München), deutscher Bildhauer
- Reinhold Rapp (* 14. Juli 1961 in Trier), deutscher Autor, Berater und Visiting Professor für Beziehungsmanagement
- Martin Max (* 7. August 1968 in Tarnowskie Góry, Polen), ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer
- Oliver Oetke (* 18. August 1968 in Stuttgart), deutscher Volleyball- und Beachvolleyballspieler
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 454
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571 und 572.
- ↑ Ergebnis der Kommunalwahlen in Bayern im Jahr 2008. In: wahlen.bayern.de. Abgerufen am 20. Februar 2013.
- ↑ Bufe Siegfried: Hauptbahn München–Salzburg. Bufe-Fachbuchverlag, Egglham 1995, ISBN 3-922138-57-8.
- ↑ Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 27.
- ↑ a b Reinhard Pospischil, Ernst Rudolph: S-Bahn München. Alba, Düsseldorf 1997, ISBN 3-87094-358-0.
- ↑ Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 27 f..
- ↑ Siegfried Bufe: Hauptbahn München–Salzburg, Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1995, ISBN 3-922138-57-8.
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Stadt
- Grafing bei München: Wappengeschichte vom HdBG
- Grafinger Zeitung (1923-1945) online bei der Bayerischen Landesbibliothek
- Museum der Stadt Grafing
- Grafing bei München: Amtliche Statistik des LStDV
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