Abenberg

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Abenberg; zu anderen Bedeutungen siehe Abenberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Abenberg
Abenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Abenberg hervorgehoben
49.242510.961111111111414Koordinaten: 49° 15′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 414 m ü. NHN
Fläche: 48,39 km²
Einwohner: 5445 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91183
Vorwahl: 09178
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 111
Stadtgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stillaplatz 1
91183 Abenberg
Webpräsenz: www.abenberg.de
Bürgermeister: Werner Bäuerlein (parteilos)
Lage der Stadt Abenberg im Landkreis Roth
Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Landkreis Fürth Schwabach Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Soos Abenberger Wald Dechenwald Heidenberg Forst Kleinschwarzenlohe Büchenbach Georgensgmünd Kammerstein Schwanstetten Rednitzhembach Rohr (Mittelfranken) Rohr (Mittelfranken) Roth Thalmässing Wendelstein (Mittelfranken) Spalt Röttenbach (Landkreis Roth) Hilpoltstein Heideck Greding Allersberg Abenberg Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Stadtansicht Abenberg (Herbst 2005)

Abenberg ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Roth und liegt zehn Kilometer westlich der Kreisstadt Roth und ca. 25 Kilometer südwestlich von Nürnberg.

Geografie[Bearbeiten]

Abenberg liegt am Nordrand des Fränkischen Seenlands, großräumig gesehen zwischen der Frankenhöhe im Nordwesten, Nürnberg im Norden und der Fränkischen Alb im Süden und Osten. Die kleinen Flussläufe im Stadtbereich entwässern über die Rednitz/Regnitz zum Main.[2]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt durchschnittlich 740 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 49 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der März, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,2 mal mehr Niederschläge als im März. An nur 20 % der Messstationen werden höhere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Abenberg hat [3] 14 Stadtteile:

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten]

Der Ortsname wurde zwischen den Jahren 1057 und 1075 erstmals als Abinberch erwähnt, eine weitere Nennung erfolgte im Jahr 1099 als Auenberg. Die erste Schreibweise in der heutigen Namensform Abenberg erfolgte in einer Urkunde aus dem Jahr 1152.

Das althochdeutsche Grundwort Berg steht für eine größere Anhöhe, eine Bodenerhebung oder eine bewachsene Höhe, in späterer Zeit auch für eine Burg. Das Bestimmungswort ist der Personenname Abo. Die Bedeutung des Ortsnamens ist daraufhin: „Siedlung zum Berg bzw. Burg eines Abo“.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Grafschaft Abenberg entstand unter den Ottonen zwischen 1002 und 1024, der Ort wurde um 1040 von Wolfram von Abenberg gegründet. Innerhalb der nächsten 150 Jahre kamen aus dem Geschlecht der Abenberger Hochstiftsvögte von Bamberg, der Würzburger Bischof Reginhard, eine Äbtissin zu Kitzingen und andere hohe Würdenträger. Stilla von Abenberg († um 1140) wurde 1927 seliggesprochen. An der Wende zum 13. Jahrhundert erlosch die männliche Linie der Abenberger, durch Heirat kam Abenberg um 1236 an die Burggrafen von Nürnberg und damit an die Hohenzollern. Anfang 1200 existierte relativ kurz das Kloster Abenberg. Um 1260 wurde das oppidum Abenberg angelegt, der Eichstätter Bischof Reinboto erwarb 1296 die Burg und den Ort und baute Abenberg weiter aus. 1299 erhielt Abenberg das Stadtrecht, 1356 wurde es eichstättisches Pflegamt. Die Stadt war Amtssitz des Hochstiftes Eichstätt und lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Das Pflegamt wurde zugunsten Bayerns 1803 säkularisiert und fiel im selben Jahr an das Fürstentum Ansbach (Hauptlandesvergleich Bayern/Preußen), mit welchem es 1806 (Vertrag von Paris, Februar) endgültig durch Tausch an das Königreich Bayern gelangte.

Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens sechs Frauen aus Abenberg als vermeintliche Hexen angeklagt und 1590 zum Tode verurteilt.

Die Burg Abenberg wurde von ihrem letzten Besitzer 1959 der Stadt Frankfurt vermacht, die dieses Geschenk aber nicht annahm. In den Jahren 1982 bis 1984 erwarb die Stadt Abenberg die Burg und renovierte sie von Grund auf. Heute befindet sich dort das Haus fränkischer Geschichte, das Klöppelmuseum Abenberg und ein Hotel mit Gaststätte. Die Burg wird für Ausstellungen, öffentliche und private Veranstaltungen genutzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Obersteinbach ob Gmünd eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kam die bis dahin selbständige Gemeinde Ebersbach hinzu. Gebietsteile von Aurau folgten am 1. Juli 1972.[5] Die Eingliederung von Beerbach, Dürrenmungenau und Wassermungenau schlossen die Reihe der Eingemeindungen am 1. Mai 1978 ab.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2008 2009 2011
Einwohnerzahl[7] 2525 2915 2980 3319 3239 4345 4180 4663 4619 5493 5516 5471 5495

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 108, im produzierenden Gewerbe 471 und im Bereich Handel und Verkehr 125 Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 235 Personen beschäftigt. Der größte Arbeitgeber im produzierenden Gewerbe ist die Firma Hans Henglein & Sohn GmbH, die in Wassermungenau eine Fabrik für Fertiggerichte mit ca. 250 Mitarbeitern betreibt.[8] Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1859. Im verarbeitenden Gewerbe einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn. Zudem bestanden im Jahr 1999 141 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2127 Hektar. Davon waren 1639 Hektar Ackerfläche und 483 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Zehn Kilometer östlich von Abenberg besteht in der Kreisstadt Roth Bahnanschluss in Richtung Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt. Über die Anschlussstelle Schwabach-West gelangt man auf die Autobahn A 6 NürnbergHeilbronn. Unmittelbar in Stadtnähe verläuft die B 466 von Schwabach über Nördlingen nach Heidenheim an der Brenz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg Abenberg
Rathaus am oberen Tor
Pfarrkirche St. Jakobus

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Abenberg

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Druidenstein im Abenberger Wald

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Zwei katholische Kindergärten in Abenberg und je ein evangelischer Kindergarten in Wassermungenau und Dürrenmungenau
  • Volksschule (Grund- und Hauptschule)
  • Mädchen-Realschule Kloster Marienburg
  • Volkshochschule Abenberg
  • Öffentliche Bücherei Abenberg

Pflegeeinrichtungen[Bearbeiten]

  • Seniorenzentrum St. Josef

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]


Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Kornbacher: Historischer Rundgang durch Abenberg. (Hrsg.: Stadt Abenberg), Eigenverlag Stadt Abenberg, 1993.
  • Stadt Abenberg (Hrsg.): Mach Pause und wandere in Abenberg. Eigenverlag der Stadt Abenberg, 1997.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayern Atlas
  3. Bayerische-Landesbibliothek-Online.de
  4.  Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. 2. verbesserte und erweiterte Auflage. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1991, ISBN 3-406-35330-4, S. 22.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
  7. http://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09576111.pdf Statistik kommunal 2010: Stadt Abenberg
  8. Unternehmens-Website von Henglein, eingesehen am 10. August 2011