Hilpoltstein
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Roth | |
| Höhe: | 380 m ü. NN | |
| Fläche: | 91,42 km² | |
| Einwohner: |
13.363 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 146 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91161 | |
| Vorwahlen: | 09174 Hilpoltstein 09177 Oberrödel, Unterrödel, Zell 09179 Meckenhausen |
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| Kfz-Kennzeichen: | RH (alt: HIP) | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 76 127 | |
| Stadtgliederung: | 49 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktstr. 1 91161 Hilpoltstein |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Markus Mahl (SPD) | |
| Lage der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth | ||
Hilpoltstein ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Roth und liegt etwa 30 Kilometer südlich von Nürnberg, unweit des Rothsees. Als eigentliche Begründer des „oppidum in Lapide“ um 1280 gelten Heinrich von Stein und sein Sohn Hilpolt I. aus dem Geschlecht der Herren von Stein.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Ortsteile [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Hilpoltstein besteht offiziell[2] aus den 49 Ortsteilen (in Klammern: Einwohner):
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Geschichte [Bearbeiten]
Die Anfänge der Burgruine Hilpoltstein und der Stadt reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück, im 13. und 14. Jahrhundert war die Burg Sitz der Herren von Stein. Im Jahr 1354 wurden Hilpoltstein die Stadtrechte verliehen. Schweiger von Gundelfingen verkaufte zwei Jahre darauf Burg und Stadt Hilpoltstein an die Wittelsbacher Herzöge Stephan, Johann und Friedrich, bei der Teilung des Herzogtums kam Hilpoltstein dann an Bayern-Ingolstadt. Anno 1392 bestätigte Herzog Stephan die Stadtrechte.
Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut baute 1473 in Hilpoltstein eine Kirche und den „Traidkasten“ an der Burg, der heute als „Haus des Gastes“ genutzt wird. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg im Jahr 1505 wurde Hilpoltstein dem Fürstentum Pfalz-Neuburg zugeschlagen. 1542 wurde Hilpoltstein zusammen mit Heideck und Allersberg für 36 Jahre an die Freie Reichsstadt Nürnberg verpfändet. Herzog Philipp Ludwig löste die Ämter Hilpoltstein, Heideck und Allersberg wieder aus und vermachte sie zusammen mit Sulzbach seinem Bruder, Pfalzgraf Ottheinrich II.. Dieser wiederum gab Burg und Herrschaft von Hilpoltstein seiner Gemahlin Dorothea Maria als Witwensitz. Nach seinem Tod und dem Umbau der Burg traf die verwitwete „erlauchte Pfalzgräfin“ im Jahr 1606 in Hilpoltstein ein, dies ist heute der Anlass für das alljährliche Burgfest. Im Jahr 1615 setzte Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg seinen Bruder Johann Friedrich in das Deputat Hilpoltstein ein.
Nach dem Tod von Dorothea Maria 1639 verfiel die Burg, nach dem Tod Johann Friedrichs verlor Hilpoltstein zudem seine Funktion als Residenzstadt. Im Jahr 1799 wird Hilpoltstein dem Kurfürstentum Bayern zugeschlagen.
Mehr als sechzig Jahre danach, 1862, wurde das oberpfälzische Bezirksamt Hilpoltstein errichtet. 1880 erfolgte eine Grenzbegradigung zwischen Mittelfranken und der Oberpfalz. Hilpoltstein wurde aus der Oberpfalz ausgegliedert und mit dem vom Bezirksamt Beilngries ausgegliederten Greding zum neuen Bezirksamt Hilpoltstein in Mittelfranken vereinigt. Der aus diesem Bezirksamt entstandene Landkreis Hilpoltstein bestand von 1939 bis 1972. Mit der Gemeindegebietsreform wurde Hilpoltstein 1972 eine Großgemeinde. 47 Dörfer und Weiler wurden eingemeindet.
Hilpoltstein entwickelte sich zum Unterzentrum, erfüllt aber viele Funktionen eines Mittelzentrums. Am 2. September 2006 stellte eine Lokomotive vom Typ ES 64 U4 mit 357 km/h einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord für konventionelle Elektrolokomotiven im Gebiet der Stadt Hilpoltstein auf Höhe der Autobahn-Raststätte Hilpoltstein an der Neubaustrecke Nürnberg–Ingolstadt auf.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Solar eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Heuberg, Hofstetten, Jahrsdorf, Mindorf, Mörlach, Patersholz, Unterrödel und Zell sowie Teile der Gemeinden Lampersdorf und Tiefenbach. Am 1. Juli 1972 erhielt Hilpoltstein auch einen Teil der bisherigen Gemeinde Pierheim, die bereits im Jahr 1875 umbenannt wurde (vorher Bierheim).[3] Meckenhausen kam am 1. Juli 1976 hinzu. Mit der Eingliederung von Lay wurde am 1. Mai 1978 die Reihe der Eingemeindungen abgeschlossen.[4]
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Bevölkerung |
|---|---|
| 1961 | 7.766 |
| 1970 | 9.002 |
| 1990 | 10.781 |
| 2000 | 12.471 |
| 2006 | 13.185 |
| 2011 | 13.363 |
Politik [Bearbeiten]
Der Stadtrat von Hilpoltstein besteht aus 24 Stadträten:
Bedeutende Erfindungen [Bearbeiten]
In Hilpoltstein wurde der Elsbett-Motor erfunden, der mit Rapsöl betrieben wird.
Landeszentrale des LBV [Bearbeiten]
In Hilpoltstein befindet sich die Landeszentrale des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. (kurz LBV).
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Burgareal
- begehbare Burgruine
- Traidkasten, heute Haus des Gastes mit Touristinformation, VHS
- Mittelalterlich geprägte Bürgerstadt
- Stadtmauer
- Stadtkirche St. Johannes der Täufer von 1473, neues Langhaus von 1732, reich barockisiert
- Rathaus, 1417 als Handelshaus erbaut
- Chorherrenhaus von 1491
- Anwesen Schwarzes Ross, Gasthof, romanische Kellergewölbe, hochmittelalterliche Stadtbefestigung mit Wehrgang, Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts und Baureste einer Brauerei aus der Renaissancezeit
- Museum Schwarzes Ross: altes Handwerk, Stadtgeschichte, historische Braustätte
- etliche alte Bürgerhäuser, teilweise Fachwerk
- Adelsviertel
- Jahrsdorfer Haus, Edelsitz der Jahrsdorfer von 1523
- Residenz, erbaut 1618 bis 1624, wurde im Jahr 2010-2011 saniert, jetzt ist die Stadtbücherei und das Kulturzentrum in der Residenz.
Baudenkmäler [Bearbeiten]
Musik [Bearbeiten]
- Die Stadt Hilpoltstein hat mit der Stadtkapelle Hilpoltstein eine der ältesten musikalischen Vereinigungen Deutschlands mit einer nachgewiesenen Tradition seit 1552.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- ResidenzKultur mit regelmäßigen Kulturveranstaltungen in der Residenz Hilpoltstein und an anderen Spielorten, sowie Ausstellungen
- Frühlingskonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein im April
- Mittelalterfest im Mai
- Katastrophenturnier im Mai
- Fußballturnier zwischen den Hilpoltsteiner Rettungsorganisationen: Freiwillige Feuerwehr, BRK, Wasserwacht, Polizei, Technisches Hilfswerk
- Standkonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein am Abend vor Fronleichnam
- Kellerfest der Stadtkapelle Hilpoltstein am Freitag und Samstag vor dem 1. Sonntag im Juli
- Challenge Roth: Triathlon am 1. Sonntag im Juli
- Rock hinter der Burg
- Burgfest am ersten Wochenende im August
- Freitag: Zapfenstreich, Eröffnung am Marktplatz, Bierprobe im Festzelt, Festzeltbetrieb
- Samstag: Burgfest-Trödelmarkt in der Altstadt, Sautrogrennen am Stadtweiher, Festzeltbetrieb
- Sonntag: Weckruf der Turmbläser, Burgfestlauf, Standkonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein, Einzug der Pfalzgräfin auf den Marktplatz, historisches Festspiel am Marktplatz, Historischer Festzug durch die Altstadt zum Festplatz, Festzeltbetrieb
- Montag: Traditioneller Frühschoppen, Kindernachmittag, Festzeltbetrieb, Brillanthochfeuerwerk
- Benefizkonzert, Veranstalter: Lions Club Roth-Hilpoltstein im Oktober/November mit Unterstützung der Stadtkapelle Hilpoltstein
- Drachenfest am letzten Septemberwochenende
- Weihnachtsmarkt mit Adventskonzert am ersten Advent
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
- Der Bahnhof Hilpoltstein ist Endpunkt der Bahnstrecke Roth–Hilpoltstein. Ein Bus verkehrt zweistündlich zum Bahnhof Allersberg (Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München). Im Bereich der Stadt liegt auch die Main-Donau-Kanal-Brücke der Strecke.
- Hilpoltstein liegt an der Bundesautobahn 9 und ist über zwei Ausfahrten zu erreichen: Hilpoltstein (Süd/AS-Nr. 56) und Allersberg (Hilpoltstein-Nord/AS-Nr. 55).
- Zum Stadtgebiet Hilpoltstein gehören eine Anlegestelle und eine Schleuse am Main-Donau-Kanal. Die Schleuse Hilpoltstein zählt neben den Schleusen Leerstetten und Eckersmühlen zu den drei Schleusen mit den größten Hubhöhen in Deutschland.
- Der nächstgelegene Flughafen ist der Internationale Airport Nürnberg.
Bildung [Bearbeiten]
- In Hilpoltstein sind vier Schularten vertreten: Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium.
- Hinzu kommen Comenius-Schule – staatlich anerkanntes Förderzentrum, Sonderberufschule für Hörgeschädigte der Regens-Wagner-Stiftung, Gehörlosenschule Zell, Förderschule Weinsfeld, Musikschule Hilpoltstein.
Gewerbegebiete [Bearbeiten]
Folgende Gewerbegebiete sind vorhanden: Gewerbegebiet am Kränzleinsberg, Gewerbegebiet an der Autobahn 9.
Medien [Bearbeiten]
Es gibt zwei Tageszeitungen, die über Hilpoltstein und die nähere Umgebung berichten:
- Hilpoltsteiner Kurier (Regionalausgabe des Donaukuriers)
- Hilpoltsteiner Zeitung (Regionalausgabe der Nürnberger Nachrichten)
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Jacob Paix (1556-ca.1623), Organist, Komponist, Herausgeber von Musik
- Johann Christoph Sturm (1635-1703), Astronom und Mathematiker
- Franz Kerl (1873-1956), Heimatforscher und Hobbyarchäologe; Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (1955)
- Y-Titty (Philipp Laude, Matthias Roll), Internet-Comedians
Literatur [Bearbeiten]
- Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein. Lassleben, Kallmünz 1978, ISBN 3-7696-9908-4 (Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe 1, 24).
- Ernst Wurdak: Das Hilpoltsteiner Land, altes Grenzland mitten in Bayern. In: Arno Guder (Redaktion): Hilpoltstein feiert. Festschrift zum Stadtjubiläum 1992. Hilpoltstein 1992.
- Thomas Platz: Ausgrabungen auf der Burg Hilpoltstein, Gde. Hilpoltstein, Lkr. Roth, Mittelfranken. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Gesellschaft für Archäologie in Bayern (Hrsg.): Das archäologische Jahr in Bayern 1989. Theiss, Stuttgart 1990, S. 181–183.
- Amt für Kultur und Tourismus (Hrsg.): Burgruine Hilpoltstein. Ein kleiner geschichtlicher Überblick. Stadt Hilpoltstein, Hilpoltstein 1996.
- Thomas Platz: Hilpoltstein vom Frühmittelalter bis zur frühen Neuzeit. Archäologische, baugeschichtliche und historische Aspekte zur Entwicklung einer mittelfränkischen Burg und Stadt Dr. Faustus, Büchenbach 2000, ISBN 3-933474-05-1 (Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands. Band 12).
Weblinks [Bearbeiten]
- Hilpoltstein: Wappengeschichte vom HdBG
- Website der Stadt Hilpoltstein
- Hilpoltstein: Amtliche Statistik des LStDV (PDF; 1,24 MB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20110920/221539&attr=OBJ&val=1488
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 483.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 732 und 733.
- ↑ http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=576&suchbegriff=5
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