Georgensgmünd
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Roth | |
| Höhe: | 358 m ü. NN | |
| Fläche: | 46,96 km² | |
| Einwohner: |
6650 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 142 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91166 | |
| Vorwahl: | 09172 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RH | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 76 121 | |
| Gemeindegliederung: | 13 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Bahnhofstraße 4 91166 Georgensgmünd |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ben Schwarz (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Georgensgmünd im Landkreis Roth | ||
Georgensgmünd ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Georgensgmünd liegt im Fränkischen Seenland am Zusammenfluss von Fränkischer Rezat und Schwäbischer Rezat zur Rednitz und ist Teil der Metropolregion Nürnberg.
Gemeindegliederung[Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Georgensgmünd hat 13 amtlich benannte Ortsteile[2]:
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Geschichte[Bearbeiten]
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Georgensgmünd im Jahre 1304. An wichtigen Handelsstraßen gelegen, zogen Gewerbetreibende und Reisende durch den Ort. Immer wieder verweilten Menschen in Georgensgmünd, so dass Ende des 16. Jahrhunderts eine stattliche Zahl Juden in den Ort kamen. Die Synagoge und der jüdische Friedhof sind Zeugnisse aus dieser Zeit.
Die Herren von Hausen, ein niederes Adelsgeschlecht aus Weiboldshausen, waren seit 1292 Lehensmänner des Nürnberger Burggrafen. Ihnen gehörten bis 1548 etliche Güter in und um Georgensgmünd. Sie besaßen zudem das Patronatsrecht der Kirche St. Georg. Ihr Wappen ist ein roter Steinbock mit schwarzen Hörnern auf goldenem Grund. Von 1548 bis 1792 gehörte Georgensgmünd zum Fürstentum Ansbach. 1792 wurde das Gebiet zunächst preußisch und 1806 bayerisch.
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Am 1. Juli 1971 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Obersteinbach ob Gmünd, am 1. Januar 1972 der aufgelösten Gemeinde Wallesau eingegliedert. Am 1. Juni 1972 kamen Mäbenberg und Petersgmünd hinzu.[3] Der größere Teil der aufgelösten Gemeinde Rittersbach kam am 1. Mai 1978 hinzu.[4]
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern.
- SPD: 7 Sitze
- CSU: 6 Sitze
- Freie Wähler: 3 Sitze
- Wir Gmünder: 3 Sitze
- Leben & Bewahren: 1 Sitz
Bürgermeister[Bearbeiten]
| Wahl | 1. Bürgermeister | 2. Bürgermeister |
| 1946 | Wilhelm Müller (SPD) | Johann Andreas Maderholz |
| 1948 | Wilhelm Müller (SPD) | Johann Katheder |
| 1952 | August Haarländer (GEL) | Hans Aufhammer (SPD) |
| 1956 | August Haarländer (GEL) | Hans Aufhammer (SPD) |
| 1960 | August Haarländer (SPD) | Hubert Prim (BHE 1960–65), Hans Aufhammer (SPD 1965/66) |
| 1966 | Fritz Schönwald (SPD) | August Wunram (1966–69), Manfred Pirner (1969–72) |
| 1972 | Fritz Schönwald (SPD) | Josef Baader (SPD) |
| 1978 | Fritz Schönwald (SPD) | Karl Kolb (CSU) |
| 1984 | Fritz Schönwald (SPD) | Wolfgang Boll (CSU) |
| 1990 | Klaus Wernard (SPD) | Wolfgang Boll (CSU) |
| 1996 | Klaus Wernard (SPD) | Wolfgang Boll (CSU) |
| 2002 | Klaus Wernard (SPD) | Eva Loch (CSU) |
| 2008 | Eva Loch (CSU) | Jürgen Richter (LB) |
| 2011 | Ben Schwarz (SPD) | Jürgen Richter (LB) |
[5] Legende:
GEL = Georgensgmünder Einheitsliste (CSU/FDP)
BHE = Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (später: Gesamtdeutscher Block)
LB = Leben und Bewahren
Bis 2011 war Eva Loch (CSU) erste Bürgermeisterin, bis sie am 28. Juni 2011 verstarb. In Vertretung übernahm Jürgen Richter als Zweiter Bürgermeister (Leben & Bewahren) die Amtsgeschäfte.
Am 9. Oktober 2011 wurde Ben Schwarz (SPD) zum neuen Bürgermeister gewählt und am 12. Oktober vereidigt.[6]
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen von Georgensgmünd stellt drei charakteristische Elemente der Gemeinde auf silbernem Grund dar. Ein blauer Wellengöpel in der Mitte symbolisiert den Zusammenfluss von Fränkischer und Schwäbischer Rezat. Links ein rotes, schwebendes Balkenkreuz deutet das Kreuz des hl. Georg an, dem Schutzpatron der Ritter und Burgen. Rechts betonen die beiden übereinanderstehenden Hopfendolden am Stiel die Bedeutung des Ortes als einen der Hauptplätze fränkischen Hopfenanbaus.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
St. Georgskirche[Bearbeiten]
Weithin sichtbar erhebt sich der Turm von St. Georg mit seinen grün glasierten Ziegeln als Wahrzeichen über den Ort. Die Kirche, dem Schutzpatron der Burgen und Ritter geweiht, gab der Ortschaft ihren Namen. Das heutige Gebäude wurde 1757/58 von dem Ansbacher Hofbaumeister Johann David Steingruber an Stelle der alten romanischen Kirche als typische Markgrafenkirche im spätbarocken schlichten Stil erbaut; den Turm schließt eine mansarddachartige Turmhaube mit aufgesetztem Spitzdächlein ab.[7] 1364 wurde die St. Georgskirche („ecclesie in Gmund“) erstmals urkundlich erwähnt.
Wasserrad[Bearbeiten]
Das sechs Meter hohe Wasserrad von 1912 wurde 1983 an der Stelle der Fränkischen Rezat wieder errichtet, wo das frühindustrielle Zeitalter des Ortes begonnen hatte: einst befand sich dort eine Papiermühle, die später in eine Glasschleife und um 1900 zum ersten Elektrizitätswerk umgewandelt wurde. Heute ist das historische Wasserrad ein idyllischer Blickfang und Namensgeber des jährlich im Juni stattfindenden Wasserradfestes.
Synagoge[Bearbeiten]
Fast 400 Jahre, etwa von 1560 bis 1938 lebten Juden am Ort und stellten zeitweise sogar ein Drittel der Bevölkerung. Mit einer Synagoge, zwei Ritualbädern (Mikwen), einem großen Friedhof und einem Totenwaschhaus (Taharahaus) ist in Georgensgmünd ein typisches Ensemble einstigen jüdischen Lebens im ländlichen Raum vollständig erhalten geblieben. Im Inneren der Synagoge von 1734 sind Teile der originalen Malerei freigelegt, die im Stil und Ausführung auf den bekannten polnischen Wandermaler Elieser Sussmann hindeuten.
Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]
Der jüdische Friedhof wurde um 1580 von dem Juden Jakob Jud aus Roth angelegt und diente auch den jüdischen Gemeinden der Umgebung bis nach Windsbach, Thalmässing, Roth und Schwabach als Begräbnisstätte. Auf einer Fläche von 11.800 m² sind etwa 1800 Grabsteine erhalten, die tagsüber besichtigt werden können. Das renovierte Taharahaus stammt von 1723 und gehört zu den ältesten in Bayern. 1946 wurde hier ein Schwabacher KZ-Überlebender als letzter Jude beerdigt.
Skulpturenweg[Bearbeiten]
15 Skulpturen aus Jurakalkstein, Eiche und Stahl entstanden zum Jahreswechsel 2000 in einer gemeinsamen, offenen Künstlerwerkstatt und machen seitdem Fuß- und Radweg in Richtung Roth bis Oberheckenhofen zu einer Freiluft-Galerie. Die 2,4 km lange Strecke ist Teil einer attraktiven Radwegeverbindung zwischen den Seen des Fränkischen Seenlandes. An jeder Skulptur finden sich Informationen mit einer Beschreibung des Kunstwerkes.
Planetenweg[Bearbeiten]
Im Sommer 2000 wurde zwischen Georgensgmünd und Spalt ein sogenannter Planetenweg im Maßstab 1:1.000.000.000 eröffnet. Hier finden sich die Sonne und die sie umkreisenden acht Planeten (sowie Pluto) in ihren Entfernungen zueinander maßstabsgerecht als Modell dargestellt. Der Planetenweg beginnt hinter dem Georgensgmünder Rathausplatz mit einem Sonnenglobus. Entlang eines sieben Kilometer langen Radweges führt die Strecke durch das Rezattal bis zum Spalter Bahnhof, wo Pluto als der sonnenfernste (Zwerg-)Planet steht. Eine Tafel zu jedem Planeten (und Pluto) erläutert die wichtigsten Daten.
Sehenswertes in der Nähe[Bearbeiten]
Sehenswert rund um Georgensgmünd:
- der Druidenstein bei Mäbenberg, ein sagenumwobener Sandstein, der als Hexenkultstätte gesehen wird
- die Wernsbacher Steinbrüche, in denen früher und zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg Steine abgebaut wurden, aus denen die Nürnberger Altstadt teilweise (wieder-)erbaut wurde
Baudenkmäler[Bearbeiten]
→ Liste der Baudenkmäler in Georgensgmünd
Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]
- Kirchweihfeste
- in Wernsbach am dritten Sonntag nach Ostern
- in Untersteinbach und Mauk an Pfingsten
- für Petersgmünd gilt der Sonntag nach St. Veit am 15. Juni
- in Mäbenberg wird am letzten Sonntag im Juni gefeiert
- in Rittersbach am Sonntag nach dem Tag des Hl. Wilibald, dem 7. Juli
- in Georgensgmünd am 1. Sonntag im August
- Andere
- Weihnachtsmarkt in Georgensgmünd ist jeweils am zweiten Adventswochenende.
- Ende Mai findet das große Wasserradfest statt, das durch zahlreichen Vereine und Gruppierungen ausgetragen wird. Mittelpunkt dieses Festes ist das unterschlächtige Wasserrad am ehemaligen Schallers-Werkskanal.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Georgensgmünd ist verkehrsgünstig unweit der Bundesstraße 2 gelegen und hat Anbindung an der Bahnlinie Nürnberg - Treuchtlingen. Die Regionalexpresszüge der Deutschen Bahn halten stündlich mindestens einmal. Die Bahnstrecke Georgensgmünd–Spalt wurde in den 1990er Jahren stillgelegt. Heute führt ein Radwanderweg an deren ursprünglichem Verlauf.
Gewerbegebiet Obere Lerch und Breitenloher Weg[Bearbeiten]
Georgensgmünd verfügt über ein verhältnismäßig großes Gewerbegebiet, in dem sich kleine und mittelständische Betriebe unterschiedlichster Branchen niedergelassen haben. Die gesamte Fläche des im Süden der Gemeinde gelegenen Gewerbegebiets beträgt ca. 0,90 km² und ist an die Bundesstraße 2 angebunden.
Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]
Klein- bis mittelständische Betriebe, u. a. in den Branchen Anlagentechnik und Maschinenbau, Präzisionsteile, Filtration Systeme, Formenbau, Fertighausbau, Gummi, Babyartikel, Schwimmbadüberdachungen, Software, Trapezbleche und Fahrzeugtechnik, sind in der Gemeinde aktiv.
Medien[Bearbeiten]
Monatlich erscheinendes Gemeindeblatt Gmünder Rundschau, kostenfrei an alle Haushalte - finanziert durch Geschäftsempfehlungen, der im Gemeindegebiet ansässigen Unternehmen und Einzelhändler, die in der 'Gmünder Werbegemeinschaft' zusammengeschlossen sind.
Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]
- Gemeindebücherei auf drei Etagen. An Mitglieder werden Bücher, Zeitschriften, CDs,VHS-Filme und DVDs verliehen.
- Hallenbad in der Wiesenstraße mit einem 20 x 10 m großen Becken.
- Freizeitpark am Bruckespan mit Spielgeräte für kleinere Kinder, Pumpbrunnen, Seilbahn, Basketballplatz und Boulebahn.
Bildung[Bearbeiten]
Im Jahre 2005 gab es folgende Einrichtungen:
- Kinderkrippe: Als Neubau neben dem Kindergarten "Arche Noah" angesiedelt
- Kindergärten: drei Kindergärten (davon zwei in Georgensgmünd mit insgesamt 215 Plätzen, ein Kindergarten in Rittersbach)
- Volksschule: Dr.-Mehler-Schule - Grund- und Hauptschule
- Niederlassung der Volkshochschule Roth
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Ehrenbürger[Bearbeiten]
Zu den herausragendsten Persönlichkeiten der Gemeinde Georgensgmünd zählt Heinrich Mehler (1859-1926), nach dem die heutige Grund- und Hauptschule von Georgensgmünd sowie eine Mehrzweckhalle benannt sind. Als Sohn eines jüdischen Kaufmanns ließ sich Mehler 1887 in Georgensgmünd als Arzt nieder und wurde noch im selben Jahr Arzt des Gemeindekrankenhauses.
Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]
- Konrad von Megenberg (1309–1374), Theologe und Naturkundler
- Friedrich Merkenschlager (1892–1968), Biologe und Heimatdichter
Vereine[Bearbeiten]
Größter Verein in Georgensgmünd ist der TSV Georgensgmünd mit ca. 1300 Mitgliedern. Schützenverein, Jugendkapelle, verschiedene Musikgruppen (z.B. Neue Gmünder Blasmusik, Gmünder Kirwa-Musikanten)
Weblinks[Bearbeiten]
- Website der Gemeinde Georgensgmünd
- Georgensgmünd: Wappengeschichte vom HdBG
- Georgensgmünd: Amtliche Statistik des LStDV (PDF; 1,24 MB)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Bayerische-Landesbibliothek-Online.de
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
- ↑ Georgensgmünd - 700 Jahre Geschichte am Zusammenfluß von Fränkischer und Schwäbischer Rezat, Gemeinde Georgensgmünd (Dr. Axel Schwaiger), 2002, Seite 235 [ISBN 3-00-009312-5]
- ↑ Detlef Gsänger: Der Neue will „die Sache in den Vordergrund stellen“, Lokalteil der Hilpoltsteiner Zeitung, 14. Oktober 2011, S. 1
- ↑ Eugen Maria Hausladen: Der Kirchen- und Profanbau des 18. Jahrhunderts im Markgrafentum Ansbach. II. Der markgräfliche Baumeister Joh. David Steingruber und der evangelische Kirchenbau. Verlag von C. Brügel & Sohn, Ansbach 1930, S. 56, 59
Abenberg | Allersberg | Büchenbach | Georgensgmünd | Greding | Heideck | Hilpoltstein | Kammerstein | Rednitzhembach | Rohr | Roth | Röttenbach | Schwanstetten | Spalt | Thalmässing | Wendelstein
