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Horn eines Nashorns und daraus hergestelltes asiatisches Aphrodisiakum
Ein Aphrodisiakum (Mehrzahl Aphrodisiaka, Adjektiv aphrodisisch) ist ein Mittel zur Steigerung (bzw. Wiedererweckung oder Belebung) der Libido, der sexuellen Begierde und des sexuellen Lustempfindens, das spezifisch reizend und anregend auf die Geschlechtsorgane wirkt. Der Name kommt aus dem griechischen und ist von Aphrodite, der Göttin der Liebe, und ihrem Fest Aphrodisia abgeleitet. Ein gegensätzlich wirkendes Mittel wird Anaphrodisiakum genannt.
Aphrodite waren viele würzige Kräuter und wohlduftende Pflanzen mit erotisierender und berauschender Wirkung geweiht. Zu den unzähligen Pflanzen, deren aphrodisische Wirkung in der Antike geschätzt wurde, gehören etwa die Alraune (Mandragora officinalis), Sauerampfer (Rumex Acetosa) der Safrankrokus (Crocus sativus), die Erdscheibe (Cyclamen graecum), die Meeres- oder Stranddistel (Eryngium maritimum) und die Falzblume (Teucrium micropodioides, syn. Micropus erectus). Auch Wein wurde gern in Mischung mit anderen Rauschmitteln als Aphrodisiakum benutzt. Weit verbreitet war auch im alten Ägypten die Anwendung von aphrodisischen Pflanzen, wo man sie mit Hathor „Göttin der Liebe“ in Verbindung brachte.
Im Mittelalter galten etliche Zauberpflanzen, z. B.Grünkohl (Brasica Oleracea Var. sabellica), Petersilie, Löffelkraut und andere Kräuter sowie Gewürze wie die Muskatnuss, als Aphrodisiakum. Sogar die Tomate (ein Nachtschattengewächs) wurde in Amerika näher in Betracht gezogen ("Liebesapfel", "Paradiesapfel").
- E.D. Goldberg, W.G. Paschinskij: Pflanzliche Stimulatoren der Sexualfunktion, 1992
- Christian Rätsch, Claudia Müller-Ebeling: Lexikon der Liebesmittel: Pflanzliche, mineralische, tierische und synthetische Aphrodisiaka. AT Verlag, 2003, 784 S., ISBN 978-3-85502-772-9
- Raymond Stark: Aphrodisiaka und ihre Wirkung, Heyne Verlag, München 1986, ISBN 3-453-41607-4