Attersee am Attersee

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Attersee
Wappen von Attersee
Attersee am Attersee (Österreich)
Attersee am Attersee
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 14,62 km²
Koordinaten: 47° 55′ N, 13° 32′ O47.91666666666713.541388888889496Koordinaten: 47° 55′ 0″ N, 13° 32′ 29″ O
Höhe: 496 m ü. A.
Einwohner: 1.590 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 109 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4864
Vorwahl: 07666
Gemeindekennziffer: 4 17 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nußdorferstraße 15
4864 Attersee
Website: www.attersee.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Walter Kastinger (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
9 ÖVP, 8 SPÖ, 2 FPÖ
Lage der Gemeinde Attersee im Bezirk Vöcklabruck
Ampflwang im Hausruckwald Attersee am Attersee Attnang-Puchheim Atzbach Aurach am Hongar Berg im Attergau Desselbrunn Fornach Frankenburg am Hausruck Frankenmarkt Gampern Innerschwand am Mondsee Lenzing Manning Mondsee Neukirchen an der Vöckla Niederthalheim Nußdorf am Attersee Oberhofen am Irrsee Oberndorf bei Schwanenstadt Oberwang Ottnang am Hausruck Pfaffing Pilsbach Pitzenberg Pöndorf Puchkirchen am Trattberg Pühret Redleiten Redlham Regau Rüstorf Rutzenham Schlatt Schörfling am Attersee Schwanenstadt Seewalchen am Attersee St. Georgen im Attergau St. Lorenz Steinbach am Attersee Straß im Attergau Tiefgraben Timelkam Ungenach Unterach am Attersee Vöcklabruck Vöcklamarkt Weißenkirchen im Attergau Weyregg am Attersee Wolfsegg am Hausruck Zell am Moos Zell am Pettenfirst OberösterreichLage der Gemeinde Attersee am Attersee im Bezirk  Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Gemeinde Attersee, von der Kronbergerkapelle aus gesehen
Gemeinde Attersee, von der Kronbergerkapelle aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Attersee am Attersee[1] ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel mit 1590 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Frankenmarkt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Attersee liegt auf 496 m Höhe am Attersee. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,3 km, von West nach Ost 4,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 14,7 km². 21,1 % der Fläche sind bewaldet, 36,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Ortsteile der Gemeinde sind: Abtsdorf, Altenberg, Attersee, Aufham, Breitenröth, Mühlbach, Neuhofen, Oberbach, Palmsdorf.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Durch einen goldenen, oben gezinnten, unten eingebogenen Balken geteilt; oben in Rot eine goldene, fünfzackige Krone; unten in Blau ein silberner Fisch. Die Gemeindefarben sind Weiß-Blau.

Das 1972 verliehene Wappen erinnert mit Krone und Zinnen daran, dass auf dem Atterseer Kirchberg schon im 9. Jahrhundert ein Königshof stand. Der Fisch auf blauem Grund steht für die Lage am Attersee und die Fischerei als früher bedeutenden Wirtschaftszweig.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In der Jungsteinzeit gab es zahlreiche Pfahlbauten, welche in den See gebaut wurden. Pfahlbaufunde am Seeboden vor den Ortschaften Aufham und Altenberg bezeugen eine dichte Besiedelung in der Jungsteinzeit. Auch der Buchberggipfel scheint in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt gewesen zu sein.

Aus der Römerzeit sind bisher keine archäologisch bedeutenden Funde bekannt. Eindrucksvoll sind jedoch die Spuren aus dem Mittelalter, welche durch Ausgrabungen auf dem Kirchberg seit den siebziger Jahren wissenschaftlich erforscht werden.

Das weltliche Zentrum befand sich im Frühmittelalter in dem heutigen Ort Attersee. Auf dem Atterseer Kirchberg gab es einen Königshof (lat. curtis), der 885 erstmals als „Atarnhova“ (Atterhofen) urkundlich erwähnt wurde und im Laufe des 9. Jahrhunderts mehrmals von fränkischen Königen aufgesucht wurde. Zum Beispiel war König Arnulf 888 in Attersee anwesend.

1007 wurde das Herrschaftsgebiet der Atterseer Burg von Kaiser Heinrich II. an das neu gegründete Bistum Bamberg mit Bischof Eberhard I. geschenkt. Damit gehörte Attersee zum Bistum Bamberg. Zu diesem Besitz im Attergau gehörten „Dörfer, Weiler, Kirchen, Knechte und Mägde, freie Bauplätze und Gebäude, Kultur- und Wildland, Wälder und Forste, Gewässer mit Fischereirechten und Mühlen“. All dies verzeichnet die in lateinischer Sprache verfasste Schenkungsurkunde. Der Attergau umfasste zu dieser Zeit das Gebiet des heutigen Bezirkes Vöcklabruck. Das Mondseerland war ausgenommen.

Die Burg zu Attersee wurde in der Folgezeit mit Befestigungsanlagen ausgebaut und war im Hochmittelalter das Herrschaftszentrum des Attergaues. Erst im Spätmittelalter verfiel das Bauwerk, als eine neue Burg (urkundl. ca. 1440 als „Neu Attersee“, später „Kogl“ genannt) auf dem Koglberg bei St. Georgen errichtet wurde.

Seepromenade in Attersee mit Schiffsanleger

1379 erwarben die Habsburger den Bamberger Besitz im Attergau von den Schaunbergern. Der Herrschaftsmittelpunkt wurde aber aus wehrtechnischen Gründen im Spätmittelalter auf den höher gelegenen Koglberg bei St. Georgen verlegt. Die Burganlage in Attersee war somit dem Verfall preisgegeben. Die Reste der Burganlage liegen unter dem Kirchenplatz und unter dem Schulgarten. In der Barockzeit war Attersee ein vielbesuchter Wallfahrtsort.

Attersee ist seit 1276 eine Pfarre. Die gotische Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt steht hoch über dem Ort auf dem historischen Kirchenberg, der früher ein Burgberg war. Die Kirche ging aus der gotischen Burgkapelle hervor. In den Jahren 1712 bis 1728 ließ der Patronatsherr Anton Graf Khevenhüller das Gotteshaus durch den Barockbaumeister Jakob Pawanger umbauen. Damals bekam auch der Turm den barocken Zwiebelhelm aufgesetzt. Der Hochaltar zeigt das Gnadenbild „Maria in der Sonne“. Wallfahrtskirche ist sie seit 1652, als der Kultgegenstand in ihr aufgestellt wurde.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Walter Kastinger von der SPÖ.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1481 Einwohner, 2001 dann 1496 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Attersee
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Attersee am Attersee

Bauwerke[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche

Die erste Kirche wurde von Bischof Eberhard I. im Jahr 1010 erbaut.

In der Barockzeit erlebte Attersee als Wallfahrtsort einen neuen Aufschwung. Nach der Übertragung des Gnadenbildes „Maria in der Sonne“ von St. Georgen nach Attersee 1652 wurde die frühere gotische Schlosskirche zu einer barocken Wallfahrtskirche ausgebaut.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Bau vergrößert und der Innenraum in der bis heute erhaltenen Form barockisiert. Das Zentrum des Hochaltars ist das Marienbild in einem Rokoko-Silberrahmen. Die Statur „Maria mit dem Kind“ darüber könnte von einem früheren gotischen Altar stammen. Sie wurde erst bei der Kirchenrenovierung 1910 wieder am Hochaltar aufgestellt. Ein besonderes Kunstwerk ist das gotische Relief der Anbetung der Weisen aus dem Morgenlande (hier als Replik). Von großem kunstgeschichtlichen Wert sind auch die vom Mondseer Bildhauer Meinrad Guggenbichler geschnitzten Statuetten von den drei Kirchenlehrern, welche sich nun unter einem Glassturz am rechten Seitenaltar befinden.

Evangelische Kirche

Ein spätgotischer Sakralbau mit neugotischer Einrichtung. Bis 1813 war die Kirche die röm.-kath. Pfarrkirche von Attersee.

Zwischen 1810–1816 gehörte der westliche Teil des Attersees zum Königreich Bayern. Im Jahr 1813 wurde die evangelische Pfarre Attersee durch den bayrischen König errichtet. Der Hintergrund dafür war, dass sich die Toleranzgemeinde Rutzenmoos, zu der die evangelischen Familien des Attergaues seit der Gewährung der Religionsfreiheit durch Joseph II. gehörten, damals im österreichischen Ausland befand.

Kirche Hl. Laurentius in Abtsdorf

Die Pfarre Abtsdorf, welche bereits 1142 urkundlich erwähnt wird, gehörte bis zur Auflösung des Klosters (1791) zum Benediktiner-Stift Mondsee. Die frühere Zugehörigkeit zu Mondsee kommt auch im Ortsnamen Abtsdorf zum Ausdruck. Die drei Altäre und die Kanzel schuf der Mondseer Bildhauer Meinrad Guggenbichler in den Jahren 1699 bis 1703.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Attersee am Attersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach Gemeinderatsbeschluss vom 17. August bzw. 14. Dezember 2007 genehmigt durch Beschluss der Landesregierung vom 25. Februar 2008, kundgemacht in LGBl 40/2008 am 31. März 2008.
  2. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (3. Nachtrag), in Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 1/2, 1973, S. 8 (PDF)