Timelkam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Timelkam
Wappen von Timelkam
Timelkam (Österreich)
Timelkam
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 18,13 km²
Koordinaten: 48° 0′ N, 13° 37′ O48.00138888888913.6125454Koordinaten: 48° 0′ 5″ N, 13° 36′ 45″ O
Höhe: 454 m ü. A.
Einwohner: 5.950 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 328 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4850
Vorwahl: 07672
Gemeindekennziffer: 4 17 43
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pollheimerstraße 5
4850 Timelkam
Website: www.timelkam.at
Politik
Bürgermeister: Johann Riezinger (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(31 Mitglieder)
13 SPÖ, 12 ÖVP, 4 FPÖ, 2 Grüne
Lage der Marktgemeinde Timelkam im Bezirk Vöcklabruck
Ampflwang im Hausruckwald Attersee am Attersee Attnang-Puchheim Atzbach Aurach am Hongar Berg im Attergau Desselbrunn Fornach Frankenburg am Hausruck Frankenmarkt Gampern Innerschwand am Mondsee Lenzing Manning Mondsee Neukirchen an der Vöckla Niederthalheim Nußdorf am Attersee Oberhofen am Irrsee Oberndorf bei Schwanenstadt Oberwang Ottnang am Hausruck Pfaffing Pilsbach Pitzenberg Pöndorf Puchkirchen am Trattberg Pühret Redleiten Redlham Regau Rüstorf Rutzenham Schlatt Schörfling am Attersee Schwanenstadt Seewalchen am Attersee St. Georgen im Attergau St. Lorenz Steinbach am Attersee Straß im Attergau Tiefgraben Timelkam Ungenach Unterach am Attersee Vöcklabruck Vöcklamarkt Weißenkirchen im Attergau Weyregg am Attersee Wolfsegg am Hausruck Zell am Moos Zell am Pettenfirst OberösterreichLage der Gemeinde Timelkam im Bezirk  Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Entgleisung der AMSTETTEN am 19. Oktober 1875

Timelkam ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel mit 5950 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Vöcklabruck.

Geografie[Bearbeiten]

Timelkam liegt auf 454 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung der Gemeindefläche beträgt von Nord nach Süd 7 km, von West nach Ost 5,2 km. Die Gesamtfläche beträgt 18,1 km². 23,8 % der Fläche sind bewaldet, 61,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gliederung[Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind: Ader, Altwartenburg, Außerungenach, Eiding, Gsteinedt, Haag, Heitzing, Heuweg, Kalchofen, Leidern, Maierhof, Mühlfeld, Neuwartenburg, Oberau, Obereck, Obergallaberg, Oberthalheim, Pichlwang, Stöfling, Straß, Timelkam, Ulrichsberg, Unterau, Untereck, Untergallaberg, Wimberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert gehörte das Gebiet zur Grafschaft Schaunberg, danach zum Erzherzogtum Österreich. Im Jahr 1399 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als "Tumelchaim". Im Jahr 1500 wurde der Ort als "Timelkham" bezeichnet. Kaiser Maximilian I. erhob Timelkam 1512 zum Markt mit einem Jahrmarkt am 29. September. Im Jahr 1609 erfolgte die Errichtung des Marktturmes. Ab 1615 wurden Jahr- und Wochenmärkte abgehalten, eine Marktordnung wurde geschaffen. Im Jahr 1710 wurde von Kaiser Josef I. eine Brückenmaut zur Errichtung der Brücke über die Dürre Ager und Uferschutzbauten an der Vöckla bewilligt.

Am 19. Oktober 1875 entgleiste die Lokomotive AMSTETTEN auf der österreichischen Westbahn beim Bahnhof Timelkam nach dem Bruch eines Radreifens. Ursache war ein Materialfehler.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau". Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 5723 Einwohner, 2001: 5812 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Johann Riezinger (SPÖ), direkt gewählt mit 50,87 % (1.834 Stimmen). Vizebürgermeister sind Johann Kirchberger (SPÖ) und Gerald Klement (ÖVP)

Die Verteilung der Sitze im Gemeinderat: (Stand 2009)

  • SPÖ - 41,1 % - 13 Sitze
  • ÖVP - 36,9 % - 12 Sitze
  • FPÖ - 12,1 % - 4 Sitze
  • Grüne - 7,9 % - 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at timelkam.png

Blasonierung: In Rot auf grünem Schildfuß ein goldenes Kamel mit einem ebenfalls golden gekleideten Reiter, der in der linken Hand die roten Zügel, in der rechten einen blanken, silbernen Krummsäbel hält. Über einem blauen Bach schräglinkshin eine goldene Brücke; im Hintergrund auf grünem, flachem Dreiberg ein silberner, schwarz geöffneter und mit einer Zwiebelhaube schwarz bedachter Turm mit rechtsseitigem Anbau.
Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb-Grün.
Wann das Wappen verliehen wurde, ist nicht bekannt. Der erste Nachweis ist ein Siegelabdruck aus dem Jahr 1647. Das Wappen zeigt den charakteristischen Marktturm mit der Brücke über die Dürre Ager. Das Kamel entstammt vermutlich dem Wappen des Adelsgeschlechts der Seeauer, die eine enge Verbindung zur Herrschaft Wartenburg hatten. Die Bedeutung des Reiters mit dem Krummsäbel ist unbekannt.[1]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Neben einen im Jahr 2008 in Betrieb gegangenen Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk befindet sich noch ein Biomassekraftwerk vor Ort. Beide Kraftwerke versorgen den Ort auch mit Fernwärme.[2][3]

Timelkam liegt an der Westbahnstrecke Wien-Linz-Salzburg. Der Bahnhof in der Ortschaft Leidern wird von Regional- und Regionalexpresszügen bedient.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Turm wurde 1610 errichtet, war bis 1842 Sitz des Marktrates und von 1706 bis 1919 als Mautturm in Verwendung.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Timelkam

Timelkam verfügt über ein Kulturzentrum und zahlreiche Kulturvereine, wobei einerseits traditionelle Vereine wie die Marktkapelle und andererseits zeitgenössische Initiativen wie KAT3 oder das Sozialforum Freiwerk aktiv sind. Außerdem gibt es in Timelkam einen Highland Club und weitere Initiativen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Bock Ma's Benefizfestival ist ein jährlich stattfindendes Festival für Musik, Kleinkunst und gesellschaftspolitische Information. Das 3-Tages-Festival findet seit 2005 jährlich am letzten Augustwochenende auf der Burgruine Altwartenburg statt und geht zu Gunsten des Flüchtlingsprojekts von Ute Bock über die Bühne, wodurch der gesamte Reinerlös sowie die Gagen aller auftretenden Bands und Künstler gespendet werden. Im Jahr 2010 fand das Bock M'as zum letzten Mal statt. Aufgrund von Streitigkeiten über den Veranstaltungsort wurde das Festival im folgenden Jahr eingestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Neu-Wartenburg

Sport[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten Sportvereinen in Timelkam gehören der ATSV Timelkam und der TSV Timelkam. Weiters existiert ein Tennisclub und zahlreiche kleinere Vereine. Timelkam verfügt über mehrere Sportstätten, darunter Tennisplätze, Fußballplätze, ein Fitnessparcour und zwei Asphaltstockhallen. In Timelkam findet jährlich der sogenannte Vöckla-Ufer-Lau statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

  • Kurt Palm (* 1955), Autor und Regisseur, wuchs in Timelkam auf. Er wurde 2001 von der Gemeinde Timelkam mit dem Verdienstzeichen in Gold ausgezeichnet.
  • Andreas Brandt (*1955), Journalist, wuchs in Timelkam auf. Er ist der Kollege des bekannten bosnischen Zigarettenschmugglers Mirad Odobasic.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Timelkam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Wappen der Marktgemeinde Timelkam (PDF; 957 kB), Marktgemeinde Timelkam
  2. Energie AG: Biomasse-Kraftwerk Timelkam (PDF; 655 kB); abgerufen am 20. Nov. 2011
  3. GuD-Kraftwerk Timelkam (PDF; 369 kB) Energie AG Oberösterreich