Frankenburg am Hausruck

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Frankenburg am Hausruck
Wappen von Frankenburg am Hausruck
Frankenburg am Hausruck (Österreich)
Frankenburg am Hausruck
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 48,54 km²
Koordinaten: 48° 4′ N, 13° 30′ O48.06833333333313.491944444444519Koordinaten: 48° 4′ 6″ N, 13° 29′ 31″ O
Höhe: 519 m ü. A.
Einwohner: 4.818 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 4873
Vorwahl: 07683
Gemeindekennziffer: 4 17 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 4
4873 Frankenburg am Hausruck
Website: www.frankenburg.info
Politik
Bürgermeister: Johann Baumann (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
13
9
5
4
13 
Von 31 Sitzen entfallen auf:

Lage der Marktgemeinde Frankenburg am Hausruck im Bezirk Vöcklabruck
Ampflwang im Hausruckwald Attersee am Attersee Attnang-Puchheim Atzbach Aurach am Hongar Berg im Attergau Desselbrunn Fornach Frankenburg am Hausruck Frankenmarkt Gampern Innerschwand am Mondsee Lenzing Manning Mondsee Neukirchen an der Vöckla Niederthalheim Nußdorf am Attersee Oberhofen am Irrsee Oberndorf bei Schwanenstadt Oberwang Ottnang am Hausruck Pfaffing Pilsbach Pitzenberg Pöndorf Puchkirchen am Trattberg Pühret Redleiten Redlham Regau Rüstorf Rutzenham Schlatt Schörfling am Attersee Schwanenstadt Seewalchen am Attersee St. Georgen im Attergau St. Lorenz Steinbach am Attersee Straß im Attergau Tiefgraben Timelkam Ungenach Unterach am Attersee Vöcklabruck Vöcklamarkt Weißenkirchen im Attergau Weyregg am Attersee Wolfsegg am Hausruck Zell am Moos Zell am Pettenfirst OberösterreichLage der Gemeinde Frankenburg am Hausruck im Bezirk  Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Frankenburg am Hausruck ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel mit 4818 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Vöcklabruck.

Geografie[Bearbeiten]

Frankenburg am Hausruck liegt auf 519 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,6 km, von West nach Ost 10,3 km. Die Gesamtfläche beträgt 48,5 km², 44,5 % der Fläche sind bewaldet, 49,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Ortsteile der Gemeinde[Bearbeiten]

Arbing, Au, Außerhörgersteig, Badstuben, Brunnhölzl, Diemröth, Dorf, Egg, Engern, Erdpries, Erlatwaid, Exlwöhr, Finkenröth, Fischeredt, Fischigen, am Hausruck (Markt), Frein, Friedhalbing, Göblberg, Geldigen, Grünbergsiedlung, Halt, Haslach, Haslau, Hintersteining, Hoblschlag, Hofberg, Innerhörgersteig, Innerleiten, Kinast, Klanigen, Leitrachstätten, Lessigen, Loixigen, Marigen, Mauern, Mayrhof, Mitterriegl, Märzigen, Mühlstaudet, Niederriegl, Oberedt, Oberfeitzing, Oberhaselbach, Ottigen, Ottokönigen, Pehigen, Perschling, Point, Pramegg, Raitenberg, Redltal, Renigen, Schnöllhof, Schörgern, Seibrigen, Stöckert, Tiefenbach, Unterau, Unteredt, Unterfeitzing, Unterhaselbach, Vordersteining, Wiederhals, Zachleiten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Waldzell
(Bezirk Ried im Innkreis)
Pramet
Schildorn
(Bezirk Ried im Innkreis)
Eberschwang
(Bezirk Ried im Innkreis)
Redleiten Nachbargemeinden Ampflwang
Fornach Pfaffing
Vöcklamarkt
Neukirchen an der Vöckla

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt; blaues Herzschildchen mit goldenem Antiqua-Versalbuchstaben F; oben in Schwarz über goldenem Zwillings-Wellenbalken ein goldener, querliegender Eichenast mit zwei Blättern und einer aufrechten Eichel; unten in Rot ein silberner Polster mit goldenen Quasten an den vier Ecken und darauf liegendem schwarzen, goldverzierten Posthorn mit schwarzer, kreuzweise verschlungener Schnur.“

Der Eichelzweig auf dem Wellenbalken ist das Stammwappen der Khevenhüller-Aichelberg, die fast drei Jahrhunderte lang bis 1810 im Besitz der Herrschaft Frankenburg waren. Das auf dem Kissen liegende Hifthorn (in der Verleihungsurkunde fälschlich als „Posthorn“ beschrieben) ist dem Wappen der ersten Gattin des Franz Christoph Khevenhüller, Barbara Teufel von Gundersdorf († 1634), entnommen. Familienwappen der beiden Eheleute auf der Aquarellmalerei, fol. 408/409 in der 1623/24 von Georg Moshamer verfassten Khevenhüller-Chronik. Der Herzschild an der „vornehmsten“ Stelle des Wappens ist als Ehrenbezeigung für Kaiser Ferdinand II. aufzufassen.

Geschichte[Bearbeiten]

Frankenburg war seit dem Jahr 16 nach Christus ein Teil der römisch Provinz Noricum. Um 600 wanderten Baiern aus dem Bereich Franken ein und rodeten das Gebiet im Hausruck. Zu dieser Zeit entstand der Name Frankenburg. Das Gebiet lag im Ostteil des Herzogtums Bayern.

Seit dem 12. Jahrhundert gehörte der Ort zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Frankenburger Würfelspiel[Bearbeiten]

Als im Mai 1625 – zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges – in Frankenburg ein römisch-katholischer Geistlicher eingesetzt werden sollte, kam es zum bewaffneten Aufstand der Bürger und Bauern. Diese Rebellion wurde jedoch nach drei Tagen wieder aufgegeben, da der bayerische Statthalter Adam Graf von Herberstorff „Gnade“ versprach, falls die Aufständler ohne Wehr und Waffen zum Haushamerfeld kommen. Diese „Gnade“ war jedoch schrecklich: 36 Ausschussmänner mussten paarweise um ihr Leben würfeln. Die Hälfte von ihnen fand den Tod durch den Strick. Dieses grausame Ereignis war Auftakt zu den Oberösterreichischen Bauernkriegen. Karl Itzinger hat die Geschichte in seinem Roman Das Blutgericht am Haushamerfeld beschrieben. Seit 1925 werden die Ereignisse um das Frankenburger Würfelspiel alle zwei Jahre von etwa 400 Laiendarstellern auf der größten Naturfreilichtbühne Europas nachgespielt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Frankenburg am Hausruck
  • Die Frankenburg
Die Frankenburg war eine Verteidigungsanlage im Mittelalter und später auch Verwaltungssitz. Sie befand sich auf dem Hofberg, einer Anhöhe in der Marktgemeinde Frankenburg.
Schloss Frein gehörte ursprünglich dem Stift Mattsee. 1370 besaß es der Mattseer Bürger Chunrad der Schedinger. 1593 erwarb Hans Christoph Geymann das Schloss von den Landständen. 1621 wurde Frein mit Frankenburg an den Grafen Khevenhüller verkauft. Dann gelangte es in den Besitz des Andreas Pausinger und dessen Nachkommen bis 1849. Dann erwarb das Schloss Franz Schaup, einer der Mitbegründer der Brauerei Zipf. Die Brauereidynastie blieb Eigentümer, bis im Jahr 1942 Emilie Schaup kinderlos starb. Als Erben hatte sie die ehemaligen Baronenfamilie Limbeck von Lilienau eingesetzt. Doch wegen Erbstreitigkeiten wurde das Schloss bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs von lokalen NS-Funktionären genutzt. Danach waren für zwei Jahre volksdeutsche Kriegsflüchtlinge darin einquartiert. Heute befinden sich in dem Gebäude eine Heimatstube und der Sitz der Forst- und Gutsverwaltung Frankenburg sowie das Archiv des Heimatvereins Frankenburg. Besitzer und Schlossherr ist der in Wien lebende Christian Limbeck-Lilienau, der im Jahr 2007 der Familie Zogaj kostenloses Quartier im Gebäude gewährte.
  • Aussichtsturm am Göblberg
Der Göblberg ist mit 799 Metern die höchste Erhebung im Hausruck mitten in Oberösterreich. Daher sieht man bei Schönwetter fast das ganze Land. Hausruck und Kobernaußerwald bestehen aus eiszeitlichen Schottern und bilden das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Der Aussichtsturm wurde im Jahr 2006 von der ARGE Aussichtsturm Göblberg als Leader-Projekt der Marktgemeinden Ampflwang und Frankenburg errichtet und aus Mitteln des Landes Oberösterreich und der Europäischen Union gefördert.
Die 35 Meter hohe Lärchenholzkonstruktion wurde von Ingenieurbüro Meinhart+Partner geplant und von der Schmid Bauunternehmung Holzbau GmbH von April bis Mai 2006 ausgeführt. Der Turm erhielt eine Anerkennung beim Oö. Holzbaupreis für sein technisches Know-how und seine solide Konstruktion als „nicht zu übersehende Landmark“.
Die Webcam auf dem Aussichtsturm ist nach Osten und Süden ausgerichtet und schießt alle fünf Minuten Fotos von Ampflwang und Frankenburg. Diese werden von Minniberger-flashnet ins Netz gestellt. Die Stromversorgung erfolgt durch ein Solarpaneel.
Das Gebirgspanorama: Im Norden zieht sich das Panorama vom 117 km entfernten Großen Arber im Bayerischen Wald ins Mühlviertel zum Hochficht. Im Osten erkennt man an guten Tagen den Ötscher in 128 km Entfernung. Die Gipfel des Sengsengebirges und des Toten Gebirges sind da schon näher. Davor zeichnet sich markant der Traunstein ab. Das Höllengebirge im Süden scheint oft zum Greifen nah und hinter dem blauen Attersee sieht man die weißen Gipfel des Dachsteins. Markant auch der Schafberg, von dem es westwärts zu den Salzburger Bergen geht: Tennengebirge, Hochkönig und Untersberg. Watzmann und Hochstaufen führen nach Bayern und der Wendelstein am Rand der Chiemgauer Alpen schließt das Gebirgspanorama ab. Weiter westlich sieht man die ausgedehnten Wälder des Kobernaußer Waldes und darüber, in 146 km Entfernung, haben manche des Nachts schon das hell erleuchtete Oval der Münchner Allianz-Arena entdeckt.[1]
In Hintersteining, rund fünf Kilometer vom Zentrum entfernt, wurde 1998 der Botanische Garten mit einem großen Biotop eröffnet. Dort können Sie über 1000 verschiedene Bäume und Sträucher aus vielen Ländern der Welt betrachten.
Am Hobelsberg wurde 2005 ein 4,1 ha großes Waldgrundstück als Naturschutzgebiet gewidmet, das sich vor allem durch seine großen Vorkommen der wilden Mondviole auszeichnet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 5013 Einwohner, 2001 dann 5110 Einwohner. Im November 2006 betrug die Einwohnerzahl bereits 5190. Sie ist aber mit Ende 2008 unter die 5000er Marke gesunken.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit Vernon in Kanada besteht seit 2008 eine Partnerschaft.

Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Framag Industrieanlagenbau GmbH
  • Zaunrith Fahrzeug- und Fertigungstechnik
  • Hackschnitzelheizung Frankenburg (Fernwärme)

In Frankenburg befindet sich auch das Innovationszentrum Vöcklatal.

Sport[Bearbeiten]

  • TSV Frankenburg
  • ASKÖ Frankenburg
  • Frankenburger Würfelspiellauf
  • d&h Radsportteam
  • Feuerwehrsportgruppe Frankenburg/OÖ

Bildung[Bearbeiten]

  • Zeichenhauptschule Frankenburg
  • Neue Mittelschule Frankenburg

Kultur[Bearbeiten]

  • Kulturinitiative KULIMU (Kunst, Literatur, Musik)
  • Würfelspielmuseum

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Petra Bloderer, Petra Cermak, Alexandra Treidl (Bearb.), Günter Dorninger (Betr.), Amt der O ö. Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.): Landschaftserhebung Gemeinde Frankenburg am Hausruck. Endbericht, Naturraumkartierung Oberösterreich. Kirchdorf an der Krems Oktober 2008 (pdf, land-oberoesterreich.gv.at).[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankenburg am Hausruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel über den Aussichtsturm auf der Gemeindeseite
  2. vergl. Durchführung einer Landschaftserhebung in der Marktgemeinde Frankenmarkt, frankenmarkt.net, 25. Oktober 2007