Berlin-Staaken

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Staaken
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Kladow Gatow Staaken Falkenhagener Feld Wilhelmstadt Spandau Haselhorst Siemensstadt HakenfeldeStaaken auf der Karte von Spandau
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 31′ 57″ N, 13° 8′ 29″ O52.532513.141388888889Koordinaten: 52° 31′ 57″ N, 13° 8′ 29″ O
Fläche 10,884 km²
Einwohner 43.005 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 3951 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 13591, 13593
Ortsteilnummer 0504
Verwaltungsbezirk Spandau

Staaken ist ein Berliner Ortsteil des fünften Verwaltungsbezirks Spandau.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Im Nordosten grenzt Staaken an das Falkenhagener Feld, im Osten liegt Klosterfelde zwischen Staaken und dem Kern des Bezirks Spandau (Ortsteile Spandau und Wilhelmstadt). Im Westen und Süden bildet der Ortsteil die Berliner Stadtgrenze zum Land Brandenburg (Landkreis Havelland), im Nordwesten davon zur Stadt Falkensee, im Südwesten nach Dallgow-Döberitz und im Süden nach Seeburg.

Während der historische Teil Staakens um das alte Dorf, der Norden und der Süden, überwiegend durch Einfamilienhaussiedlungen sowie die Gartenstadt Staaken geprägt sind, bestehen der östliche Teil und Neu-Staaken vorherrschend aus Großsiedlungen, die seit Ende der 1950er bis in die 1970er Jahre in mehreren Bauabschnitten entstanden sind.

Ortslagen[Bearbeiten]

Albrechtshof[Bearbeiten]

Die Ortslage Albrechtshof befindet sich im westlichen Teil Staakens. Sie wird im Osten begrenzt durch den Finkenkruger Weg, im Norden und im Westen durch die Stadtgrenze zu Falkensee sowie im Süden durch die Hamburger Bahn. Sie zeichnet sich vor allem durch die Bebauung mit Einfamilienhäusern aus, die ihr einen ländlichen Charakter verleihen. Am 5. Dezember 1961 geriet die Ortslage in die Schlagzeilen der Presse, als ein Lokführer seinen Zug im damaligen Endbahnhof Albrechtshof nicht zum Stehen brachte, sondern die Grenzsperranlagen in Richtung West-Berlin durchbrach. Danach wurde diese Strecke für den Interzonenzugverkehr zwischen Berlin und Hamburg stillgelegt und die Züge über Wannsee umgeleitet. Diese Flucht wurde im Film Durchbruch Lok 234 dokumentiert. Ein Teil von Albrechtshof liegt außerdem noch in Brandenburg bei Seegefeld.

Gartenstadt Staaken[Bearbeiten]

Gartenstadt Staaken, Sicht entlang der Straße
Zwischen den Giebeln

Das ursprüngliche Gebiet der Gartenstadt Staaken erstreckt sich auf einem Gelände zwischen der Lehrter Bahn und der Hamburger Bahn, also zwischen der nördlichen und der südlichen Eisenbahnlinie und wird im Osten von der Hackbuschstraße und im Westen vom Finkenkruger Weg abgegrenzt. Diese Fläche hat 350.000 m², bei denen es sich um Ackerland handelte. Die Bebauung des Areals nach der Planung des Architekten Paul Schmitthenner in den Jahren 1914–1917 bildet heute den Kern der Gartenstadt Staaken. Die Genossenschaft der Gartenstadt Staaken wurde am 27. Juni 1913 gegründet und verfügt inzwischen auch über Wohneinheiten außerhalb dieses Areals. Als problematisch stellte sich der ursprünglich zwischen der Genossenschaft und dem preußischen Ministerium des Innern ausgehandelte Pachtvertrag dar. Dieser war nur bis Ende 1999 befristet und somit galt die Zukunft der Gartenstadt Staaken über diesen Zeitraum hinaus als ungewiss. Die Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Staaken eG konnte das Gelände käuflich erwerben, bevor der Pachtvertrag endete. Die Häuser stehen heute unter Denkmalschutz.

Dorf Staaken[Bearbeiten]

Der eigentliche Ortskern von Staaken erstreckt sich entlang des Nennhauser Damms, südlich des Brunsbütteler Damms. An der Hauptstraße befindet sich die Staakener Dorfkirche, die als Dorfkirche Alt-Staaken bezeichnet wird.

Siedlung Neu-Jerusalem[Bearbeiten]

Hauptartikel: Siedlung Neu-Jerusalem

Die Siedlung Neu-Jerusalem befindet sich westlich des Staakener Ortskerns kurz vor der Berliner Stadtgrenze beiderseits der Heerstraße. Den Namen verdankt die denkmalgeschützte Siedlung ihrer kubischen Architektur.

Neu-Staaken[Bearbeiten]

Blick vom „neuen“ Hahneberg auf die Bullengrabenniederung und die Louise-Schröder-Siedlung

Kleingärten und einzelne landwirtschaftliche Betriebe, die südlich der Lehrter Bahn ansässig waren, mussten in den 1960er und 1970er Jahren zunehmend dem Bau von Mehrfamilienhäusern – der Louise-Schroeder-Siedlung – weichen. So wurden Mitte der 1960er Jahre zunächst im Bereich nördlicher Brunsbütteler Damm /Oldesloer Weg Häuser mit meist vier Etagen errichtet. Am Ende dieses Jahrzehnts weitete man die Bebauung auf die Gebiete südlicher Brunsbütteler Damm, Südekumzeile und Zweiwinkelweg aus, Anfang der 1970er Jahre dann bis zur Obstallee, Maulbeerallee und Heerstraße, der Rudolf-Wissell-Siedlung, wobei die Zahl der Etagen von Bauabschnitt zu Bauabschnitt stets anstieg. Aus dem ehemals dörflichen Staaken wurde somit eine kleine Stadt innerhalb des Bezirks Spandau.

Siedlung Hahneberg[Bearbeiten]

Dieses – durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägte – Siedlungsgebiet Staakens liegt südwestlich des alten Spandauer Fort Hahneberg. Es wird begrenzt von der Heerstraße im Norden, dem „alten“ Hahneberg (65 Meter über NN) im Osten und der Berliner Stadtgrenze im Süden und Westen. Die Parzellierung des Siedlungsgebietes fand schon um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert statt, allerdings gehörte damals Staaken ebenso wie Spandau noch nicht zu Berlin, sodass keine unmittelbare Bebauung folgte. Erste Ansiedlungen vor dem Zweiten Weltkrieg blieben ohne Kontinuität während der Kriegs- und Nachkriegszeit. Zu Zeiten des Kalten Krieges war das Siedlungsgelände wegen der Nähe zur Berliner Mauer als Teil des von West-Berlin getrennten West-Staaken Sperrgebiet. Nach der Wiedervereinigung und der verwaltungstechnischen Rückgliederung West-Staakens nach Berlin setzte in den 1990er Jahren auf den großteils unbebauten Grundstücken rege Bautätigkeit ein, die in wenigen Jahren einen offenen Siedlungscharakter entstehen ließ. Diese Offenheit sorgt für einen kontinuierlichen Übergang in die feld- und waldgeprägte Landschaft im benachbarten Bundesland Brandenburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Staaken wurde erstmals am 26. März 1273 urkundlich als Dorf in Stakene erwähnt. Der Name kommt aus dem Mittelniederdeutschen To den staken und bedeutet „Ort, wo Knüppel, dicke Stöcke, Pfähle sind.“[1]

Karte des geteilten Berlin. Gebietsaustausch am westlichen Stadtrand (gepunktete Linie) erkennbar

Das Dorf wurde wohl kurz nach 1200 von deutschen Zuzüglern als Straßendorf „aus wilder Wurzel“ gegründet, denn slawische archäologische Funde liegen bisher nicht vor.

Von 1295 bis 1872 lag die Herrschaft über Staaken bei der Stadt Spandau. Von 1273 bis 1420 besaß das Benediktinerinnenkloster Spandau acht Hufen, von 1420 bis zur Reformation dem Heilig-Geist-Spital zwölf Hufen, danach dem Rat der Stadt Spandau elf Hufen. 1273 wurde Staaken als Pfarrdorf bezeichnet; die Dorfkirche Staaken war eigenständige Mutterkirche. Im Landbuch Karls IV. (1375) wird Staaken nicht erwähnt, weil der Markgraf dort keine Rechte mehr besaß. 1624 wurde erstmals die Gesamthufenzahl des Dorfs mit 59 Hufen erwähnt.

Am 1. Oktober 1920 erfolgte auf der Grundlage des Groß-Berlin-Gesetzes die Eingemeindung des bisherigen Dorfes Staaken nach Berlin und die Zuordnung zum Bezirk Spandau.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Staaken im Rahmen eines Gebietstausches zwischen Briten und Sowjets per 31. August 1945 aufgeteilt. Der westliche Teil wurde der sowjetischen Besatzungsmacht zugesprochen. Dabei wurde dieser Teil zunächst weiter vom Spandauer Rathaus aus verwaltet. So konnten die Bewohner West-Staakens am 3. Dezember 1950 noch an den Wahlen zum West-Berliner Abgeordnetenhaus teilnehmen. Der östliche Teil Staakens blieb – wie der gesamte Bezirk Spandau – Teil des britischen Sektors. Grund für diese außergewöhnliche Aufteilung Staakens unter den Alliierten – abweichend von den Berliner Bezirksgrenzen – war, dass die britische Siegermacht den in Gatow gelegenen Flugplatz für ihren Sektor in Berlin benötigte. Der Flugplatz Gatow lag ursprünglich zum Teil auf sowjetisch verwaltetem brandenburgischem Gebiet. Die beiden alliierten Mächte einigten sich darauf, West-Staaken den Sowjets und den Briten im Gegenzug Teile der Gemeinde Groß Glienicke sowie den sogenannten „Seeburger Zipfel“ (ein schmaler Gebietsstreifen auf der Höhe der brandenburgischen Gemeinde Seeburg, der relativ weit in den britischen Sektor von Berlin hineinragte) im Südwesten Spandaus zuzuteilen, wodurch die Briten den Flugplatz Gatow besser nutzen konnten. Die Grenze zwischen dem sowjetischen West-Staaken und dem britischen Staaken in West-Berlin verlief dabei in einer Linie von Nord nach Süd in der Mitte der Straßenzüge Finkenkruger Weg, Nennhauser Damm und Bergstraße.

Ausgabe von DDR-Lebensmittelkarten in West-Staaken, 1951

Am 1. Februar 1951 wurde West-Staaken von der DDR-Volkspolizei besetzt und zunächst vom Ost-Berliner Bezirk Mitte aus regiert. Am 1. Juni 1952 wurde die Verwaltung auf die zur DDR gehörige Gemeinde (ab 1961 Stadt) Falkensee (Kreis Nauen, Bezirk Potsdam) übertragen. Doch gehörte West-Staaken weiterhin offiziell zu Groß-Berlin, bis am 1. Januar 1961 die offizielle Eingliederung nach Falkensee erfolgte. Am 1. Januar 1971 wurde es wieder ausgegliedert und bildete fortan die Gemeinde Staaken in der DDR. Die Einwohnerzahl betrug zu diesem Zeitpunkt 4146.

Dorfkirche mit einem Kreuz, das an die Teilung Staakens zwischen 1951 und 1990 erinnert

Trotz der Zugehörigkeit zum Bezirk Potsdam gab es einige Besonderheiten. Die Katasterunterlagen für West-Staaken verblieben beim zuständigen Vermessungsamt des Bezirks Spandau. In Ermangelung anderer Unterlagen stellte der Liegenschaftsdienst des Bezirks Mitte (Ost-Berlin) eine eher rudimentäre Katasterkarte im Maßstab 1:4000 auf. Später wurde die Katasterführung an den Liegenschaftsdienst des Kreises Nauen übergeben, der erst nach mühseligen Verhandlungen die bei ihm geführten Unterlagen im Jahr 1991 an den nach der Wiedervereinigung wieder zuständigen Bezirk Spandau herausgab. Die Telefonanschlüsse waren bis in die späten 1980er Jahre im Telefonbuch von Ost-Berlin verzeichnet. Ein Telefongespräch zwischen Ost-Berlin und West-Staaken (Vorwahl „572“) war ein Gespräch zum Ortstarif. Laut Telefonbuch von 1989 war Staaken nicht mehr als Ortsgespräch über „572“ zu erreichen. Die Telefonanschlüsse waren dann im Telefonbuch des Bezirks Potsdam eingetragen.

Kurz nachdem am Abend des Mauerfalls am 9. November 1989 die innerstädtischen Berliner Grenzübergänge geöffnet worden waren, wurde in der gleichen Nacht um 0:32 Uhr auch der Grenzübergang Heerstraße geöffnet. Im Rahmen der Wiedervereinigung wurden die getrennten Ortsteile am 3. Oktober 1990 wieder im Berliner Bezirk Spandau zusammengeführt, West-Staaken zählte zum Beitrittsgebiet.[2]

Industrie[Bearbeiten]

Vor allem der westliche Teil Staakens wurde lange Zeit durch Industriebetriebe geprägt.

Flugplatz Staaken / Zeppelinwerke[Bearbeiten]

Am 9. Juli 1915 erwarb die Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Staaken ein Gelände, um gemäß einer Anordnung des Kriegsministeriums Luftschiffe mit militärischer Ausrichtung herstellen zu können. Zwar verfügte man bereits über ähnliche Gelände in Friedrichshafen, Potsdam und Gotha, doch reichten diese Werke nicht aus, um den Bedarf des Militärs decken zu können. So verließ dann am 9. November 1916 das erste Luftschiff die Staakener Werft. Insgesamt konnten in Staaken bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zwölf Zeppeline gebaut werden. Der am 11. November 1918 unterzeichnete Friedensvertrag erlaubte Deutschland jedoch keine weitere Produktion von Luftschiffen und Flugzeugen, woraufhin die Produktion in Staaken eingestellt wurde. Doch auch für zivile Zwecke wurde das zwischenzeitlich zum Flugplatz ausgebaute Areal genutzt. Ab dem 20. August 1919 wurde zwischen Friedrichshafen und Berlin-Staaken mit dem LZ 120 ein Zeppelin-Linienverkehr eingerichtet, wobei für die Bewältigung der 600 Kilometer Entfernung sechs Stunden benötigt wurden und 20 Passagiere mitfliegen konnten. Nach nur 103 Fahrten wurde die Verbindung bereits am 5. Dezember 1919 wieder eingestellt.

Am 27. Dezember 1922 nahm man mit Flugzeugen den Liniendienst mit London auf, jedoch erwies sich der Zentralflughafen Berlin-Tempelhof schon bald als verkehrstechnisch günstiger gelegen. Nur vereinzelt wurde der Flugplatz Staaken für Landungen von Zeppelinen, die nunmehr den Atlantikverkehr bedienten, genutzt. 1929 wurde das Gelände an die Stadt Berlin verkauft, dennoch wurde es weiterhin für die Luftfahrt genutzt. So absolvierte die Lufthansa vor allem Trainingsflüge und nutzte die Hallen für Wartungsarbeiten. 1930 und 1932 wurden in Staaken die Challenge-Luftfahrtwettbewerbe ausgetragen, da der deutsche Flieger Fritz Morzik die Challenge 1929 und 1930 gewonnen hatte.

Während der Olympischen Sommerspiele 1936 wurde Segelfliegen als Demonstrationssportart in das Programm aufgenommen. Die dazu durchgeführten Wettbewerbe wurden vom Flugplatz Staaken aus gestartet.

Am 10. August 1938 flog die Fw 200 V1 „Condor“ D-ACON der Lufthansa als erstes landgestütztes Passagierlangstreckenflugzeug nonstop die 6371 Kilometer lange Strecke von Berlin-Staaken zum Floyd Bennett Field in New York in 24 Stunden, 56 Minuten und 12 Sekunden (dies entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 255,499 km/h). Zuweilen wurden in Staaken auch Staatsgäste empfangen, wie beispielsweise am 16. August 1938, als der Chef der französischen Armée de l’air Joseph Vuillemin durch den Luftfahrtminister Hermann Göring begrüßt wurde.

Das Gelände wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst für einige Jahre von den Luftstreitkräften der Sowjetunion weiter als Flughafen genutzt. Dokumentiert ist dies unter anderem durch ein Flugzeugunglück am 5. April 1948 zwischen einer Vickers VC.1 der BEA, die zum Flugplatz Gatow unterwegs war, und einer Jak-3 der Roten Armee, die in Staaken landen wollte.[3]

Zwischen 1958 und 1997 wurden einige ehemalige Kasernengebäude für das Kreiskrankenhaus Nauen weitergenutzt. Seitdem stehen die Gebäude leer. Das Flugplatzgelände diente außerdem anderen Industriezweigen zur Baustofflagerung auf dem Rollfeld. Seit der Wiedervereinigung versuchte man, einen Großinvestor zur Einrichtung eines Gewerbeparks zu finden. Jedoch konnten bisher nur Teile des Geländes einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden. Im Jahr 2011 wurden die Landebahnen abgebrochen und auf dem Dallgower Teil des Flugfeldes ein Solarpark errichtet.

Tower und Kasernengebäude sind bis heute erhalten.

Filmwerke[Bearbeiten]

Am 31. Juli 1923 wurde mit einem Stammkapital von 525 Millionen Mark die Filmwerke Staaken AG gegründet, die Eröffnungsbilanz belief sich dabei zum 1. Januar 1924 auf 100.000 Mark. Hans Neumann nutzte die seit Ende des Ersten Weltkrieges leerstehenden Luftschiffhallen, die mit einer Grundfläche von bis zu 6000 m² und einer Höhe von bis zu 42 Meter überdachte Filmbauten mit einer Höhe von 28 Meter ermöglichten. Fortan wurden hier auch Monumentalfilme wie Metropolis von Fritz Lang, I.N.R.I. Ein Film der Menschlichkeit, Die Dreigroschenoper, Eifersucht, Zweierlei Moral, Der Schimmelreiter, Frauen der Leidenschaft, Mata Hari, Ich hatt' einen Kameraden, Ariane und Der heilige Berg mit Leni Riefenstahl gedreht. Nach einer finanziellen Krise im November 1929 änderten sich die Besitzverhältnisse der Filmwerke. Eigentümer wurde nun die DLS-Studio GmbH, die zur Deutschen Lichtspiel-Syndikat AG gehörte. 1934 wurden die Arbeiten in den Ateliers dann allerdings vollkommen eingestellt.

DEMAG-Panzerwerk[Bearbeiten]

Das Werk war 1938 ursprünglich als Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) für die S-Bahn im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau Berlins zur Welthauptstadt Germania errichtet worden. Von 1942 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in dem etwa 14 Hektar großen Werk zwischen der Siedlung Albrechtshof und dem Ortsrand zu Falkensee Panzer, die sogenannten „DEMAG-Panzer“, (vergl. auch Bergepanther) gefertigt. In den Kriegsjahren erfolgte die Produktion durch Zwangsarbeiter. Hierfür wurde in wenigen Metern Entfernung – bereits auf dem Stadtgebiet von Falkensee − am 10. Juli 1943 ein Außenlager des KZ Sachsenhausen mit 14 Holzbaracken errichtet, das von 1938 bis 1939 zunächst als Lager für 650 Bahnarbeiter angelegt und ab 1939 an die Heeresverwaltung vermietet worden war, die dort Kriegsgefangene unterbrachte. Dabei dienten neun dieser Baracken als Unterbringung der 2500 Inhaftierten. Das Gelände dieses Lagers ist heute eine Gedenkstätte (Hamburger Straße gegenüber der Herlitz-Siedlung). Am 26. April 1945 wurde das Werk von der Roten Armee besetzt und das Lager befreit. Die restlichen Ruinen des demontierten und danach gesprengten Werkes befinden sich im Süden der Hamburger Straße (ehemals Straße 341 und zu DDR-Zeiten Gustav-Döring-Straße). Eine weitläufige Eigenheimsiedlung sowie der großzügige Gebäudekomplex eines Möbelmarktes bestimmen das heutige Bild des ehemaligen Firmengeländes auf dem Stadtgebiet von Falkensee. Auf der Stadtgrenze zu Falkensee liegt heute noch der sogenannte „Panzersee“, in dem Unterwasserfahrten der produzierten Panzer getestet wurden.

Wasserwerk[Bearbeiten]

Das 100 Jahre alte Wasserwerk Staaken, dessen Trinkwasseraufbereitungsanlage in den Jahren 2005–2008 umfassend saniert und neu gebaut wurden (Investitionsvolumen: zehn Millionen Euro), hat seine Zufahrt vom Neunkircher Steig in Staaken, liegt jedoch auf dem Gebiet von Dallgow-Döberitz. Das Wasserwerk Staaken versorgt rund 80.000 Einwohner in Falkensee, Dallgow-Döberitz mit Seeburg, Schönwalde-Glien sowie Hennigsdorf.

Bildung[Bearbeiten]

Während der politischen Teilung Staakens existierte in dem zur DDR gehörenden Teil Staakens die Hochschule für Außenhandel. Zahlreiche Personen, die später im Staatsdienst Karriere machten, wurden hier ausgebildet, unter ihnen zum Beispiel die Politikerin Christa Luft und der Wirtschaftsfunktionär Alexander Schalck-Golodkowski.

Verkehr[Bearbeiten]

Die markantesten durch Staaken führenden Verkehrsadern sind für den Straßenverkehr die Heerstraße als Bundesstraße 5 sowie für den Schienenverkehr die beiden Bahnlinien Berlin – Hannover (südliche Trasse) und Berlin – Hamburg (nördliche Trasse) dar. Alle drei Verbindungen verlaufen in Ost-West-Richtung.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Staaken war im Süden ab Mitte August 1900 an das Netz der Lehrter Bahn angeschlossen. Zuerst nur mit zwei Seitenbahnsteigen, bekam der Staakener Bahnhof nach dem viergleisigen Ausbau im Jahr 1908 außerdem einen Mittelbahnsteig.

Von 1951 bis 1980 war Staaken an die elektrische Berliner S-Bahn angeschlossen, deren Bahnhof Berlin-Staaken sich an der Lehrter Bahn östlich der Brücke des Nennhauser Dammes, also noch auf West-Berliner Gebiet befand, während die Wendeanlage bereits in West-Staaken und damit in der DDR lag.

Nachdem West-Staaken am 2. Februar 1951 von der Volkspolizei der DDR besetzt wurde, befand sich der S-Bahnhof Staaken damit unmittelbar an der Sektorengrenze. Westlich davon wurde deshalb kurz darauf seitens der DDR ein weiterer Bahnhof Staaken für den Vorortverkehr nach Wustermark in Betrieb genommen, der im März 1976 wieder geschlossen und durch einen weiteren – noch einmal 700 Meter westlicher gelegenen – neuen Bahnhof für den Personenverkehr von und nach Staaken ersetzt wurde, der im September 1976 in Betrieb ging.

Grenzüberschreitend dagegen stand die südliche Bahnstrecke nach dem Mauerbau 1961 zunächst nur für den Güterverkehr zur Verfügung. Mit den Baumaßnahmen von 1976 allerdings kam auch hier wieder ein grenzüberschreitender Personenverkehr zustande: Noch einmal weiter westlich als der DDR-Vorortbahnhof selbst wurde ein zusätzlicher zweiter Bahnhof errichtet, der, obwohl eigentlich nicht mehr in Staaken liegend, dennoch ebenfalls „Staaken“ hieß und ausschließlich als Kontrollbahnhof für den Interzonenzugverkehr diente. Der Eisenbahn-Transitverkehr von und nach Hamburg musste daher nicht mehr über Wannsee erfolgen, was die Reisezeit erheblich verkürzte.

Eine zweite Staakener Bahnstation – der Bahnhof Albrechtshof – lag in Höhe des gleichnamigen heutigen Regionalbahnhofes an der Hamburger Bahn und war ebenfalls an die Berliner S-Bahn angeschlossen, deren Züge damit entweder vom Bahnhof Staaken oder aber ab 1950 auch von Falkensee über Albrechtshof und Spandau-West Richtung Berliner Innenstadt verkehrten.

Nach einer geglückten Flucht mit einer Dampflok über diese Strecke wurde der S-Bahn-Verkehr von und nach Falkensee über Albrechtshof nach dem Mauerbau 1961 eingestellt und seitdem nicht wieder aufgenommen. Im Zuge des Ausbaus der Hamburger Bahn Anfang der 1990er Jahre wurde auch der Bahnhof Albrechtshof inzwischen komplett neu aufgebaut.

Zwar ist ein erneuter S-Bahn-Anschluss Staakens geplant, seine Realisierung jedoch nach wie vor offen und der Ortsteil Staaken daher bis auf weiteres nur durch den Regionalbahnverkehr an das Schienennetz angeschlossen.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Im Jahr 1933 wurde zwischen dem ehemaligen Bahnhof Spandau (heute: S-Bahnhof Stresow) und der Gartenstadt Staaken die O-Bus-Linie A31 eingerichtet. Nach kriegsbedingter Unterbrechung wurde der O-Bus-Betrieb kurz nach Ende der Berlin-Blockade am 1. August 1949 wieder aufgenommen. Da die Strecke jedoch im Verlauf des Nennhauser Damms exakt auf der Grenze zwischen West- und Ost-Staaken und damit zwischen der DDR und West-Berlin verlief, wurde der O-Bus-Betrieb am 18. Dezember 1952 wieder eingestellt. Die Fahrleitungsanlagen wurden bis 1956 abgebaut und als Ersatzteile auf anderen O-Bus-Linien verwendet. Ansonsten erschließen heute Buslinien den Ortsteil. Darunter die Linie M32, die in Staaken teilweise den gleichen Weg nimmt, wie die ehemalige O-Bus-Linie A31.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Bis zur Fertigstellung der Bundesautobahn 24 (Berlin–Hamburg) und der Inbetriebnahme des Grenzübergangs Heiligensee/Stolpe am 1. Januar 1988 lag in Staaken an der Heerstraße einer der Berliner Grenzübergänge für den Straßenverkehr auf der Transitstrecke in das Bundesgebiet. Anschließend diente dieser Übergang noch bis 1989 als einfacher Grenzübergang zur Einreise in die DDR.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gedenktafel für Wilhelm II. an der Mauer zur Dorfkirche Alt-Staaken in der Hauptstraße

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Staaken

Persönlichkeiten aus Staaken[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Staaken – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission. be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436, S. 161.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1990
  3. Accident. Archiviert vom Original am 21. Juli 2009. Abgerufen am 21. August 2009.