Bous (Saar)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bous
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Bous hervorgehoben
Koordinaten: 49° 16′ N, 6° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Saarlouis
Höhe: 229 m ü. NN
Fläche: 7,61 km²
Einwohner: 7300 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 959 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66353–66359
Vorwahl: 06834
Kfz-Kennzeichen: SLS
Gemeindeschlüssel: 10 0 44 122
Adresse der Gemeindeverwaltung: Saarbrücker Str. 120
66359 Bous
Webpräsenz:
Bürgermeister: Stefan Louis (parteilos)

Bous [buːs] ist eine Gemeinde im Landkreis Saarlouis - rund 15 km nordwestlich von Saarbrücken gelegen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Der Ort liegt am südlichen Ausgang des Saarlouiser Beckens am rechten Ufer der Saar.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

im Uhrzeigersinn beginnend im Norden Schwalbach, Püttlingen, Völklingen, Wadgassen und Ensdorf

[Bearbeiten] Sprache

In Bous wird größtenteils deutsch gesprochen.

[Bearbeiten] Geschichte

Bous wurde im Jahre 952 erstmals erwähnt, auch aus römischer Zeit wurden Spuren gefunden (Reste eines Landhauses; gefunden um 1900 beim Bau der evangelischen Kirche). Diese lassen sich jedoch keinem genauen Datum zuordnen.

[Bearbeiten] Name

Der Name ist vermutlich keltischen Ursprungs und bezieht sich auf die Lage der Gemeinde zwischen zwei Hügeln, in frühen urkundlichen Erwähnungen ist häufig vom Ort Bouza die Rede. Somit hat der Name trotz des französisch scheinenden „ou“ seinen Ursprung nicht im romanischen Sprachraum. Dies hielt die Nationalsozialisten jedoch nicht ab, den Namen am 22. August 1935 in „Buß (Saar)“ zu ändern, dies wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg rückgängig gemacht.

[Bearbeiten] Dialekt

Die in Bous gesprochene Mundart gehört zu den moselfränkischen, saarländischen Dialekten. Da jedoch die Nachbarstädte Püttlingen und Völklingen bereits zum rheinfränkischen Sprachraum gehören, gibt es auch Vermischungen. Die Lage an der sogenannten dat/das-Linie führt dazu, dass sich der Dialekt von dem dieser Nachbargemeinden ungewöhnlich stark unterscheidet.

[Bearbeiten] Wappen

Im oberen Teil des inneren Wappens ist die Saar zu sehen. Der untere Teil stellt die drei Hügel Blasenberg, Griesberg und Weizenhübel dar. Das Wappen wurde der Gemeinde anlässlich ihres 1000-jährigen Jubiläums 1952 verliehen.

[Bearbeiten] Politik

Bild:Bous rathaus.jpg
Das Rathaus von Bous

Die Gemeinde Bous wurde 1974 im Zuge der Kommunalreform zunächst zu Schwalbach eingemeindet. Nach andauerndem erbittertem Widerstand der Bouser Bevölkerung machte die Landesregierung diesen Schritt 1982 wieder rückgängig. Parallel wurde auch Ensdorf aus der Gemeinde Schwalbach in die Selbstständigkeit entlassen.

Bous gehört zu den am höchsten verschuldeten Gemeinden des Saarlandes, zum größten Teil eine Folge der wegbrechenden Industrie.
Öffentliche Einrichtungen der Gemeinde (Schwimmbäder) konnten nicht erhalten werden, diese Einschnitte beeinflussen die politische Auseinandersetzung in Bous, in der Presse wurde der Gemeinderat bis zur Kommunalwahl 2004 als äußert zerstritten und konsensunfähig dargestellt.

Der Gemeinderat hat 27 Mitglieder: CDU 12, SPD 10, FWG 3, Grüne 2.

Bous war bei früheren Wahlen eine Hochburg der SPD, 2000 haben die Grünen fast 14 % der Stimmen erreicht und damit die absolute Mehrheit der Sozialdemokraten gebrochen, im Jahr 2004 wurde die CDU bei sehr geringer Wahlbeteiligung erstmals stärkste Fraktion im Gemeinderat.

  • Ergebnis der Direktwahl vom 23. Januar 2005:
    • Wahlbeteiligung: 66,7 %
      • Stefan Louis (parteilos): 50,24 %
      • Erich Wentz (SPD): 28,66 %
      • Jürgen Manz (CDU): 17,45 %
      • Marius Hocke (FWG): 3,65 %

[Bearbeiten] Bürgermeister

  • 1960 - 1964 : H. Luxenburger †, CDU
  • 1964 - 1973 : Johann"Hennes"Wagner †, SPD
  • 1974 - 1982 : Georg Fleck, CDU, (Gemeinde Schwalbach (Saar))
  • 1982 - 06.82: Johann"Hennes"Wagner †, SPD, als Bürgermeisterbeauftragter
  • 07.82 - 1987: Hans Bernardi †, SPD
  • 1987 - 2005 : Erich Wentz †, SPD
  • 2005 - heute : Stefan Louis, parteilos

[Bearbeiten] Gemeindepartnerschaften

Quetigny in Frankreich
Koulikoro in Mali

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Heute zeichnet sich die Gemeinde durch eine sehr gute Infrastruktur und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten aus. Der größte Industriebetrieb, dem der Ort auch seinen Aufstieg zu Anfang des 20. Jahrhunderts verdankte, die Mannesmann Röhrenwerke (RBS), wurde in den 1990er Jahren stillgelegt. Lediglich ein Elektrostahlwerk, das seit 1998 zur Georgsmarienhütte GmbH gehört, hält noch die montan-industrielle Tradition aufrecht. Weiterer überregional bedeutender Standort ist ein Zentrallager von Aldi-Süd.

[Bearbeiten] Kultur und Freizeit

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Chausseefeschd

Die kath. Kirche St. Peter, ein typisches Motiv
Die kath. Kirche St. Peter, ein typisches Motiv

Neben zahlreichen kleineren Festen war von 1978 bis 2003 das Bouser Chausseefeschd fester Bestandteil des kulturellen Lebens. Im letzten Augustwochenende (bzw. im vorletzten, wenn das Monatsende genau auf den 30./31. fiel) wurde die Bundesstraße B 51 voll gesperrt.In einigen Jahren mußte das Chausseefeschd jedoch in die Nebenstrassen verlagert werden, da es aus verschiedenen Gründen damalig keine Zustimmung des CDU Landrates gab. Bis zu 70.000 Menschen bevölkerten von Freitag- bis Sonntagabend die "Chaussee" der Gemeinde. Das Chausseefeschd findet aus finanziellen Gründen nicht mehr statt.

Seit 2004 gibt es eine neue Großveranstaltung in der Gemeinde - das Bouser Oktoberfest. Veranstaltungsort ist ein Festzelt auf dem Gelände des Einkaufscenter Bous.

[Bearbeiten] Bouser Maisause

Seit 2006 veranstaltet die "Aktionsgemeinschaft Standort Bous" die Bouser Maisause, ein Seifenkistenrennen. Am ersten Maiwochenende werden die Hohl-, Winkel- und Kirchstraße gesperrt und als Rennstrecke genutzt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Seifenkistenrennen wird bei der Bouser Maisause in 2 Klassen gestartet: Die Klasse der Bouser Boliden (mit Mülltonnenrädern) sowie die offene Klasse in der die Konstrukteure eine große Freiheit haben. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Veranstaltung ist, dass das 40 Mannschaften zählende Teilnehmerfeld sich ausschließlich aus Bouser Teams zusammensetzt. Kinder ab 6 Jahren nehmen mit ihren Bobbycars an einem eigenen Wettebwerb teil. Seit dem Jahr 2008 findet die Bouser Maisause aus finanziellen, sowie organisatorischen Gründen nur noch alle 2 Jahre statt.

[Bearbeiten] HoKuTa

In den ersten Novemberwochen findet jedes Jahr in der Südwesthalle eine Hobby-Kunst Ausstellung statt. Der Veranstalter ist der örtliche Kulturverein hokuta e.V..

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Das künstlerisch bedeutendste Bauwerk in Bous ist das Redemptoristenkloster Heiligenborn, das in den Jahren 1949-52 (Bauwerk) beziehungsweise 1953-60 (Inneneinrichtung) fast vollständig von dem ungarndeutschen Künstler und Architekten György Lehoczky entworfen und gebaut wurde.

Das Kloster befindet sich an der Stelle einer sagenumwobenen heiligen Quelle, die die Nationalsozialisten nach 1940 in eine Thingstätte mit einer angeschlossenen Jugendeinrichtung hatten umwandeln wollen. Teile des Rohbaus stammen aus diese Zeit, der im Kellergeschoss befindliche Grundstein des Kloster Heiligenborns zeigt noch heute das Hakenkreuz.

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Bous

[Bearbeiten] Schulen

Bous hat neben einer Grundschule auch eine weiterführende Schule (Erweiterte Realschule), die auch von zahlreichen Schülern aus den umliegenden Städten und Gemeinden genutzt wird.

Außerdem existieren zwei herkömmliche Kindergärten sowie ein Kinderhaus das gemeinsam von behinderten und nichtbehinderten Kindern besucht wird.

[Bearbeiten] Kino

Bous ist eine der letzten kleinen Gemeinden im Saarland, in der es noch ein Kino gibt. Das Thalia wurde 1957 eröffnet und seither jedoch mehrfach modernisiert ohne seinen Wirtschaftswundercharme einzubüßen. Technisch befindet es sich auf der Höhe der Zeit. Das Kino hat 141 Plätze und bietet als eines von lediglich zwei Kinos im Saarland Service am Platz.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  • Brenner, Traudl: Karge Himmelsfeste war Lehoczkys erster Paukenschlag. In: Saarbrücker Zeitung v. 24./25.5.2008 S. E 1 (Ost)
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