Chalais (Dordogne)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chalais
Chalais (Frankreich)
Chalais
Region Aquitanien
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Jumilhac-le-Grand
Gemeindeverband Pays de Jumilhac-le-Grand.
Koordinaten 45° 31′ N, 0° 56′ O45.5086111111110.92833333333333Koordinaten: 45° 31′ N, 0° 56′ O
Höhe 220–313 m
Fläche 18,81 km²
Einwohner 414 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km²
Postleitzahl 24450
INSEE-Code

Kirche Saint-Aignan
.

Chalais, okzitanisch Chalès, ist eine französische Gemeinde mit 414 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Nordosten des Départements Dordogne, Region Aquitanien. Sie ist integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Chalais geht zurück auf die vorkeltische Wurzel kal- mit der Bedeutung Stein, Fels, gefolgt von der Endung -ensem.

Geographie[Bearbeiten]

Chalais liegt 17 Kilometer südsüdwestlich von Châlus (Haute-Vienne) und 10 Kilometer nördlich von Thiviers (Luftlinie). Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Neben dem Ortskern besteht die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, einer Mühle und einem Schloss: Boucherie, Château de Mavaleix, Chirolle, L'Age, La Croix de Marafret, La Fond des Anes, La Fonderie, La Gilardie, La Guillaumas, La Pouyade, La Rame, Las Pradeaux, Laubanie, Lavaud, Le Bois de Filleuls, Le Mas, Le Moulin de Lascombas, Le Noir, Le Petit Mas, Le Puy, Le Touroulet, Les Champs, Les Rivaux, Maison-Rouge, Marafret, Mavaleix, Puy de Bost, Puyrigaud, Réchignac, Sausse und Vergnelibert.

Die Ostgrenze der Gemeinde Chalais zu Saint-Paul-la-Roche wird von der nach Süden entwässernden Valouse gebildet. Ebenfalls in südlicher Richtung fließt der Touroulet, der in der Nähe des Ortskerns aus dem Zusammenfluss des linksseitigen Ruisseau de la Pouyade und des rechtsseitigen Ruisseau de Jalinie hervorgegangen ist und dessen Verlauf dann die Westgrenze der Gemeinde zu Saint-Jory-de Chalais markiert. Zwischen Valouse und Touroulet entspringt etwas südöstlich vom Ortskern ein kleiner Bach, der Ruisseau le Maroussie; er zieht nach Südwest und mündet dann im Gemeindegebiet von Saint-Jory-de-Chalais als linker Seitenarm in den Touroulet.

Der topographisch höchste Punkt des Gemeindegebiets mit 313 Meter über dem Meer befindet sich an der Nordgrenze bei Le Bois de Filleuls, der tiefste Punkt mit 220 Meter liegt an der Südgrenze, südöstlich von L'Age an der Valouse.

Geologie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Chalais liegt vollständig auf metamorphem Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die Gesteine – vorwiegend Paragneise, glimmerschiefrige Paragneise, Orthogneise und leptynitische Orthogneise – gehören zur Unteren Gneisdecke des Zentralmassivs. Ausgangsgesteine der Paragneise waren neoproterozoische Grauwacken, die glimmerschiefrigen Paragneise entstanden aus tonreichen Grauwacken, bei den Orthogneisen dürfte es sich um Leukogranite des Kambriums handeln, die leptynitischen Komponenten sprechen für Gesteine mit granitischer bzw. rhyolitischer Zusammensetzung.

Die Foliation der Metamorphite streicht entweder Nordost-Südwest mit flachem Einfallen nach Südost oder liegt flach. Die Gesteine wurden im Devon von einer mittel- bis hochgradigen Regionalmetamorphose erfasst, die überall die Staurolithzone, stellenweise aber auch die Disthen-Staurolithzone (im Südosten bei L'Age) oder gar die Disthenzone (nördlich des Ortskerns) erreichte.

Unmittelbar westlich des Ortskerns verläuft eine NNO-SSW-streichende Störung, an der die Grundgebirgsgesteine brekziiert oder kataklastisch verformt wurden; ferner wurde ein massiver Quarzkörper mit eingeschleppt.

Tertiäre Hüllsedimente sind sehr weitverbreitet, sie verdecken in der Regel Höhenlagen zwischen den Flusstälern. Zuunterst liegt umgelagertes Kolluvium, das bei Mavaleix noch von einer sehr ausgedehnten Lage alluvialer Flussschotter aus dem Pliozän oder Pleistozän überlagert wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Mittelalter war Chalais Zwischenstation auf der Via Lemovicensis des Jakobswegs. Die Kirche Saint-Agnan (auch Saint-Aignan) ist romanischen Ursprungs, wurde aber im 15. Jahrhundert bzw. 16. Jahrhundert baulich abgeändert. Das Château de Mavaleix stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die dazugehörige Schmiede wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Auf der Carte de Cassini wird der Ort im 18. Jahrhundert als Chalaix bezeichnet. Bis 2009 trug die Gemeinde dann den Namen Chaleix.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister von Chalais ist seit 2005 der parteilose Gérard Taffu.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Château de Mavaleix
  • Romanische Kirche Saint-Agnan
  • Schloss Château de Mavaleix aus dem 13. Jahrhundert, seit 1947 als Monument historique geschützt
  • Schmiede von Mavaleix aus dem 16. Jahrhundert, seit 1972 als Monument historique geschützt

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch den Ostteil der Gemeinde Chalais quert die Hauptverkehrsachse N 21 von Châlus nach Thiviers in südsüdwestlicher Richtung. Parallel hierzu verläuft die Bahnstrecke Limoges – Thiviers – Périgueux mit Halt bei Mavaleix. Der Ortskern ist mittels der D 98 an die N 21 angebunden; die D 98 führt dann weiter nach Osten in Richtung Jumilhac-le-Grand. Über Kommunalstraßen lassen sich vom Ortskern aus La Coquille, Mialet und Saint-Jory-de-Chalais erreichen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Guillot, P.-L. et al.: Feuille Thiviers. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chalais (Dordogne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien