Saint-Martial-de-Valette

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Saint-Martial-de-Valette (Sent Marçau de Valeta)
Saint-Martial-de-Valette (Frankreich)
Saint-Martial-de-Valette
Region Aquitanien
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Nontron
Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord vert nontronnais.
Koordinaten 45° 31′ N, 0° 39′ O45.5172222222220.65083333333333Koordinaten: 45° 31′ N, 0° 39′ O
Höhe 135–266 m
Fläche 15,71 km²
Einwohner 817 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 52 Einw./km²
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Die romanische Kirche Saint-Martial
.

Saint-Martial-de-Valette (okzitanisch Sent Marçau de Valeta) ist eine französische Gemeinde mit 817 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Norden des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Nontron. Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Ortsname von Saint-Martial-de-Valette leitet sich ab vom Heiligen Martial (Sanctus Martialis) und dem okzitanischen valeta mit der Bedeutung kleines Tal.

Geographie[Bearbeiten]

Der Bandiat flussabwärts von Hautes Roches

Saint-Martial-de-Valette liegt einen Kilometer südwestlich von Nontron und 37 Kilometer nördlich von Périgueux.

Saint-Martial-de-Valette wird von folgenden Gemeinden umgeben:

Zum Gemeindegebiet von Saint-Martial-de-Valette gehören folgende Weiler, Gehöfte, Mühlen und Schlösser:

Beauséjour, Bellevue, Bourdelières, Chabans, Chez Litte, Chez Yonnet, Fargeas, Grolhier, Hautes Roches, La Guizardie, Lage, Le Grand Breuil, Le Grand Malibas, Le Moulin de Foureau, Le Moulin de Rouchillou, Le Petit Breuil, Le Petit Claud, Le Petit Malibas, Le Petit Saint Martin, Le Refuge, Le Sorbier, Les Cluzeaux, Les Durands, Les Îles, Les Landes, Les Pelades, Lord, Maison Brulée, Massonneau, Montagenet, Montcheuil Château, Naudonnet, Pas de Bœuf, Puy David, Puyfaiteau, Rapevache, Ribièras und Sabouret.

Das Gemeindegebiet von Saint-Martial-de-Valette wird vom Bandiat in nordwestlicher Richtung durchflossen. Rechtsseitig kommen ihm drei kleinere Bäche von den Hochlagen Nontrons entgegen, wobei der letzte (Ruisseau de Vergnes) die Nordwestgrenze zu Saint-Martin-le-Pin bildet. Linksseitig entwässert ein kleiner Bach den Ortskern; er entspringt an einer Quelle unterhalb von Sabouret. Die linksseitige Combe Falide ist ein Trockental. Die Nordwestgrenze des Gemeindegebiets zur Gemeinde Lussas-et-Nontronneau folgt einem linksseitigen Vorfluter des Bandiats, der zu mehreren Weihern aufgestaut wurde.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 135 Metern über dem Meer am Bandiat bei Montagenet im Nordwesten, der höchste Punkt mit 266 Metern bei Brissoneau (Gemeinde Sceau-Saint-Angel) im Südosten.

Geologie[Bearbeiten]

Der Kalksteinbruch bei Sabouret

Der Nordostteil des Gemeindegebiets von Saint-Martial-de-Valette hat noch Anteil am variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Von Nontron kommend durchschneidet der Bandiat bis hinter Le Petit Saint Martin Plagioklas-führende Paragneise, die aus ehemaligen Grauwacken hervorgegangen sind. Die Paragneise haben den Grad der Anatexis erreicht und zeigen daher stellenweise granitoide Absonderungen. Über das metamorphe Grundgebirge transgredierten flachliegende, bis zu 30 Meter mächtige Sedimente des LiasHettangium (Arkosen, Dolomite und Oolithkalke), Pliensbachium (grobe und dolomitische Sandsteine) und Toarcium (graue, mergelige Tonsteine). Der Lias ist in den beiden rechten Seitentälern vor Montagenet aufgeschlossen. Über dem Lias folgen 140 bis 190 Meter an kalkigem DoggerBajocium, Bathonium, Callovium und Oxfordium –, der beinahe das gesamte Gebiet südlich des Bandiat beansprucht. Der Dogger kann auch rekristallisiert auftreten (Gebiete bei Montagenet, Puyfaiteau und Chabans). Über dem Dogger existieren noch vereinzelte, dünne Vorkommen von transgressiver Oberkreide (Cenomanium auf den Höhenlagen um Rapevache). Große Teile dieses südlichen Höhenrückens werden von pleistozänem Detritus maskiert (Alluvium und Kolluvium fluviatilen Ursprungs). Die stellenweise relativ mächtig werdenden kolluvialen Tertiärsande (AC-Formation) wurden in der letzten Eiszeit umgelagert. Die quarzreichen Sande sind aus den Gneisen und Granodioriten des Grundgebirges hervorgegangen. Sie beherbergen die kantonale Mülldeponie.

Tertiäre kolluviale Sande mit rhythmischer Wechsellagerung im Süden von Saint-Martial

Mehrere kleinere Störungen durchziehen das Gemeindegebiet, vorwiegend in nordwestlich-südöstlicher und nordöstlich-südwestlicher Richtung. An ihnen wurde das kristalline Grundgebirge treppenartig in Blöcken herausgehoben. Erwähnenswert ist der große Steinbruch bei Sabouret, in dem nach Süden verkippte, kryptokristalline Oolithkalke des Oberbajociums und Unterbathoniums anstehen. Sie verdeutlichen nicht nur die Anhebung des Grundgebirges, sondern zeigen auch interne Überschiebungen, die auf die Pyrenäenorogenese zurückzuführen sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Ältestes Bauwerk in Saint-Martial-de-Valette ist die romanische Kirche Saint Martial aus dem 12. Jahrhundert.

Bis 1793 hieß die Gemeinde noch Valette-les-Eaux, ab 1793 dann Saint Martial de Valette. Die jetzige Schreibweise besteht seit 1801.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Martial-de-Valette
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 841 7,9 53,5/km²
1968 806 7,9 51,3/km²
1975 788 8,0 50,2/km²
1982 747 7,8 47,5/km²
1990 855 9,1 54,4/km²
1999 795 8,7 50,6/km²
2006 841 9,3 53,5/km²
2007 846 9,3 53,9/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerung von Saint-Martial-de-Valette ist seit den 1960ern mehr oder weniger konstant. Nach der Zahl der Einwohner ist der Ort die drittgrößte Gemeinde im Kanton Nontron.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister von Saint-Martial-de-Valette ist seit 1995 der der PCF angehörende Rentner Gabriel Dumonteit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die romanische Kirche Saint Martial aus dem 12. Jahrhundert, seit 1942 als Monument historique eingeschrieben.
  • Das Schloss Montcheuil.
  • Das Schloss Puyfaiteau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch Saint-Martial-de-Valette verläuft die D 675 von Nontron nach Brantôme und weiter nach Périgueux. Von ihr zweigen in der Nähe des Ortskernes die D 75 in Richtung Angoulême und die D 708 ab; Letztere spaltet sich vor Verlassen des Gemeindegebiets in die D 95 nach Mareuil und in die D 84 nach Verteillac auf.

Durch den Nordteil der Gemeinde führte einst die mittlerweile stillgelegte Bahnstrecke Angoulême – Nontron.

Beschäftigungslage[Bearbeiten]

Anhand der statistischen Erhebung von 1999 waren 43,1 % der Bevölkerung erwerbstätig, 28,7 % im Ruhestand, 19,4 % in schulischer Ausbildung und 8,8 % arbeitslos. Die Erwerbstätigen unter den 20 bis 59 Jährigen machen 86 % aus, was über dem nationalen Durchschnitt von 82,2 % liegt. Im Jahr 2007 waren die Erwerbstätigen auf 44,1 % der Bevölkerung angewachsen, aber auch die Zahl der Arbeitslosen hatte sich auf 10,8 % erhöht.

Unternehmen[Bearbeiten]

Neben zahlreichen kleineren Firmen (KFZ-Reparaturwerkstätten, Reifenhändler, Tankstelle, Baustofflieferant, Spediteur, Möbelfabrikant, Bäckereien, Gaststätte etc.) sind in Saint-Martial-de-Valette ein metallverarbeitender Betrieb und ein Käseproduzent als größere Unternehmen zu nennen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saint-Martial-de-Valette auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  J.-P. Floc'h u.a.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.