Chalampé

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Chalampé
Wappen von Chalampé
Chalampé (Frankreich)
Chalampé
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Mulhouse
Kanton Illzach
Gemeindeverband Porte de France Rhin Sud.
Koordinaten 47° 49′ N, 7° 32′ O47.8205555555567.5411111111111215Koordinaten: 47° 49′ N, 7° 32′ O
Höhe 211–217 m
Fläche 4,77 km²
Einwohner 967 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 203 Einw./km²
Postleitzahl 68490
INSEE-Code

Rathaus

Chalampé (deutsch Eichwald, elsässisch Schàlàmpi) ist eine französische Gemeinde mit 967 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Arrondissement Mulhouse, zum Kanton Illzach und zum Gemeindeverband Porte de France Rhin Sud (CCPFRS).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 16 Kilometer nordöstlich von Mülhausen am westlichen Ufer des Rheinseitenkanals, der parallel zum Altrhein verläuft. Nachbargemeinden von Chalampé sind Rumersheim-le-Haut im Norden, Neuenburg am Rhein (Deutschland) im Osten sowie Bantzenheim im Süden und Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

zweisprachiges Ortseingangsschild
Chemiewerk der Rhodia S.A. nahe Chalampé

Chalampé wurde 1709 von demobilisierten Soldaten des Spanischen Erbfolgekrieges und einigen Familien aus dem Tross des Heeres gegründet. Der Ortsname taucht erstmals 1717 als Chalambé in Dokumenten der französischen Verwaltung auf. Vermutet wird, dass der Ortsname vom alemannischen Wort „Schlamper“ kommt, mit dem die dort angesiedelten französischen Soldaten bezeichnet wurden.

Seit 1727 gibt es hier einen Übergang über den Rhein. Ihren französischen Namen trägt die Gemeinde seit 1735.

Vor der Rheinbegradigung durch Johann Gottfried Tulla in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Rhein für die Gemeinde ein großes Problem, da die ungleichmäßige Wassermenge und das geringe Gefälle den Lauf des Stromes ständig veränderte. Dadurch veränderte sich jeweils die Grenze zu Deutschland, da der Flusslauf als natürliche Grenze galt. Zeitweise gehörte daher der Ort auch zu Deutschland.

Seit 1878 gab es die Eisenbahnbrücke Rheinbrücke Neuenburg–Chalampé, die eine Verbindung des damals deutschen Elsass mit Süddeutschland herstellte.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Brücke und das Dorf zerstört, 1940/41 wieder aufgebaut und 1945 beim Rückzug aus dem Brückenkopf Elsass teilweise noch einmal zerstört.

Bis zum Bau des Rheinseitenkanals lebte die Bevölkerung hauptsächlich von der Landwirtschaft, der Fischerei und der Korbflechterei. Durch den Bau des Kanals verlor die Gemeinde einen großen Teil ihrer Fläche, erhielt dafür aber für seine Bewohner zahlreiche Arbeitsplätze durch die sich hier ansiedelnde Industrie. In einem Industriepark, der sich entlang des Rheinseitenkanals über die Gemarkungsgrenzen von Chalampé und Bantzenheim bis Ottmarsheim erstreckt, wurde neben anderen Betrieben eine große Chemiefabrik des französischen Konzerns Rhône-Poulenc (heute Rhodia S.A.) errichtet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 414 614 891 1034 1011 966 888

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Wendelin in Chalampé
Brücke über den Rheinseitenkanal
  • neoklassizistische Kirche St. Wendelin, 1865 errichtet

Verkehr[Bearbeiten]

Chalampé liegt an der Bahnstrecke Müllheim–Mülhausen, die vorwiegend für Güterverkehr und nur sporadisch für Personenverkehr genutzt wird, wobei die Züge im Ort nicht halten. Die Straßenbrücken über den Rheinseitenkanal und den Rhein schaffen eine Verbindung in die Stadt Neuenburg auf deutscher Seite und über den Autobahnanschluss Müllheim-Neuenburg zur A 5 (BaselFrankfurt).

Sport[Bearbeiten]

  • Auf der Rheininsel, dem Gelände zwischen dem Rheinseitenkanal und dem Rhein, befindet sich ein Golfplatz mit 18 Löchern.
  • In Chalampé existiert ein Rugby-Club.

Sonstiges[Bearbeiten]

Chalampé gelangte im März 2012 mehrfach in den Fokus der Medien.[1] Hintergrund ist eine virale Marketingkampagne,[2] die eine fiktive Bürgerinitiative mit dem Namen „Internité pour Chalampé“[3] erfand, die einen Wechsel Chalampés in deutsches Staatsgebiet fordert. Grund dieser Initiative sei die geringe Übertragungsrate des Internets, wodurch wirtschaftliche Nachteile befürchtet werden. Ziel sei es, mit der Angliederung eine Verbindung zu deutschen Internetanschlüssen des Unternehmens Kabel BW zu erreichen.

Vermutlicher Urheber der Kampagne ist die französische Firma Plan.net france,[4] die Markenpositionierung in Web gestaltet und Betreiber der Internetadresse der viralen Marketingkampagne ist. Die Kampagne war derart gestaltet, dass auch die Presse auf die Kampagne hereinfiel.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chalampé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Französisches Dorf will zu Deutschland gehören. Abgerufen am 28. März 2012 (deutsch).
  2. Chalampé bientôt branché sur l’Allemagne ? Abgerufen am 28. März 2012 (französisch).
  3. Internité pour Chalampé. Abgerufen am 28. März 2012 (französisch).
  4. plan-net-group.fr. Abgerufen am 28. März 2012 (französisch).
  5. abendblatt.de. Abgerufen am 28. März 2012.
  6. tv-suedbaden.de. Abgerufen am 28. März 2012.