Saint-Louis (Haut-Rhin)

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Saint-Louis
Wappen von Saint-Louis
Saint-Louis (Frankreich)
Saint-Louis
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Mulhouse
Kanton Huningue
Gemeindeverband Trois Frontières.
Koordinaten 47° 35′ N, 7° 34′ O47.5852777777787.565256Koordinaten: 47° 35′ N, 7° 34′ O
Höhe 237–278 m
Fläche 16,85 km²
Einwohner 20.294 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.204 Einw./km²
Postleitzahl 68300
INSEE-Code
Website www.saint-louis.fr

Stadtkarte

Saint-Louis (deutsch Sankt Ludwig) ist eine französische Gemeinde im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Mit 20.294 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) ist die Stadt die siebtgrößte Gemeinde im Elsass (die fünftgrößte außerhalb des Ballungsraumes Straßburg) sowie die drittgrößte des Oberelsass.

Neben Lörrach und (den dazwischenliegenden Gemeinden) Hüningen (Huningue) und Weil ist Saint-Louis eine der direkten Nichtschweizer Nachbarstädte von Basel und ist Teil der Trinationalen Agglomeration Basel. Die Stadt gehört weiterhin zum Kanton Huningue des Arrondissement Mulhouse und dem Kommunalverband Trois Frontières, dessen Sitz sie ist. Sie grenzt außer an Basel an Village-Neuf, Huningue, Hegenheim ,Hésingue und Blotzheim.

Die Einwohner werden auf Französisch Ludoviciens (nach der lateinischen Form von Ludwig) genannt. Der deutsche Name der Stadt ist wenig geläufig, da es sich bei Saint-Louis um eine französische Gründung im Elsass handelt, der französische Name also der ursprüngliche ist. Die Tatsache, dass der benachbarte – ebenfalls relativ junge – Basler Stadtteil Sankt Johann heißt, hat keine Verbindung mit dem Ursprung des Namens der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Eroberung des Sundgaus und weiterer Teile des Elsass durch Frankreich in der Folge des Dreißigjährigen Krieges und des Westfälischen Friedens bestand für die französische Krone ein wachsendes Interesse an Kontrolle und Sicherung des linksrheinischen Gebietes am Rheinknie unterhalb des Territoriums von Basel (Beitritt zur Eidgenossenschaft 1501). 1679 befahl daher Ludwig XIV. im Rahmen der bewussten Ausrufung einer weiteren Expansionspolitik am Oberrhein (Einnahme Colmars 1673, Niederlage kaiserlicher und kurpfälzischer Truppen bei Türckheim, Plünderung der Stadt 1675, Friede von Nimwegen 1679) den Bau der Festung Hüningen an dieser strategischen Stelle. Die Bewohner des Ortes, des damaligen Fischerdorfes Hüningen, mussten dieser Militäranlage weichen, deren Bau der Festungsbaumeister Vauban 1680 aufnahm. Sie wurden im neubegründeten Village-Neuf und an der Straße Basel – (Mülhausen –) Paris angesiedelt, wo sich an der Grenze bereits ein erster Kern des heutigen Saint-Louis befand. Dieser Ort, bestehend aus den Behausungen einiger Grenzwächter und Herbergen wurde so auch zunächst zu einem Ortsteil des Hüninger Neudorfs. Am 26. November 1684 – rund drei Jahre nach der Krönung der Reunionspolitik mit der Einnahme Straßburgs – wurde auf Verordnung von Louis XIV. die Stadt offiziell mit seinem Namen benannt.[1] Namenspatron ist dabei jedoch eigentlich nicht der Sonnenkönig selber, sondern sein Vorgänger, der heiliggesprochene König Ludwig IX. (Saint-Louis).

Avenue de Bâle

Im Zuge der Französischen Revolution nannte sich die Stadt von 1793 bis 1814 Bourglibre.

1953 wurden die Gemeinde Bourgfelden und 1958 der Ortsteil Neuweg (La Chaussée) der Gemeinde Blotzheim eingemeindet. Seither liegt der Flughafen Basel-Mülhausen-Freiburg größtenteils auf dem Boden der Stadt Saint-Louis.

Am 30. Oktober 2000 wurde in Saint-Louis der Gemeindebund Trois Frontières geschaffen, deren Sitz sich in Saint-Louis befindet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 9122 12.378 14.845 18.007 19.547 19.973 19.995

Wirtschaft und Kultur[Bearbeiten]

1806 gründete hier Michel L’Evêche-Moll ein Zolldienstleistungsunternehmen, in das nach der Schlacht bei Waterloo der ehemalige Offizier Marie Mathias Nicolas Louis Danzas eintrat. Aus ihm entwickelte sich die weltweit agierende Spedition Danzas AG, die 1999 von der Deutsche Post AG aufgekauft wurde.

1945 wurde in Saint-Louis – zunächst unter französischer Führung – ein Institut für Ballistik (mit anfangs überwiegend deutschen Mitarbeitern) unter der Leitung von Prof. Hubert Schardin zu militärischen Untersuchungen gegründet. Ab 1959 wurde das Institut zum Deutsch-Französischen Forschungsinstitut Saint-Louis (ISL) umgewandelt.

In einer stillgelegten Fabrik des Spirituosenherstellers Fernet-Branca befindet sich seit 2004 der Espace d’Art Contemporain Fernet Branca, ein Ausstellungsbetrieb für Zeitgenössische Kunst.

Verkehr[Bearbeiten]

Saint-Louis im Dreiländereck

Die Stadt ist durch die Bahnlinie S1 (Bahnstrecke Strasbourg–Basel) mit Mülhausen und Basel verbunden. Es gibt einige Buslinien, diese werden von der örtlichen Busgesellschaft betrieben. Unweit von der Grenze zu Basel, befindet sich die Endhaltestelle der Basler Tramlinie 3 der BVB, sowie der Tramlinie 11 der BLT.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Louis (Haut-Rhin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ville de Saint-Louis (Alsace) – Histoire. Offizielle Website der Stadt, abgerufen am 6. Dezember 2012 (französisch).