Corps Makaria München

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Makaria München (1912)

Das akademische Corps Makaria München ist ein Kösener Corps im Münchener SC, der sich 1862 dem Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) anschloss. Wie alle Kösener Corps ist Makaria pflichtschlagend.

Geschichte[Bearbeiten]

Gestiftet wurde das Corps Makaria am 4. November 1843 in München. Das offiziell anerkannte Gründungsdatum als Corps ist der 31. Mai 1848. Bis auf die Zeit des Nationalsozialismus war das Corps zu keiner Zeit suspendiert. Zu dieser Zeit musste Makaria wie alle anderen Corps aufgrund von unüberbrückbaren Differenzen mit dem Regime den aktiven Betrieb einstellen. Allerdings konnte von 1937 bis 1939 ein geheimer Corpsbetrieb geführt und noch Mensuren gefochten werden. Im Jahre 1948 wurde dann durch viele engagierte Corpsbrüder und junge Studenten wieder rekonstituiert.

Aus der Gründerzeit um das Jahr 1847 stammen auch die Farben schwarz-weiß-rot, welche in Band und Mütze getragen werden.[1] Allein aus der Tatsache des Alters lässt sich erkennen, dass die Farben keine Beziehung zu den Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot haben (Deutsches Kaiserreich, Deutsches Reich 1933 bis 1945). Die demokratisch organisierte Gemeinschaft steht beim Corps im Mittelpunkt. Basis ist die freiheitliche, demokratische Grundordnung und die enge Bindung zur Universität. Die Makaren verbindet das Tragen eines gemeinsamen Bandes; egal, ob alt oder jung. Diese generationsübergreifende Gemeinschaft ist Grundlage und Ziel der Verbindung und stärkt dadurch den Zusammenhalt. Ein weiteres traditionelles Erkennungszeichen ist der Zirkel, ein geschwungener Schriftzug, den alle Mitglieder der Verbindung intern hinter ihren Namen setzen.

Das Corps Makaria ist ein Kreis von Studenten und ehemaligen Studenten (den "Alten Herren", also den bereits im Berufsleben oder sogar danach stehenden Makaren), die gemeinsam feiern, Gedanken austauschen und Kontakte auf Dauer pflegen. Sie verbindet hierbei ausschließlich persönliche und ideelle Werte. Politik, Religion oder soziale Herkunft spielen hierbei keine Rolle und taten dies auch in der Geschichte nicht.

Corpshaus[Bearbeiten]

Das Corpshaus der Makaren befindet sich im nördlichen Schwabing, zwischen Englischem Garten, Ungererbad und Münchner Freiheit. In dieser besonderen Lage bietet das Haus, das mit großem Garten, Freitreppe, Balkon und Parkplatz ausgestattet ist, einen oftbesuchten Ort für Veranstaltungen während des Semesters, sowie einen gemütlichen Platz zum Wohnen und Studieren. Das Haus wurde 1926 erbaut und in der Folgezeit als Casino und Verlagshaus genutzt. Im Jahr 1963 wurde es vom Corps erworben, da das alte Haus am Platzl in der Innenstadt nach langen Schwierigkeiten mit der Enteignung während des Krieges und darauffolgenden Rückerstattungsverfahren bereits anderweitig genutzt und auch umgebaut wurde. Im Jahr 1968 zogen die ersten Corpsbrüder in das mittlerweile neugestaltete Haus an der Ungererstraße und die ersten Veranstaltungen konnten hier stattfinden. Seither haben viele Aktivengenerationen von Makaren hier studiert und gefeiert und in altgewohnter Weise das Haus an die jeweils nachfolgende Generation weitergegeben.

Makaren[Bearbeiten]

Alphabetisch geordnet

  • Robert Aumüller (1878–1953), Industrieller, Vorsitzender der Wirtschaftsgruppe Zuckerindustrie
  • Paul Adolf Bamberg (1876–1946), Industrieller, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Askania-Werke AG
  • Ernst Biesalski (1881–1963), Chemiker, Hochschullehrer in Berlin
  • Konrad Bingold (1886–1955), Mediziner, Hochschullehrer in München
  • Lothar Birckenbach (1876–1962), Chemiker, Hochschullehrer und Rektor der Bergakademie Clausthal
  • Horst Büchler (1907–2000), Mitglied des Niedersächsischen Landtags
  • Fritz Ecarius (1886–1966), Oberbürgermeister von Ludwigshafen am Rhein
  • Horst Frhr. v. Engerth (1914–2003), Braumeister, Hochschullehrer, Präsident der Bundeswehr-Hochschule München
  • Josef Filbig (1891–1963 ), Oberbürgermeister der Stadt Amberg
  • Heinrich von Frauendorfer (1855–1921), Verkehrsminister in Bayern, Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium
  • Eduard Friedel (1871–1949), Ministerialbeamter im bayerischen Eisenbahnwesen
  • Hermann Haack (1876–1967), mecklenburgischer Staatsminister der Finanzen und des Unterrichts
  • Egon Hofmann (1884–1972), österreichischer Maler, Dichter, Bergsteiger und Industrieller
  • Ludwig Kielleuthner (1876–1972), deutscher Urologe und Hochschullehrer in München
  • Kurt Kummer (1894–1966), Ministerialdirektor im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft
  • Paul Lüdicke (1866–1931), Rechtsanwalt und Abgeordneter in Spandau
  • Peter Friedrich Matzen (1909–1986), Sanitätsoffizier, Orthopädie-Ordinarius in Leipzig
  • Franz Mayr (1890–1952), Polizeipräsident in München, Regierungspräsident in Oberbayern
  • Horst Müller (* 1942), Bürgermeister von Olpe
  • Franz Niedner († 1974), Chirurg, Hochschullehrer in Ulm
  • Peter Oppelt (* 1966), Gynäkologe in Linz
  • Walter Pauly (1871–1959), Landrat in Ostpreußen
  • Otto Rohlederer (1908–1971), Orthopädie-Ordinarius in Kiel
  • Ludwig Schönecker (1905–1988), Oberbürgermeister von Ansbach
  • Hans-Joachim Schulz-Merkel (1913–2000), Sanitätsoffizier und Ritterkreuzträger
  • Walter Sommer (1905–1989), Oberbürgermeister von Kaiserslautern
  • Otto-Karl Sperling (1917–1996), Orthopädie-Ordinarius in Berlin
  • Friedrich Stahler (1908–1978), Verwaltungsjurist und Studentenhistoriker
  • Albert Wild (1830–1897), Mitglied des Zollparlaments

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurden ausgezeichnet:

  • Günther Schmid (1995)
  • Frank Ludwig (1996)

Verhältniscorps[Bearbeiten]

Süddeutsches Kartell
Corps Franconia Würzburg
Corps Bavaria Erlangen
Corps Schacht Leoben
Corps Athesia Innsbruck
Corps Joannea Graz
Kartell
Corps Borussia Berlin
Freundschaftsverhältnisse
Corps Guestphalia et Suevoborussia
Corps Littuania Königsberg (2001 erloschen)

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Fabricius: Geschichte und Chronik des Kösener SC-Verbandes. Nach den Akten von Dr. W. Fabricius. G. Elwert´sche Universitätsbuchhandlung, Marburg 1907, S. 33
  • Michael Doeberl u. a. (Hrsg.): Das akademische Deutschland, Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger, Berlin 1931, S. 957
  •  Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps: Ihre Darstellung in Einzelchroniken. 1. Auflage. WJK-Verlag, Hilden 2007, ISBN 978-3-933892-24-9, S. 101–102.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Herkunft des Namens Makaria schreibt Fabricius (1907): „Die Stifter wollten ihrer Gründung den Namen der Verbindung geben, welcher Körner in Leipzig angehört hatte. Die Makaria in Leipzig war aber nur eine lose Vereinigung junger Dichter, welcher sich der Thüringer-Korpsbursch Körner nebenbei angeschlossen hatte. Die Farben der Münchner Makaren sind den Leipziger Thüringerfarben nachgebildet. Die Stifter der Makaria wußten wohl, daß Körner ein schwarz-rot-weißes Band getragen hatte, nicht aber, daß dieses das Thüringerband war.“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corps Makaria München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien