Corps Hasso-Borussia Freiburg

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Wappen der Hasso-Borussia

Das Corps Hasso-Borussia Freiburg ist eine pflichtschlagende und farbentragende Studentenverbindung im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Das Corps vereint Studenten und Alumni der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und anderer Freiburger Hochschulen. Die Corpsmitglieder werden Hessen-Preußen genannt.

Couleur[Bearbeiten]

Hasso-Borussia hat die Farben weiß-rot-schwarz-weiß mit silberner Perkussion. Dazu wird ein weißer Stürmer getragen. Das Fuchsband ist weiß-schwarz-weiß.

Der Wahlspruch ist Furchtlos und treu!. Der Wappenspruch ist Gladius ultor noster!

Geschichte[Bearbeiten]

In Freiburg studierende Inaktive auswärtiger Corps fanden sich im Sommersemester 1874 unter Führung des Freiherrn Schott von Schottenstein Bremensiae, Sueviae Tübingen, Rhenaniae Straßburg zu einer Inaktiven-Vereinigung im Storchen am Schwabentor zusammen. Sie nannten sich schon damals Hasso-Borussen und wollten in Freiburg im Breisgau ein neues Corps gründen. Die meisten waren Hessen, deren größeres Vaterland nach der Deutschen Reichsgründung das Königreich Preußen geworden war. Am 12. Juni 1876 im Römischen Kaiser gestiftet, wurde das neue Corps Hasso-Borussia am 20. Juni 1876 in den SC zu Freiburg recipiert.[1]

Suspendierungen[Bearbeiten]

Wegen einer tätlichen Auseinandersetzung wurde es durch die Universität vom 13. Juni bis zum 16. August 1888 suspendiert. Hasso-Borussia rekonstituierte Anfang des Wintersemesters 1888/89. Als die Universität das Corps am 19. Juni 1896 erneut suspendierte, war zwei Tage zuvor das Ersatzcorps Saxonia gestiftet worden. Es hatte die Farben blau-weiß-schwarz auf silberner Perkussion und führte den Wahlspruch Nunquam retrorsum! Die Suspendierung endete am 20. Februar 1897. Mit dem Corps Rhenania Freiburg und dem Corps Suevia Freiburg wurde Hasso-Borussia am 16.Juli 1913 durch die Universität suspendiert, weil sie sich die Gerichtsbarkeit über einen Privatdozenten angemaßt hatten. Die Altherrenconvente übernahmen die Funktionen der Corpsburschen-Convente. Die Suspendierung endete am 18. November 1913 auf dem Gnadenweg.[1]

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus suspendierte das Corps am 1. November 1935. Es rekonstituierte am 10. Januar 1936 und suspendierte erneut am 19. Juni 1936. Alte Herren des Corps betreuten ab 1938 die Kameradschaft mit dem endgültigen Namen „Reinhold Beyl“.[1] Im Zweiten Weltkrieg verlor Hasso-Borussia mehr Corpsbrüder als viele andere Corps.[2]

Siehe auch: SC-Kameradschaften

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Der Altherrenverein wurde im Juni 1950 reaktiviert. Die Mitglieder rekonstituierten im Sommersemester 1950 als „Tischgemeinschaft Junge Hessen-Preußen“ und beteiligten sich an der Rekonstitution des KSCV. Seit dem 9. Juni 1951 führt der Bund wieder den Namen Corps Hasso-Borussia.[1]

Vororte[Bearbeiten]

1886 war Hasso-Borussia präsidierendes Vorortcorps. Auch der Zürcher Vorortsprecher (1881) war Hessen-Preuße. Als vorletzter in Würzburg wurde der Vorortübergabekommers 1991 durch Hasso-Borussia als präsidierendes SC-Corps geleitet. Gerhard Kurt Hentsch hielt die Kommersrede.[3]

Auswärtige Beziehungen[Bearbeiten]

Das Corps Hasso-Borussia ist Mitglied im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) und gehört zu den Unterzeichnern des Freiburger SC-Comments. Der Freiburger Senioren-Convent (Hochschule) besteht heute aus den fünf Kösener Corps in Freiburg: Rhenania, Suevia, Palatia-Guestphalia, Hasso-Borussia, sowie Hubertia. Hasso-Borussia gehört zum grünen Kreis im KSCV. Das Corps unterhält offizielle Verhältnisse zu den Corps Albertina, Rhenania Würzburg und Teutonia Gießen. Gebrochen oder aufgelöst wurden die Verhältnisse mit Guestphalia Halle (Kartell), welches zu diesem Zeitpunkt das älteste Kartell im KSCV war, Borussia Breslau (befreundet) und Franconia-Jena (Vorstellungsverhältnis). Nie gebrochen, aber nicht mehr offiziell sind die Verhältnisse mit Suevia Tübingen und Rhenania Straßburg, weil die beiden Corps nicht mehr dem KSCV angehören.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Altes Corpshaus
Heutiges Corpshaus

In alphabetischer Reihenfolge

  • Hans Baare (1887–1932), Manager der Stahlindustrie
  • Emil Belzer (1860–1930), Regierungspräsident in Sigmaringen (1919–1926)
  • Hans Böker (1886–1939), Anatom und Zoologe
  • August Bostroem (1886–1944), Neurologe und Psychiater
  • Julius von Braun (1868–1931), Landrat des Kreises Gerdauen
  • Bruno Bruhn (1873–1958), Industriemanager
  • Georg Deycke (1865–1938), Internist, bekannt als Mitverantwortlicher des Lübecker Impfunglücks
  • Arnold Diestel (1857–1924), Präsidierender Bürgermeister von Hamburg
  • Hans von Ditfurth(1862–1917), Rittergutsbesitzer, Landrat des Landkreises Grafschaft Schaumburg, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Provinziallandtags von Westfalen, Vorsitzender des oKC 1886
  • Hermann Fellinger (1884–1957), Reichskommissar, Aufsichtsratsvorsitzender der Didier-Werke und der Karstadt AG
  • Richard Forstmann (1877–1951), Bergassessor, erster Leiter der Hauptstelle für Grubenrettungswesen in Essen
  • Julius Fressel (1857–1947), Geburtshelfer in Hamburg
  • Otto Gerlach (1894–1963), Bankjurist, Genealoge, Herausgeber der Kösener Corpslisten 1930 und 1960
  • Jürgen Großmann (* 1952), Vorstandsvorsitzender der RWE AG
  • Werner Hartenstein (1908–1943), U-Boot-Kommandant, Ritterkreuzträger
  • Karl Hennecke (1886–1933), Manager der Montanindustrie
  • Paul Kratz (1878–1939), Bergassessor, Vorstandsmitglied der Essener Steinkohlenbergwerke
  • Paul von Krause (1882–1946), Landrat des Landkreises Querfurt
  • Wilhelm von Kuhlmann (1879–1937), Gesandter in Mittelamerika und Irland
  • Wolf-Dietrich Leers (1927–1986), Infektiologe und Versicherungsmediziner, Hochschullehrer in Toronto
  • Adolf Lehne (1856–1930), Textilchemiker
  • Klaus von Loos (1862–1919), Landrat des Landkreises Saatzig, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Provinziallandtags von Pommern
  • Paul Marx (1888–1952), Geschäftsinhaber des Barmer Bankvereins, Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank
  • Wilhelm Momm (1865–1935), Regierungspräsident in Trier, Wiesbaden und Potsdam
  • Karl Georg Negenborn (1863–1925), Direktor des Oberversicherungsamts und des Militärversorgungsgerichts in Liegnitz, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, der Preußischen Landesversammlung und des Preußischen Landtags
  • Jules Eberhard Noltenius (1908–1976), 2. Bürgermeister von Bremen
  • Max Pagenstecher (1874–1957), Rechtsgelehrter
  • Adolf Pauli (1860–1947), Gesandter
  • Arnold Paulssen (1864–1942), Jurist und Politiker (Deutsche Demokratische Partei)
  • Hans Constantin Paulssen (1892–1984), Industrieller und Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
  • Theodor Rumpf (1851–1934), Internist, Infektiologe und Neurologe
  • Albrecht Schackow (1907–1994), Ehrenmitglied der Compagnie der Schwarzhäupter zu Riga
  • Paul Schäfer (1881–1962), Professor für Gynäkologie
  • Hans Schmidt-Horix (1909–1970), Botschafter
  • Gerhard Schoeller (1886–1970), Osnabrücker Papierfabrikant
  • Hans-Christoph Seebohm (1903–1967), Bundesminister für Verkehr (1949–1966), IdC
  • Kurt Seebohm (1870-1946), Montanindustrieller
  • Richard Seebohm (1871–1945), Landrat in Stadthagen
  • Ernst Springer († 1933), Landrat des Kreises Oldenburg in Holstein
  • Karl Tettenborn (1858–1938), Oberbürgermeister von Altona und Mitglied des Herrenhauses

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurde ausgezeichnet:

  • Karsten Sassenscheid (1997)
  • Matthias Fuchs (2011)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d P. Gladen, 2007
  2. Kösener Corpslisten 1960. Nr. 31
  3. Hentsch war Personalvorstand der Audi AG

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corps Hasso-Borussia Freiburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.99677.856768Koordinaten: 47° 59′ 48″ N, 7° 51′ 24″ O