Corps Hassia-Gießen zu Mainz

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Wappen von 1822

Das Corps Hassia-Gießen zu Mainz ist eine Studentenverbindung im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Das pflichtschlagende und farbentragende Corps vereint Studenten und Alumni der Universität Mainz und der Universität Gießen. Die Corpsmitglieder werden Gießener Hessen genannt.

Couleur[Bearbeiten]

Hassia trug zunächst die Farben dunkelgrün-weiß-rot. Als sie 1843 mit Marcomannia verschmolz, wurde daraus schwarz-weiß-rot mit goldener Perkussion. Dazu wird eine weiße Mütze getragen. Das Fuchsband ist schwarz-weiß-schwarz, ebenfalls mit goldener Perkussion.

Der Wahlspruch des Corps lautet Einer für alle, alle für einen! Der Wappenspruch ist Gladius ultor noster! [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Hassia wurde am 3. August 1815 von Studenten an der Universität in Gießen als Corps im Gießener Senioren-Convent gegründet, 1836 im Zuge der Untersuchungen des Gießener Universitätsgerichts gegen die verbotenen Verbindungen aufgelöst und am 9. August 1840 neu gegründet. 1843 erfolgte die Fusion mit dem am 4. März 1842 von ehemaligen Gießener Rhenanen und Teutonen gestifteten Corps Marcomannia. Im August 1846 beteiligte sich das Corps am Auszug der Gießener Studentenschaft auf den Staufenberg.

Im Jahre 1892 konnte das Corps zum 50. Stiftungsfest sein Haus in der Hessenstraße 3, am so genannten Nahrungsberg, einweihen. Es war das erste Verbindungshaus in Gießen. Bei gleicher Gelegenheit wurde die Straße offiziell "Hessenstraße" genannt.

Besonderes Aufsehen erregte das Corps in der Öffentlichkeit, als der Hesse Otto Kleiwitz am 9. September 1897 einem Pistolenduell zum Opfer fiel. Nachdem ein entsprechender Antrag in den 1890er Jahren noch gescheitert war, anerkannte der Kösener Congress 1926 das Jahr 1815 als offizielles Stiftungsdatum. Im Oktober 1935 erklärte Hassia angesichts der politischen Verhältnisse die Suspension.

Im Januar 1950 gehörte Hassia zu den 22 Corps, die sich in der Interessengemeinschaft zusammenschlossen und die Rekonstitution des KSCV vorbereiteten. Da nach dem Zweiten Weltkrieg der Wiederaufbau der Universität Gießen nur schleppend voranging und keine Perspektive bot, beschloss das Corps, seinen Sitz an die neu eröffnete Universität Mainz zu verlegen. Mit Borussia Greifswald und Borussia Halle bildete Hassia vier Jahrzehnte lang den „schwärzesten SC“ des KSCV. Das Gießener Corpshaus in der Hessenstraße wurde 1953 an das Corps Teutonia Gießen veräußert, das dort heute noch seinen Sitz hat.

Zurzeit hat Hassia etwa 200 Mitglieder.

Wie schon 1868 und 1906 für Gießen stellte das Corps auch 1955 für Mainz den Vorsitzenden des oKC.

Verhältniscorps[Bearbeiten]

Hassia-Gießen steht im Kartell mit den Corps Brunsviga Göttingen, Suevia München, Thuringia Jena, Rhenania Bonn und Saxonia Konstanz. Zusammen mit Brunsviga Göttingen, Suevia München und Thuringia Jena bildet Hassia das „Eisenacher Kartell“, mit Rhenania Bonn und Saxonia Konstanz das „Rheinische Kartell“.

Befreundet ist Hassia mit den Corps Suevia Straßburg zu Marburg, Saxonia Kiel, Bavaria Würzburg, Gothia Innsbruck, Baruthia Erlangen, Alemannia Wien zu Linz und Vandalia Graz.

Vorstellungsverhältnisse unterhält Hassia mit den Corps Normannia Berlin und Hansea Königsberg. Letzteres ist seit 2001 erloschen.

Aufgrund dieser Beziehungen wird Hassia-Gießen innerhalb des KSCV zum „Schwarzen Kreis“ gezählt.

Traditionsverhältnisse bestehen zu den Gießener Corps Starkenburgia und Teutonia.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Heinz Viebach, Vorsitzender des oKC 1955
Hermann Rink (2009)
Sondermarke der Deutschen Bundespost (1988) mit Willi Scheu als „Bajazz mit der Laterne“

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurde ausgezeichnet:

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Groos: Die 4 Hassia zu Marburg, Göttingen, Gießen und Heidelberg, ihre Zusammenhänge und ihre Geschichte. Einst und Jetzt, Bd. 3 (1958), S. 102–118.
  • Geschichte des Corps Hassia Giessen zu Mainz 1815–1965. Mainz 1965.
  • Matrikel des Corps Hassia Gießen zu Mainz 1815–1985. Mainz 1985.
  • Hans-Bernhard Herzog (Hrsg.): 100 Jahre Eisenacher Kartell. 1909–2009. Neustadt an der Aisch 2009, ISBN 978-3-87707-754-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. deutsch: „Das Schwert sei unser Rächer!“
  2. W. Herr ist Vorsitzender des Stiftervereins

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corps Hassia Gießen zu Mainz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien