Corps Suevia Freiburg

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Giebelrelief des Gebäudes mit dem Corpswappen
Corpshaus in der Lessingstraße (47° 59′ 26″ N, 7° 50′ 33″ O47.9906137.842459), früher der Standort des Wohnhauses des Malers Emil Lugo
Zeichnung des Corpshauses von 1910
Couleur des Corps Suevia Freiburg: Studentenmütze oben, Corpsburschenband links unten, Fuchsenband rechts unten

Das Corps Suevia Freiburg ist eine Studentenverbindung im Freiburger Senioren-Convent. Das Corps ist Mitglied des Kösener Senioren-Convents-Verbands (KSCV) und steht zu Mensur und Couleur. Die Freiburger Schwaben sind Studenten und Alumni der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Couleur und Wahlspruch[Bearbeiten]

Suevia führte nach der Stiftung zunächst die Farben Schwarz-blau-gelb und änderte sie 1818 in die heutige Reihenfolge Schwarz-gelb-[hell]blau (von unten gelesen) mit goldener Perkussion. Schwarz und Gelb gehen auf die Farben des schwäbischen Reichskreises zurück. Der Ursprung des Blau ist ungeklärt.[1] Die Studentenmütze ist gelb. Das Fuchsband ist schwarz-gelb (von unten gelesen), ebenfalls mit goldener Perkussion. Die Freiburger Schwaben werden im Jargon als „Eierschwaben“ bezeichnet. Der Wahlspruch lautet Virtute constanti fulget salus! [2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Corps Suevia wurde am 21. Juni 1815 von Studenten an der Universität Freiburg gestiftet. 1818 erfolgte eine vorübergehende Vereinigung mit dem Corps Rhenania, die im Frühjahr 1820 wieder gelöst wurde. Suevia garantierte mit Rhenania und Helvetia im Januar 1821 den revidierten SC-Comment. Als sich Helvetia auflöste (1822), stifteten Schwaben und Rhenanen am 8. Juli 1824 das Corps Alemannia Freiburg. In den 1830er und 40er Jahren musste das Corps mehrfach suspendieren und wurde im November 1850 endgültig rekonstituiert. Suevia und Rhenania bildeten wieder einen gemeinsamen Senioren-Convent (SC) und übernahmen den Heidelberg SC-Comment. Seit 1857 gehört Suevia über den Freiburger SC dem Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) an. Das Corps hat innerhalb des KSCV keine Kreiszugehörigkeit.

Suevia war 1930 präsidierendes Vorortcorps und stellte mit Kurt Kleinschmidt den Vorsitzenden des oKC. In exemplarischer Weise hat sie ihr Archiv aufgearbeitet.[3]

Corpshaus[Bearbeiten]

Das heutige Corpshaus der Suevia (47° 59′ 26″ N, 7° 50′ 33″ O47.9906137.842459) wurde ab 1909 an der Stelle des früheren Hauses errichtet, nachdem das benachbarte Grundstück hinzugekauft worden war. Grundsteinlegung war am 21. Juni 1909. Die Pläne für das Haus entwarf der Karlsruher Architekt und Hochschullehrer Hermann Billing.[4]

Siehe auch: Korporationshaus

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

In alphabetischer Reihenfolge

  • Heinrich Alfred Ammelburg (1864-1939), Chemiker, Vorstandsmitglied der Farbwerke Hoechst AG und der I.G. Farbenindustrie AG
  • Walter Bartram (1893–1971), Politiker (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Mitglied des Deutschen Bundestages
  • Ernst Adolf Birkenmayer (1842–1916), Reichstagsabgeordneter
  • Bernhard Boll (1913–1968), Verleger (Solinger Tageblatt)
  • Waldemar Braun (1877–1954), Hartmann und Braun AG, Vorstandsmitglied des Reichsverbandes der Deutschen Industrie
  • Conrad Cichorius (1863–1932), Historiker, Rektor der Universität Bonn
  • Wolfram Dörinkel (1907–1975), Jurist, Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages
  • Theodor von Dusch (1824–1890), Professor für Pathologie an der Universität Heidelberg
  • Manfred Engelschall (1921–2008), Richter, Vorsitzender des Beschwerdeausschusses des deutschen Presserates (1921–2008)
  • Rudolf Franksen (1864–1913), Jurist, Konsularbeamter
  • Jens Funk (* 1954), Ophthalmologe in Zürich
  • Werner Hartenstein (1879–1947), Oberbürgermeister von Freiberg in Sachsen
  • Hermann Heineke (1873–1922), Chirurg
  • Ottfried Hennig (1937–1999), Mitglied des Deutschen Bundestages, Vorsitzender der CDU Schleswig-Holstein, Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen
  • Friedrich Karl von Hessen (1868–1940), General der Infanterie; Chef des Hauses Hessen-Kassel, König von Finnland
  • Adolf Kempkes (1871–1931), Politiker der Deutschen Volkspartei, Mitglied der Nationalversammlung, Mitglied des Reichstages, Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei
  • Kurt Kleinschmidt (1904–1989), deutscher Jurist, Wirtschaftsfunktionär und Bankdirektor
  • Hans von Krafft-Ebing (1854–1930), Verwaltungsjurist im Großherzogtum Baden
  • Emil Krauss (1870–1931), Richter, Diplomat und Ministerialbeamter, stellvertretender Gouverneur in Deutsch-Neuguinea
  • George Löning (1900-1945), deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer
  • Lorenzo Mavilis (1860–1912), griechischer Gelehrter, Dichter, Parlamentarier und Freiheitskämpfer
  • Carl Mayer von Mayerfels (1825–1883), Heraldiker
  • Wilhelm Melchers (1900-1971), deutscher Diplomat und Botschafter
  • Norbert Pfretzschner (1850–1927), Förster, Bildhauer und Schriftsteller
  • Gisbert Poensgen (1923–2011), Diplomat
  • Rolf Prasch (1883-1960), Schauspieler, Theaterintendant und Theaterregisseur
  • Heinz Psotta (1888–1945), Bergwerksdirektor, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kaliwerke Aschersleben AG
  • Eduard Rehn (1880–1972), Professor für Chirurgie
  • Erich Rominger (1886–1967), Pädiater in Kiel
  • Hermann von Rotteck (1816–1845), Historiker und Jurist, Liberaler im Großherzogtum Baden
  • Albert Schinzinger (1827–1911), Chirurg
  • Ernst Scholz (DVP) (1874–1932), Oberbürgermeister von Kassel, Oberbürgermeister von Charlottenburg, Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Mitglied des Reichstages, Reichswirtschaftsminister, Vorsitzender der Deutschen Volkspartei (DVP),
  • Wilhelm Paul Schreiber (1893–1918), Jagdflieger, Träger des Pour le Mérite
  • Theo Spreter von Kreudenstein (1908–1992), Ordinarius für ZMK-Heilkunde in Kiel
  • Heinrich Triepel (1868–1946), Staatsrechtler
  • Franz Volk (1823–1890), Revolutionär, Arzt, Historiker, Bürgermeister
  • Paul Waeldin (1888–1969), Fabrikant, Mitglied des Badischen Landtags, Badischer Finanzminister, Ehrenbürger von Lahr
  • Rudolf Wahrendorff (1866-1932), Psychiater
  • Maximilian Werner (1815–1875), Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung
  • Hermann Wenzel (1882–1954), Vorstand und Aufsichtsrat der Vereinigten Stahlwerke AG
  • Otto Winterer (1846–1915), Oberbürgermeister von Freiburg

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurde ausgezeichnet:

  • Jan M. Olaf (1993)
  • Alexander S. C. Schuster (2014)

Verhältnisse[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kösener Kreise
Kartell
Corps Hasso-Nassovia Marburg
Befreundete
Corps Rhenania Heidelberg
Corps Suevia München
Corps Saxonia Leipzig
Corps Brunsviga Göttingen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aribert Schwenke: Über die Herkunft der unterschiedlichen Farben unserer Schwabencorps. VEinst und Jetzt,Bd. 34 (1989), S. 128-133
  2. dt. „Durch standhafte Ehrhaftigkeit erstrahlt das Leben!
  3. Günther Nitschke: Archiv-Verzeichnis des Corps Suevia zu Freiburg i. Br.. Einst und Jetzt, Bd. 16 (1971), S. 210–224
  4. Die Feier der Grundsteinlegung zum Neubau des Corpshauses für "Suevia" zu Freiburg i. Br.. In: Academische Monatshefte 26 (1909/10), S. 95

Literatur[Bearbeiten]

  • Korps Suevia zu Freiburg im Breisgau in der Zeit seines 100jährigen Bestehens. 1815-1915. Karlsruhe 1915
  • Wolfgang Büdingen: Der Freiburger Senioren-Convent im Geschehen der Zeit und des studentischen Lebens an der Alberto-Ludoviciana. Frankfurt am Main 1931
  • Hans Fischer; Gerhard Becker: Mitgliederliste des Corps Suevia zu Freiburg im Breisgau 1815 - 1955. Solingen, Boll, 1955
  • 150 Jahre Corps Suevia Freiburg im Breisgau. Solingen 1965

Weblinks[Bearbeiten]