Deutsche Kreditbank

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  Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft
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Staat Deutschland
Sitz Berlin
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 120 300 00[1]
BIC BYLA DEM1 001[1]
Gründung 19. März 1990
Website www.dkb.de
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 68.722 Mio. Euro
Einlagen 44.082 Mio. Euro
Kundenkredite 57.759 Mio. Euro
Mitarbeiter 1.731
Leitung
Vorstand Stefan Unterlandstättner (Vorsitzender);
Rolf Mähliß, Patrick Wilden,
Tilo Hacke, Thomas Jebsen
Aufsichtsrat Dr. Johannes-Jörg Riegler (Vorsitzender)

Die Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft (DKB) mit Sitz in Berlin ist ein Kreditinstitut und hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank. Die Unternehmensstrategie beruht auf einer Infrastruktur mit wenigen Filialen sowie der Fokussierung auf ausgewählte Kundengruppen in den Bereichen Privatkunden, Firmenkunden und öffentliche Kunden. Das Privatkundengeschäft wird dabei überwiegend als Direktbank betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Deutsche Kreditbank wurde nach der politischen Wende als erste private Bank der DDR am 19. März 1990 als Aktiengesellschaft gegründet. Mitbegründer war Edgar Most, der letzte Vizepräsident der Staatsbank der DDR.

Am 21. Juni 1990 wurden die Schuldposten der Staatsbank der DDR auf die Deutsche Kreditbank und die Anteile, die die Staatsbank selbst an der Deutschen Kreditbank hatte, auf die Treuhandanstalt übertragen. In den folgenden Jahren erwarb die Treuhandanstalt nach und nach auch die restlichen Anteile der Gründungsaktionäre, bis sie Anfang 1993 alleiniger Eigentümer der Deutschen Kreditbank war. Der größte Teil des Passivgeschäfts (insbesondere das Firmen- und Privatkundengeschäft) sowie zahlreiche Filialgebäude bzw. -standorte wurden mit der Währungsunion anteilig von der Dresdner Bank und der Deutschen Bank übernommen. Diese Bereiche firmierten bis Mitte 1991 unter „Dresdner Bank Kreditbank AG“ und „Deutsche Bank Kreditbank AG“.

Mit der Auflösung der Treuhandanstalt mit Ablauf des 31. Dezember 1994 ging die Deutsche Kreditbank zunächst für kurze Zeit direkt in das Vermögen des Bundesministeriums der Finanzen über und wurde kurz darauf am 31. Januar 1995 an die Bayerische Landesbank verkauft.

Filiale der DKB in Schwerin

Emittent[Bearbeiten]

Die DKB emittiert eigene Wertpapiere am Deutschen Markt. Das Volumen der am Markt befindlichen Anleihen belief sich 2008 auf ca. 5,5 Mrd. EUR.[3] Als vollständige Tochter der Bayerischen Landesbank verfügt die DKB über kein eigenes Emittentenrating. Als Grundlage dient deshalb die Bewertung der Bayerischen Landesbank.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Die Bank unterhält für ihre Immobilien-Tochter DKB Grundbesitzvermittlung GmbH Niederlassungen in 15 Städten.[4] Eine hundertprozentige Tochtergesellschaft ist die SKG Bank, die Geldanlagen und Finanzierungen betreibt. Zum 1. Januar 2008 übernahm die Deutsche Kreditbank die bisher von der Bayerischen Landesbank in Kooperation mit der Lufthansa herausgegebene Miles & More-Kreditkarte.[5] Die DKB Immobilien AG wurde Ende März 2012 an die TAG Immobilien AG verkauft.[6]

Weiteres[Bearbeiten]

Die DKB soll in den Jahren 2008/2009 Eigentumswohnungen zu überhöhten Kaufpreisen finanziert haben.[7][8]

Die DKB betreut (Stand 2013) über 2,5 Millionen Kunden.[9] Laut eigenen Angaben gewann die Bank 2010 jeden Monat rund 30.000 Kunden hinzu.

Bekanntestes Produkt ist das Girokonto DKB Cash. Daneben hat die DKB private Immobilienfinanzierungen, Brokerage, Ratenkredite und Sparprodukte im Angebot.

Die Bank betreibt keine eigenen Geldautomaten, sondern ermöglicht weltweit und ausnahmslos eine gebührenfreie Nutzung von Fremdautomaten mit der zum Girokonto gehörenden VISA-Karte.

Beim DKB Club gibt es ein Cashback-System mit Rabatten bei ca. 300 Online-Partnern. [10]

Seit Juni 2014 kooperiert die DKB mit dem Zahlungsdienstleister PayPal und ermöglicht Kunden die Einsicht aller PayPal-Transaktionen im Online-Banking. [11]

Im Oktober 2014 hat die DKB die Fernidentifizierung per Webcam eingeführt, eine Alternative zum Postident-Verfahren.[12]

Kennzahlen[Bearbeiten]

Seit 2005 stellt die DKB einen Konzernabschluss auf. Seit 2006 erfolgt die Konzernrechnungslegung nach IFRS (International Financial Reporting Standards).[13]

Jahresbericht Rechnungslegung
nach
Bilanzsumme
in Mio. €
Konzernjahres-
ergebnis in Mio. €
Privatkunden Privatkunden-
zuwachs
Mitarbeiter
1999 HGB 18.118 38 k.A. k.A.
2000 HGB 19.625 148 20.000 k.A.
2001 HGB 22.648 69 38.500 90 % 1.012
2002 HGB 25.203 25 56.000 45 % 1.118
2003 HGB 26.431 25 90.000 60 % 1.206
2004 HGB 28.337 139 148.000 64 % 1.241
2005 HGB 31.749 303 205.000 39 % 1.259
2006 IFRS 35.514 165[14] 375.000 83 % 1.232
2007 IFRS 40.610 625[14] 700.000 87 % 1.252
2008 IFRS 48.119 -21[15] 1.520.000 117 % 1.267
2009 IFRS 50.832 113[16] 1.828.000 12 % 1.738
2010 IFRS 55.183 165[17] 2.101.000 15 % 1.558
2011 IFRS 60.756 150[18] 2.312.000 10 % 1.780
2012 IFRS 66.761 240[19] 2.530.000 10 % 1.706
2013 IFRS 68.722 152,9[2] 2.790.000 1.731

Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus 16 Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern:[20]

Anteilseignervertreter:

  • Gerd Häusler (Vorsitzender seit 1. Januar 2013, Mitglied seit 11. Mai 2010)
  • Jan-Christian Dreesen (Vorsitzender vom 10. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012, Mitglied seit 1. Oktober 2009)
  • Marcus Kramer (seit 11. Mai 2010)
  • Nils Niermann (seit 1. Mai 2011)
  • Walter Pache (seit 9. Juli 2009)
  • Stephan Winkelmeier (seit 7. Oktober 2010)
  • Theo Zellner (seit 9. Juli 2009)
  • Edgar Zoller (seit 6. Mai 2009)

Arbeitnehmervertreter:

  • Bianca Häsen (Stellvertretende Vorsitzende seit 16. März 2009 und vom 14. März 2008 bis 17. Dezember 2008, davor und dazwischen Mitglied)
  • Christine Enz (Gewerkschaftsvertreterin) (seit 17. Dezember 2008)
  • Jens Hübler (seit 17. Dezember 2008)
  • Wolfhard Möller (seit 4. Juli 2007)
  • Frank Radtke
  • Friedrich Sendelbeck (Gewerkschaftsvertreter) (seit 17. Dezember 2008)
  • Christine Wollweber (seit 14. März 2008)
  • Ufuk Yasar

Ehemalige Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehemalige Personen, die ein Mandat im Konzern innehatten, sind[20]:

  • Gerhard Gribkowsky, Aufsichtsratsmitglied vom 3. April 2007 bis 10. April 2008
  • Michael Kemmer, Aufsichtsratsvorsitzender vom 1. März 2008 bis 14. Dezember 2009, davor Mitglied vom 3. April 2007
  • Siegfried Naser, Aufsichtsratsmitglied vom 9. März 2007 bis 30. Juni 2009
  • Franz Josef Pschierer, Aufsichtsratsmitglied vom 24. Februar 2009 bis 24. März 2009
  • Werner Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender vom 8. März 2006 bis 1. März 2008, davor stellvertretender Vorsitzender

Sponsoring[Bearbeiten]

Sponsoring beim Biathlon: Tatsumi Kasahara

Zur Bündelung ihrer gesellschaftlichen Aktivitäten gründete die DKB im Oktober 2004 die DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Die Stiftung betreibt denkmalgeschützte Anlagen, wie Schloss Liebenberg und das Olympische Dorf von 1936 in Berlin.[21]

Seit dem 2. Juli 2007 ist die Deutsche Kreditbank Namensgeber des Rostocker Fußballstadions DKB-Arena sowie seit Ende 2007 des Oberhofer Biathlonstadions DKB-Ski-Arena. Die DKB war bis 2009 Namens- und Hauptsponsor des ISTAF Berlin (Leichtathletik) und ist Hauptsponsor der Riders Tour (Springreiten).

Ab der Saison 2012/2013 ist die DKB auch Namenssponsor der Handball-Bundesliga der Männer sowie der Frauenfußballmannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam.

Darüber hinaus werden zahlreiche Vereine sowie individuelle Sportler verschiedener Disziplinen unterstützt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Kreditbank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. a b Geschäftsbericht 2013
  3. Investor Relations. In: Website der DKB. Deutsche Kreditbank, abgerufen am 19. Dezember 2011.
  4. Immobilienhunter DKB Grundbesitzvermittlung GmbH. In: Website der Deutschen Kreditbank AG. Archiviert vom Original am 14. Februar 2008, abgerufen am 28. März 2011: „"Berlin Chemnitz Cottbus Dresden Erfurt Frankfurt (Oder) Gera Halle Leipzig Magdeburg Neubrandenburg Potsdam Rostock Schwerin Suhl"“
  5. Die neue Generation der Lufthansa Miles & More Credit Card. In: Website der Deutsche Lufthansa AG. 22. November 2007, archiviert vom Original am 27. März 2008, abgerufen am 28. März 2011.
  6. TAG Immobilien AG erhält den Zuschlag zum Erwerb der DKB Immobilien AG. In: TAG Immobilien AG. 26. März 2012, abgerufen am 30. April 2013.
  7. Karl Hinterleitner und Michael Haselrieder: Zocken auf Bayerisch Das Desaster einer Landesbank. In: 3sat. ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN, 18. Februar 2011, abgerufen am 2. April 2011.
  8. Neuer Ärger bei der BayernLB DKB soll überteuerte "Schrottimmobilien" finanziert haben. In: Capital Online. 20. Oktober 2010, abgerufen am 2. April 2011.
  9. Über uns / Kurzporträt der DKB. In: Website der DKB. Deutsche Kreditbank, abgerufen am 9. Oktober 2013: „... mit mehr als 2,5 Millionen Privatkunden ...“
  10. https://www.dkb-club.de/online_cashback.php
  11. Deutsche Kreditbank kooperiert mit PayPal. Abgerufen am 3. Juni 2014.
  12. DKB startet Online-Identifikation als PostIdent-Alternative. Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  13. Geschäftsberichte nach HGB und IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011.
  14. a b DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2007, Geschäftsbericht 2007 der Deutsche Kreditbank AG nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 1.17 MB)., S. 69
  15. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2008, Geschäftsbericht 2008 der Deutsche Kreditbank AG nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 1.35 MB)., S. 62
  16. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2009, Geschäftsbericht 2009 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 2.60 MB). S. 83
  17. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2010, Geschäftsbericht 2010 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 6. April 2011 (PDF, 3.60 MB). S. 81
  18. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2011, Geschäftsbericht 2011 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 31. Mai 2013 (PDF, 596 KB). S. 29
  19. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2012, Geschäftsbericht 2012 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 31. Mai 2013 (PDF, 585 KB). S. 27
  20. a b Suche im elektronischen Bundesanzeiger Deutsche Kreditbank Konzernabschlüsse
  21. Website der DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Abgerufen am 28. März 2011.

52.51274113.388085Koordinaten: 52° 30′ 46″ N, 13° 23′ 17″ O