Deutsche Kreditbank
| Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft | |
|---|---|
| Staat | Deutschland |
| Sitz | Berlin |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Bankleitzahl | 120 300 00[1] |
| BIC | BYLA DEM1 001[1] |
| Gründung | 19. März 1990 |
| Website | www.dkb.de |
| Geschäftsdaten 2012[2] | |
| Bilanzsumme | 64.434 Mio. Euro |
| Einlagen | 36.231 Mio. Euro |
| Kundenkredite | 59.831 Mio. Euro |
| Mitarbeiter | 1.134 |
| Leitung | |
| Vorstand | Stefan Unterlandstättner (Vorsitzender) |
| Aufsichtsrat | Gerd Häusler (Vorsitzender) |
Die Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft (DKB) ist ein Kreditinstitut und eine Tochtergesellschaft der BayernLB mit Firmensitz in Berlin. Die Unternehmensstrategie beruht auf einer Infrastruktur mit wenigen Filialen sowie der Fokussierung auf ausgewählte Kundengruppen in den Bereichen Privatkunden, Firmenkunden und öffentliche Kunden. Das Privatkundengeschäft wird dabei überwiegend als Direktbank betrieben.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Deutsche Kreditbank wurde nach der politischen Wende als erste private Bank der DDR am 19. März 1990 als Aktiengesellschaft gegründet. Mitbegründer war Edgar Most, der letzte Vizepräsident der Staatsbank der DDR.
Am 21. Juni 1990 wurden die Schuldposten der Staatsbank der DDR auf die Deutsche Kreditbank und die Anteile, die die Staatsbank selbst an der Deutschen Kreditbank hatte, auf die Treuhandanstalt übertragen. In den folgenden Jahren erwarb die Treuhandanstalt nach und nach auch die restlichen Anteile der Gründungsaktionäre, bis sie Anfang 1993 alleiniger Eigentümer der Deutschen Kreditbank war. Der größte Teil des Passivgeschäfts (insbesondere das Firmen- und Privatkundengeschäft) sowie zahlreiche Filialgebäude bzw. -standorte wurden mit der Währungsunion anteilig von der Dresdner Bank und der Deutschen Bank übernommen. Diese Bereiche firmierten bis Mitte 1991 unter „Dresdner Bank Kreditbank AG“ und „Deutsche Bank Kreditbank AG“.
Mit der Auflösung der Treuhandanstalt mit Ablauf des 31. Dezember 1994 ging die Deutsche Kreditbank zunächst für kurze Zeit direkt in das Vermögen des Bundesministeriums der Finanzen über. Nach noch von der Treuhandanstalt eingeleiteten Verkaufsbemühungen wurde die Deutsche Kreditbank am 31. Januar 1995 an die Bayerische Landesbank verkauft.
Emittent [Bearbeiten]
Die DKB emittiert eigene Wertpapiere am Deutschen Markt. Das Volumen der am Markt befindlichen Anleihen belief sich 2008 auf ca. 5,5 Mrd. EUR.[3] Als vollständige Tochter der BayernLB verfügt die DKB über kein eigenes Emittentenrating. Als Grundlage dient deshalb die Bewertung der BayernLB.
Unternehmensstruktur [Bearbeiten]
Die Bank unterhält, zum Beispiel für ihre Immobilien-Tochter DKB Grundbesitzvermittlung GmbH, Niederlassungen in 15 Städten.[4] Eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutsche Kreditbank ist die SKG Bank, die Geldanlagen und Finanzierungen betreibt. Zum 1. Januar 2008 übernahm die Deutsche Kreditbank die bisher von der BayernLB in Kooperation mit Lufthansa herausgegebene Miles & More-Kreditkarte.[5] Die DKB Immobilien AG wurde Ende März 2012 an die TAG Immobilien AG verkauft.[6]
Weiteres [Bearbeiten]
Die DKB soll in den Jahren 2008/2009 Eigentumswohnungen zu überhöhten Kaufpreisen finanziert haben.[7][8]
Die DKB betreute 2010 rund 2 Millionen Kunden.[9] Laut eigenen Angaben gewann die Bank 2010 jeden Monat rund 30.000 Kunden hinzu.
Beim DKB Club gibt es ein Cashback-System mit Rabatten bei ca. 300 Online-Partnern. [10]
Kennzahlen [Bearbeiten]
Seit 2005 stellt die DKB einen Konzernabschluss auf. Seit 2006 erfolgt die Konzernrechnungslegung nach IFRS (International Financial Reporting Standards).[11]
| Jahresbericht | Rechnungslegung nach |
Bilanzsumme in Mio. € |
Konzernjahres- ergebnis in Mio. € |
Privatkunden | Privatkunden- zuwachs |
Mitarbeiter |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1999 | HGB | 18.118 | 38 | k.A. | k.A. | |
| 2000 | HGB | 19.625 | 148 | 20.000 | k.A. | |
| 2001 | HGB | 22.648 | 69 | 38.500 | 90 % | 1.012 |
| 2002 | HGB | 25.203 | 25 | 56.000 | 45 % | 1.118 |
| 2003 | HGB | 26.431 | 25 | 90.000 | 60 % | 1.206 |
| 2004 | HGB | 28.337 | 139 | 148.000 | 64 % | 1.241 |
| 2005 | HGB | 31.749 | 303 | 205.000 | 39 % | 1.259 |
| 2006 | IFRS | 35.514 | 165[12] | 375.000 | 83 % | 1.232 |
| 2007 | IFRS | 40.610 | 625[12] | 700.000 | 87 % | 1.252 |
| 2008 | IFRS | 48.119 | -21[13] | 1.520.000 | 117 % | 1.267 |
| 2009 | IFRS | 50.832 | 113[14] | 1.785.000 | 12 % | 1.177 |
| 2010 | IFRS | 55.183 | 165[15] | 2.051.000 | 15 % | 1.134 |
| 2011 | IFRS | 60.756 | 150[16] | 2.254.000 | 10 % | 1.256 |
| 2012 | IFRS | 66.761 | 240[17] | 2.474.000 | 10 % | 1.320 |
Organisationsstruktur [Bearbeiten]
Vorstand [Bearbeiten]
Der Vorstand setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
- Stefan Unterlandstättner (Vorsitzender)
- Rolf Mähliß
- Patrick Wilden
- Thomas Jebsen
- Tilo Hacke
Aufsichtsrat [Bearbeiten]
Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus 16 Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern:[18]
Anteilseignervertreter:
- Gerd Häusler (Vorsitzender seit 1. Januar 2013, Mitglied seit 11. Mai 2010)
- Jan-Christian Dreesen (Vorsitzender vom 10. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012, Mitglied seit 1. Oktober 2009)
- Marcus Kramer (seit 11. Mai 2010)
- Nils Niermann (seit 1. Mai 2011)
- Walter Pache (seit 9. Juli 2009)
- Stephan Winkelmeier (seit 7. Oktober 2010)
- Theo Zellner (seit 9. Juli 2009)
- Edgar Zoller (seit 6. Mai 2009)
Arbeitnehmervertreter:
- Bianca Häsen (Stellvertretende Vorsitzende seit 16. März 2009 und vom 14. März 2008 bis 17. Dezember 2008, davor und dazwischen Mitglied)
- Christine Enz (Gewerkschaftsvertreterin) (seit 17. Dezember 2008)
- Jens Hübler (seit 17. Dezember 2008)
- Wolfhard Möller (seit 4. Juli 2007)
- Frank Radtke
- Friedrich Sendelbeck (Gewerkschaftsvertreter) (seit 17. Dezember 2008)
- Christine Wollweber (seit 14. März 2008)
- Ufuk Yasar
Ehemalige Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehemalige Personen, die ein Mandat im Konzern innehatten, sind[18]:
- Gerhard Gribkowsky, Aufsichtsratsmitglied vom 3. April 2007 bis 10. April 2008
- Michael Kemmer, Aufsichtsratsvorsitzender vom 1. März 2008 bis 14. Dezember 2009, davor Mitglied vom 3. April 2007
- Siegfried Naser, Aufsichtsratsmitglied vom 9. März 2007 bis 30. Juni 2009
- Franz Josef Pschierer, Aufsichtsratsmitglied vom 24. Februar 2009 bis 24. März 2009
- Werner Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender vom 8. März 2006 bis 1. März 2008, davor stellvertretender Vorsitzender
Sponsoring [Bearbeiten]
Zur Bündelung ihrer gesellschaftlichen Aktivitäten gründete die DKB im Oktober 2004 die DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Die Stiftung betreibt denkmalgeschützte Anlagen, wie Schloss Liebenberg und das Olympische Dorf von 1936 in Berlin.[19]
Seit dem 2. Juli 2007 ist die Deutsche Kreditbank Namensgeber des Rostocker Fußballstadions DKB-Arena sowie seit Ende 2007 des Oberhofer Biathlonstadions DKB-Ski-Arena. Die DKB war bis 2009 Namens- und Hauptsponsor des ISTAF in Berlin und ist Hauptsponsor der Riders Tour.
Ab der Saison 2012/2013 ist die DKB auch Namenssponsor der Handball-Bundesliga der Männer sowie des amtierenden deutschen Frauenfußballmeisters 1. FFC Turbine Potsdam.
Darüber hinaus werden zahlreiche Vereine sowie individuelle Sportler verschiedener Disziplinen unterstützt.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
- ↑ DKB Zahlen und Fakten, Stand 30.06.2012. Deutsche Kreditbank AG, 30. Juni 2012, abgerufen am 9. Januar 2013.
- ↑ Investor Relations. In: Website der DKB. Deutsche Kreditbank, abgerufen am 19. Dezember 2011.
- ↑ Immobilienhunter DKB Grundbesitzvermittlung GmbH. In: Website der Deutschen Kreditbank AG. Archiviert vom Original am 14. Februar 2008, abgerufen am 28. März 2011: „"Berlin Chemnitz Cottbus Dresden Erfurt Frankfurt (Oder) Gera Halle Leipzig Magdeburg Neubrandenburg Potsdam Rostock Schwerin Suhl"“
- ↑ Die neue Generation der Lufthansa Miles & More Credit Card. In: Website der Deutsche Lufthansa AG. 22. November 2007, archiviert vom Original am 27. März 2008, abgerufen am 28. März 2011.
- ↑ TAG Immobilien AG erhält den Zuschlag zum Erwerb der DKB Immobilien AG. In: TAG Immobilien AG. 26. März 2012, abgerufen am 30. April 2013.
- ↑ Karl Hinterleitner und Michael Haselrieder: Zocken auf Bayerisch Das Desaster einer Landesbank. In: 3sat. ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN, 18. Februar 2011, abgerufen am 2. April 2011.
- ↑ Neuer Ärger bei der BayernLB DKB soll überteuerte "Schrottimmobilien" finanziert haben. In: Capital Online. 20. Oktober 2010, abgerufen am 2. April 2011.
- ↑ Über uns / Kurzporträt der DKB. In: Website der DKB. Deutsche Kreditbank, abgerufen am 15. Oktober 2010: „Mehr als 2 Millionen Privatkunden nutzen inzwischen unsere Konten und Finanzierungsangebote.“
- ↑ https://www.dkb-club.de/online_cashback.php
- ↑ Geschäftsberichte nach HGB und IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011.
- ↑ a b DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2007, Geschäftsbericht 2007 der Deutsche Kreditbank AG nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 1.17 MB)., S. 69
- ↑ DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2008, Geschäftsbericht 2008 der Deutsche Kreditbank AG nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 1.35 MB)., S. 62
- ↑ DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2009, Geschäftsbericht 2009 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 2.60 MB). S. 83
- ↑ DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2010, Geschäftsbericht 2010 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 6. April 2011 (PDF, 3.60 MB). S. 81
- ↑ DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2011, Geschäftsbericht 2011 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 20. Mai 2012 (PDF, 596 KB). S. 29
- ↑ DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2012, Geschäftsbericht 2012 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 21. April 2013 (PDF, 585 KB). S. 27
- ↑ a b Suche im elektronischen Bundesanzeiger Deutsche Kreditbank Konzernabschlüsse
- ↑ Website der DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Abgerufen am 28. März 2011.
52.51274113.388085Koordinaten: 52° 30′ 46″ N, 13° 23′ 17″ O