Ampelfrau

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Ampelfrauen in Zwickau

Der Begriff Ampelfrau (auch Ampelmädchen oder Ampelweibchen) bezeichnet ein Fußgängersignal an einer Ampel, das das Sinnbild einer Fußgängerin zeigt. Es handelt sich bei der Ampelfrau um eine Abwandlung des ostdeutschen Ampelmännchens.

Entstehung[Bearbeiten]

Ende November 2004 wurde in Zwickau die erste Fußgängerampel eingeführt, die eine Ampelfrau zeigt. Laut Stadtsprecherin Angelika Michaelis fordere die Straßenverkehrsordnung lediglich das Sinnbild eines Fußgängers, eine „Geschlechtsbestimmung“ gebe es nicht. Drei Monate lang sollte getestet werden, wie die Ampelfrau bei den Zwickauern ankommt. Dann sollten eventuell weitere Ampeln umgerüstet werden.

Dem Design der Ampelfrau liegen ähnliche Überlegungen zugrunde, die auch schon der Einführung der ostdeutschen Ampelmännchen vorausgingen: Die Gebote der Ampel sollen nicht nur durch die Farbe, sondern auch durch eine aussagefähige bildliche Darstellung angezeigt werden. Dabei soll die Gestaltung sowohl freundlich wirken als auch durch eine große Symbolfläche eine hohe Signalwirkung erzielen. Der Graphiker Hans-Jürgen Ellenberger hat die Ampelfrau 1996 entworfen. Sie wurde erstmals 1997 im „Buch vom Ampelmännchen“ veröffentlicht. Der Herausgeber Markus Heckhausen hat 2000 die Ampelfrau als Geschmacksmuster eintragen lassen und sich die Nutzung der Urheberrechte von Ellenberger exklusiv gesichert.

Ein Argument für die Einführung der Ampelfrau war neben der Gleichberechtigung auch die im Vergleich zum Ampelmännchen vergrößerte Leuchtfläche aufgrund des flächengrößeren Rocks.

Weitere Ampelfrauen[Bearbeiten]

Am 24. Januar 2005 wurde in Dresden – bundesweit beachtet – die erste Ampel mit Ampelfrau außerhalb Zwickaus aufgestellt. Diese Initiative ging von der Dresdner Gleichstellungsbeauftragten, Kristina Winkler, aus. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Ingolf Roßberg und dem Hersteller der Ampelfrau, Joachim Roßberg (die Namensgleichheit ist Zufall), wurde im Dresdner Stadtzentrum, direkt am Eingang zur Prager Straße, die erste Ampelanlage umgerüstet. Mittlerweile wurden 10 Lichtsignalanlagen Dresdens mit der Ampelfrau ausgestattet.

In Bremen gibt es seit Sommer 2010 Ampelfrauen in Fußgängerampeln. Bisher wurden vier Lichtzeichenanlagen mit den neuen Sinnbildern ausgerüstet. Bei der Wahl eines Namens für das neue Lichtzeichen sprach sich Bremens Frauenbeauftragte für die Bezeichnung „Ampelfrau“ aus.

Weitere Ampelfrauen befinden sich in Werdau, in Köln-Ehrenfeld[1], sowie in Erfurt[2], Magdeburg, Fürstenwalde[3] und seit Oktober 2013 in Kassel [4].

Niederlande[Bearbeiten]

In Amersfoort in den Niederlanden sind schon seit Ende 2000 Fußgängerampeln mit Mädchen zu sehen. Dieses Ampelmädchen, das den Spitzennamen Sofie erwarb, hat mittlerweile auch den Weg in andere Orte gefunden.

Sexismusvorwurf[Bearbeiten]

Aufsehen erregt 2012 der Vorwurf der Fraktionsvorsitzenden der SPD in Teltow, Christine Hochmuth, „eine Frau mit langen Zöpfen und schwingendem Röckchen vermittle … kein zeitgemäßes Frauenbild“.[5] Sie lehnte mit dieser Auffassung den Vorschlag eines Stadtverordneten ab, die Ampelfrau auch in Teltow einzuführen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Ampelfrau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kölner-Stadt-Anzeiger online, abgerufen am 14. März 2009
  2. Erfurter Ampelmännchen, abgerufen am 7. November 2012
  3. tagesspiegel.de: Ampelmännchen bekommt weibliche Verstärkung , abgerufen am 6. März 2014
  4. hna.de: In Kassel leuchtet die erste hessische Ampelfrau, abgerufen am 6. März 2014
  5. Abgeordnete finden Ampelfrau sexistisch, Der Tagesspiegel, 9. März 2012, abgerufen 9. März 2012, 14.00 Uhr