Bahnhof Wien Meidling
| Bahnhof Wien Meidling | |
|---|---|
| Bahnhof Wien Meidling | |
| Daten | |
| Betriebsart | Fernbahnhof, Trennungsbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 8 |
| Reisende | 55.000 täglich[1] |
| Abkürzung | Mi (ÖBB), MI (VOR) |
| Eröffnung | 20. Juni 1841 |
| Lage | |
| Stadt | Wien |
| Bundesland | Wien |
| Staat | Österreich |
| Koordinaten | 48° 10′ 30″ N, 16° 20′ 7″ O48.17516.335277777778Koordinaten: 48° 10′ 30″ N, 16° 20′ 7″ O |
| Höhe | 210 m ü. A. |
| Eisenbahnstrecken | |
| Liste der Bahnhöfe in Österreich | |
| Philadelphiabrücke | |
|---|---|
| U-Bahn-Station in Wien | |
| U6-Bahnsteig | |
| Basisdaten | |
| Bezirk: | Meidling |
| Eröffnet: | 1989 |
| Gleise (Bahnsteig): | 2 (Mittelbahnsteig) |
| Stationskürzel: | PH |
| Nutzung | |
| Linie(n): | U 6 |
| Umsteigemöglichkeiten: | Meidling: S 1 S 2 S 3 S 60 S 80 Philadelphiabrücke: Schedifkaplatz: |
Der Bahnhof Wien Meidling (Philadelphiabrücke) ist neben dem Westbahnhof bis 2014 der wichtigste Fernbahnhof Wiens. Er hat am 13. Dezember 2009 für ungefähr vier Jahre, bis zur Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofs, die wesentlichsten Funktionen des Südbahnhofs übernommen, der 2010 abgerissen wurde. Er ist:
- Ausgangs- bzw. Endstation der Südbahn nach Graz und Klagenfurt,
- Ausgangspunkt der Ostbahn nach Ungarn
- Ausgangspunkt der Verbindungsbahn nach Wien Hütteldorf an der Westbahn
- Ausgangspunkt des Lainzer Tunnels der Neuen Westbahn (Strecke 130)
- der Pottendorfer Linie nach Wiener Neustadt und
- der S-Bahn-Stammstrecke über Wien Hauptbahnhof (Bahnsteige 1 und 2) nach Wien Floridsdorf (historisch: Verbindungsbahn bis Wien Praterstern) und weist eine
- Zufahrt zur Donauländebahn auf.
Hier halten die EuroNight- und railjet-Züge von Deutschland und Wien Westbahnhof nach Budapest und der Nachtzug nach Warschau, Berlin, Krakau, Moskau, Kiew und Prag. Weiters halten in Wien Meidling Eurocity-Züge der Nordbahn nach Tschechien, Polen und Deutschland, die bis zur Sperre des Südbahnhofes von diesem abfuhren.
Die dem Bahnhof benachbarte Station der U-Bahn-Linie U6 heißt Philadelphiabrücke. Die Badner Bahn, die Straßenbahnlinie 62 und städtische Buslinien bedienen die Haltestellen Schedifkaplatz, Philadelphiabrücke und Dörfelstraße, die über das Passagensystem des Bahnhofs zu erreichen sind.
Inhaltsverzeichnis |
Bahnhofshalle [Bearbeiten]
In der Bahnhofshalle sind eine Trafik, die Vorverkaufs- und Informationsstelle der Wiener Linien, der Fahrkartenschalter der ÖBB und eine Zweigstelle der Verkehrskreditbank untergebracht.
Bahnsteige [Bearbeiten]
Der Bahnhof Wien Meidling verfügt über acht Bahnsteige. Die vier nördlichen Bahnsteige werden von den Zügen der S-Bahn-Stammstrecke (S1, S2, S3) benutzt (Bahnsteige 1 und 2 Richtung Mödling, Bahnsteige 3 und 4 Richtung Floridsdorf). An den Bahnsteigen 5 und 6 beginnen und enden die Züge der Südbahn und halten diverse Fernzüge, die von der West- auf die Ostbahn übergehen. Die Züge der S60 (Verbindung von West- und Ostbahn über Wien Hauptbahnhof) und der S80 (Marchegger Ostbahn und Pottendorfer Linie über Wien Hauptbahnhof) sowie die Fernzüge zur Westbahn und nach Budapest halten an den südlichen Bahnsteigen 7 und 8. Die U-Bahn-Linie U6 verfügt in der Station Philadelphiabrücke über einen eigenen unterirdischen Mittelbahnsteig. Alle Bahnsteige sind barrierefrei zu erreichen.
Lagedetails [Bearbeiten]
Auf Straßenniveau verbindet die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Philadelphiabrücke mit Straßenbahnbetrieb die Meidlinger Hauptstraße und den Straßenzug Edelsinnstraße / Eichenstraße mit der Breitenfurter Straße und dem an ihrem Beginn gelegenen Schedifkaplatz. Unter der Brücke verlaufen im Einschnitt die Bahngleise. Parallel zur Brücke befindet sich einen Häuserblock weiter östlich und eine Etage unter der Bahn das Zugänge vom Straßenniveau zu den Bahnsteigen verbindende Passagegeschoß mit Fahrkartenschaltern und Geschäften für Reisebedarf, unter diesem, parallel zum Passagegeschoß, die U-Bahn-Station.
Ein weiterer Fußgängerdurchgang unter den Bahngleisen verbindet etwa 300 m östlich des Passagegeschoßes das Aufnahmsgebäude des Bahnhofs in der Eichenstraße bei der Dörfelstraße mit den ÖBB-Bahnsteigen und der beim Meidlinger Friedhof verlaufenden Kerschensteinergasse. Zwischen Passage und Durchgang befinden sich entlang der Eichenstraße Autobushaltestellen.
Geschichte [Bearbeiten]
Das alte, in den letzten Jahren abgerissene Stationsgebäude war das letzte in Wien, das noch aus der Zeit der 1841 eröffneten Wien–Gloggnitzer Bahn erhalten war. Das Verwaltungsgebäude war zweigeschoßig und besaß noch die ursprüngliche Lisenengliederung und Attika am ehemaligen Stationsgebäude, unterbrochen durch eingeschoßige Verbindungsgebäude. Aus dem Jahre 1905 stammte eine Unterführung mit Fliesenverkleidung, ebenso die Stiegenaufgänge,[2] Gitter und Bahnsteigflugdächer.
Im Bahnhofsgebäude befand sich eine kleine Privatkapelle, die von den Kreuzschwestern (Barmherzige Schwestern vom heiligen Kreuz) betreut wurde. Die Schwestern wohnten auch im Bahnhof und kümmerten sich um die Kinder der Bahnangestellten. 1904 übersiedelten sie in das neuerrichtete Klostergebäude in der Murlingengasse 71.
1841 war der Meidlinger Bahnhof als Durchfahrtsbahnhof ohne weitere Bahnanschlüsse nur eine Station 2. Klasse in der Rangordnung der Südbahngesellschaft. 1860 wurde Meidling durch die Errichtung der Verbindungsbahn, die Süd- und Westbahn verband, zu einem Kreuzungsbahnhof. 1872 wurde die Donauländebahn (mit einer Verbindung nach Meidling) fertiggestellt. 1874 wurde die Pottendorfer Linie im Bahnhof Meidling in die Südbahnstrecke eingebunden. Die allmähliche Ausdehnung des Matzleinsdorfer Frachtenbahnhofs bis zum Bahnhof Meidling, die 1962 erfolgte Eröffnung der Stammstrecke der Wiener Schnellbahn und der 1989 fertig gestellte Bau der U6 bis zur Station Philadelphiabrücke ließen den Bahnhof Wien Meidling schließlich zu einem der wichtigsten Wiens werden. Ab 13. Dezember 2009 musste der Bahnhof vorübergehend wesentliche Funktionen des gesperrten Südbahnhofes übernehmen.
In Zusammenhang mit dem Meidlinger Bahnhof stehen die in der Eichenstraße 5−23 befindlichen Arbeiterwohnhäuser, Backsteinbauten, die um 1870 nach Plänen von Wilhelm Flattich, der als Direktor für Hochbau der Südbahngesellschaft den Südbahnhof und andere Gebäude an der Strecke errichtet hatte, gebaut wurden. Es handelt sich dabei um ein Beispiel frühen sozialen Wohnbaus, der in zehn dreistöckigen Arbeiterhäusern Wohnungen für Bedienstete der Südbahngesellschaft bot. Hofseitig den Gleisen zu gelegen, wurden für die Kinder Gärten zum Spielen angelegt. Die Bauten wurden aus Kostengründen relativ schmucklos, lediglich durch Kordon- und Kranzgesimse gegliedert, ausgeführt und sind bis heute bewohnt.
Bei den Bürgerkriegsereignissen des Februars 1934 spielte der Meidlinger Bahnhof eine bedeutende Rolle. Am 12. Februar wurde der Polizist Josef Schiel, der einen bewaffneten Arbeiter anhalten wollte, von diesem erschossen. Aus einer anschließend stattfindenden Demonstration, die von der Polizei aufgelöst werden sollte, fielen Gewehrschüsse gegen die Exekutive, die den Rückzug antreten musste. Bewaffnete Angehörige des Republikanischen Schutzbundes besetzten zahlreiche Standorte Meidlings und errichteten entlang der Eichenstraße Verteidigungsposten vom Matzleinsdorfer Frachtenbahnhof bis zum Meidlinger Bahnhof, der auch besetzt wurde. Erst mit Verstärkung des Bundesheeres und dem Einsatz eines Panzerzuges gelang es der Polizei, den Bahnhof wieder zurückzuerobern.
Abgeschlossener Umbau und weitere Planung [Bearbeiten]
Die Fertigstellung des Umbaus des Bahnhofs Wien Meidling erfolgte durch eine feierliche Eröffnung am 30. November 2009. Die Bahnsteige wurden völlig neu errichtet, der barrierefreie Zugang wurde zu allen Bahnsteigen mittels neuer Aufzüge ermöglicht, beide Personentunnel wurden umgebaut und eine völlig neue unterirdische Bahnhofshalle wurde fertiggestellt. Außerdem wurde eine ÖBB Club Lounge errichtet, um Fernverkehrsreisenden den nötigen Komfort zu bieten.
Seit 13. Dezember 2009 ist - aufgrund des danach begonnenen Abrisses des Wiener Südbahnhofes - Wien Meidling Endstation für die meisten Züge der Südbahn und war dies bis 8. Dezember 2012 auch für die Züge der Pottendorfer Linie. Wenn der Hauptbahnhof, der am 9. Dezember 2012 zum Teil in Betrieb genommen wurde, Ende 2014 / Anfang 2015 den Vollbetrieb aufnimmt, wird der Bahnhof Wien Meidling wieder nur Durchgangsbahnhof sein.
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Wolfgang Kos (Hrsg.), Günter Dinhobl (Hrsg.), Walter Öhlinger (Red.): Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt. Czernin, Wien 2006, ISBN 3-7076-0212-5. (Sonderausstellung des Wien-Museums, Band 332, ZDB-ID 2130061-6). (Ausstellungskatalog, Wien, Wien-Museum, 28. September 2006 bis 25. Februar 2007).
- Ludwig Varga: Der Meidlinger Bahnhof. Geschichte einer Bahnstation (1841–2010). Bezirksmuseum Meidling, Wien 2003. (Meidling – Blätter des Bezirksmuseums, Heft 57.2003, ZDB-ID 512656-3).
- Ludwig Varga: Die Geschichte der Philadelphiabrücke. Geschichte eines Bauwerkes und seiner Umgebung. Bezirksmuseum Meidling, Wien 1999. (Meidling – Blätter des Bezirksmuseums, Heft 46/47.2009, ZDB-ID 512656-3).
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bitte rasch ein- und aussteigen. In: derstandard.at, 30. November 2009, abgerufen am 22. Dezember 2012.
- ↑ Kommunalzeitung. (…) Die Gemeinde Wien und die Südbahngesellschaft. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 14633/1905, 20. Mai 1905, S. 6, oben rechts. (Online bei ANNO).
Weblinks [Bearbeiten]
| Vorherige Station | S-Bahn Wien | Nächste Station | ||
|---|---|---|---|---|
| – | Stammstrecke | Wien Matzleinsdorfer Platz Wien Floridsdorf → |
||
| Vorherige Station | U-Bahn Wien | Nächste Station | ||
|---|---|---|---|---|
| Tscherttegasse ← Siebenhirten |
U6 | Niederhofstraße Floridsdorf → |
||