Pädagogische Hochschule

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Die Pädagogischen Hochschulen, auch Pädagogische Universitäten, haben in den verschiedenen Ländern eine unterschiedliche Entwicklung genommen, einen unterschiedlichen Status erreicht und unterschiedliche Forschungs- und Bildungsaufgaben übertragen bekommen.

In Deutschland sind die Pädagogischen Hochschulen sich selbst verwaltende Zentren der Bildungswissenschaften mit uneingeschränktem Promotions- und Habilitationsrecht im Universitätsrang.[1] Sie können entsprechend auch die Bezeichnungen University of Education[2] oder Université des Sciences de l' Éducation[3] im Namen führen. Die staatlich übertragenen Aufgaben in Forschung und Lehre werden eigenverantwortlich wahrgenommen. Wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Lehr- und Lernforschung.

In Österreich sind die Pädagogischen Hochschulen für die Ausbildung von Lehrern an Pflichtschulen und Berufsschulen sowie für die Fortbildung von Lehrern aller Schularten bis zur Sekundarstufe II zuständig. Als Regelabschluss wird der Bachelor of Education angeboten.

In der Schweiz zählen die Pädagogischen Hochschulen zu den Einrichtungen des Tertiären Bildungsbereichs mit dem Auftrag von Forschung, Lehre und Gestaltung der Schulpraxis. Sie bilden Lehrer aus von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II und ermöglichen Abschlüsse wie den "Bachelor" oder "Master". Die Forschungstätigkeit konzentriert sich auf den Bereich der Schule und ihrer pädagogischen und gesellschaftlichen Bezüge.

In China oder im Baltikum werden die Pädagogischen Hochschulen unter der Bezeichnung Pädagogische Universität geführt. Sie haben einen ähnlichen Status wie die Wissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland.

Pädagogische Hochschulen in Deutschland[Bearbeiten]

Während in Baden-Württemberg die Pädagogischen Hochschulen universitäre Strukturen erhielten und in der Form erhalten blieben, wurden sie in den 1960er bis 1990er Jahren von den anderen Bundesländern teilweise in Universitäten umgewandelt oder in solche integriert. Die Pädagogischen Hochschulen sind den Universitäten statusmäßig gleichgestellt. Das Bildungsangebot umfasst alle Lebensaltersstufen von der Elementarpädagogik bis zur Erwachsenenbildung, von der Gesundheits- über die Kultur- bis zur Medienbildung.[4] Die Diplom-, Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengänge qualifizieren für schulische und außerschulische Bildungsberufe.

Die Ausbildungsgänge umfassen grundsätzlich praktische und theoretische Studienteile. Pflichtfächer mit unterschiedlichen Anteilen sind Pädagogik, (Allgemeine und Schulpädagogik), Psychologie oder Soziologie, Fachwissenschaft und Fachdidaktik einzelner Fächer sowie Ausländerpädagogik und Gesundheitserziehung. In verschiedenen Praktika müssen Studierende des Lehramts Unterrichtsversuche an Ausbildungsschulen durchführen. Das Lehramtsstudium wird je nach Bundesland mit einer Staatsprüfung oder einem Masterabschluss beendet. Nach der Ersten Staatsprüfung kann die II. Phase der Lehrerausbildung, das sogenannte Referendariat, angetreten werden.

Die verschiedenen Studienabschlüsse werden nach unterschiedlichen Studiengängen angeboten. Dazu muss eine in den Studien- und Prüfungsordnungen festgelegte Abfolge von Lehrveranstaltungen und Leistungsnachweisen studiert werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ausbildung der Volksschullehrer fand im 19. Jahrhundert in Lehrerseminaren statt. Eine Ausbildung auf der Universität kam aus Kostengründen lange nicht infrage, auch mussten die Seminaristen kein Abitur haben. In der Weimarer Republik standen sich Befürworter einer Universitätsausbildung aller Lehrer (vor allem der überparteiliche Deutsche Lehrerverein) und einer Lehrerausbildung an reinen Bildungshochschulen (vor allem der Berliner Philosoph und Pädagoge Eduard Spranger) gegenüber. Die Reichsregierung verzichtete vor allem aus Kostengründen auf ein einheitliches Lehrerbildungsgesetz, aber auch zum Erhalt der konfessionellen Bindung der Ausbildungsstätten, für die sich die Deutsche Zentrumspartei einsetzte.

In Preußen entstanden nach dem von Kultusminister Carl Heinrich Becker erwirkten Beschluss vom 30. Juni 1925 insgesamt fünfzehn Pädagogische Akademien, für die ein Abitur Zugangsvoraussetzung war. Sie sollten in zwei Jahren zur Berufstätigkeit führen. Mehrheitlich waren sie konfessionell orientiert, so die erste katholische in Bonn und die evangelischen in Elbing (Westpreußen) und Kiel ab 1926. Die erste simultane Ausbildung, die auch Juden offenstand, fand ab 1927 in Frankfurt am Main statt, unter dem Boykott der katholischen Bischöfe, die den katholischen Studierenden die Erlaubnis zum Religionsunterricht verweigerten. Wegen der Weltwirtschaftskrise wurden bereits vor 1933 erste Akademien wieder geschlossen, z. B. 1932 die erst 1930 gegründete Pädagogische Akademie Stettin. Wie in Preußen wurde die Ausbildung von Lehrern im Freistaat Oldenburg am 27. März 1929 durch die Errichtung der Pädagogischen Akademie in Oldenburg organisiert.

In anderen Ländern wurde die Ausbildung teilweise den Universitäten oder Technischen Hochschulen (integriert oder als Pädagogisches Institut) angegliedert (vor allem Sachsen/Pädagogisches Institut Dresden und Pädagogisches Institut Leipzig, Thüringen/Universität Jena, Hamburg (1929), Mecklenburg/Pädagogisches Institut Rostock u.a.). In Thüringen setzte der sozialistische Bildungsminister Greil die akademische Lehrerbildung unter großem Widerstand besonders gegen die Berufung Mathilde Vaertings durch. Andere Länder behielten ihre traditionelle seminaristische Lehrerbildung bei (Württemberg, Bayern). Baden gründete nach langer Debatte ab 1926 drei Lehrerbildungsanstalten in Karlsruhe (simultan), Freiburg i. Br. (kath.) und Heidelberg (ev.), für die das Abitur die Regel, aber nicht zwingend war.[5]

Die preußischen Pädagogischen Akademien verloren mit dem nationalsozialistischen Machtantritt 1933 einen Großteil ihrer Dozenten, weil diese sich zur Republik bekannt hatten. Doch gab es bereits vorher etliche Dozenten mit einer Nähe zum Nationalsozialismus wie in Frankfurt/M. bzw. Dortmund Ernst Krieck, der in der Nachfolge Sprangers für eine reine Lehrerbildnerschule eintrat. Aus den Akademien wurden zunächst Hochschulen für Lehrerbildung (HfL), die teilweise in kleinere Landstädte verlagert wurden, so aus Frankfurt/M. nach Weilburg (Lahn) und die besonders fortschrittsorientierte aus Halle (Saale) (Leiter: Julius Frankenberger[6]) nach Hirschberg in Niederschlesien (Leiter: Herbert Freudenthal). In Braunschweig entstand die Bernhard-Rust-Hochschule. Auch die Gymnasiallehrerausbildung sollte an die HfL delegiert werden. Ab 1941 entstanden auf „Führerbefehl“ Hitlers vom November 1940 zahlreiche nichtakademische Lehrerbildungsanstalten, die vornehmlich auf weltanschaulichen Drill und Sport ausgerichtet waren. Hier sollten Jungen und Mädchen nach der Volksschule, aber auch Berufssoldaten ohne Abitur aufgenommen werden, um den erwarteten Nachkriegsbedarf an Lehrern abzudecken.

Nach 1945 sind die Pädagogischen Hochschulen aus den ehemaligen Pädagogischen Akademien, Lehrerbildungsanstalten und anderen Einrichtungen der Lehrerausbildung entstanden.[7] Am 1. Oktober 1945 öffnete die Oldenburger Pädagogische Akademie als erste im Nachkriegsdeutschland, 1948 wurde sie in Pädagogische Hochschule Oldenburg umbenannt. 1962 wurden die nach 1945 wieder gegründeten Pädagogischen Akademien in Pädagogische Hochschulen umbenannt. Die Ausbildung verlängerte sich von vier auf sechs Semester. Durch das „Gesetz über die Rechtsstellung der Pädagogischen Hochschulen“ wurden sie 1971 zu Wissenschaftlichen Hochschulen aufgewertet. Mit der Übertragung des Promotionsrechts in den siebziger Jahren, der Erlangung des Habilitationsrechts und der Einführung universitärer Strukturen erreichten sie Anfang der neunziger Jahre universitären Status.

Pädagogische Hochschulen in Baden-Württemberg[Bearbeiten]

In Verbindung mit Forschungsaufgaben in der Erziehungswissenschaft und in den Fachdidaktiken besitzen die Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg das uneingeschränkte Promotionsrecht und Habilitationsrecht. Sie tragen auch die Bezeichnung University of Education (Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd) oder Université des Sciences de l' Éducation (Freiburg) in ihrem Namen, insbesondere bei ihren internationalen Kontakten. Jede Hochschule des Landes hat mit einem speziellen Bildungsangebot ihr eigenes Profil entwickelt, so dass in Baden-Württemberg eine sehr differenzierte akademische Bildungslandschaft entstehen konnte.

Seit Einführung des Bachelor-Master-Studiums erfolgt die Ausbildung von Berufsschullehrern nicht mehr ausschließlich an Universitäten. So bietet zum Beispiel die Pädagogische Hochschule Heidelberg, in Kooperation mit der Hochschule Mannheim, einen Studiengang zum Höheren Lehramt an beruflichen Schulen an, mit den beiden Fächern Elektrische Energietechnik und Informations- und Systemtechnik. Auch an der Pädagogischen Hochschule Freiburg in Kooperation mit der Hochschule Offenburg, an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg in Kooperation mit der Hochschule Esslingen, an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit der Hochschule Aalen und an der Pädagogischen Hochschule Weingarten in Kooperation mit der Hochschule Ravensburg-Weingarten ist es möglich, einen Studiengang zum Höheren Lehramt an beruflichen Schulen zu belegen.[8] Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe schuf in der Region einen Schwerpunkt mit dem Europalehramt und bietet Masterstudiengänge in Bildungswissenschaften und Interkulturelle Bildung an.[9]

Pädagogische Hochschulen in Bayern[Bearbeiten]

Die Pädagogischen Hochschulen waren eine etwa zwölf Jahre lang existierende quasi-universitäre Einrichtung zur Ausbildung der Volksschullehrer. Nach dem Ende der geistlichen Schulaufsicht im bayerischen Königreich sah bereits die Verfassung des Deutschen Reichs von 1919 für die Volksschullehrer einen höheren Ausbildungsgang vor. Dennoch wurden die bayerischen Lehrer in der Zeit der Weimarer Republik, ebenso wie in Baden-Württemberger, weiterhin an konfessionell ausgerichteten Lehrerbildungsanstalten ausgebildet. Pläne zur Einrichtungen von „Pädagogischen Akademien“ oder Reformbestrebungen, die eine universitäre Ausbildung forderten, wurden nicht umgesetzt. Der von 1920 bis 1926 amtierende Kultusmister Franz Matt (BVP) setzte sich für die Beibehaltung der Ausbildung an Seminaren ein und opponierte erfolgreich gegen eine Schaffung von Hochschulen oder Universitäten zur Lehrerbildung. Matt vertrat die Ansicht, dass ein Volksschullehrer an einer Hochschule nur Dinge lernen würde, „die der Lehrer nicht braucht und nicht brauchen kann.“[10] Die konfessionelle Lehrerbildung wurde auch im Bayerischen Konkordat von 1924 in Artikel 5 festgeschrieben.
In der NS-Zeit wurden im Zuge der sogenannten Gleichschaltung zum Ende des Schuljahres 1934/1935 alle bayerischen Lehrerbildungsanstalten (Freising, Straubing, Kaiserslautern, Speyer, Amberg, Bamberg, Coburg, Eichstätt, Schwabach, Lauingen, Erlangen, Aschaffenburg und München) aufgehoben. An ihre Stelle traten die „Deutschen Aufbauschulen“ in Pasing, Bayreuth und Würzburg, die als akademische Hochschulen geführt wurden. Im Jahre 1941 wurde die Ausbildungszeit auf drei Semester reduziert und die Hochschulen wieder zu Lehrerbildungsanstalten abgestuft.[11]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahmen die Lehrerbildungsanstalten mit den Lehrplänen von 1931 wieder ihren Dienst auf. Die bildungspolitischen Pläne der amerikanischen Militärregierung sahen jedoch vor, die Ausbildung der Volksschullehrer an Hochschulen zu verlagern. Ebenso forderte der Alliierte Kontrollrat in der Direktive NR. 54, dass die Lehrerbildung an Universitäten oder an Pädagogischen Instituten mit universitärem Rang stattfinden soll.[12] Da die bayerischen Behörden diesen Anweisungen trotz mehrfacher Aufforderungen nicht folgten, befahl die Militärregierung 1948 die Bildung einer Kommission. Diese sollte bis zum Beginn des folgenden Jahres detaillierte Pläne für die Lehrerausbildung auf Universitätsniveau vorlegen. Im April 1949 ordnete das bayerische Kultusministerium an, dass die Lehrerbildungsanstalten in den nächsten Jahren in höhere Schulen umzuwandeln sind. Diese wurden daraufhin zunächst als „Oberschule in Kurzform“ bezeichnet. Die konkrete Umsetzung dieser Anordnung ließ auf sich warten, unter anderem wegen der strittigen Fragen um die konfessionelle Ausrichtung der Einrichtungen. Der laufende Ausbildungsbetrieb wurde deshalb mit diversen Übergangslösungen aufrechterhalten, bis im Juni 1954 die viersemestrige Ausbildung an einem „Institut für Lehrerbildung“, auch „Deutsches Gymnasium“ genannt, beschlossen wurde.[13] Im Juni 1958 erließ der Landtag nach zum Teil heftigen schulpolitischen Kämpfen das „Gesetz über die Ausbildung für das Lehramt an Volksschulen“. Dieses Gesetz sieht vor, dass die bestehenden Institute in selbständige Einrichtungen der Landesuniversitäten umgewandelt und fortan als „Pädagogische Hochschulen“ (PH) bezeichnet werden.[14] Als sein Wegbereiter gilt der damalige Kultusminister und ehemalige NS-Jurist Theodor Maunz. Eine sechssemestrige PH konnte ab diesem Zeitpunkt nur noch mit allgemeiner Hochschulreife besucht werden und hatte bis 1967 einen bekenntnismäßigen Charakter, war also römisch-katholisch, oder evangelisch ausgerichtet. Ein Promotionsrecht besaß sie nicht. Im Juli 1970 sah das „Gesetz zur Änderung des Lehrerbildungsgesetzes“ vor, dass die Pädagogischen Hochschulen bis August 1972 aufzulösen bzw. in die Erziehungswissenschaftlichen Fachbereiche der Landesuniversitäten einzugliedern sind.[15]
Seit dieser Zeit findet die Ausbildung der bayerischen Volksschullehrer an Universitäten statt.

Folgende Pädagogische Hochschulen existierten bis 1972:

Eine Besonderheit stellte dabei die Otto-Friedrich-Universität Bamberg dar. Diese wurde erst durch die Zusammenlegung der Philosophisch-Theologischen und der Pädagogischen Hochschule als Gesamthochschule Bamberg gegründet.
Die im Jahr 1978 gegründete Universität Passau erhielt als einzige Universität in Bayern eine pädagogische Fakultät, welche nicht aus einer Pädagogischen Hochschule hervorging. Die im Jahr 1975 gegründete Universität Bayreuth besitzt dagegen bis heute als einzige Universität Bayerns keine pädagogische Fakultät.

Pädagogische Hochschule in Berlin[Bearbeiten]

Seit 1959 wandelte sich die PH zu einer wissenschaftlichen Hochschule, die in einigen Bereichen das Promotions- und Habilitationsrecht erlangte.[16] Die PH Berlin wurde zum 1. April 1980 in die Berliner Hochschulen Freie Universität (FU), Technische Universität (TU) und Hochschule der Künste (HdK) integriert.

Pädagogische Hochschule in Bremen[Bearbeiten]

Die Pädagogische Hochschule Bremen wurde 1947 als Nachfolger für das Bremer Lehrerseminar (1810/1821–1926) bzw. Pädagogische Seminar (1945–1949) gegründet. Seit 1950 betrug die Studiendauer sechs Semester. 1966 studierten hier 850 angehende Lehrer. In den 1960er Jahren begann eine strittige Diskussion über eine stärkere Verwissenschaftlichung der pädagogischen Ausbildung. Die Konflikte führten zu einem Wechsel in der Hochschulleitung und Job-Günter Klink wurde 1966 Leiter der PH. Mit ihm setzte sich die Auffassung der wissenschaftlichen Ausrichtung durch. Von 1971 bis 1973 folgte die Integration der Pädagogischen Hochschule in die Universität Bremen, in der aktuell (2010) der Fachbereich 12: Erziehungs- und Bildungswissenschaften besteht.

Hochschule für Erziehung in Hessen[Bearbeiten]

Die Pädagogischen Institute und Hochschulen für Erziehung wurden in Hessen 1963 aufgelöst bzw. 1967 in die Universitäten eingegliedert.

Pädagogische Hochschulen in Niedersachsen[Bearbeiten]

Hochschulen für Lehrkräfte an Volks- und Realschulen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als Pädagogische Akademien neu gegründet. 1962 wurden sie zu Pädagogische Hochschulen umbenannt. 1969 wurden sie organisatorisch zur Pädagogischen Hochschule Niedersachsen (PHN) zusammengefasst. Die zentrale Verwaltung und das Rektorat wurde in Hannover angesiedelt, die ehemals selbständigen Hochschulen wurden zu Abteilungen (geleitet von einem Dekan) umstrukturiert. Damit sollte eine zentrale Vergabe der Studienplätze zwecks gleichmäßigerer Auslastung der Standorte und anschließend eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Absolventen auf die Schulen im Lande Niedersachsen erfolgen. Außerdem wurden die Studienordnungen und das Prüfungswesen vereinheitlicht. Mit der Integration bzw. Umwandlung der PHn in die Universitäten wurde die PH Niedersachsen aufgelöst:

Pädagogische Hochschulen in Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten]

Nach dem gleichnamigen Vorbild im Preußen der Weimarer Republik wurden nach 1945 Pädagogische Akademien gegründet, die eine hochschulmäßige Ausbildung der Volksschullehrer gewährleisteten. Eine Gleichstellung mit der Universität wurde lange nicht erwogen. Die Ausbildung blieb konfessionell ausgerichtet. Am 18. November 1946 begann die Kölner Akademie mit 13 Dozenten und 194 Studenten ihren Lehrbetrieb.

Lange hatten die Akademien keinen eigenständigen Rechtscharakter, sie bildeten Institute unter dem Kultusministerium. Erst die Vorläufige Satzung der Pädagogischen Akademien des Landes NRW von 1954 begann mit einer Rektoratsverfassung und einem eingeschränkten Selbstergänzungsrecht der Professorenschaft eine hochschulmäßige Umgestaltung. Ein Schritt zur Verwissenschaftlichung der Akademien war die Verlängerung des viersemestrigen zum sechssemestrige Studium, die Anforderung eines breiter angelegten erziehungswissenschaftlichen Anteils und die Einführung eines Wahlfaches mit fachwissenschaftlichem Bezug durch die Studien- und Prüfungsordnung von 1957.

Die Umbenennung in Pädagogische Hochschule (1962) blieb zuerst nur nominell. Mit der bildungspolitischen Gesetzgebung der Jahre 1965 bis 1970 erreichten die Pädagogischen Hochschulen in NRW zumindest formal den Rang wissenschaftlicher Einrichtungen. Mit dem Ende der konfessionellen Bindung (1969), der besoldungsrechtlichen Gleichstellung von PH-Professoren und Universitätsprofessoren sowie der Verleihung des Diplomierungs-, Habilitations- (1968) und Promotionsrechts (1970) wurden sie wissenschaftliche Hochschulen.

Pädagogische Hochschulen in Rheinland-Pfalz[Bearbeiten]

Pädagogische Hochschulen in Schleswig-Holstein[Bearbeiten]

Pädagogische Hochschulen in der DDR[Bearbeiten]

In der Sowjetische Besatzungszone wurden nach 1945 zahlreiche Neulehrer nach vier- bis achtmonatiger Ausbildung eingestellt. Trotzdem fehlten noch viele Lehrer, für die zunächst Ausbildungskapazitäten an den Pädagogischen Fakultäten der Universitäten geschaffen wurden. In Berlin und Potsdam nahmen erste Pädagogische Hochschulen 1948 ihre Tätigkeit auf. Seit 1949 wurden Unterstufenlehrer an Instituten für Lehrerbildung (IfL) ausgebildet, für die kein Abitur vorausgesetzt war. Für die höheren Klassen wurden sechs Pädagogische Institute ab 1952/53 zuständig. Die Studiendauer verlängerte sich dort 1955 von zwei auf drei, 1958/59 auf vier Jahre. Das Studium wurde den inhaltlichen und ideologischen Erfordernissen der 1959 neu geschaffenen POS angepasst. 1982 verlängerte sich die Ausbildungszeit auf fünf Jahre, das fünfte Jahr diente dem großen Schulpraktikum, das in der Funktion einem Referendariat nahekam.

In der DDR gab es die Pädagogischen Hochschulen von 1951 bis 1990 neben der Ausbildung an Universitäten für die Lehrkräfte der Polytechnischen Oberschule, Sonderschulen und Beruflichen Schulen (Qualifikation durch Zusatzausbildung nach der einheitlichen Lehrerausbildung). Standorte waren[17]

Pädagogische Hochschulen in Österreich[Bearbeiten]

In Österreich wurden akademische Einrichtungen für die Lehrerausbildung an Allgemeinen Pflichtschulen (APS) bis 2007 als Pädagogische Akademie (PÄDAK) bezeichnet. Für die Fort- und Weiterbildung waren Pädagogische Institute (PI) zuständig. Die Ausbildung von Religionslehrern an APS erfolgte an Religionspädagogischen Akademien (RPA), die Fort- und Weiterbildung an Religionspädagogischen Instituten (RPI).

Seit 1. Oktober 2007 werden fast alle Pädagogischen Akademien, Pädagogischen Institute und Berufspädagogischen Akademien (BPAK) sowie Religionspädagogischen Akademien und Religionspädagogischen Institute im Rahmen von Pädagogischen Hochschulen geführt.

Die Pädagogischen Hochschulen bilden Lehrer für Volksschulen, Hauptschulen, Sonderschulen und Polytechnische Schulen aus, sowie Lehrer für die Sekundarstufe II (Berufsschullehrer, Lehrer für den technischen-gewerblichen Bereich, Lehrer für Informations- und Kommunikationspädagogik, Mode- und Designpädagogik und Lehrer für Ernährungspädagogik). – Lehrer für die Gymnasien studieren hingegen an der Universität.

Pädagogische Hochschulen in Österreich:

Pädagogische Hochschulen in der Schweiz[Bearbeiten]

Die Pädagogischen Hochschulen der Schweiz sind Einrichtungen des tertiären Bildungsbereichs. Sie bedienen die Lehrerbildung vom Primarbereich bis zur Sekundarstufe II. Die verschiedenen Institute jeder Hochschule befördern Forschung, Lehre und Schulpraxis, wobei die Institution Schule mit ihren pädagogischen und gesellschaftlichen Bezügen im Zentrum des Aufgabenfeldes steht.

Pädagogische Hochschulen im übrigen Europa[Bearbeiten]

Polen[Bearbeiten]

Russland[Bearbeiten]

Pädagogische Hochschulen in Übersee[Bearbeiten]

China[Bearbeiten]

  • Pädagogische Universität Anhui
  • Pädagogische Hochschule Changsha
  • Pädagogische Universität Chongqing
  • Pädagogische Universität Fujian
  • Pädagogische Universität Guangxi
  • Pädagogische Universität Guizhou
  • Pädagogische Universität Harbin
  • Pädagogische Universität Hebei
  • Pädagogische Universität Hunan
  • Pädagogische Universität Innere Mongolei
  • Pädagogische Universität Jiangxi
  • Pädagogische Universität Liaoning
  • Pädagogische Universität Nanjing
  • Pädagogische Universität Nordostchinas
  • Pädagogische Universität Ostchina
  • Pädagogische Universität Peking
  • Pädagogische Universität Qinghai
  • Pädagogische Universität Shaanxi
  • Pädagogische Universität Sichuan
  • Pädagogische Universität Südchinas
  • Pädagogische Universität Südwestchinas
  • Pädagogische Universität Tianjin
  • Pädagogische Universität Xuzhou
  • Pädagogische Universität Yunnan
  • Pädagogische Universität Zentralchinas
  • Pädagogische Universität Zhejiang

Chile[Bearbeiten]

Japan[Bearbeiten]

In Japan wurden Lehrer seit Mitte der 1870er Jahre in Normalschulen (jap. 師範学校, shihan gakkō), die von den Präfekturen getragen wurden, ausgebildet. Diese Normalschulen wurden 1943/44 vom Staat übernommen und 1949 entweder in Pädagogische Hochschulen umgewandelt, oder wurden Pädagogische Fakultäten von neu gegründeten staatlichen Universitäten. Später gegründet wurden nur die PH Miyagi (1965) und die PHs Jōetsu und Hyōgo (beide 1978). Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche private Universitäten mit pädagogischen Fakultäten.

Namibia[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Hesse: Die Professoren und Dozenten der preußischen Pädagogischen Akademien (1926–1933) und Hochschulen für Lehrerbildung (1933–1941). Deutscher Studien Verlag, Weinheim 1995.
  • Sigrid Blömeke: "... auf der Suche nach festem Boden": Lehrerausbildung in der Provinz Westfalen 1945/46. Professionalisierung versus Bildungsbegrenzung, Waxmann Münster 1999 ISBN 3-89325-794-2.
  • Ingo Runde (Hg.): Lehrerausbildung an Rhein und Ruhr im 20. Jahrhundert: Symposium 40 Jahre Pädagogische Hochschule Ruhr in Duisburg (= Schriften aus Archiv und Bibliothek der Universität Duisburg-Essen 1), Duisburg 2011, online-Fassung (PDF; 13,7 MB), ISBN 3-942158-04-3.
  • Wolfgang Werth:Die Vermittlung von Theorie und Praxis an den Preussischen Pädagogischen Akademien 1926–1933 – dargestellt am Beispiel der Pädagogischen Akademie Halle/Saale (1930–1933). dipa, Frankfurt/Main 1985, ISBN 3-7638-0805-1.

Belege[Bearbeiten]

  1. Pädagogische Hochschulen Baden-Württemberg
  2. Pädagogische Hochschule Karlsruhe
  3. Pädagogische Hochschule Freiburg
  4. Pädagogische Hochschulen Baden-Württemberg
  5. Merz Lehrerbildung online (PDF; 2,9 MB)
  6. Wolfgang Werth:Die Vermittlung von Theorie und Praxis an den Preussischen Pädagogischen Akademien 1926–1933 – dargestellt am Beispiel der Pädagogischen Akademie Halle/Saale (1930–1933). dipa, Frankfurt/Main 1985,S.269
  7. Herwig Blankertz: Die Geschichte der Pädagogik. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Wetzlar 1992, S. 241 ff.
  8. In anderen Bundesländern gibt es ähnliche Modelle. So bieten die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster und die Fachhochschule Münster kooperative Studiengänge zum Lehramt an Berufskollegs an. In Niedersachsen bieten die Fachhochschule Osnabrück und die Universität Osnabrück gemeinsam einen Studiengang zum Lehramt an berufsbildenden Schulen an.
  9. Pädagogische Hochschule Karlsruhe
  10. zitiert nach: Franz Otto Schmaderer: Geschichte der Lehrerbildung in Bayern, in: Max Liedtke: Handbuch der Geschichte des Bayerischen Bildungswesens, Band IV, Klinkhardt Bad Heilbrunn 1997, S. 423.
  11. Franz Otto Schmaderer: Geschichte der Lehrerbildung in Bayern, 1997, S. 426.
  12. Franz Otto Schmaderer: Geschichte der Lehrerbildung in Bayern, 1997, S. 428.
  13. Franz Otto Schmaderer: Geschichte der Lehrerbildung in Bayern, 1997, S. 428.
  14. Franz Otto Schmaderer: Geschichte der Lehrerbildung in Bayern, 1997, S. 431.
  15. Franz Otto Schmaderer: Geschichte der Lehrerbildung in Bayern, 1997, S. 432.
  16. http://www.tu-berlin.de/presse/tui/98apr/heisterm.htm (Version vom 11. März 2005 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt (29. Juli 2009)
  17. Artikel Pädagogische Hochschule, in: Andreas Herbst u. a.: So funktionierte die DDR, Bd. 2, Reinbek 1994, S. 769–780.
  18. Website der Haute école pédagogique du canton de Vaud (HEP Vaud) (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Pädagogische Hochschule – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen