Grafenwiesen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grafenwiesen
Grafenwiesen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grafenwiesen hervorgehoben
49.2017412.880313439Koordinaten: 49° 12′ N, 12° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Höhe: 439 m ü. NHN
Fläche: 10,23 km²
Einwohner: 1507 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93479
Vorwahl: 09941
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 130
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 6
93479 Grafenwiesen
Webpräsenz: www.grafenwiesen.de
Bürgermeister: Josef Dachs
Lage der Gemeinde Grafenwiesen im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern) Lam Arrach Hohenwarth (Landkreis Cham) Grafenwiesen Neukirchen beim Heiligen Blut Eschlkam Furth im Wald Gleißenberg Arnschwang Bad Kötzting Rimbach (Oberpfalz) Blaibach Waldmünchen Treffelstein Tiefenbach (Oberpfalz) Rötz Schönthal (Oberpfalz) Weiding (Landkreis Cham) Chamerau Miltach Willmering Stamsried Pösing Zandt Traitsching Chamerau Runding Cham (Oberpfalz) Pemfling Waffenbrunn Schorndorf (Oberpfalz) Michelsneukirchen Roding Walderbach Reichenbach (Landkreis Cham) Rettenbach (Oberpfalz) Falkenstein (Oberpfalz) Zell (Oberpfalz) Wald (Oberpfalz) Tschechien Landkreis Schwandorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Rathaus mit Dorflinde
Die Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit

Grafenwiesen ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt nördlich von Bad Kötzting zwischen Kaitersberg und Hohem Bogen. Unmittelbar am Ort fließt der Weiße Regen vorbei.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Grafenwiesen hat elf amtlich benannte Ortsteile[2]:

Auf Gemeindegebiet existieren drei Gemarkungen: Grafenwiesen, Voggendorf und Rimbach, letztere Gemarkung wird mit der Gemeinde Rimbach geteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Grafenwiesen wurde urkundlich 1177 erstmals erwähnt. 1217 wurde ein Seyfried de Kravewissen erwähnt. Die Grafenwiesen waren Ministerialen der Grafen von Bogen und der Markgrafen von Cham. Ihre Nachfolge traten 1402 die Hohenwarther an. Die Hofmark Grafenwiesen war Lehen des Klosters Rott am Inn. Vom 16. bis ins 18. Jahrhundert erwarben sie verschiedene Adelsgeschlechter durch Erbschaft oder Kauf.

Das vierflügelige Schloss Grafenwiesen, das auf einen mittelalterlichen Bau zurückgeht, stammt im Wesentlichen aus der Zeit von 1612 bis 1620. 1712 kaufte das Kloster Rott am Inn Gut und Hofmark zurück, in dessen Händen Grafenwiesen bis zur Säkularisation in Bayern 1803 blieb.

1818 wurde Grafenwiesen eine landgerichtsunmittelbare Gemeinde des Landgerichts Kötzting. Am 14. Oktober 1923 erfolgte die Einweihung der heutigen Pfarrkirche. Bis 1959 war im Schloss auch eine Brauerei ansässig. Die 1612 errichtete Schlosskapelle diente bis zum Bau der neuen Pfarrkirche 1923 als Gotteshaus.

1892 erfolgte der Bau der Eisenbahnstrecke Kötzting – Lam, sowie der Staatsstraße St2140. Von 1803 bis 1918 gehörte Grafenwiesen zur Pfarrei Kötzting. 1923 wurde die heutige Pfarrkirche eingeweiht. Im Jahr 1978 schlossen sich die Gemeinden Grafenwiesen und Rimbach (und auch Hohenwarth bis 1980) zur Verwaltungsgemeinschaft Grafenwiesen zusammen, die 1994 wieder aufgelöst wurde.

1982 wurde Grafenwiesen staatlich anerkannter Erholungsort. Die Fertigstellung des Kurparks konnte 2005 begangen werden.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Voggendorf eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein silberner Schrägbalken, darin drei blaue Fische; oben zwei sechsstrahlige goldene Sterne, unten ein springender silberner Hirsch.“ Wappen seit 1978.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das 2008 eröffnete Deutsche Zündholzmuseum informiert über die Geschichte der Zündholzfabrikation. Außerdem zeigt es Ausschnitte einer umfangreichen Spezialsammlung von Zündholz-Behältnissen und Zündholz-Etiketten.
  • Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Freiwildgehege im Ortsteil Voggendorf.
  • Im Hof des 1612 bis 1660 neu erbauten ehemaligen Schlosses steht eine Kapelle von 1612.
  • Die neubarocke Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit von 1923 besitzt eine Rokokoausstattung aus der ehemaligen Schlosskapelle.
  • Greifvogelpark Grafenwiesen.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Grafenwiesen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Grafenwiesen hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Cham–Lam. Hier verkehren Züge der Oberpfalzbahn. Zudem verläuft durch Grafenwiesen die Staatsstraße 2140.

Bildung[Bearbeiten]

  • Volksschule Grafenwiesen
  • Kindergarten Grafenwiesen

Literatur[Bearbeiten]

  • Hedy Häring, Zenta Pletl: Gravenwiesen. Man erinnert sich… Ein Stück Vergangenheit aus der Pfarrchronik. Grafenwiesen 1991.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111204/170600&attr=OBJ&val=915
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 499

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grafenwiesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien