Pösing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pösing
Pösing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pösing hervorgehoben
49.23333333333312.55364Koordinaten: 49° 14′ N, 12° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Stamsried
Höhe: 364 m ü. NHN
Fläche: 9,14 km²
Einwohner: 990 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93483
Vorwahl: 09461
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 147
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstr. 10
93491 Stamsried
Webpräsenz: www.poesing.de
Bürgermeister: Edmund Roider (CSU)
Lage der Gemeinde Pösing im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern) Lam Arrach Hohenwarth (Landkreis Cham) Grafenwiesen Neukirchen beim Heiligen Blut Eschlkam Furth im Wald Gleißenberg Arnschwang Bad Kötzting Rimbach (Oberpfalz) Blaibach Waldmünchen Treffelstein Tiefenbach (Oberpfalz) Rötz Schönthal (Oberpfalz) Weiding (Landkreis Cham) Chamerau Miltach Willmering Stamsried Pösing Zandt Traitsching Chamerau Runding Cham (Oberpfalz) Pemfling Waffenbrunn Schorndorf (Oberpfalz) Michelsneukirchen Roding Walderbach Reichenbach (Landkreis Cham) Rettenbach (Oberpfalz) Falkenstein (Oberpfalz) Zell (Oberpfalz) Wald (Oberpfalz) Tschechien Landkreis Schwandorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Pösing ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Stamsried.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Pösing liegt in der Planungsregion Regensburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Pösinghat 2 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Pösing.

Geschichte[Bearbeiten]

Pösinger Faustkeil
Tüllenbeil aus der Bronzezeit
  • Die erste urkundliche Nennung (ausgestellt in Regensburg) Pösings erfolgte am 2. August 896 als Königsgut (sechs bäuerliche Anwesen) im Rahmen einer Schenkung des ostfränkischen Kaisers Arnulf von Kärnten an die Pfalzkapelle mit Kollegiatstift in Roding. Der Ort gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Wetterfeld des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
  • In der Urkunde ist die Schreibweise von Pösing „besinga“, genau so nennen sich die Bürger heute noch in der Mundart, mit der Betonung auf dem „e“.
  • Weitere Schreibarten von Pösing: Pesinge (1194), Pesingen (1243), Pesing (1301), Poysing (1484), Pösing (ab 1499)
  • Erste Brücke im 13. Jahrhundert.
  • Ortsadel: Engelschalk von Pesingen, Dienstmann des Klosters St. Emmeram in Regensburg (1190); Ulrich von Pösing (1240), Geschlecht der Pösinger Edelleute erlischt (1324).
  • Bekannt ist Pösing auch durch den Fund eines Faustkeils (Riß-Würm-Zwischeneiszeit, vor ca. 100.000 Jahren) am 11. Oktober 1961 auf dem Gemeindegebiet. Aus honigfarbenen Quarzit, wie es hier im Fluss vorkommt.
  • 1957 Fund eines Tüllenbeils aus der Bronzezeit im Fluss Regen.

Religionen[Bearbeiten]

In Pösing besteht das katholische Kuratbenefizium St. Vitus.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 887 Einwohner
  • 1987: 870 Einwohner
  • 2000: 971 Einwohner
  • 2011: 984 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinde Pösing, früher Schulhaus

Bürgermeister ist Edmund Roider (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten]

  • CSU - Parteifreie: 4 Sitze
  • Freie Wähler - Christliche Wählergemeinschaft Pösing: 4 Sitze

Vollständiges Wahlergebnis der Kommunalwahl 2014: http://www.poesing.eu/html/wahlergebnisse.html

Kommunalfinanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 374.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 76.000 Euro.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein silberner Wellenbalken, der von einem schmalen roten Zickzackbalken belegt ist; oben eine goldene Krone, unten ein goldener Faustkeil. Das Wappen ist seit 1982 in Gebrauch.

Die Krone weist darauf hin, dass Pösing altes Königsgut war. Das weiße Wellenband versinnbildlicht den Regen. Der rote Zickzackbalken gibt einen Hinweis auf verschiedene Adelsgeschlechter, die in Pösing eine Rolle spielten. Der Faustkeil dokumentiert eine Besiedelung in Pösing schon vor 100.000 Jahren.


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Vitus Pösing
Marienkapelle in Langwald
Kalvarienkapelle auf dem Pösinger Bierl
Kapelle „Unschuldige Kinder - der stumme Schrei“
neuer Spielplatz Pösing
neues Feuerwehrhaus Pösing
Open Air Bühne
Naturschutzgebiet Regentalaue

In Pösing findet jedes Jahr ein großes Open Air statt. Auf dem „Bierl“, dem Berg, von dem aus man das ganze Regental überblickt, treffen sich jährlich am 3. Juliwochenende ca. 3000 Fans, die den Sommer und die Musik feiern. Veranstalter ist der Musik- und Kulturverein Pösing e. V., der auch den Rest des Jahres einige Veranstaltungen organisiert.

Bis an die Ortsgrenze von Pösing geht die „Regentalaue“, ein seit Jahrzehnten geschütztes Gebiet, das am 22. Januar 2010 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Die „Regentalaue“ erstreckt sich bis nach Cham und ist mit 1427 ha das mit Abstand größte Naturschutzgebiet in der Oberpfalz.

Bauwerke[Bearbeiten]

Profane Bauwerke[Bearbeiten]

  • „altes“ Schulhaus, errichtet 1838, heute Gemeinde Pösing.

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Vitus
Erste Kirche erbaut ca. 1000, zweite Kirche ca. 1530, im Dreißigjährigen Krieg fast vollständig zerstört, dritte Kirche zwischen 1730 und 1750. Im Jahre 1750 wurde von den Bierbrauereheleuten Schneider aus Pösing das Benefizium Pösing gestiftet. 1820 Bau einer Orgel. 1899 Renovierung der Kirche. Am 25. Januar 1901 wurde das Benefizium Pösing in ein Kuratbenefizium umgewandelt (durch Allerhöchste Entschließung von Prinzregent Luitpold). 1908 Kauf einer neuen Orgel mit acht Registern. 1921/22 erfolgte die Verlängerung des Kirchenschiffes um 56 Meter nach Westen. Die Sakristei wurde vom Turm in einen Anbau an der Südseite verlegt. Am 21. Januar 1996 erfolgte die Einweihung der neuen Orgel. Kirchenpatron ist der Hl. Vitus, die beiden Altarfiguren sind die weiteren böhmischen Nationalheiligen Wenzel und Sigismund.
  • Kalvarienbergkapelle
Stiftung der Kapelle mit Kreuzweg 1822 durch die Gastwirtswitwe Walburga Schreiber. Gründung des "Verein zum Erhalt der Bierlkapelle" 2008, Renovierungsbeginn 2009
  • Marienkapelle
Ortsteil Langwald, Bau 1961–1962, Einweihungsfeier 1962
  • Kapelle „Unschuldige Kinder - der stumme Schrei“
Bau und Einweihungsfeier 2008

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Pösing

Sport[Bearbeiten]

  • FSV Pösing e. V. 1958
590 Mitglieder, Abteilungen: Fußball, Karate, Eisstock, Tennis, Turnen
  • Schützenverein „Gemütlichkeit“ 1924
150 Mitglieder
  • Sport-Kegel-Club Regental Pösing e. V.
  • Fischereiverein Pösing e. V.
  • Modellfluggruppe Roding-Pösing

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Juni: Johannifeuer auf dem „Bierl“
  • Juli: Pösinger Open Air auf dem „Bierl“
  • Dezember: Christkindlmarkt im Ortskern

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 239 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 354. Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Bauhauptgewerbe gab es zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 21 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 479 Hektar, davon waren 242 Hektar Ackerfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Dorf liegt direkt am Regen. Bau der Brücke 1890.

Die B 85 führt in unmittelbarer Nähe am Ort vorbei. Sie ist eine der Hauptrouten aus Tschechien. Seit Jahren ist das Verkehrsaufkommen immer stärker geworden. Am 5. Dezember 2007 wurde der vierspurige Ausbau zwischen Cham und Untertraubenbach für den Verkehr freigegeben.

Pösing besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald(Bau der Eisenbahn 1860–1861).

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten St. Marien: 50 Kindergartenplätze mit 73 Kindern (Stand: 1999), Fertigstellung des Kindergartenanbaus mit Kinderkrippe 2012
  • Schule: 2 Klassen mit 51 Kindern (Stand: 2009); 3 Klassen mit 69 Kindern (Stand: 2007)

Geologie[Bearbeiten]

Unter Pösing verläuft der Pfahl, eine sehr harte Gesteinsschicht. Dadurch ist hier eine natürliche Furt durch den Regen gegeben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Pösing hat eine Ortsrufanlage. Dies ist eine Lautsprecheranlage für Durchsagen an das Dorf.

Literatur[Bearbeiten]

  • 1100 Jahre Pösing, 895–1995. Herausgeber: Gemeinde Pösing
  • Langwald 1947–1997. Herausgeber: Siedlungsgemeinschaft Langwald e. V.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111204/182910&attr=OBJ&val=923

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pösing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien