HMS Rodney (29)

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HMS Rodney after refitting at Liverpool.jpg
Dienstzeit RN Ensign
Bestellt: 1922
Kiellegung: 28. Dezember 1922
Stapellauf: 17. Dezember 1925
Indienststellung: 10. November 1927
Außer Dienst: 1946
Schicksal: verschrottet 1948
Technische Daten
Verdrängung: 33.950 Tonnen (Standard);
38.000 Tonnen (maximal)
Länge: 216,5 Meter
Breite: 32,3 Meter
Tiefgang: 10 Meter
Geschwindigkeit: 23,8 Knoten
Panzerung: Gürtel: 356 mm
Deck: 152 mm
Turmfront: bis 457 mm
Turmseite: 229 mm
Barbetten: 381 mm
6“-Türme: 38 mm
Zitadelle: 330 mm
Besatzung: 1.361 Offiziere und Mannschaften
Bewaffnung:
  • 9 × 406-mm-L/45-Kanonen
  • 12 × 152-mm-Kanonen
  • 6 × 120-mm-Flak (bis 1944)
  • 8 × 102-mm-Flak (ab 1944)
  • 48 × 40-mm-Flak
  • 61 × 20-mm-Flak
Antrieb:
  • 8 ölgefeuerte Dampfkessel (Admirality-Typ)
  • 2 Brown-Curtis-Dampfturbinen
  • 2 dreiflügelige Schrauben
  • Leistung: 45.000 PSw

Die HMS Rodney war ein Schlachtschiff der Royal Navy. 1927 wurde es als erstes von zwei Schiffen der Nelson-Klasse in Dienst gestellt und nach seinem Einsatz im Zweiten Weltkrieg 1948 abgewrackt.

Geschichte[Bearbeiten]

Stapellauf bis Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Die Rodney, nach George Brydges Rodney, 1. Baron Rodney benannt, dem Sieger in der Seeschlacht bei Kap St. Vincent, wurde im Dezember 1922 bei Cammell Laird in Birkenhead auf Kiel gelegt. Schiffstaufe und Stapellauf fanden im Dezember 1925 statt. Die Indienststellung war im November 1927; die Baukosten betrugen 7,617 Millionen Pfund Sterling.

Von der Indienststellung bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war die Rodney Teil der Atlantikflotte oder der Home Fleet. Im Jahr 1931 nahm ihre Mannschaft an der Invergordon-Meuterei teil. Im späten Dezember 1931 wurde das Schiff wegen Problemen an den Steuerrudern repariert.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Am 9. April 1940 beschädigten deutsche Flugzeuge bei der Insel Karmøy (Norwegen) die Rodney. Eine 500-kg-Bombe durchschlug das Panzerdeck, ohne zu explodieren. Am 13. September 1940 wurde das Schiff von Scapa Flow nach Rosyth verlegt, um gegen die erwartete deutsche Invasion im Ärmelkanal („Unternehmen Seelöwe") zu operieren.

Im November und Dezember eskortierte sie Konvois zwischen Großbritannien und Halifax in Neuschottland. Im Januar 1941 nahm sie an der vergeblichen Jagd auf die deutschen Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau teil. Als sie am 16. März einen Konvoi über den Nordatlantik eskortierte, kam sie mit den deutschen Schlachtschiffen in Berührung. Es folgte aber kein Gefecht, weil die deutschen Schiffe in Anbetracht der größeren gegnerischen Feuerkraft abdrehten.

Im Mai 1941 eskortierten die Rodney und zwei Zerstörer den Truppentransporter Britannic nach Kanada. Die Britannic hatte Zivilisten an Bord und sollte auf der Rückfahrt kanadische Truppen nach Großbritannien bringen. Am 24. Mai wurde sie zur Jagd auf das deutsche Schlachtschiff Bismarck abkommandiert. Am 26. Mai schloss sie sich mit der King George V zum Gefecht gegen die Bismarck zusammen. Am frühen Morgen des 27. Mai griffen beide Schiffe gemeinsam mit den Kreuzern Norfolk und Dorsetshire die Bismarck an. Die Ruderanlage des deutschen Schiffes war nach einem Treffer durch einen Flugzeugtorpedo am Vortag beschädigt. Nachdem die Bismarck das Feuer einstellen musste, kam die Rodney der Bismarck näher, bis ihre Geschosse eine sehr flache Flugbahn hatten und die Beobachter die Geschosse bis zum Ziel verfolgen konnten. Eine Granate vom Kaliber 16 Zoll (40,6 cm) wurde vom Geschütz bis zum zweiten Turm der Bismarck verfolgt, wo sie explodierte und die Rückwand des Turmes absprengte. Später brach die Rodney den Kampf ab und wurde wegen ihres geringen Treibstoffvorrats zum Nachbunkern entlassen.

Danach wurde sie zur Reparatur an der Maschinenanlage nach Boston geschickt. Im September war sie zusammen mit der Force H in Gibraltar stationiert und eskortierte Konvois nach Malta. Im November kehrte sie nach Großbritannien zurück und war einen Monat in Island stationiert. Danach wurde sie bis Mai 1942 überholt und kehrte danach zur Force H zurück, wo sie wieder Konvois nach Malta eskortierte und an der Invasion Nordwestafrikas teilnahm (Operation Torch). Später war sie bei den Landungen auf Sizilien (Operation Husky) und bei Salerno (Operation Avalanche) dabei. Von Oktober 1943 war sie in der Home Fleet und nahm an der Invasion der Normandie im Juni 1944 teil, wo sie Ziele in Caen und Alderney zerstörte. Im September 1944 eskortierte sie Konvois nach Murmansk.

Während des gesamten Kriegs legte sie über 156.000 nautische Meilen zurück, wobei die Maschinen nach 1942 nicht überholt wurde. Wegen häufiger Probleme mit dem Antrieb wurde sie nicht wie ihr Schwesterschiff Nelson ab Dezember 1944 modernisiert, sondern in Scapa Flow in Reserve gehalten. Die Mannschaft wurde auf andere Schiffe verteilt. Das Schiff blieb in Scapa Flow, bis es im Februar 1948 zur Verschrottung verkauft wurde. Die Verschrottung begann am 26. März 1948 in Inverkeithing.

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970, J.F. Lehmanns Verlag, Munchen 1970.
  • Robert Gardiner, ed.: Conway’s All the World’s Fighting Ships 1922–1946, Conway Maritime Press, London 1980,

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HMS Rodney (1925) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien