Hermann Hans Wetzler

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Hermann Hans Wetzler (* 8. September 1870 in Frankfurt am Main; † 29. Mai 1943 in New York) war ein deutsch-US-amerikanischer Komponist.

Wetzlers Vater stammte aus Böhmen, seine Mutter war Deutsche. Er wuchs in Chicago in wohlhabenden Verhältnissen auf und studierte erst in Cincinnati, ab 1885 am Hochschen Konservatorium in Frankfurt Klavier und Violine bei Clara Schumann, Hugo Heermann, Bernhard Scholz, Iwan Knorr und Engelbert Humperdinck. 1892 kehrte er in die USA zurück und arbeitete in New York als Organist, Bratschist, Chorleiter und Klavierlehrer. 1902 gründete er mit Spendengeldern die Wetzler Symphony Concerts. 1905 kehrte er nach Deutschland zurück, um als Kapellmeister in Hamburg, Elberfeld, Riga, Halle, Lübeck und Köln zu arbeiten.

Nachdem der letztere Vertrag 1923 nicht mehr verlängert worden war, lebte er als freischaffender Komponist und Dirigent in Köln. Er schrieb ab 1917 größere Werke für Orchester und schließlich auch die Oper Die baskische Venus nach einem Textbuch seiner Frau Lini Wetzler geb. Dienstbach (1876–1933).

1929 zog er nach Brissago, 1932 nach Basel, wo er 1933 Vorlesungen hielt, und anschließend nach Ascona. In Deutschland erhielt er 1935 wegen seiner jüdischen Herkunft Aufführungsverbot. Nach Kriegsausbruch verließ er die Schweiz und ließ sich 1940 in New York nieder, wo er am 29. Mai 1943 starb.

Sein Nachlass befindet sich seit 2006 in der Zentralbibliothek Zürich und enthält neben Musikautographen und Schriften rund 10000 Briefe, 6000 Rezensionen und Photographien.

Werke[Bearbeiten]

  • Theatermusik zu Shakespeares Wie es euch gefällt (1917), op. 7
  • Symphonische Phantasie für Orchester (1922), op. 10
  • Visionen (1922), op. 12
  • Assisi. Legende für Orchester (1925), op. 13
  • Die baskische Venus (Oper, 1928), op. 14

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