Kap der Angst

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Filmdaten
Deutscher Titel Kap der Angst
Originaltitel Cape Fear
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1991
Länge 128 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Martin Scorsese
Drehbuch John D. MacDonald
James R. Webb
Wesley Strick
Produktion Barbara De Fina Film von Universal Pictures
Musik Bernard Herrmann, arrangiert von Elmer Bernstein
Kamera Freddie Francis
Schnitt Thelma Schoonmaker
Besetzung
Synchronisation

Kap der Angst ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1991. Max Cady, verkörpert von Robert De Niro, will sich an Sam Bowden, verkörpert von Nick Nolte, rächen. Er macht seinen ehemaligen Anwalt dafür verantwortlich, dass er für viele Jahre ins Gefängnis musste.

Der Film entstand nach dem Roman The Executioners von John D. MacDonald. Erstmals wurde die Geschichte 1962 von J. Lee Thompson unter dem Titel Ein Köder für die Bestie verfilmt. Sowohl diese Version als auch die von 1962 tragen den Originaltitel Cape Fear. Robert Mitchum und Gregory Peck spielen in der 1962er Version die Hauptrollen. In der Neuverfilmung von 1991 haben beide Kontrahenten der ersten Verfilmung Gastauftritte. Peck spielt in einer Gerichtsszene einen Anwalt, während Mitchum, der im älteren Film Max Cady verkörperte, einen Polizisten mimt. Martin Balsam, der Polizeichef des Films von 1962, hat einen Auftritt als Richter.

Handlung[Bearbeiten]

Vierzehn Jahre lang saß Max Cady wegen brutaler Vergewaltigung im Zuchthaus. Als er entlassen wird, will er sich dafür an seinem damaligen Pflichtverteidiger Samuel Bowden rächen, der ein entlastendes Gutachten während der Verhandlung zurückgehalten und so dafür gesorgt hatte, dass Cady verurteilt wurde.

Nachdem Cady den Hund der Familie Bowden vergiftet hat, macht er sich an Lori Davis, eine Freundin von Sam Bowden, heran und vergewaltigt und misshandelt die junge Frau aufs Brutalste. Als Bowden davon erfährt, ist er entsetzt. Davis hat große Angst und will deshalb nicht aussagen und zurück in ihre Heimatstadt gehen. Leigh Bowden wirft ihrem Mann vor, dass Lori seine Geliebte sei. Warum sonst solle Cady sich ausgerechnet an sie herangemacht haben? Es kommt zu einem heftigen Streit zwischen dem Ehepaar, wobei auch alte Verletzungen wieder angesprochen werden. Danielle, die 15-jährige Tochter der Bowdens, leidet darunter, wenn die Eltern sich streiten, da das in letzter Zeit vermehrt geschieht.

Cady ruft Danielle an, gibt sich als ihr neuen Lehrer für Schauspiel aus, und teilt ihr mit, dass der Kurs verlegt worden sei und bestellt Danielle für den nächsten Tag in den Vorführraum in der Schule. Als die junge Frau anderentags dort erscheint, ist sie mit Cady allein. Selbst als sie seine wahre Identität erkennt, bricht sie das Gespräch nicht ab, da sie sehr angetan von dem ist, was Cady sagt. Auf seine Frage, ob er seinen Arm um sie legen und sie küssen dürfe, antwortet sie leicht verwirrt, dass sie nichts dagegen habe. Nach Cadys Kuss und wortlosem Verschwinden ist sie völlig durcheinander.

Nachdem Bowden Kenntnis von diesem Vorfall hat, lässt er sich auf den Vorschlag des von ihm angeheuerten Detektivs Claude Kersek ein, drei bezahlte Schläger auf Cady zu hetzen, um ihn mittels Selbstjustiz zu vertreiben. Bowden macht jedoch den Fehler, Cady zu warnen, ohne zu ahnen dass dieser das Gespräch aufzeichnet. Bei dem Angriff durch den Schlägertrupp, gewinnt Cady nach kurzer Zeit die Oberhand und schlägt die drei erst zusammen und dann in die Flucht. Bowden beobachtet das Geschehen aus einem Versteck heraus. Cady nutzt die Chance und schwärzt Bowden durch seinen Anwalt Lee Heller bei der Anwaltskammer an. Das mitgeschnittene Gespräch verwendet er dann auch vor Gericht, sodass Bowden mit einer einstweiligen Verfügung auferlegt wird, sich von Cady fernzuhalten. Cadys neuer Anwalt regt darüber hinaus den Ausschluss Bowdens aus der Anwaltskammer an. Da Cady sich in seiner Haftzeit autodidaktisch juristische Kenntnisse angeeignet und ein philosophisch und religiös übersteigertes Bild von sich selbst entwickelt hat, verhält er sich bei seinen Schikanen stets so geschickt, dass er rechtlich nicht belangt werden kann.

Kersek schlägt Bowden nun vor, Cady glauben zu lassen, dass er weggeflogen und seine Familie allein zu Hause sei. In Begleitung des Detektivs kehrt der Anwalt jedoch mit seiner Familie in sein Haus zurück. Kersek meint, wenn Cady versuche ins Haus einzudringen, könne man ihn in Notwehr erschießen. Cady gelingt es jedoch, Kersek zu überlisten, indem er erst die Haushälterin tötet, sich dann ihre Kleidung anzieht und anschließend Kersek in dieser Verkleidung umbringt.

Bowden flieht mit seiner Familie auf sein Hausboot. Unbemerkt hat sich Cady unter dem Auto der Familie festgebunden. Als Sam Bowden während eines starken Unwetters draußen an Bord nach dem Rechten sehen will, wird er von Cady überwältigt. Dann dringt er zum Entsetzen der beiden Frauen in das Boot ein. Danielle schickt er nach unten in den Laderaum. Er will Bowdens Frau vergewaltigen. Bowden selbst hat er gefesselt. Dann jedoch holt er den Anwalt und seine Tochter wieder dazu, sie sollen seinem Treiben zusehen. Verzweifelt versucht Leigh Bowden sich zu opfern, um vor allem ihre Tochter zu schützen. Zwar gelingt es Danielle, Cady in Brand zu setzen, er kann das Feuer jedoch löschen und erneut das Kommando auf dem Hausboot übernehmen. Das Boot schlingert inzwischen, da ungeführt, in gefährliche Gewässer, dreht sich um sich selbst und läuft auf. Danielle und ihre Mutter nutzen das Überraschungsmoment und springen über Bord. Als Bowden ebenfalls springen will, erwischt ihn Cady am Bein und hält ihn fest. Es kommt zu einem letzten blutigen Kampf der beiden Männer. Kurz darauf zerbirst das Schiff. Bowden war es zuvor gelungen, Cady mit Handschellen an den Schiffsmast zu fesseln, sodass er nun mitsamt den Resten des Hausboots untergeht. Bowden sucht und findet Frau und Tochter, wortlos umarmen sie sich.

Danielle lässt den Zuschauer am Schluss des Films wissen: „Wir sprachen nie wieder über das, was geschah, zumindest nicht miteinander. Die Angst war wohl zu groß, dass alles zurückkommen könnte. Denn wenn man in der Vergangenheit verweilt, stirbt man jeden Tag ein kleines bißchen mehr. Das Leben wird aber nie wieder so sein, wie es war, bevor er kam.“

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Max Cady Robert De Niro Christian Brückner
Sam Bowden Nick Nolte Thomas Danneberg
Leigh Bowden Jessica Lange Karin Buchholz
Danielle Bowden Juliette Lewis Dascha Lehmann
Claude Kersek Joe Don Baker Joachim Kerzel
Lieutenant Elgart Robert Mitchum Joachim Nottke
Lee Heller Gregory Peck Holger Hagen
Richter Martin Balsam Wolfgang Völz
Lori Davis Illeana Douglas Liane Rudolph
Tom Broadbent Fred Dalton Thompson Heinz Giese

Produktion und Hintergrund[Bearbeiten]

Die Filmaufnahmen begannen am 19. November 1990 am Dania Beach und in Fort Lauderdale in Florida in den USA. Beendet wurden die Dreharbeiten am 17. März 1991. Am 6. November 1991 hatte Cape Fear Premiere im Lincoln Center in New York. Allgemein startete der Film in den Kinos in den USA am 13. November 1991. Es war der erste von sechs Filmen, den Martin Scorsese für Universal Pictures drehte.[1]

Im Film ist unter anderem Musik von Guns N’ Roses („Patience“), Gaetano Donizetti („Per Te D’Immenso Giubilo“), The Cramps („The Creature From The Black Lagoon“) und Aretha Franklin („Do Right Woman – Do Right Man“) zu hören.[2]

DVD[Bearbeiten]

Der Film ist erstmals am 6. Dezember 2001 auf DVD erschienen. Letztmals erschien er am 21. Oktober 2011 bei Universal Pictures GmbH als Blu-ray zusammen mit der 1962 erschienenen Verfilmung Ein Köder für die Bestie.[3]

Kritiken[Bearbeiten]

„Basierend auf dem Film ‘Ein Köder für die Bestie’ (1962), unterläuft das Remake die kinoübliche Konstellation durch den Entwurf eines deprimierenden Gesellschaftsporträts. In der Umgebung von Lüge, Angst und Schuld nimmt der Vergeltung suchende Ex-Häftling die Züge eines satanischen Rächers an. Ein virtuos inszenierter, komplexer Film, hinter dessen gewalttätigem Äußeren sich die Klage über den Verlust an Integrität und Menschlichkeit verbirgt.“

Lexikon des Internationalen Films[4]

„Schon immer wollte Regie-Star Scorsese einen Thriller drehen, mit dem der Zuschauer regelrecht auf die Folter gespannt wird. Mit dem Remake des Klassikers Ein Köder für die Bestie ist ihm das durchaus gelungen, obwohl Cineasten Robert Mitchum in der etwas glaubwürdigeren Rolle als rachsüchtigem Psychopathen den Vorzug geben. Davon einmal abgesehen erwartet den Zuschauer auch mit Kap der Angst ein starkes Stück Kino über einen selbstgerechten Zuchthäusler, der alles daran setzt, eine Familie zu zerstören. Auch Nick Nolte gibt sein Bestes als Anwalt ohne weiße Weste. Jessica Lange ist die Mutter mit panischem Beschützerinstinkt, die schließlich hin- und hergerissen ist zwischen Gut und Böse. Obwohl spannend, kommt der Film trotzdem nicht an den Klassiker mit Mitchum (1962) heran.“

Prisma Online[5]

„Die übertriebene Brutalität dieser Handlungen löscht die Möglichkeit völlig aus, dass die Eskalation von Gewalt in der Handlung nicht nur allein Cadys Schuld ist; oder auch die Frage, ob hinter Cadys Wunsch nach Rache für seine verlorenen 14 Jahre nicht doch ein nachvollziehbarer, wenn auch nicht rechtzufertigender Grund steckt: Cady ist ein derartiges Monster, dass der Film schon nach kurzer Zeit keine Rechtfertigung mehr dafür braucht, dass der Mann ausgelöscht werden muss.“

Mannbeisstfilm.de

„Martin Scorsese (‘Hugo Cabret’) reicherte sein Remake von ‘Ein Köder für die Bestie’ (1962) mit facettenreichen Figuren an – und mit krasser Gewalt. Fazit Böse, brutal, fesselnd: pures Adrenalinkino.“

Cinema[6]

„Mit dem ersten Thriller seiner Laufbahn, einem Remake des Schockers ‚Ein Köder für die Bestie‘ von 1962, schuf Meisterregisseur Martin Scorsese (‘GoodFellas’) einen erschütternden Höllentrip um Schuld und Sühne. Im Mittelpunkt steht jederzeit Robert De Niro (‘Zeit des Erwachens’) mit seiner manischen Vorstellung als Racheengel von eigenen Gnaden. Daneben agieren Nick Nolte (‘Herr der Gezeiten’) und Jessica Lange (‘Music Box’) in diesem wahnwitzigen Trommelfeuer von aggressiven Schnitten, bedrohlichen Kamerafahrten und immer wieder schroff explodierender Gewalt. Ein komplexes, an Spannung nicht mehr zu überbietendes Meisterwerk, dem ein Spitzenplatz in den Charts sicher ist.“

kino.de[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Robert De Niro und Juliette Lewis waren jeweils für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert. Kap der Angst war außerdem Wettbewerbsbeitrag der Berlinale 1992, ging bei der Preisvergabe allerdings leer aus.[8]

Trivia[Bearbeiten]

Die Simpsons-Folge Cape Feare (Am Kap der Angst) ist eine Anspielung auf den Film.

Literatur[Bearbeiten]

  • John D. MacDonald: Kap der Angst. Roman (Originaltitel: The Executioners). Deutsch von Charlotte Richter. (Erstmals ungekürzte Ausgabe, 6. Auflage.) Heyne, München 1993, 190 S., ISBN 3-453-05550-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cape Fear bei TCM – Turner Classic Movies Miscellaneous Notes (englisch)
  2. Cape Fear bei TCM – Turner Classic Movies Music (englisch)
  3. Kap der Angst – Doppelpack Blu-ray bei bluray-disc.de. Abgerufen am 30. November 2013.
  4. Kap der Angst im Lexikon des Internationalen Films
  5. Kap der Angst bei prisma.de. Abgerufen am 30. November 2013.
  6. Kap der Angst bei cinema.de. Abgerufen am 30. November 2013.
  7. Kap der Angst bei kino.de. Abgerufen am 24. Februar 2014.
  8. Awards for „Cape Fear“ bei IMDb.com. Abgerufen am 24. Februar 2014.