Kosmos 212 und 213

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Kosmos 212 und Kosmos 213 waren zwei unbemannte Sojus-Raumschiffe, die im April 1968 eine automatische Kopplung in der Erdumlaufbahn durchführten.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Eine Kopplung zweier bemannter Sojus-Raumschiffe war im April 1967 mit Sojus 1 und Sojus 2 geplant, wurde jedoch nach Problemen bei Sojus 1 abgesagt. Beim Absturz von Sojus 1 fand der Kosmonaut Wladimir Komarow den Tod. Ein weiterer Versuch wurde im Oktober 1967 mit den unbemannten Raumschiffen Kosmos 186 und 188 durchgeführt. Die Kopplung gelang zwar nicht vollständig, war jedoch die erste erfolgreiche automatische Verbindung zweier Raumflugkörper. Aufgrund einiger Mängel ordnete die Leitung der sowjetischen Raumfahrt einen weiteren unbemannten Versuch an.

Start[Bearbeiten]

Unter der Tarnbezeichnung Kosmos 212 startete das erste Raumschiff am 14. April 1968 um 10:00 UTC von der Startrampe 31 in Baikonur. Kurz zuvor war noch erwogen worden, den Start abzubrechen, weil es Anzeichen gab, dass ein System ausgefallen war.

Am Tag danach, dem 15. April 1968 um 09:34 UTC folgte Kosmos  213 von der Startrampe 1. Der Einschuss in die Umlaufbahn war sehr präzise, so dass der Abstand zu Kosmos 212 nur 4 Kilometer betrug und das Rendezvous sofort eingeleitet werden konnte.

Dies waren der siebte und achte Start eines Sojus-Raumschiffs.

Kopplung[Bearbeiten]

Bei der Annäherung in der Erdumlaufbahn übernahm Kosmos 212 den aktiven Part. Schon um 10:21 UTC koppelten die beiden Raumschiffe aneinander an. Da dies über dem Südpazifik außerhalb der UKW-Reichweite der sowjetischen Bodenstationen erfolgte, konnte die Flugleitung die Kopplung nicht über die montierte Fernsehkamera verfolgen, sondern musste sich auf Daten verlassen, die über Kurzwelle übertragen wurden. Im Gegensatz zur Mission von Kosmos 186 und 188 war die Kopplung vollständig. Selbst der Ausfall von 14 der 28 Steuerdüsen konnte ausgeglichen werden.

Die beiden Raumschiffe blieben während zweieinhalb Erdumkreisungen verbunden und wurden um 14:11 UTC wieder getrennt.

Weiterer Flugverlauf und Landung[Bearbeiten]

In den folgenden Tagen führte Kosmos 212 mehrere Kurskorrekturen durch, wobei verschiedene Lageregelungssysteme verwendet wurden. Auch ein Ausfall aller Systeme wurde simuliert, wobei ein Kosmonaut das Raumschiff mit Handsteuerung ausrichtete. Die dazu notwendige optische Orientierung erhielt er über ein Fernsehsignal aus dem Raumschiff.

Kosmos 212 landete am 19. April um 08:10 UTC in der Nähe von Karaganda. Nach der Landung lösten sich die Fallschirme nicht wie vorgesehen, so dass starke Winde die Rückkehrkapsel 5 km weit über die Steppe zogen.

Kosmos 213 landete am Folgetag, dem 20. April 1968 um 10:11 UTC. Auch hier wehten starke Winde mit Geschwindigkeiten um 90 km/h. Wie bei Kosmos  212 verfing sich der Wind in den Fallschirmen, so dass auch diese Landekapsel weit über den Boden geschleift wurde. Später stellte sich heraus, dass die Ursache hierfür statische Aufladungen in den Fallschirmseilen war, die das Ablösen der Leinen verhinderte.

Auswirkungen auf das Sojus-Programm[Bearbeiten]

Zwar wurde unter Beweis gestellt, dass die verschiedenen Lageregelungssysteme nun funktionierten, jedoch konnte den Fallschirmen immer noch nicht vertraut werden. Hier waren weitere Änderungen und ein weiterer unbemannter Flug notwendig. Unter der Bezeichnung Kosmos 238 erfolgte dieser im August 1968. Dadurch verzögerte sich der geplante Start zweier bemannter Sojus-Raumschiffe weiter.

Das amerikanische Apollo-Programm war nach der Katastrophe von Apollo 1 im Januar 1967 immer noch unterbrochen. Der erste bemannte Flug des neuen Apollo-Raumschiffs war für den Herbst 1968 unter der Bezeichnung Apollo 7 geplant.

Weitere Flugdaten[Bearbeiten]

Kosmos 212[Bearbeiten]

Kosmos 213[Bearbeiten]

  • Masse: 6.500 kg
  • Perigäum: 188 km
  • Apogäum: 254 km
  • Bahnneigung: 51,7°
  • Erdumlaufzeit: 88,9 min
  • Typ der Trägerrakete: Sojus (GRAU-Index11A511)
  • Typ des Raumschiffs: Sojus 7K-OK (P)
  • Seriennummer: 7

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]