Lance Macklin

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Lance Macklin
Automobil-/Formel-1-Weltmeisterschaft
Nation: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Erster Start: Großer Preis der Schweiz 1952
Letzter Start: Großer Preis von Großbritannien 1955
Konstrukteure
1952-54 HWM · 1955 Stirling Moss Ltd
Statistik
WM-Bilanz:
Starts Siege Poles SR
15
WM-Punkte:
Podestplätze:
Führungsrunden: — über 0 km
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Lance Macklin (* 2. September 1919 in London; † 29. August 2002 in Bethersden, Kent) war ein englischer Rennfahrer.

Als Sohn des später geadelten Noel Macklin, dem Vorsitzenden der Invicta-Sportwagen-Gesellschaft, die vor 1939 florierte, galt der gutaussehende Mann schon bald als talentierter Fahrer. Seine Erfolge sollten seinen hohen Ansprüchen nie genügen.

Während der Formel-1-Saison 1952 versuchte er sich auch am Steuer eines HWM-Monoposto, erzielte aber lediglich mit einem achten Rang beim Grand Prix der Niederlande in Zandvoort ein besseres Resultat, was ihn immerhin bewog, es im folgenden Jahr mit demselben Team erneut zu versuchen. Das Ergebnis war niederschlagend, da man bei allen sechs gestarteten Läufen durch technische Defekte ausfiel.

Ein Start für Aston Martin bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1954 war da schon erfolgversprechender - mit einem dritten Rang konnte er sich gute Hoffnungen auf weitere Engagements bei Sportwagenrennen machen. Doch 1955 wurde er mit seinem Austin-Healey in den berüchtigten Unfall verwickelt, den Mike Hawthorn mit einem unerwarteten Manöver verursachte.

Unfallhergang Le Mans 1955

Am Ende der 35. Runde, gegen ca. 18:20 Uhr, schloss Hawthorn mit seinem Jaguar rasch auf die zur Überrundung stehenden Wagen Pierre Leveghs (Mercedes) und Macklins auf, um sie auf der Zielgerade in einem Zug zu überholen, da ihm Juan Manuel Fangio buchstäblich im Nacken saß. Als er diese passiert hatte, ließ er sich zu einer impulsiven Handlung hinreißen und schoss vor den beiden Wagen quer über die Piste, um die Boxen, die damals noch nicht baulich von der Rennstrecke getrennt waren, schnellstmöglich zu erreichen. Trotz seiner Vollbremsung kam Hawthorn erst 80 m hinter seiner Boxenmannschaft zum Stehen, was den Unsinn seiner Tat veranschaulicht. Doch dadurch hatte er ein Drama ausgelöst: Lance Macklin konnte zwar seinem Manöver noch mit einer ebenso waghalsigen Lenkradbewegung ausweichen, doch dem alten Routinier Levegh hatte er seinerseits den sprichwörtlichen "Raum zum Überleben" genommen. Sein Wagen donnerte nach einer leichten Berührung mit dem Austin, der seinerseits über die Strecke kreiselte, mit 240 km/h in die Balustrade, explodierte und nahm im schwersten Unfall des Motorsports aller Zeiten neben seinem Fahrer über 80 Zuschauern das Leben. Levegh hatte mit einem Handzeichen gerade noch Fangio warnen können, sonst wäre auch dieser tödlich verunglückt. Die Mercedes-Rennleitung zog daraufhin ihre Rennwagen aus dem weiterlaufenden Wettbewerb ab und verabschiedete sich zum Ende des Jahres für eine lange Zeit vom Rennsport.

Macklin konnte seinem Boliden unverletzt entsteigen und war schwer betroffen von den Ereignissen, stand aber den untersuchenden französischen Regierungsbehörden zur Verfügung. Bei seinen Aussagen teilte er keinem Fahrer eine Schuld zu, sondern bezeichnete es als Zwangsläufigkeit aufgrund der hohen Geschwindigkeit aller Beteiligten:

"After passing me (Mike) Hawthorn turned too sharply towards the right and braked," (...) "I braked my car as hard as I could to avoid him. My wheels locked and I was carried towards the left. Levegh's car hit the back of my car. In an affair of this kind it is difficult to speak of responsibility. Hawthorn no doubt committed an error but the real responsibility was the speed of the cars. In the excitement of his struggle (with Levegh and Juan Manuel Fangio) Hawthorn executed a manouevre which astonished me and he left me no other alternative than to either run into him or turn to the left."

Nur einen Monat später konnte er mit einem achten Platz beim englischen Grand Prix in Aintree auf einem Maserati 250F, der eigentlich Stirling Moss gehörte, wieder aufstrebende Form beweisen, doch nach einem erneuten schweren Unfall bei der RAC Tourist Trophy auf dem Dundrod Circuit im Spätsommer entschloss er sich, dem Motorsport zu entsagen.

In seinem späteren Leben verbrachte er viele Jahre der Arbeit und Freizeit in Spanien, wo er einen Import-Export-Handel betrieb. Als er ernsthaft erkrankte, kehrte er nach England zurück, wo er kurz vor seinem 83. Geburtstag starb.

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1950 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Ltd. Aston Martin DB2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich George Abecassis Rang 5 und Klassensieg
1951 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Ltd. Aston Martin DB2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Eric Thompson Rang 3 und Klassensieg
1952 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Ltd. Aston Martin DB3 Spyder Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Collins Ausfall Unfall
1953 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bristol Aeroplane Company Bristol 450 Coupé Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Whitehead Ausfall Unfall
1954 ItalienItalien Automobili OSCA OSCA MT4 1500 FrankreichFrankreich Pierre Legonyie Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten James Simpson Disqualifiziert
1955 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lance Macklin Austin-Healey 100S Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Les Leston Ausfall Unfall

Weblinks[Bearbeiten]